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Familie mit Herz 202 (eBook)

Die geheime Oma
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-7953-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Familie mit Herz 202 - Carolin von Campen
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Als Matilda mit ihrer Mutter Lucy und ihrer kleinen Schwester Stina nach Eversand zieht, ist sie neugierig auf das Leben in dem kleinen Küstenort. Alles ist anders als in Berlin - das Meer, die Schule, das gemütliche Café ihrer Oma. Hier, in der alten Heimat ihrer Mutter, begegnet sie auch einer eleganten Fremden, die ihr kleine Geschenke macht, mit ihr lacht und sie so ansieht, als sei sie das Wichtigste auf der Welt. Diese Frau behauptet, Matildas zweite Großmutter zu sein. Aber warum hat sie sich dann nicht früher gemeldet? Und warum wird Mama so wütend, als sie davon erfährt? Während Matilda versucht, die Wahrheit herauszufinden, ahnt sie nicht, dass sie damit alte Wunden aufreißt. Denn ihre Mutter war einst unsterblich verliebt ...


Die geheime Oma

Wenn die Wahrheit ans Licht kommt und eine Familie zusammenführt

Von Carolin von Campen

Als Matilda mit ihrer Mutter Lucy und ihrer kleinen Schwester Stina nach Eversand zieht, ist sie neugierig auf das Leben in dem kleinen Küstenort. Alles ist anders als in Berlin – das Meer, die Schule, das gemütliche Café ihrer Oma.

Hier, in der alten Heimat ihrer Mutter, begegnet sie auch einer eleganten Fremden, die ihr kleine Geschenke macht, mit ihr lacht und sie so ansieht, als sei sie das Wichtigste auf der Welt. Diese Frau behauptet, Matildas zweite Großmutter zu sein. Aber warum hat sie sich dann nicht früher gemeldet? Und warum wird Mama so wütend, als sie von der »geheimen Oma« erfährt?

Während die achtjährige Matilda versucht, die Wahrheit herauszufinden, ahnt sie nicht, dass sie damit alte Wunden aufreißt. Denn ihre Mutter war einst unsterblich verliebt ...

Lucy Petersen war bereits wach, als im Morgengrauen ihr Handywecker piepte. Trotzdem fuhr die Zweiunddreißigjährige erschrocken aus den Kissen hoch und tastete hektisch nach dem Gerät.

Nachdem sie es ausgeschaltete hatte, hielt sie einen Moment still und lauschte auf die regelmäßigen Atemzüge ihrer Töchter neben ihr. Sie wollte die dreijährige Stina und die fünf Jahre ältere Matilda nicht früher als unbedingt nötig wecken. Die lange Zugreise, die ihnen heute bevorstand, würde anstrengend genug werden.

Mit einem kleinen Seufzer setzte sie sich auf, strich sich durch das vom Schlaf verstrubbelte kinnlange Haar und starrte unschlüssig in das Dämmerlicht des leer geräumten Dachzimmers.

Eigentlich sollte sie sich jetzt beeilen, denn in kaum zwei Stunden mussten sie bereits am Berliner Ostbahnhof sein, um von dort aus den ICE Richtung Norden zu nehmen. Ihr Ziel war das schleswig-holsteinische Eversand. Es war Lucys Heimatort, und sie wollte mit den Kindern zu ihrer Mutter ziehen, die dort ein Café betrieb.

Wieder hallten die Worte von Lucys netter Ärztin in ihr nach, die sie mit zu dieser Entscheidung bewegt hatten: »Nehmen Sie das Angebot Ihrer Mutter an, Frau Petersen«, hatte die empathische Medizinerin bei ihrem Abschlussgespräch in der Reha-Klinik vor einem halben Jahr gesagt. »Ihre Mädchen brauchen geregelte Verhältnisse – und Sie auch. Wenn Sie so weitermachen wie bisher, haben Sie spätestens in drei Monaten den nächsten Burn-out.«

Lucy schloss bei der Erinnerung betroffen die Augen, und ihre Finger krallten sich in die Bettdecke. Geregelte Verhältnisse. Es tat ihr weh, dass sie es all die Jahre offenbar nicht geschafft hatte, ihren Mädchen das zu geben. Obwohl sie sich doch so abgestrampelt hatte, um dem Job als Krankenschwester und ihren Kindern gerecht zu werden.

Doch dann war der Burn-out gekommen. Mit diesem Begriff, den man ihr als Diagnose gestellt hatte, konnte Lucy sich noch immer schwer identifizieren. Sie war doch keine Managerin! Andererseits, dachte sie, und das hatte auch die Ärztin in der Klinik ihr immer versichert, war ihr Leben als Alleinerziehende genauso stressig – wenn nicht oft sogar stressiger – als das der meisten Manager.

Im Schlaf murmelte Stina vor sich hin, und Lucy betrachtete sie zärtlich. Eingerollt wie ein Kätzchen lag ihre Tochter da. So jung und schon verlassen, dachte Lucy und strich dem Kind sanft über die Locken, die genauso hellblond waren wie ihre eigenen.

Stinas Vater Dennis hatte mit seiner neuen Freundin schon vor einem Jahr Deutschland für immer verlassen. Lucy weinte dem Mann, mit dem sie eine kurze, unglückliche Ehe geführt hatte, keine Träne nach, aber dass er seine Tochter im Stich gelassen hatte, würde sie ihm niemals verzeihen.

Sanft zog Lucy der Kleinen die Decke etwas höher über die Schultern, damit sie nicht fror. Dann blickte sie zu Matilda, die neben ihrer Halbschwester lag. Ihr blasses Gesicht wirkte umhüllt von der schwarzen Flut ihrer Haare fast, als würde es leuchten.

Für Matilda war der Verlust sicher ebenso hart, vermutete Lucy. Schließlich war Dennis der einzige Vater gewesen, den das Mädchen jemals gehabt hatte. Sie schluckte. Dafür trug sie als Mutter allein die Verantwortung.

Das Gurren von Tauben, die sich draußen auf dem Dach des Mietshauses niedergelassen hatten, unterbrach ihre düsteren Gedanken, und Lucy krabbelte vorsichtig auf allen Vieren aus dem provisorischen Lager, das sie sich gestern Abend aus Decken und Schlafsäcken gebaut hatten.

Ihre Betten waren wie alle anderen Möbel bereits verkauft. Bis auf ihr Gepäck war die kleine Zwei-Zimmerwohnung leer.

In dem winzigen Badezimmer duschte Lucy, trocknete sich ab, schlüpfte in Jeans und einen roten Baumwollpulli und stopfte ihre Schlafkleidung in die Reisetasche, die sie im Flur deponiert hatte. Genauso verfuhr sie mit ihrer Zahnbürste und allem, was sie heute Morgen noch benutzte.

Bevor sie das winzige Badezimmer verließ, warf sie noch einen Blick in den halb beschlagenen Spiegel.

Ihre Locken ringelten sich lebhaft in der feuchten Luft um ihr herzförmiges Gesicht. Aber ihre hellblauen Augen waren dunkel umschattet.

Unwillkürlich fragte sich Lucy, ob es nicht eine Art Eingeständnis war, dass sie auf der ganzen Linie versagt hatte, wenn sie jetzt wieder nach Eversand zog. Zumal sie sich damals geschworen hatte, nie wieder dorthin zurückzukehren.

Sie sah ihr Spiegelbild an, und ihre Augen füllten sich plötzlich mit Tränen. Sollte sie nicht versuchen, ihr Leben hier in den Griff bekommen anstatt wegzulaufen?

Zwischen ihren Brauen bildeten sich nachdenkliche Falten, und sie ging die Möglichkeiten durch, die ihr blieben. Vielleicht könnte sie den Vermieter bitten, sie hier doch weiter wohnen zu lassen? Und als Krankenschwester würde sie sicher auch sofort wieder Arbeit finden.

Sie würde neue Möbel kaufen müssen, überlegte sie, aber auch das war kein unlösbares Problem, bekam man doch viele gute Sachen günstig im Sozialkaufhaus oder über Kleinanzeigen.

Lucy atmete tief durch und straffte die Schultern. Vielleicht wäre es besser so. Sie war doch jetzt wieder völlig gesund, Stina war gerade im Ganztagskindergarten eingewöhnt worden, und Matilda hatte sich im Hort auch recht gut eingelebt. Warum also sollte sie das aufgeben?

Sie könnte sich wieder zu den Mädchen ins Bett legen, ausschlafen und das Ganze vergessen.

Als sie sich gerade den Pulli wieder auszog, ließ sie ein energisches Klopfen an der Badezimmertür zusammenzucken.

Im nächsten Moment wurde auch schon die Klinke heruntergedrückt. Barfuß, in ihrem rosa geblümten Nachthemd, stand Matilda vor ihr.

»Mama!«, rief sie mit bebender Stimme. Ihre dunklen, fein gezeichneten Brauen waren verärgert zusammengezogen, und aus den fast schwarzen Augen blickte sie ihre Mutter vorwurfsvoll an. »Warum hast du uns nicht geweckt? Wir müssen doch los!«

Lucy starrte ihre Tochter an. Gedanken wirbelten wie Konfetti in ihrem Kopf umher. Matilda sah derart entschlossen aus – das absolute Gegenteil von ihr!

Einen Moment noch zögerte Lucy, doch dann lächelte sie ihre Tochter fast dankbar an.

»Keine Sorge, wir schaffen das«, sagte sie – insgeheim auch zu sich selbst – und nahm das Mädchen liebevoll in den Arm.

Wie seltsam, schoss es ihr durch den Kopf. Ein Blick von Matilda hatte gereicht, um ihr wieder Mut zu machen.

♥♥♥

Auf seinem dichten rabenschwarzen Haar trug Dr. Claudius einen albernen Kapitänshut, und an seinem markanten Kinn klebte ein falscher Bart.

Als die junge Frau ihn sah, fiel ihr wieder ein, was der Chef vorhin über ihn gesagt hatte: Der konservative Professor Wegener bezeichnete ihn als exzentrisch und sein Verhalten regelmäßig als Clownerie.

»Was wollen Sie, Jenny?«, rief der Mediziner nun mit verstellter Stimme, und seine humorvoll glitzernden dunklen Augen richteten sich auf sie. »Gibt es etwa eine Meuterei gegen mich?«

Er fuchtelte so wild mit den Armen, dass der Junge in seinem Bett vor Begeisterung kicherte.

»Professor Wegener möchte Sie sofort sehen, Herr Doktor«, erwiderte die Krankenschwester schmunzelnd.

»Ich bin nicht der Herr Doktor«, rief Dr. Claudius mit gespielter Empörung und stampfte mit dem Fuß auf. »Ich bin Kapitän Kokosnuss!« Der Junge lachte laut, als der Arzt eine eigenartige, unbeholfene Hüpfbewegung machte und einige bunte Bälle, die er in die Seitentaschen seines blütenweißen Kittels gestopft hatte, herauspurzelten und unters Bett kullerten. Munter hüpfte der Arzt in seiner seltsamen Verkleidung zur Tür. »Richten Sie ihm aus, dass ich beschäftigt bin«, sagte er leise zu seiner Kollegin.

Die junge Helferin runzelte die Stirn. »Aber er bat mich, Ihnen auszurichten, dass es um etwas Organisatorisches geht, das sehr dringend sei.«

Dr. Claudius seufzte. Er konnte sich schon denken, worum es ging. Er blickte zu seinem kleinen Patienten. Mit einem erwartungsvollen Lächeln auf den Lippen lag der Junge in diesem riesigen Bett. Schläuche führten von seiner Hand zu einem Gestell mit Infusionen.

»Dann hat er eben Pech gehabt«, erklärte Iven...

Erscheint lt. Verlag 12.4.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Bestseller • Cora • Deutsch • dr daniel • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Familie • Familiengeschichten • Familienromane • Familiensaga • Fortsetzungsroman • Happy End • Kelter • Kindle • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebesromane • Mama • Mami • martin-Kelter • Mira • Mutter-Kind • Romane • Roman-Heft • romantisch • Romanze • Serie • Sonnenwinkel • Sophienlust • Urlaubslektüre • Verlag
ISBN-10 3-7517-7953-1 / 3751779531
ISBN-13 978-3-7517-7953-1 / 9783751779531
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