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Verführer im Kettenhemd (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
256 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3161-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Verführer im Kettenhemd - Melissa Oliver
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England im Jahr 1229. Er ist es - und er ist in Not! Mutig vertreibt Marguerite Studdal die Angreifer, die Savaric Fitz Leonard in die Enge getrieben haben. Nie hätte sie geglaubt, dass sie den Ritter mit den goldenen Augen wiedersieht. Vor zwei Jahren hat er ihr das Herz erst gestohlen und dann gebrochen! Eigentlich wollte sie nichts mehr mit ihm zu tun haben, auch wenn sie längst nicht mehr das verträumte Mädchen von damals ist, sondern inzwischen eine geschulte Spionin des Königs. Doch ab sofort muss sie mit dem Verführer im Kettenhemd zusammenarbeiten, um die Krone zu beschützen ...

1. KAPITEL


Kai von Billingsgate, London

Im Jahre 1229

Voller Ungeduld hauchte Savaric Fitz Leonard in seine kalten Hände und rieb sie kräftig aneinander. Die Geisterstunde brach bereits an, und es kam ihm vor, als warte er seit einer Ewigkeit auf den Frachter, der nun endlich durch den dichten Nebel brach, welcher die Themsemündung wie ein weiches Wolltuch verhüllte.

Bei Gott, das wurde auch Zeit! dachte er erleichtert, als das Schiff gemächlich auf den Kai zusteuerte. Ich fürchtete schon, auf dem steinernen Boden am Ende festzufrieren!

Der behäbige Küstenfahrer, der unerwartet spät im Londoner Hafen einlief, kam von der französischen Küste und sollte die stichhaltigen Beweise mit sich führen, die Savaric und seine Ritterbrüder Warin de Talmont und Nicholas D’Amberly für ihre Nachforschungen dringend brauchten. Dabei hoffte der junge Ritter, dass ihr Informant in Paris den Frachter auch korrekt bezeichnet hatte. Brächte nämlich ein anderes Schiff die benötigten Indizien nach England, würde er sich eine weitere nasskalte Nacht im Hafen um die Ohren schlagen müssen.

Denn es war höchste Zeit, die kriminalistischen Untersuchungen im Fall des „Drachengespanns“ wieder aufzunehmen, welche vor zwei Jahren zum Stillstand gekommen waren. Gegenstand der Ermittlungen war eine Organisation ruchloser Landesverräter und Volksverhetzer, welche gegen die Krone konspirierten und zur Erreichung ihrer Ziele auch vor Mord nicht zurückschreckten. Geführt von einer Doppelspitze, den „beiden Drachen“, hatte die Bande sich damals zum Schein aufgelöst, im Geheimen aber weiteroperiert. Beim Gedanken an sie wurde es Savaric heiß vor Zorn, schien er doch mit seinen Ritterbrüdern allen Bemühungen zum Trotz kaum etwas erreicht zu haben. Zwar gelang es von Zeit zu Zeit, das eine oder andere Bandenmitglied gefangen zu nehmen; keines aber war bisher zu einer verwertbaren Aussage bereit gewesen. Lieber gingen die Delinquenten in den Tod, als ihre Mitverschwörer zu verraten. So waren die Nachforschungen am Ende zum Erliegen gekommen, als den letzten namentlich bekannten Anhängern der Gruppe kurz vor ihrer Ergreifung die Flucht nach Frankreich gelang.

So war das Segelschiff, das in schwärzester Nacht im Londoner Hafen anlegte, für Savaric und seine Kameraden von größter Bedeutung. Denn die Informationen aus Frankreich mochten dazu führen, die Wiederaufnahme der Untersuchung unumgänglich zu machen.

Während der junge Ritter mit den Schatten eines überdachten Gehwegs verschmolz, ließ er die Kogge nicht aus den Augen, deren rot-weißes Segel noch einmal heftig im Wind flappte, bevor es eingeholt wurde. Dann sprangen Matrosen vom Deck herunter und vertäuten das Schiff am Kai, was schnell getan war, worauf die Ladung gelöscht wurde.

Ein munteres Liedchen pfeifend mischte Savaric sich unter die Arbeiter und half beim Abladen schwerer Fässer und Truhen, während ein Aufseher alle Güter nachzählte und auf einer Liste abhakte. Dabei spähte der junge Mann immer wieder unter seiner Kapuze hervor, damit ihm nichts Verdächtiges entginge. Und siehe da: Gerade wischte er sich mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn, als zwei Männer sein Interesse erregten, die offenbar im Begriff waren, einen Handel abzuschließen.

Es handelte sich um den Schiffskapitän und einen wohlbetuchten Kaufmann in teuren Gewändern. Vorsichtig schlich Savaric näher und beobachtete, wie der Händler zwei wohlgefüllte Lederbeutel aus seinem Schwertgürtel zog und dafür eine Pergamentrolle erhielt. Ein dritter Beutel verblieb an der Innenseite des Gürtels.

Jetzt tat es dem Ritter leid, dass seine Kameraden unabkömmlich gewesen waren und er auf sich allein gestellt operierte. Nur zu gern hätte er Schriftstück wie Geldbörsen beschlagnahmt, durfte aber das Risiko, bei dem Versuch zu scheitern und die Verschwörer mit seiner verpatzten Aktion zu warnen, nicht eingehen. Indem er fieberhaft überlegte, was zu tun wäre, fiel ihm auf die Schnelle nichts Besseres ein als ein reichlich riskantes Manöver.

Also bückte er sich, zog unauffällig eine Klinge aus seinem Stiefel, richtete sich wieder auf und stolperte rücklings in die beiden Männer hinein.

„Pass gefälligst auf, wo du hintrittst, du Hornochse!“, schimpfte der Kaufmann.

„Nehmt’s mir nicht krumm, S… Sir. Hab’n K… Klumpfuß“, stammelte Savaric wie geistig zurückgeblieben und krümmte sich so grotesk zusammen, dass niemand einen Kronenritter in ihm vermutet hätte. Als wüsste er sich kaum zu helfen, stolperte er über seine eigenen Füße und fuchtelte mit beiden Armen in der Luft herum, indem er sich devot verbeugte. Und da er an die Schriftrolle nicht herankam, schnitt er unbemerkt dem Handelsmann den letzten Beutel vom Gürtel ab und verbarg ihn in seinem weiten Ärmel. Welch ein Glück, dass Nicholas eine Meisterdiebin heiratete! schoss es ihm durch den Kopf. Eva verriet mir manch nützlichen Trick, bevor sie ihrem Gewerbe abschwor! Dann machte er sich schleunigst davon.

Als er zur Sicherheit einen Blick über die Schulter zurückwarf, stieß er mit einem Jüngling zusammen und wäre fast mit ihm zu Boden gegangen. Und da ihm mit dem Jungen etwas nicht zu stimmen schien, merkte er auf.

Da erkannte Savaric das flammend rote Haar, das unter einer weiten Kapuze hervorlugte, wie auch das Gesicht mit der Stupsnase und dem weichen Mund. Und während sein Blick an den blauesten Augen hängen blieb, die er je gesehen hatte, starrten diese ungläubig zurück. Denn der Frau mit den großen faszinierenden Augen war der Ritter ebenfalls gut bekannt, welchen die Gewissheit wie ein Schreck durchfuhr: Vor ihm stand Marguerite Studdal in der Verkleidung eines Jünglings.

Gott allein wusste, wie oft die junge Frau ihn in Gedanken heimgesucht hatte, seit er sie vor zwei Jahren aus den Augen verlor! So war das, was er herausbrachte, als sie sich im nächtlichen Londoner Hafen buchstäblich vor seinen Augen materialisierte, wenig originell.

„Marguerite?“, fragte er lahm. „Seid Ihr es wirklich?“

Die junge Frau neigte spöttisch den Kopf. „Guten Abend, Savaric.“

„Ungewöhnlich spät für einen Spaziergang, will ich meinen“, versetzte er, indem er sie losließ. „Was zum Teufel macht Ihr hier?“

„Das geht Euch nichts an“, wies sie ihn ab.

Ihre Direktheit versetzte ihm einen Stich. „Da bin ich anderer Ansicht“, erwiderte er. „Könnt Ihr Euch nicht denken, was mit Euch geschähe, entdeckte man mitten in der Nacht eine junge Frau bei den Docks?“

„Sprecht gefälligst leise!“, zischte sie ihn an.

„Nur ein Blinder würde Euch mit einem Knaben verwechseln, Marguerite!“ Er dämpfte seine Stimme. „Heraus mit der Sprache: Warum treibt Ihr Euch in absurder Maskerade am Hafen herum?“

„Habt Ihr nichts Besseres zu tun, Sir?“ Ihr Ton war spitz.

„Lassen wir das dahingestellt“, antwortete er. „Im Ernst, Marguerite: Warum bringt Ihr Euch in Gefahr?“

„Soweit ich weiß, bin ich Euch gegenüber nicht auskunftsverpflichtet!“, konterte sie.

Da stutzte Savaric und lenkte ein. „Was ich auch nicht behauptete.“

„Dann ist es ja gut, und jeder kann seines eigenen Weges ziehen.“ Sie lächelte herablassend.

Das gefiel ihm gar nicht. „Ist Eure Unhöflichkeit der Dank dafür, dass ich Euch damals zu Hilfe kam?“, begehrte er auf.

Zwar kam es ihm selbst etwas abgeschmackt vor, die alte Geschichte zu seinen Gunsten anzuführen. Doch ergriff die Sorge um Marguerite, welche die Drachenbande zwei Jahre zuvor um ein Lösegeld gefangen gehalten hatte, einmal mehr von ihm Besitz.

Nie würde er vergessen, wie einer der Schufte seiner Geisel damals mit dem Dolch die zarte Kehle ritzte, worauf ein Rinnsal Blut daran hinunterlief. Später, als die Gefahr gebannt war und Savaric die zierliche junge Frau von London nach Guildford Castle eskortierte, hatte sie ihn tagtäglich mehr bezaubert. Leider aber hatte der Ritter seiner Schutzbefohlenen damals nicht nur seine zarten Gefühle für sie verheimlicht, sondern sie dazu auch noch in die Jagd auf die Bande verwickelt, was sich leider nicht umgehen ließ.

Doch der Moment, in welchem Marguerites Leben nur noch an einem seidenen Faden hing, hatte sich unauslöschlich in des Ritters Seele eingebrannt. Nie zuvor und nie danach hatte er sich derart hilflos und gleichzeitig so tief und untrennbar mit einer Frau verbunden gefühlt. Damals, als der scharfe Dolch Marguerites weißen Hals ritzte, hatte Savarics Herz sich weit für sie geöffnet, ohne dass er etwas dagegen hätte tun können.

Diese Erfahrung hatte den jungen Mann aufgerüttelt und dazu gebracht, endlich seiner Stellung gerecht zu werden. Denn als Mitglied der Kronenritter, in deren Orden sich die Elite Englands versammelte, war er zwar den ritterlichen Tugenden und Idealen verpflichtet, hatte sich bis dahin aber wenig um seine Pflichten geschert. Erst die Rettung Marguerites führte dazu, dass Savaric ein vorbildlich zu nennendes Ritterleben führte. Und machte es ihm auch weiter zu schaffen, dass er sie in den Kampf gegen die Drachenbande hatte miteinbeziehen müssen, quälte es ihn noch mehr, dass er sich ihr gegenüber gleichgültig gegeben hatte. Denn sie lag ihm am Herzen wie niemand sonst.

„Wohl kaum“, drang ihre ungeduldige Stimme in seine Grübeleien. „Solltet Ihr befürchten, ich hätte vergessen, was früher war, kann ich...

Erscheint lt. Verlag 15.4.2025
Reihe/Serie Historical
Übersetzer Martina Manecke
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora historical • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • highlander liebesromane • Historische Liebesromane • historisch roman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher
ISBN-10 3-7515-3161-0 / 3751531610
ISBN-13 978-3-7515-3161-0 / 9783751531610
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