H. C. Hollister 135 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-7956-2 (ISBN)
Im rauen Land westlich des Pecos, wo Desperados, Klapperschlangen und die mörderischen 'Buschteufel' der Brasada den Alltag prägen, steht Steve Ballard vor seiner größten Prüfung. Als treuer Cowboy einer expandierenden Ranch trägt er nicht nur die Verantwortung für hohe Summen, sondern wird in eine Spirale aus Verrat, Gewalt und düsteren Machenschaften hineingezogen. Als ein Überfall auf das abgelegene Ranchito des alten Pancho Suner eine tödliche Spur hinterlässt, wird Ballard zum Zeugen von Machtspielen, die weit über seine eigene Moral hinausgehen. Das Massaker an unschuldigen Menschen und die schattenhaften Pläne eines skrupellosen Ranchbesitzers drängen Ballard dazu, seine Prinzipien infrage zu stellen. In der gnadenlosen Wildnis der Brasada wird er alles riskieren - für Gerechtigkeit, für die, die er verloren hat, und für eine Zukunft jenseits von Gewalt und Verrat ...
Bunchland-Reiter
Im rauen Land westlich des Pecos, wo Desperados, Klapperschlangen und die mörderischen »Buschteufel« der Brasada den Alltag prägen, steht Steve Ballard vor seiner größten Prüfung. Als treuer Cowboy einer expandierenden Ranch trägt er nicht nur die Verantwortung für hohe Summen, sondern wird in eine Spirale aus Verrat, Gewalt und düsteren Machenschaften hineingezogen.
Als ein Überfall auf die abgelegene Ranchita des alten Pancho Suñer eine tödliche Spur hinterlässt, wird Ballard zum Zeugen von Machtspielen, die weit über seine eigene Moral hinausgehen. Das Massaker an unschuldigen Menschen und die schattenhaften Pläne eines skrupellosen Ranchbesitzers drängen Ballard dazu, seine Prinzipien infrage zu stellen. In der gnadenlosen Wildnis der Brasada wird er alles riskieren – für Gerechtigkeit, für die, die er verloren hat, und für eine Zukunft jenseits von Gewalt und Verrat ...
Der Ritt nach El Paso hatte über eine Woche gedauert, aber er hatte sich gelohnt. In dem Gürtel, den Steve Ballard unter dem Hemd auf dem Leib trug, verwahrte er einen erheblichen Betrag als Gegenwert für das Pferderudel, das er in Patrick Beattys Auftrag verkauft hatte.
Berücksichtigte man, dass Steve Ballard ein ganz gewöhnlicher Dreißig-Dollar-Cowboy war, musste die Summe für ihn eine gewaltige Versuchung darstellen. Wenn der Rancher ihn trotzdem allein mit den Pferden nach El Paso geschickt hatte, so lag darin ein großer Vertrauensbeweis.
Dieses Vertrauen erstreckte sich nicht nur auf die Ehrlichkeit, sondern auch auf Steve Ballards andere Fähigkeiten. Immerhin befand man sich hier im Land westlich des Pecos. Die Guadalupes und die Davis Mountains boten Schlupfwinkel für Geächtete aller Schattierungen, und jenseits des Rio Bravo, der die Grenze nach Mexiko bildete, konnte man auch nicht gerade von Gesetz und Ordnung sprechen.
Zwischen den Bergen und dem Fluss erstreckten sich über endlose Meilen die Dornbuschflächen, die steinigen Hügel und die mörderischen Kakteenverhaue der Brasada, bevölkert von Timberwölfen und Klapperschlangen, von Kojoten und Skorpionen – und von Tausenden von Wildrindern, die wegen ihrer Gefährlichkeit nicht zu Unrecht als Buschteufel bezeichnet wurden. Nur ein hartgesottener Abenteurer vom Schlage eines Patrick Beattys konnte das Risiko auf sich nehmen, in diesem Land eine große Ranch aufzubauen.
Steve Ballard hatte für den Rancher nie besondere Sympathie empfunden. Die Härte, die Patrick Beatty ausstrahlte, ging weit über den Punkt hinaus, an dem man sie noch als eine männliche Tugend hätte betrachten können. Seinen Respekt jedoch konnte Ballard diesem Mann nie versagen, auch wenn ihm die meisten Auffassungen Beattys gegen den Strich gingen.
Die Dämmerung überfiel das weite Rio-Grande-Tal wie eine blaue Woge.
Steve Ballard folgte dem alten Wildwechsel durch die Snake Sinks und nahm eine aufragende Schirmakazie in der Ferne als Richtpunkt, um zu Pancho Suñers Ranchita zu gelangen. Mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn bewohnte der Mexikaner eine Hütte inmitten der Snake Sinks und fristete seinen Lebensunterhalt als Cimarron-Jäger.
Unvermittelt nahm der Reiter die Zügel an und brachte das Pferd zum Stehen, als dünn und wie aus weiter Ferne das Krachen von Schüssen herüberklang. Ein ausgekochter Bunchland-Reiter ließ sich davon nicht täuschen. Der Wind stand ungünstig. Nur dadurch entstand der Eindruck einer größeren Entfernung. In Wirklichkeit wurde drüben bei Suñers Ranchita geschossen. Die Ohren des Wallachs richteten sich auf und begannen zu spielen.
»Du hast es gehört, Compadre«, murmelte Ballard gepresst. »Muss ich dazu noch etwas sagen?«
Eine leichte Berührung mit den Sporen reichte aus, um Compadre aus dem Stand in einen kurzen Galopp anspringen zu lassen. Schon stürmte er in die Senke hinunter, wich in raschen Wendungen einigen Eisenholzgewächsen aus und mäßigte das Tempo erst, als seine Hufe über eine tückische Strecke von Geröll und Felsschutt klirrten.
Vom nächsten Kamm aus waren die Snake Sinks auf eine weite Strecke zu überblicken – verfilzte Dickichte, die hier und da von knorrigen Regenbogenpinien überragt wurden. Lavafelder und lehmige Arroyos, von Scrubwoods überwucherte Bodenwellen, Sageflächen und undurchdringliche Kaktushecken, nur vereinzelt von kahlen Felsformationen unterbrochen.
Die Hütte war noch nicht zu erkennen, weil sie sich an eine Hügelflanke schmiegte, auf der Pinons und Juniperen wucherten. Obwohl Ballard auch während seines wilden Ritts lauschte, hatte er keinen weiteren Schuss vernommen. Dafür sah er nun jenseits der Hügelkuppe den roten Schimmer, der sich rasch verstärkte und ausweitete.
Jeder Windstoß ließ den Widerschein heller aufflackern: in seinem Licht erschienen die Juniperen auf dem Hang wie struppige, zerzauste Bärte. Es gab keinen Zweifel, die Ranchita musste lichterloh in Flammen stehen. Es konnte sich nur um einen Überfall handeln. Desperados gab es sowohl jenseits des Rio Bravo wie auch im ganzen Gebiet der Big Bend. Verwunderlich war nur, dass sich die Banditen die ärmliche Ranchita eines Mexikaners ausgesucht hatten, wo es außer den Pferden Pancho Suñers nichts zu erbeuten gab.
Nach kaum drei Minuten hatte Ballard den rückwärtigen Hang der Kuppe erreicht. Unterhalb des Kamms parierte er den Wallach, zerrte seinen Evans-Karabiner aus dem Scabbard und warf sich aus dem Sattel. Mit schleifenden Zügeln ließ er Compadre zurück und hetzte zu Fuß weiter durch das Wacholder- und Mesquite-Gestrüpp, bis er die brennende Hütte unter sich sah.
Flammen und Rauch versperrten ihm den Ausblick auf den Hof und den primitiven Stall. Die Quelle lag am Fuße des Hangs zwischen den beiden Gebäuden und bildete einen kleinen Tümpel, dessen Oberfläche die Glut blutrot widerspiegelte. Der Hof wurde von einem Lehmwall begrenzt, der dicht mit Agaven und Kakteen überwuchert war und gleichzeitig als Einfassung des Korrals diente. Von dort hörte Ballard das Wiehern einiger Pferde und sah schattenhaft mehrere Reiter.
Die Burschen, vier oder fünf waren es, versuchten gerade die Tiere aus dem Korral zu treiben, die sich wegen des von der Hütte heranwehenden Qualms sträubten und sich in der hintersten Ecke zusammendrängten.
Die Entfernung betrug etwa hundertfünfzig Yards. Trotzdem riss Steve Ballard den Sattelkarabiner an die Schulter und versuchte ein Ziel zu erfassen. Dunkelheit und Rauch machten seine Absicht jedoch zunichte. Er konnte keinen der Desperados anvisieren, da ihn die Flammen blendeten.
Ein Schuss aber, der sein Ziel verfehlte, würde die Banditen nur warnen. Gerade scheuchten zwei der Gestalten die Pferde aus dem Korral. In panischer Furcht raste das Rudel über den Hof, wurde durch zwei andere Reiter weitergejagt und schließlich von einem letzten in Empfang genommen.
Eine raue Stimme brüllte Befehle, die für Steve Ballard unverständlich blieben. Ein Windstoß trieb neuen Rauch über den Hof. Jemand hustete und fluchte, weil das Pferderudel schon wieder zu scheuen begann. Sekunden später galoppierte die ganze Kavalkade auf dem Flussweg nach Westen und trieb die geraubten Pferde vor sich her.
Mehr hatte Ballard nicht sehen wollen. Er rannte zu seinem Wallach zurück, saß auf und schob das Gewehr in den Sattelschuh. Dann ritt er los wie der Teufel.
Der Rio Bravo war etwa sechs bis sieben Meilen entfernt. Der Flussweg führte quer durch die Snake Sinks zu den Randhügeln, durchquerte sie in ein paar weiten Biegungen und mündete schließlich in den alten spanischen Wagentrail, der dem Flusstal folgte. Es gab mehrere Stellen, an denen der Fluss ziemlich gefahrlos zu durchfurten war. Damit befanden sich die Banditen dann jenseits der mexikanischen Grenze und in Sicherheit.
Diese Zusammenhänge gingen Ballard durch den Kopf, während er durch die Brasada jagte. Natürlich wäre es Wahnwitz gewesen, allein gegen fünf dieser Nachtfalken zu einem offenen Kampf anzutreten. Die Brasada bot jedoch auch andere Möglichkeiten, und Ballard war mit ihnen vertraut.
Zweimal scheuchte er im Dickicht Rudel von Wildrindern auf, entging nur um Haaresbreite einem Sturz, als Compadre in der Dunkelheit einen Fehltritt tat, und wäre fast von einem heimtückischen Eisenholzast aus dem Sattel gefegt worden.
Die felsige Abbruchkante durchzog die Snake Sinks wie eine Stufe. Der Flussweg verlief über eine geraume Strecke an ihrem unteren Rand. Steve Ballard näherte sich dem Rim von Norden her und riss Compadre zurück, sobald er durch das Gestrüpp eine Schleife des Weges erkennen konnte.
Er stellte befriedigt fest, dass noch kein Staubgeruch in der Luft lag, wie es unbedingt der Fall gewesen wäre, wenn die anderen diese Stelle bereits passiert hätten. Der Hang war mit Felsbrocken übersät und strahlte noch die Tageshitze zurück, da er sich nach Süden neigte und fast während des ganzen Tages in der Sonne lag. Solche Stellen waren berüchtigt und gefürchtet. Reptilien aller Art liebten es, in der prallen Sonne zu liegen, ob es sich nun um harmlose Eidechsen, giftige Sandvipern oder Klapperschlangen handelte.
Steve Ballard zog...
| Erscheint lt. Verlag | 12.4.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • 2019 • 2020 • Abenteuer-Roman • Bestseller • billy-jenkins • bud-spencer • buffalo-bill • Chaco • clint-eastwood • Country • Cowboy • Deutsch • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • gf unger • G. F. Unger • H C Nagel • Indianer • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Serie • sonder-edition • tom prox • Unger • Western • western-bestseller • Western-roman • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt-Earp |
| ISBN-10 | 3-7517-7956-6 / 3751779566 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-7956-2 / 9783751779562 |
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