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Das Berghotel 346 (eBook)

Ein Osterhase für Marie
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-7930-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das Berghotel 346 - Verena Kufsteiner
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Vier Jahre sind vergangen, seit Cataleya eine unvergessliche Nacht mit Aaron in Innsbruck verbrachte - und ihn am Morgen ohne ein Wort verließ. Nun, kurz vor Ostern, führt das Schicksal den Berliner Antiquitätenhändler in das idyllische St. Christoph. Was er nicht ahnt: Cataleya lebt längst dort, mit ihrer kleinen Tochter hat sie sich ein Leben in den Tiroler Bergen aufgebaut. Aaron weiß nicht, dass die Zukunft von einer Familie, die er sich einst erträumte, längst existiert - in den leuchtend blauen Augen eines kleinen Mädchens. Als sich ihre Wege im Berghotel kreuzen, ist das Feuer zwischen ihnen sofort wieder entfacht. Doch in vier Jahren kann viel geschehen - und zwischen ihnen stehen nicht nur unausgesprochene Worte ...


Ein Osterhase für Marie

Zwischen bunten Eiern und Frühlingsblumen wartet das Glück

Von Verena Kufsteiner

Vier Jahre sind vergangen, seit Cataleya eine unvergessliche Nacht mit Aaron in Innsbruck verbrachte – und ihn am Morgen ohne ein Wort verließ. Nun, kurz vor Ostern, führt das Schicksal den Berliner Antiquitätenhändler in das idyllische St. Christoph. Was er nicht ahnt: Cataleya lebt längst dort, mit ihrer kleinen Tochter hat sie sich ein Leben in den Tiroler Bergen aufgebaut. Aaron weiß nicht, dass die Zukunft von einer Familie, die er sich einst erträumte, längst existiert – in den leuchtend blauen Augen eines kleinen Mädchens.

Als sich ihre Wege im Berghotel kreuzen, ist das Feuer zwischen ihnen sofort wieder entfacht. Doch in vier Jahren kann viel geschehen – und zwischen ihnen stehen nicht nur unausgesprochene Worte ...

Hamlet. Die Schauspieler redeten und redeten. Verstohlen zog Cataleya den Ärmel ihres Kleides zurück. Erst zwanzig nach acht. Erst zwanzig Minuten verbrachte sie in dieser Kulturhölle und war sich sicher, dass sie noch mindestens zwei Stunden ausharren musste.

Etwas juckte sie am Kopf. Eine willkommene Abwechslung. Sie kratzte kurz, dann war das Jucken verschwunden. Cata sah sich um. Wie sie von einer Kommilitonin gehört hatte, war das Tiroler Landestheater Innsbruck stets gut besucht. Auch die Vorstellung heute machte keine Ausnahme. Alle Plätze waren belegt. Dass sie daher einen Sitz genau in der mittleren Reihe bekommen hatte und nun auch noch von einem Mann gefangen war, der die einzige Hürde zwischen ihr und dem befreienden Ausgang bedeutete, ärgerte sie.

Möglichst unauffällig wandte sie ihren Kopf zu dem Mann. Sein perfekt geschnittener Anzug sagte ihr, dass er über mehr als ein ausreichendes Einkommen verfügte. Seine blonden Haare waren akkurat geschnitten und zu einem altmodischen Seitenscheitel gekämmt, was ihn aussehen ließ, als entstammte er einer anderen Zeit. Als der Mann ihren Blick erwiderte, wandte Cataleya schnell den Kopf ab.

Auf der Bühne tat sich noch immer nichts. Die Darsteller hielten einen Monolog nach dem anderen. Es war zum Gähnen langweilig. Langsam fragte sie sich, ob sie die falschen Kommilitonen als Freunde ausgesucht hatte, wenn diese ihr rieten, unbedingt einmal eine Theatervorstellung in Innsbruck zu besuchen. Selten hatte sie sich so unkultiviert gefühlt. Also richtete sie sich in ihrem Sitz ein wengerl auf und streckte ihren Rücken, um sich nun endlich auf das Stück zu konzentrieren.

Dann geschah das, was ihr Leben verändern sollte. Eine Kleinigkeit nur, aber für Cataleya ein Ereignis, das sie aus dieser kulturellen Qual retten würde.

Während sie angestrengt auf die Bühne schaute, wo Hamlet noch immer damit beschäftigt war, sich selbst zu bemitleiden, löste sich aus der Dunkelheit des Szenenbilds ein Schatten. Nebel wallte auf, so stark, dass der Effekt sie an einen billigen Gag einer Slapstick-Komödie erinnerte. Mit hochgezogenen Augenbrauen verfolgte sie also gezwungenermaßen das Geschehen und sah zu, wie der Schatten aus der Dunkelheit näher trat. Näher. Näher. Noch ein Schritt näher. Und mit einem Mal klatschte die Person mit dem Kinn voran auf den Boden.

Alle Besucher hielten erschrocken den Atem an, so auch Cataleya. Allerdings mit einem kleinen Unterschied zu den anderen Gästen. Ein Lachen wallte in ihrer Brust auf, das sie nur mit Mühe zu unterdrücken vermochte. Sie kniff ihre Lippen so fest zusammen, dass kein Ton ihrer Kehle entschlüpfen konnte. Gleichzeitig beobachtete sie, wie der verunglückte Darsteller vom Boden aufstand und dabei mit den Armen ruderte. Kaum stand er wie ein neugeborenes Fohlen auf seinen unsicheren Beinen, rutschte er abermals aus, und Cataleya konnte sich nicht mehr halten.

Sie schlug sich beide Hände vor den Mund, aber die Komik hatte sie so überrannt, dass sich das Lachen nicht mehr zurückhalten ließ. Tränen liefen aus ihren Augenwinkeln. Prustend krümmte sie sich auf ihrem Sitz, noch immer darum bemüht, Haltung zu bewahren. Aber das Lachen machte es ihr unmöglich. Erst der Blick einer empörten Dame im Nerz neben ihr brachte sie dazu, Luft zu holen. Mit einem entschuldigenden Nicken wandte sich Cata von ihrer Sitznachbarin ab, um sich wieder zu sammeln. Vergebens. Das Kichern in ihrem Rachen suchte sich seinen Ausweg, auch wenn sie dabei betreten zur Seite schaute. Dann erschien ein weißes Taschentuch in ihrem Blickfeld.

Verdutzt hob sie ihren Blick und sah nun dem Mann mit den gescheitelten Haaren in die Augen, die sie amüsiert fixierten. Wie ein Gentleman hielt er ihr das Taschentuch hin, um sich die Tränen zu trocknen. Die Geste empfand sie als so altmodisch und machte sie gleichzeitig so sprachlos, dass das Kichern versiegte. Sie drehte die Handfläche zu ihm und bewegte sie, um ihm mitzuteilen, dass sie sein Angebot ablehnte. Aber der Mann ließ sich nicht beirren. Galant richtete er sich auf seinem Platz zurecht und beugte seinen Oberkörper in ihre Richtung, während er weiter zu Bühne sah.

»Ihnen ist bekannt, dass es sich bei Hamlet um eine Tragödie handelt, oder?« Erst jetzt richtete er seine Augen auf ihr Gesicht. Sie waren blau, von ein paar Fältchen umrahmt. Cataleya schätzte ihn in den Fünfzigern. Wenn ihre Einschätzung stimmte, wäre er also um die zwanzig Jahre älter als sie.

»Verurteilen Sie nicht mich dafür«, flüsterte sie zurück. »Ich bin schließlich nicht diejenige, die aus Hamlet ein Lustspiel gemacht hat.«

Mit hochgezogenen Augenbrauen verformten sich seine Augen zu einem amüsierten Lächeln. Cata spürte, wie dieser Blick sie erhitzte.

Der Mann stellte seinen Ellbogen auf der Lehne ab und beugte sich wieder zu ihr hinüber.

»Würden Sie mit mir dieses Lustspiel verlassen, um mir Gesellschaft beim Essen zu leisten?«, fragte er sie.

In ihrem Bauch spürte sie ein Ziehen, das sich durch ihren gesamten Körper schlängelte.

»Also gut. Aber nur, wenn ich auch was zu essen bekomme.«

Er ließ seinen Blick auf ihren Schoß wandern. »Ich bin sicher, dass ich mir das leisten kann.«

Das Essen war exquisit. Cataleya war froh, dass sie sich an diesem Abend für das schwarze Spitzenkleid entschieden hatte. Der Mann hatte sie ins Oniriq eingeladen, ein Restaurant, das mit Minimalismus und moderner Kunst beeindruckte. Obwohl sie nicht erkennen konnte, was sie aß, genoss sie jeden einzelnen Gang.

»Und Sie studieren noch?«, fragte der Mann, nachdem er sich die Mundwinkel mit einer Stoffserviette abgetupft hatte.

Cataleya war sich mit jeder Minute sicherer, dass er einer Gesellschaftsschicht angehörte, die sie nur aus Boulevardzeitschriften kannte. Seine Manieren waren außergewöhnlich. Jede seiner Bewegungen war von Eleganz geprägt.

»Nein, nicht noch«, korrigierte sie ihn. »Ich habe erst vor drei Semestern mit dem Studium begonnen. Ich habe nach meinem Abschluss eine Ausbildung gemacht und damit wahrscheinlich einen ganz anderen Lebenslauf als Sie.«

Statt etwas zu erwidern, lächelte er auf eine ruhige Art, die sie nervös machte. Schnell nahm sie einen Schluck Weißwein. Sein lieblicher Geschmack entfaltete sich auf ihrer Zunge, sodass sie direkt einen weiteren Schluck nahm.

Ihr fiel auf, dass der Mann bislang nichts über sich verraten hatte.

»Wie heißen Sie eigentlich?«, fragte sie dann.

»Entschuldigen Sie«, bat er sie und regte sich nun wieder. »Ich heiße Aaron.«

»Aaron also«, wiederholte Cata, der nun langsam die Worte ausgingen. Noch nie hatte ein Mann sie so nervös gemacht.

Er schien es zu bemerken, denn mit zu einem Lächeln verzogenen Lippen fragte er sie: »Und Sie?«

Sie schreckte auf. »Ach so, ich bin Cataleya. Sie können mich aber auch einfach Cata nennen. Das ist einfacher.«

Ein Erdloch tat sich immer zu den ungünstigsten Zeitpunkten auf. Auf Straßen, wenn gerade Autos darüberfuhren. An Abhängen, so dass ganze Straßen verschüttgingen. Leider nie dann, wenn es nötig war. So wie in Situationen wie dieser.

Sie fühlte sich diesem Mann gegenüber so unbeholfen, dass sie sich wünschte, unsichtbar zu werden. Auf der anderen Seite fühlte sie sich so stark zu ihm hingezogen, dass es sie fast schmerzte.

»Was, wenn mir die längere Version besser gefällt?«, erwiderte er.

Die Hitze in diesem Raum hatte zugenommen. Verlegen biss sich Cata auf die Unterlippe und schaute beiseite. Dann griff sie nach ihrem Weinglas. Als Aaron seine Hand nach ihr ausstreckte und mit einem Finger einen Tropfen des Weins von ihrer Lippe strich, wusste sie, dass sie dem Mann an diesem Abend vollkommen verfallen war.

In seinem Hotelzimmer schimmerte Licht von den Straßen ins Dunkel des Raums. In der Dämmerung nahm sie seinen Körper mit allen Sinnen wahr. Betrachtete seinen schlanken Körper. Sog seinen Duft ein, als er sie in eine Umarmung schlang. Schmeckte seine Lippen, die ihre liebkosten. Spürte seine Haut auf ihrer und schloss schließlich die Augen, um diesen Traum so intensiv wie möglich zu fühlen.

Als der Morgen anbrach, schlich sie sich aus...

Erscheint lt. Verlag 5.4.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Alpen-Krimi • alpen-roman • Arzt • Baccara • Bastei • Bergdoktor • Berge • Bergpfarrer • Bergroman • Bestseller • Bianca • Cora • Deutsch • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Familiensaga • Großdruck • große-schrift • Hans Ernst • Hedwig Courths Mahler • Heimat • Heimatromane • hermann-broch • Historical • Julia • Kelter • Kindle • Landarzt • Liebe • Liebesromane • Mira • Modern • Roman-Heft • romantisch • Schwarzwald • Serie • steingruber • Toni-Hüttenwirt • waidacher
ISBN-10 3-7517-7930-2 / 3751779302
ISBN-13 978-3-7517-7930-2 / 9783751779302
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