G. F. Unger Western-Bestseller Sammelband 79 (eBook)
192 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-7958-6 (ISBN)
3 spannende Westernromane lesen und sparen!
G.F. Unger ist der erfolgreichste deutschsprachige Western-Autor. Mit einer Rekordauflage von über 250 Millionen Exemplaren gehört er zur internationalen Spitzenklasse der Spannungsliteratur. Und das zu Recht!
Niemand vermag es wie er, die unermesslichen Weiten des amerikanischen Westens und die Stärke der unerschrockenen Männer, die sie erschlossen, zu beschreiben. Erleben Sie den amerikanischen 'Wilden Westen', wie nur G.F. Unger ihn schildern kann: hart, authentisch, leidenschaftlich.
Dieser Sammelband enthält die Folgen 2584 bis 2586:
2584: Er kam vom Tonto Rim
2585: Slades Colt
2586: Die Dundees
Der Inhalt dieses Sammelbands entspricht ca. 192 Taschenbuchseiten.
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Bald sehen sie die Lichter von El Paso in der schwarzen Nacht, die nun nicht mehr so geheimnisvoll wirkt. Denn dort bei diesen Lichtern – etwas außerhalb davon –, da ist ihr Ziel.
Eine halbe Stunde später reiten sie in den Hof eines Rancho und bringen die gestohlenen Stuten in einen Corral.
Der Besitzer des Rancho kam mit einer Schrotflinte heraus, denn er ist als Aufkäufer und Zwischenhändler gestohlener Pferde ein vorsichtiger Mann.
Er fragt: »Sind das die Stuten von der Hacienda Cordubar?«
»Das sind sie«, erwidert Thorne Monroe. »So wie bestellt. Es sind wunderschöne Stuten, Kostbarkeiten – und alle trächtig vom Wunderhengst El Capitan. Es sind zwölf. Also bekommen wir zweitausendvierhundert Dollar. Aber sie sind dreimal so viel wert. Ihr macht wieder einmal ein gutes Geschäft.«
»Wir haben Unkosten.« Der Mann, der zur Hälfte mexikanischer Abstammung ist und zur anderen Hälfte ein Ire, grinst. »Ja, ich habe das Geld. Ich hole es heraus.«
Er verschwindet im kleinen Haus, indes sie sich an einem Wassertrog waschen und erfrischen.
Wenig später reiten sie mit dem Geld zur Stadt hinüber.
Brian Belous ruft: »Bevor ich mir ein Mädchen kaufe für die nächsten zwei Nächte in Molly Dunns Etablissement, da bade ich erst einmal mit viel Fliederseife in der Wanne. He, wir treffen uns übermorgen in der Casa el Toro!«
Er reitet schneller.
Snipes und Rourke folgen ihm.
Doch Thorne Monroe bleibt noch beim fünften Reiter zurück, der bisher geschwiegen hat und immer noch schweigt.
»Was ist mir dir, Cap?« So fragt Thorne Monroe, und in seiner tiefen Stimme ist ein Klang von Besorgnis. »Du bist doch wohl nicht krank, Cap?«
Cap Hunter sitzt noch bewegungslos im Sattel und hat seine Hände über dem Sattelhorn übereinandergelegt.
»Was ist?« So fragt Thorne Monroe nochmals. »He, du hast jetzt vierhundertachtzig Dollar in der Tasche. So viel verdient ein normaler Cowboy in zwei Jahren. Wir haben einen guten Coup gelandet und können uns was leisten, eine Menge Spaß haben hier in El Paso. Der reiche Hacendado kann sich den Verlust von einem Dutzend Zuchtstuten leisten. Aber wir waren arme Hunde nach einem verlorenen Krieg. Wir haben gekämpft und wurden besiegt. Nun wollen auch wir mal wieder gewinnen. Also komm, Cap. Dort drüben in der Stadt können wir uns eine Menge Freuden kaufen.«
Er reitet an und blickt nicht zurück, hat es so eilig, dass er nicht gewahr wird, dass ihm Cap Hunter gar nicht folgt.
Hunter verharrt noch eine Weile auf seinem müden Pferd. Ja, er holt sogar sein Rauchzeug hervor und dreht sich eine Zigarette.
Als er sie raucht, da weiß er, dass seine vier Gefährten jetzt alle in El Paso sind. Nur er hält hier noch in der schwarzen Nacht und blickt auf die vielen Lichter.
Und er denkt: El Paso – das bedeutet ja so viel wie »Der Übergang«. Und für uns alle sollte das ja wohl so viel wie ein Übergang zu einem neuen Anfang sein. Doch jetzt ...
Ihm wird klar, dass seine vier Gefährten, mit denen er durch den ganzen Krieg ritt und gegen die Yankees kämpfte, weil dies für jeden Texaner geradezu eine heilige Pflicht war, nun in der Stadt da drüben ihren Beuteanteil verprassen werden. Ja, sie werden sich alle Sünden kaufen, denn sie haben schon zu lange ein Leben als Satteltramps geführt. Und wenn sie sich in zwei Tagen in der Casa el Toro treffen, da werden sie blank sein bis auf den letzten Cent.
Und alles, was sie drüben in Mexiko taten, dies wird vergebens gewesen sein.
Also werden sie abermals stehlen und rauben wollen, schnelles Geld verdienen.
Cap Hunter schüttelt den Kopf und drückt die Zigarettenkippe am Sattelhorn aus. Dann reitet er im Schritt auf die Stadt zu und bald darauf in den offenen Mietstall hinein.
Der krummbeinige Stallmann betrachtet das Pferd und spricht dann mit einem Klang von Vorwurf in der Stimme: »Für einen halben Dollar verwöhne ich den Pinto und mache ihn wie neu. Und das mitten in der Nacht, weil er mir leidtut.«
»Du bekommst einen ganzen Dollar, wenn er wirklich übermorgen wie neu ist«, erwidert Cap Hunter, nimmt sein weniges Gepäck und geht davon.
In El Paso ist trotz der späten Stunde zwischen Mitternacht und Morgen noch Betrieb.
Cap Hunter stillt an einem Bratstand stehend seinen Hunger.
Dann geht er an einigen Saloons und Cantinas vorbei und erreicht ein Hotel.
Der Portier betrachtet den späten Gast mit vorsichtigem Misstrauen, aber bevor er den Mund aufmachen kann, legt Hunter einen Doppeladler auf das Anmeldepult und sagt: »Zuerst will ich baden. Dann soll man mir vom Store frisches Zeug herüberbringen. Ich messe sechs Fuß und drei Zoll und wiege etwa hundertfünfundsechzig Pfund. Also, wo geht es lang?«
Der Portier steckt das Goldstück ein und spricht: »Die Badestube ist im Keller. Unser Chinese wird Sie bedienen wie einen Granden. Kommen Sie, Mister.«
Und so geschieht es, dass Cap Hunter bald in der großen Wanne liegt und ein Chinese für genügend warmes Wasser sorgt, auch für duftende Seife.
Cap Hunter ist dann eine Weile allein und genießt das Bad. Aber seine Gedanken beschäftigen sich wieder mit seinen bisherigen Gefährten, und er ist sich immer sicherer, was in zwei Tagen sein wird.
Doch er kann es nicht ändern.
Die Müdigkeit will ihn überwältigen.
Doch dann bekommt er Besuch.
Seinen Revolver hat er dicht neben der Wanne auf einem Schemel griffbereit liegen. Aber er greift nicht danach, denn der Besuch ist ein mehr als hübsches Mädchen.
Es trägt einen großen Packen und lacht im Lampenschein, spricht dann mit lockender Freundlichkeit: »Señor, ich bringe die Auswahl aus dem Store und bin auch zu allen anderen Diensten bereit. Soll ich Ihnen zuerst den Rücken waschen?«
Nun, Cap Hunter ist auch nur ein Mann, kein Heiliger, der aller fleischlichen Lust entsagt hat durch ein Gelübde.
»Du gefällst mir«, grinst er in der Wanne. »Hier ist Platz für uns zwei.«
Und dann sieht er zu, wie sich das Mädchen sozusagen entblättert.
Ja, sie ist eine Hure. Der Portier hat sie geschickt.
✰✰✰
Es ist am nächsten Tag am späten Nachmittag, als sich Mary neben ihm aus dem Bett rollt und sich dehnt und reckt wie eine Katze.
Sie ist nackt wie damals jene Eva, die den Adam verführte. Cap kann sie in ihrer Schönheit bestaunen. Ja, sie bietet sich ihm dar, während sie sich wortlos ankleidet. Vor dem Spiegel ordnet sie noch ihre Haare. Es sind golden schimmernde Haare.
Dann nimmt sie die zwanzig Dollar, die Cap am Abend schon auf die Waschkommode gelegt hat, geht sie zur Tür und blickt noch einmal über die Schulter zurück.
»Viel Glück, Cowboy«, spricht sie mit warmer Stimme. »Du warst doch mal ein Cowboy, nicht wahr? Auf deinen Handrücken sind noch die Lassonarben. Aber dein Revolver ist nicht mehr der eines Cowpunchers. Viel Glück also, Revolvermann.«
Nach diesen Worten verschwindet sie.
Er erhebt sich. Er will ja nicht die ganze Zeit hier in El Paso im Bett verbringen.
Er rasiert sich sorgfältig und zieht dann die neue Kleidung an, die ihm Mary in die Badestube des Hotels brachte, betrachtet sich im Spiegel.
O ja, er sieht hart aus, wie ein Mann jener Sorte, mit der man sich lieber nicht anlegt. Er ritt fünf lange Jahre durch den Krieg und musste töten. Und nach dem Krieg wurde er mit seinen vier Gefährten zu einem Gesetzlosen.
Doch das wurden viele Kriegsveteranen.
Wenn er drüben im Store die gekauften Sachen bezahlt hat – Mary brachte die Rechnung mit –, dann wird er noch mehr als vierhundert Dollar besitzen.
Was wird er damit anfangen? Dies fragt er sich wenig später, als er unten im Speiseraum bei einem späten Mittagessen sitzt.
Er fragt sich auch, was seine vier bisherigen Gefährten und Partner für sich in Gang bringen werden.
Es ist still in El Paso jetzt am Nachmittag. Die Sonne brennt. Über dem Boden flimmert die Hitze. Er geht dennoch zum Store hinüber, bezahlt die Rechnung und kauft sich eine Zigarre.
Draußen steckt er sich die Zigarre an und macht sich auf den Weg zum Mietstall, um seinen Wallach zu besuchen. Er findet den Pinto ziemlich vergnügt in einem Corral am Wassertrog unter einem schattigen, uralten Cottonwood. Und wahrhaftig, der Schecke wirkt prächtig. Sein Fell wurde gestriegelt, ist nun ohne Kletten und ohne den Schlamm des Rio-Grande-Wassers.
Er wiehert aus dem Corral seinem Herrn entgegen, so als wäre er wieder sehr unternehmungslustig.
Der Stallmann kommt herüber, grinst breit von einem Ohr zum anderen in seinem verwitterten und sommersprossigen Gesicht und fragt: »Na, wie gefällt er Ihnen jetzt? Aber er muss neue Eisen haben. Soll ich ihn hinüber zum Schmied bringen?«
»Das mache ich selbst, denn beim Beschlagen will ich dabei sein.«
Nach diesen Worten öffnet Cap Hunter das Gatter und ruft dem Pinto zu: »Komm, mein Junge, komm! Es gibt neue Schuhe. Also komm!«
Und der Schecke gehorcht wie ein Hund. Cap Hunter muss ihn nicht führen. Er folgt ihm über die Straße hinüber zur Schmiede.
✰✰✰
Es ist schon Nacht, als Hunter in...
| Erscheint lt. Verlag | 12.4.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Anthologie • Bestseller • Box • bud-spencer • buffalo-bill • Bundle • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Collection • Country • Cowboy • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • e-bundle • eBundle • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • g f barner • Großband • Indianer • jack-slade • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • Paket • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Sammelband • Sammlung • Serie • sonder-edition • Staffel • Western-roman • Wilder Westen • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp |
| ISBN-10 | 3-7517-7958-2 / 3751779582 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-7958-6 / 9783751779586 |
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