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Mit dir in der unendlichen Weite des Outbacks (eBook)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3479-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Mit dir in der unendlichen Weite des Outbacks - Michelle Douglas
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Rote Erde, ockergelbe Felsen und der endlos blaue Himmel ... Als Sapphie ins australische Outback aufbricht, hat sie nur ein Ziel: den Vater ihres kleinen Neffen ausfindig zu machen! Das hat sie ihrer Schwester versprochen. Stattdessen trifft sie auf den Onkel des Jungen, den grimmigen Viehzüchter Liam. Erst als sie seine sanfte Seite kennenlernt, keimt zarte Hoffnung in ihr auf, im fernen Outback ihr eigenes Glück zu finden. Aber kann Liam das Geheimnis akzeptieren, das ihr Leben seit Jahren überschattet?



<p>Das Erfinden von Geschichten war schon immer eine Leidenschaft von Michelle Douglas. Obwohl sie in ihrer Heimat Australien bereits mit acht Jahren das erste Mal die Enttäuschung eines abgelehnten Manuskripts verkraften musste, hörte sie nie auf, daran zu arbeiten, Schriftstellerin zu werden. Ihr Literaturstudium war der erste Schritt dahin, der zweite, ihr Entschluss, ein eigenes Abenteuer zu wagen und gemeinsam mit ihrem zukünftigen Ehemann nach England zu gehen. Damit ein weiterer Kleinmädchentraum wahr werden konnte, ernährten sich die Verlobten zwei Wochen nur von Dosensuppen, um sich für ihre Hochzeitsnacht eine Suite in einem Luxushotel leisten zu können. Seine Flitterwochen verbrachte das junge Paar in der Stadt der Liebe: Paris! Dieses Erlebnis weckte in Michelle den Wunsch, auch andere ein solches Glück erleben zu lassen. So war ihr eigenes romantisches Abenteuer für sie der Auslöser, romantische Geschichten auf Papier zu bannen und ihre Leser für eine kurze Zeit in eine rosarote Welt zu entführen. Heute ist sie am glücklichsten, wenn sie sich in ihre Fantasie vertiefen und mit einem Stift in der Hand ihre modernen Heldinnen und humorvollen Helden zum Leben erwecken und ihnen Happy Ends schenken kann.</p>

2. KAPITEL


„Keine Angst, ich lasse dich nicht im Stich“, flüsterte Sapphie und drückte Harry an sich, während Liam und Sid ihre und Harrys Sachen aus dem Flugzeug holten. Zum ersten Mal wehrte der Kleine sich nicht gegen die Umarmung. Er musste völlig erschöpft sein.

Sie kramte in ihrer Tasche, bis sie Horsie fand, ein Plüschpferd aus ihrer Kinderzeit und das einzige Spielzeug, das sie ihm auf die Schnelle hatte geben können. Harry lächelte nicht, nicht einmal, als sie das Pferdemaul an seine Wange presste und Kussgeräusche machte. Immerhin legte er den Arm um Horsies Hals, dann blickte er sie groß an. Sie konnte nicht anders, sie musste ihm einfach einen Kuss auf die Stirn drücken.

„Ich verspreche dir, bei dir zu bleiben“, flüsterte Sapphie.

Liam würde ihr sagen, wer Harrys Vater war, und dann würde sie ihn suchen.

Sie wandte sich um und sah, wie Liam ihre Sachen zum Auto trug. Er war groß und breitschultrig, dazu muskulös ohne ein Gramm überflüssigen Fetts. Bestimmt war er stark. Eine Frau hätte keine Chance, falls er …

Ein kalter Schauer überlief sie. Nein, kein Grund zur Panik, versuchte sie sich zu beruhigen. Es gab eine Haushälterin in der Station, also war sie nicht allein mit diesem Fremden.

Ihr Instinkt sagte ihr, dass er kein Mann war, der die Verletzlichkeit einer Frau ausnutzte. Er mochte schroff und unnahbar sein, und sie wäre dumm, ihn zu unterschätzen – das könnte schlimm enden. Aber er war nicht bösartig. Da war sie sich sicher.

Doch sie konnte nicht vorsichtig genug sein! Also würde sie später Anna anrufen und ihr sagen, wohin es sie, Sapphie, verschlagen hatte.

„Wenn Sie bereit sind, können wir los, Miss Thomas.“

„Sapphie. Bitte, nennen Sie mich Sapphie“, bat sie und fügte hinzu: „Kennen Sie die Familie Curran auf Jarndirri?“

Liam nickte knapp. „Ich habe Jared West einige Male getroffen, und ich kannte Bryce Curran.“

Der war mein Vater, sagte sie, aber nur im Stillen. Es wäre jedenfalls nicht verkehrt, ihren Gastgeber wissen zu lassen, dass sie hier draußen Verbindungen hatte.

„Meine Mutter hat früher als Köchin auf Jarndirri gearbeitet, wenn die Herden gemustert wurden. Anna und Lea Curran sind meine besten Freundinnen. Wir waren zusammen auf der Schule. Ich wollte Anna demnächst besuchen“, log sie, weil sie meinte, es könnte nicht schaden. „Deshalb würde ich sie gern anrufen und ihr mitteilen, dass wir bei Ihnen sind. Damit sie weiß, dass es mir gut geht.“

Liam sagte zunächst nichts, den Blick seiner unglaublich blauen Augen konnte sie nicht deuten.

„Sie wollen mir also sagen, dass Sie hier draußen keine Fremde sind?“, hakte er schließlich nach.

„Genau das. Ich kenne mich im Outback aus. Sie brauchen nicht zu befürchten, dass ich losziehe und mich verirre. Oder auf eine giftige Schlange trete.“

„Gut zu wissen“, meinte er.

Nun lag etwas in seinem Blick. Etwa Erheiterung? Lacht er über mich? Das war ihr egal. Damit konnte sie umgehen. Ein Lächeln würde auch die strengen Linien seines Munds weicher machen. Lachen würde sein Gesicht vermutlich völlig verwandeln.

Allerdings lächelte Liam nicht, ob erheitert oder nicht. Ganz offensichtlich war er ein sehr beherrschter Mann. Was würde es wohl brauchen, um die Barrieren zu durchbrechen und seine Gefühle ans Licht gelangen zu lassen?

Sapphie erschauerte bei dem Gedanken. Aber das würde sie nie herausfinden. Sie wollte es auch gar nicht. Sie war wegen Harry hier. Wenn sie erfahren hatte, wer sein Vater war, würde sie sofort mit dem Kleinen abreisen. Ganz einfach.

Doch so einfach war es gerade nicht. Denn Harry fing wieder laut zu weinen an, als sie ihn in die Babytrage legte. Ihr brannten ebenfalls Tränen in den Augen.

„Ganz ruhig, mein Kleiner, es ist alles in Ordnung“, sagte sie leise.

Aber sie beide wussten, dass es nicht stimmte. Seiner Mutter stand eine Gefängnisstrafe von drei Jahren bevor, und sein Vater war … Ja, wer denn?

Erschöpfung überfiel sie, die Sonne brannte unerbittlich. Sapphie spürte, wie sie zu schwanken begann.

Liam legte ihr die Hand auf den Arm. „So, dann wollen wir Sie beide mal ins Haus bringen. Da können Sie sich frisch machen, dann reden wir. Es sind nur etwa zwei Kilometer bis zur Station.“

Sie wusste, dass auf den großen Rinder- und Schaffarmen im Outback die privaten Flugfelder einige Kilometer vom Haus entfernt angelegt wurden, um das Brandrisiko für die Gebäude zu minimieren. Hier waren es zum Glück also nur zwei Kilometer. Sapphie war sich nicht sicher, wie viel Herumfahren sie heute noch durchstehen könnte.

„Wann haben Sie zuletzt gegessen?“, fragte Liam, nachdem sie mit dem Baby hinten eingestiegen war und er bereit war, die Autotür auf ihrer Seite zu schließen.

„Oh, das war vor einer Ewigkeit“, antwortete Sapphie. „Harry und ich würden sonst was geben für ein Sandwich. Stimmt’s, Harry?“

Der lächelte zwar nicht, schien aber zu nicken. Das empfand sie als kleinen Sieg.

Liam lachte unerwarteterweise.

Das ist ein großer Sieg, fand sie. Liam sah mit einem Mal um Jahre jünger aus. Und freundlich. Weicher. So wie die Landschaft die harten Kanten verlor, wenn die Dämmerung sie einhüllte.

„Das wird sich bestimmt machen lassen“, versicherte er und schloss die Tür.

Sapphie musste tief durchatmen. Ihre Kurzatmigkeit lag natürlich an der Hitze und dem Staub. Ganz bestimmt.

Wie Sapphie schon vorhin aus dem Flugzeug gesehen hatte, war die Homestead – wie das Wohnhaus einer Station hier im Outback genannt wurde – weitläufig. Besser gesagt: großartig. Das Haus mit der Verkleidung aus weißen Schindeln wirkte kühl und einladend. Sechs breite Stufen führten auf eine umlaufende, schattige Veranda und zu einer zweiflügeligen Eingangstür. Dieses Haus wirkte solide und festgefügt, was sie selbst gar nicht kannte. Es war eine liebevoll geschaffene Heimstätte, die den Bewohnern mehr bot als nur Schutz.

Sapphie seufzte. Hier war alles so schön! Alles war darauf angelegt, das Auge zu erfrischen und zu erfreuen, besonders auch der herrliche Rosengarten. Der Hochsommer war vorbei, aber sie konnte sich ausmalen, wie kühl das Haus in flirrender Mittagshitze wirkte, wenn die Temperaturen vierzig Grad Celsius und mehr erreichten und dunkle Wolken schwer am Horizont dräuten.

Ein saftig grüner Rasen umgab das Haus. Sicher wurde der mit Brauchwasser gegossen, denn kein Viehzüchter würde kostbares Trinkwasser auf Garten und Rasen vergeuden. Außer, er hatte eine Frau, der viel am Garten lag und die er sehr liebte.

Ist Liam verheiratet? Bisher hatte er nur eine Haushälterin erwähnt.

Sie hielten vor dem Haus an, nicht, wie auf dem Land sonst üblich, auf der Rückseite, wo sich auch die Nebengebäude wie Ställe und Scheunen befanden.

„Ihr Zuhause ist wunderschön“, sagte Sapphie ehrlich.

„Es ist seit Generationen in der Familie.“

„Lebt denn zurzeit Familie hier mit Ihnen?“, erkundigte sie sich.

„Werden Sie nervös?“, konterte Liam.

Das klang wie eine Herausforderung. Sie hob das Kinn. „Ich frage mich nur, was mich erwartet.“

„Ein bisschen spät für solche Überlegungen, finden Sie nicht?“, meinte er und stieg aus.

Sapphie stieg ebenfalls aus und nahm die Tasche mit Harry vom Rücksitz. Dann sah sie Liam über das Autodach hinweg an.

„Es ist nie zu spät, die Gefühle anderer Menschen mit in Erwägung zu ziehen“, erklärte sie ihm.

Bevor Liam antworten konnte, kam eine Frau in den Fünfzigern aus dem Haus.

„Haben Sie an meine Wolle gedacht, Liam?“, fragte sie und blieb abrupt stehen, als sie Sapphie mit dem Baby sah.

„Beattie, das sind Sapphire Thomas und Harry. Die beiden bleiben hier. Für ein Weilchen“, informierte Liam seine Haushälterin.

Sapphie schluckte trocken. Für ein Weilchen? Sie hatte noch gar nicht daran gedacht, wie lange es dauern könnte, bis sie Harrys Vater ausfindig machen konnte. Wie üblich hatte sie sich sozusagen kopfüber ins Geschehen gestürzt. Aber immer, wenn sie wirklich große Angelegenheiten durchzudenken versuchte, fühlte sie sich wie gelähmt.

So ging es ihr zurzeit mit der Information, wer ihr biologischer Vater war, so ging es ihr auch mit Anna und Lea. Mit Harry durfte ihr das nicht passieren.

Der streckte die Arme nach ihr aus, und sie nahm ihn aus der Trage. Vielleicht sah er sie inzwischen als einzige Verbündete unter lauter Fremden an? Da setzte er sein Vertrauen leider in die falsche Person. Der Gedanke ließ sie fast weinen.

„Das ist Mrs. Beatson, die Haushälterin auf Newarra“, stellte Liam die Ältere vor.

Sapphie setzte ein strahlendes Lächeln auf, während die Frau auf sie zukam. „Nett, Sie kennenzulernen, Mrs. Beatson.“

„Sagen Sie doch bitte Beattie zu mir, meine Liebe. Das tut jeder. Mrs. Beatson war meine verstorbene Mutter, Gott hab sie selig. Es ist nett, Besuch zu haben.“ Ihre Augen leuchteten bei Harrys Anblick auf. „Oh, und Sie haben ein Baby mitgebracht. Wie schön!“

Als sie die Hand nach ihm ausstreckte,...

Erscheint lt. Verlag 29.4.2025
Reihe/Serie Julia
Übersetzer Elke Schuller
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher
ISBN-10 3-7515-3479-2 / 3751534792
ISBN-13 978-3-7515-3479-6 / 9783751534796
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