Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Fürsten-Roman 2731 (eBook)

Die Rosenprinzessin
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-7985-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Fürsten-Roman 2731 - Catharina Chrysander
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Über ein Jahr ist es nun her, dass Richard Prinz von Rosental überraschend verstorben ist. Und genau so lange hat seine junge Witwe, Prinzessin Daria, buchstäblich ihr Schlafzimmer nicht mehr verlassen, gefangen in einem Nebel aus Schmerz und Trauer. Nicht mal ihren geliebten Rosen will sie sich noch widmen. Ihre Tage verbringt Daria größtenteils im Bett, isst kaum etwas, ist zu keinem Gefühl, keiner tieferen Empfindung fähig - zu tief sitzt noch immer der Schock über den Verlust ihrer Lebensliebe. Doch eines Tages dringt ein ungewohntes Geräusch, ja geradezu Lärm in ihre selbst gewählte Enklave - und das, wo doch alle Mitarbeiter sich stets quasi auf Zehenspitzen bewegen, um Darias Ruhe nicht zu stören. Aber genau dieser Lärm ändert alles: Wie aus einem Traum erwacht springt Daria plötzlich auf und stürmt in heller Aufregung auf ihren Balkon. Wer wagt es, hier solchen Krach zu machen? Die Antwort auf diese Frage wird das Leben der Rosenprinzessin erneut dramatisch verändern ...


Die Rosenprinzessin

Manchmal braucht es Dornen, um den Weg zur Liebe zu finden

Von Catharina Chrysander

Über ein Jahr ist es nun her, dass Richard Prinz von Rosental überraschend verstorben ist. Und genau so lange hat seine junge Witwe, Prinzessin Daria, buchstäblich ihr Schlafzimmer nicht mehr verlassen, gefangen in einem Nebel aus Schmerz und Trauer. Nicht mal ihren geliebten Rosen will sie sich noch widmen. Ihre Tage verbringt Daria größtenteils im Bett, isst kaum etwas, ist zu keinem Gefühl, keiner tieferen Empfindung fähig – zu tief sitzt noch immer der Schock über den Verlust ihrer Lebensliebe.

Doch eines Tages dringt ein ungewohntes Geräusch, ja geradezu Lärm in ihre selbst gewählte Enklave – und das, wo doch alle Mitarbeiter sich stets quasi auf Zehenspitzen bewegen, um Darias Ruhe nicht zu stören. Aber genau dieser Lärm ändert alles: Wie aus einem Traum erwacht springt Daria plötzlich auf und stürmt in heller Aufregung auf ihren Balkon. Wer wagt es, hier solchen Krach zu machen? Die Antwort auf diese Frage wird das Leben der Rosenprinzessin erneut dramatisch verändern ...

Der Wind strich sanft durch die duftigen Gardinen. Sie hingen von der hohen Decke, blähten sich auf und tanzten über das Fischgrätparkett. Prinzessin Daria lag auf dem Bett und schaute zu den zarten Stores. Die Welt dahinter erschien ihr wie im Nebel.

Die Gardinen verschleierten die saftig grünen Bäume des Schlossparks und den blauen Himmel dahinter. Es war ein leuchtender Frühsommer-Tag, und doch wurde die Prinzessin dieses Tages nur wie durch einen Dunst gewahr. Sie sah ihr ganzes Leben wie durch milchige Gardinen.

Es war, als trennte eine Wand aus Nebel Daria von dem Leben, das alle anderen Menschen führten. Die Prinzessin trug ihren seidenen Schlafanzug, obwohl es sicher längst Nachmittag war. Sie wusste allerdings nicht mal genau, wie spät es war. Es hätte nur einen Blick auf ihren Wecker gebraucht, aber ihr Kopf war zu schwer. Ihn anzuheben kam Daria vor wie das Wuchten eines Mühlsteins. Sie konnte ihn nicht bewegen.

Die Prinzessin lag tief versunken in all ihren Kissen und dem riesigen Federbett. Ihre blonden Locken kringelten sich zwar um ihren Kopf, obwohl dieser die meiste Zeit auf den Kissen ruhte, aber auch sie schienen müde, kraftlos. Über Daria prangte ein romantischer Betthimmel. Vier antike Bettpfosten mit handgeschnitzten Intarsien streckten sich gen Decke und hielten den pflaumenfarbenen Brokat, der den Schlaf der Prinzessin behüten sollte.

Aber es gab nichts zu behüten. Daria schlief wenig. Sie lag hier und starrte den Betthimmel an. Jede Blume in dem schweren Brokat kannte sie bis ins Detail. Sie hätte das komplette Muster mit geschlossenen Augen nachzeichnen können.

Aber Prinzessin Daria zeichnete nicht mehr. Als Kind hatte sie das oft getan, aber jetzt lag sie bloß hier. Und um einen Stift zu halten, fühlte sie sich zu schwach. Ganz zu schweigen davon, dass sie sich dafür hätte aufsetzen müssen.

Sie wollte nicht sitzen. Es kam ihr sinnlos vor. Ihr Schlafzimmer hatte einen kleinen Schreibtisch am Fenster, aber die Prinzessin zog es vor, zu liegen.

Wenn der Brokat über ihr zu langweilig wurde, schaute sie zum Fenster auf die zarten Vorhänge. Sie schienen es so leicht zu haben. Immerfort tanzten sie wie Ballerinas, die das Gewicht des Lebens nie gespürt hatten. Daria beneidete sie. Manchmal sehnte sie sich danach, den duftigen Stoff zu berühren und etwas Leichtes auf ihrer Haut zu spüren.

Aber die Wahrheit war, sie spürte wenig. Früher hatte sie es zum Beispiel genießen können, dass ihr Pyjama aus Seide bestand. Das Hautgefühl war besonders gewesen, der kostbare Stoff schien jeden Cent wert. Heute würde Daria auch einen Kartoffelsack anziehen – wenn einer in ihrer Nähe gewesen wäre.

Aber woher sollte die Prinzessin hier im luxuriösen Schlafzimmer ihres kleinen Lustschlosses Rosenbrunn einen Kartoffelsack nehmen? Sie war umgeben von Kunst und antiken Möbeln, von teuren Stoffen und brillant restaurierten Tapeten – und nicht von Transportbehältnissen für Lebensmittel oder Schüttgut.

Hinter den duftigen Vorhängen erstreckte sich eine kleine Loggia mit einer historischen Balustrade aus Steinsäulen. Daria betrat sie nie, sie schaute nur hinaus auf den alten Steinboden mit den kleinen Moosflecken, die sich in der Sonne des Frühsommers wärmten. Bald würden sie verschwunden sein. Es war ein nasser Frühling gewesen, aber den Sommer würde das Moos nicht überleben.

So ist es im Leben, dachte Daria und schluckte. Nichts ist für die Ewigkeit. Sie schluckte wieder, ihr Hals war trocken. Sie räusperte sich, das Gefühl verschwand nicht. Schließlich rollte sie sich herum. Ihre Beine sackten auf den Boden, und sie stand auf.

Mit schweren Schritten tapste sie ins angrenzende Bad, nahm ein Wasserglas und hielt es unter den Hahn. Das klare Wasser sprudelte ins Glas. Daria starrte es an, es sah so frisch aus und schien so viel Energie zu haben, wie es da aus dem Hahn schoss. Sie hatte keine Erinnerung daran, wie es war, selbst Energie zu haben.

Erst als das Wasser überlief und die Hand der Prinzessin nass war, erwachte sie aus ihrer Starre. Sie drehte den Hahn zu und trank das Glas leer. Bevor sie es abstellen konnte, klopfte es draußen an ihrer Schlafzimmertür.

»Daria, ich habe deinen Tee«, rief Sabine draußen. »Und Zitronenkuchen.«

»Kuchen?«, murmelte Daria. »Ich habe doch eben erst gegessen.«

»Daria?«, rief Sabine erneut.

»Ich habe keinen Hunger«, rief Daria zurück und schlurfte wieder in ihr Schlafzimmer.

Sie blickte nach rechts zu der geschlossenen Tür.

»Du hast schon kaum was zu Mittag gegessen. Ich stelle das Tablett hier draußen ab, ja?«

»Na gut«, entgegnete Daria, tapste zurück zum Bett und ließ sich in die fluffigen Kissen fallen.

Währenddessen hörte sie, wie draußen das Tablett auf der Kommode im Flur abgestellt wurde. Schrittgeräusche verrieten, dass die Köchin sich entfernte.

Die Prinzessin atmete aus. Ein My Erleichterung machte sich in ihr breit, dass sie sich nun nicht mehr dafür rechtfertigen musste, dass sie keinen Kuchen wollte. Oder dass sie dieses Schlafzimmer nicht verließ.

Es war still hier, in ihrem Himmelbett, und bei all der Schwere, die Daria täglich spürte, musste sie sich doch eingestehen, dass sie diese Ruhe liebte. Die Stille half der Prinzessin, zu ertragen, was passiert war. Sie war ihr ein Trost und eine Freundin geworden. Auch deshalb, weil Daria den Kontakt zu all ihren wirklichen Freundinnen abgebrochen hatte. Diese hatten sich oft gemeldet und geschrieben. Aber Daria hatte einfach nicht mehr zurückgerufen ...

Denn das hätte Geräusche bedeutet. Und die Prinzessin wollte nichts mehr als Ruhe.

Die Sonne brannte auf die Windschutzscheibe. Die Klimaanlage des Lieferfahrzeugs blies Ludwig ins Gesicht. Er blinzelte. Diese schreckliche Luft trocknete ihm die Augen aus. Am Ende seiner Schicht dachte er jedes Mal, dass es nur noch wenige Minuten mit dieser Klimaanlage bedurft hätte, bis aus seinen Augen Rosinen wurden.

Ludwig parkte den Wagen und öffnete die Tür. Es war heiß für einen Frühsommertag, die Sonne brannte vom Himmel. Ludwig angelte seine Sonnenbrille aus der Mittelkonsole, nahm die Brotbox mit seinen Stullen und schlug die Autotür so fest hinter sich zu, dass der Lieferwagen leicht erzitterte.

»Willst du deine Karre umwerfen?«, fragte Max.

Er saß bereits auf dem kleinen Mäuerchen am Teich, in der einen Hand ein Sandwich, in der anderen eine Dose Energydrink.

Ludwig lachte und näherte sich dem Kollegen. Max' Lieferwagen parkte ein paar Meter weiter. Sie trugen beide die Uniform des Paketdienstes, für den sie arbeiteten, allerdings in der Sommerversion mit den Shorts. Ludwig setzte sich neben seinen Kumpel, holte eine Wasserflasche aus der großen Tasche seiner kurzen Hose und stieß mit Max an.

»Auf eine gute Pause.«

»Lass es dir schmecken.«

Ludwig nickte und biss in seine Stulle, das Salatblatt knackte. Er atmete wohlig aus. Manchmal merkte er erst beim ersten Bissen, wie hungrig er tatsächlich gewesen war.

»Und?«, fragte Max. »Wie läuft es mit den Gärten?«

»Ganz gut«, antwortete Ludwig. »Wenn ich früher für meinen Vater gearbeitet habe, war er immer dabei und hat jeden Grashalm kritisiert, den ich geschnitten habe. Aber jetzt bin ich wenigstens allein auf den Baustellen und in den Gärten. Also zumindest keine Kritik.«

»Aber ist das nicht viel Arbeit? Erst deine Schicht hier, dann noch all die Gärten?«

»Ja«, gab Ludwig zurück und grinste. »Aber das sagt der Richtige.«

»Ey!«, protestierte Max. »Ich hab vier Kinder. Ich muss Doppelschichten fahren. Wer soll denn all die hungrigen Mäuler stopfen? Ganz zu schweigen von der Diagnose.«

»Ach ja, Lina hat ADHS. Wie geht es ihr?«

»Langsam besser«, berichtete Max. »Aber es ist unheimlich schwer, sie auf die richtigen Medikamente einzustellen. Sie kann ihre Wut nicht kontrollieren. Neulich ist sie abgehauen,...

Erscheint lt. Verlag 26.4.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • adelsintrigen • Adelsromane • Adelsromane kindle • Adelsromanze • Arztromane • Baccara • Bastei • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bestseller • Der kleine Fürst • Deutsch • dieter adam • dr norden • eBook • E-Book • eBooks • Ehe • Fortsetzungsroman • Frauen romane • Frauenromane • für Frauen • Fürst • Fürstenkrone • Glück • Großdruck • große-schrift • Happy-End • Heftchen • Heftroman • heftromane bastei • High-Society • Hochzeit • Kindle • Liebe • Liebes-Geschichten • Liebesroman • Liebesromane • liebesromane kindle • liebesromane kindle deutsch • liebesromane kindle deutsch millionär • liebesromane kindle deutsch romantisch • Liebesroman Milliardär • liebesroman millionär • Liebesroman Reihe • liebesroman schicksal • liebesroman serie • Luxus • Milliardär • Millionär • Modern • Prinz • Prinzessin • Reich • Reichtum • Romance • Romanheft • Roman-Heft • romantik deutsch • romantisch • Romanze • Schicksalsroman • schicksalsromane • Schön • schöne romane • Serie • Sexy • spannend
ISBN-10 3-7517-7985-X / 375177985X
ISBN-13 978-3-7517-7985-2 / 9783751779852
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Roman

von Wolf Haas

eBook Download (2025)
Carl Hanser (Verlag)
CHF 18,55

von Takis Würger

eBook Download (2025)
Diogenes Verlag AG
CHF 22,45