Fürsten-Roman 2730 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-7946-3 (ISBN)
Felicia Prinzessin von Rosenhof zeigt sich seit einem Angriff ihres eifersüchtigen Ex-Freundes nicht mehr in der Öffentlichkeit. Zu schwer ist sie von Narben durch eine heftige Verbrennung gekennzeichnet. Doch die Narben auf ihrer Haut sind nichts im Vergleich zu denen, die das Feuer in ihrer Seele hinterlassen hat. Selbst das traditionelle Osterfeuer, das sie einst mit Stolz entzündete, meidet sie nun. Felicia möchte, dass man sie so in Erinnerung behält, wie sie war, doch die neugierige Klatschpresse macht ihr das zurückgezogene Leben nicht leicht. Gerüchte um die verschwundene Prinzessin verbreiten sich, und der ehrgeizige Journalist Aaron Rath lässt nicht locker und schafft es schließlich, ins Schloss zu gelangen. Als er zufällig auf Felicia trifft und sie nicht erkennt, beginnt ein Spiel aus Wahrheit und Täuschung ¬...
Verloren hinter Schlossmauern
Von Feuer gezeichnet, durch Liebe erlöst
Von Marlene von Mainau
Felicia Prinzessin von Rosenhof zeigt sich seit einem Angriff ihres eifersüchtigen Ex-Freundes nicht mehr in der Öffentlichkeit. Zu schwer ist sie von Narben durch eine heftige Verbrennung gekennzeichnet. Doch die Narben auf ihrer Haut sind nichts im Vergleich zu denen, die das Feuer in ihrer Seele hinterlassen hat. Selbst das traditionelle Osterfeuer, das sie einst mit Stolz entzündete, meidet sie nun. Felicia möchte, dass man sie so in Erinnerung behält, wie sie war, doch die neugierige Klatschpresse macht ihr das zurückgezogene Leben nicht leicht.
Gerüchte um die verschwundene Prinzessin verbreiten sich, und der ehrgeizige Journalist Aaron Rath lässt nicht locker und schafft es schließlich, ins Schloss zu gelangen. Als er zufällig auf Felicia trifft und sie nicht erkennt, beginnt ein Spiel aus Wahrheit und Täuschung ...
»Kommst du mit, Felicia?«, fragte ihre jüngere Schwester Juliana Prinzessin von Rosenhof.
Ihre blonden Brauen schoben sich bis unter den dichten Pony.
»Wohin?«, fragte die Angesprochene missmutig und fuhr weiter mit ihrem Finger auf der glatten Tischplatte des Speisezimmers entlang.
Felicia saß gelangweilt da und hatte den Kopf auf ihren Arm gelegt.
»Camelot und ich machen einen Ausritt. Früher bist du mitgekommen, hast dir den Wind durchs Haar wehen lassen und es im Sattel genossen wie keine andere.«
»Ja, früher, als mich noch niemand angestarrt hat«, murrte sie leise.
Dass Juliana sie verstanden hatte, war ein Wunder, doch sie setzte sich neben Felicia und legte ihrer Schwester sanft die Hand auf den Oberarm. Ihre Haut war warm.
»Wenn du niemals über deinen Schatten springst, wird sich das auch nicht ändern. Du kennst doch die Menschen, Feli. Sie starren alles an, was ihnen anders oder fremd vorkommt. Haben sie sich erst an dein neues Ich gewöhnt, werden sie nicht mehr darauf achten. Außerdem bist du doch immer noch dieselbe Person.«
Felicia setzte sich aufrecht hin und sortierte das lange gewellte Haar schnell wieder vor ihre linke Gesichtshälfte, wie sie es seit einem halben Jahr selbst vor dem Personal und ihrer Familie tat.
Juliana griff nach ihrer Hand und zog sie weg. Danach strich sie ihrer älteren Schwester liebevoll das Haar hinters Ohr.
»Du bist wunderschön, ob mit oder ohne Narbe. Trau dich endlich wieder raus, um den Menschen zu zeigen, wie stark du bist. Eine Rosenhof wird sich auch von einem kranken Mann wie Peter nicht einschüchtern lassen.«
Bei der Erwähnung seines Namens spannte sich Felicias Körper automatisch an. Ihre Brandnarben am linken Arm, der Schulter und ihrem Hals zogen unangenehm, und ihr Kiefer schmerzte, weil sie die Zähne zu fest aufeinanderbiss.
»Er soll in der Hölle schmoren«, zischte sie hasserfüllt. »Da, wo ihn die Flammen bis zum jüngsten Tag verschlingen.«
»Und das wird passieren. Bald ist sein Prozess, und dann bestraft man ihn für das, was er dir angetan hat.«
Das hoffte sie mehr als alles andere. Felicia lehnte ihre Stirn an Julianas Schulter und schniefte leise.
»Wann hat dieser Albtraum ein Ende?«
»Bald, Schwesterherz, bald.« Sie streichelte ihr deutlich behutsamer als früher über den Rücken, weil sie wusste, dass Felicia Schmerzen hatte.
Selbst das Ankleiden war eine Qual, obwohl die Wunden soweit verheilt waren. Doch sowohl ihre Seele als auch die hinterlassenen Narben brannten höllisch.
Nachts wusste die Prinzessin nicht, wie sie liegen sollte. Letztlich drehte sie sich jedes Mal auf die rechte, unverletzte Seite, aber manchmal hatte sie das Gefühl, ihr gesamter Körper stünde in Flammen.
Gedankenverloren sah sie auf ihre Hand, die aus dem langen Ärmel herausragte und das Grauen andeutete, das sich unter dem dünnen, luftigen Stoff befand. Längliches, weißes Narbengewebe war auf ihrem Handrücken bis zu den schlanken Fingern zu sehen.
»Zu dumm, dass unsere Kamine so groß sind«, murmelte sie und war froh, dass wenigstens ihre Beine verschont geblieben waren.
»Was hast du gesagt?«
»Ach, nichts.« Felicia zwang sich zu einem Lächeln und winkte ab. Schon diese kleine Bewegung tat weh, doch sie hielt tapfer durch.
Seit Peters Angriff fühlte sich ihre Haut vom Gesicht bis zur Hüfte an, als würde sie nicht mehr zu ihr gehören. Wie ein tauber und gleichzeitig viel zu empfindlicher Fremdkörper, der sie bedeckte und den sie am liebsten abstreifen würde. Schlange müsste man sein!, dachte sie in solchen Momenten. Dann würde ich mich häuten und wieder wie neu aussehen.
Manches Mal war es dann, als hätte sie plötzlich viel zu wenig Haut, was wohl eher der Wahrheit entsprach, seit man sie wieder zusammengeflickt und die verbrannten Teile schmerzhaft entfernt hatte. Ihre Haut fühlte sich seit ihrer Entlassung aus der Klinik stramm und gezogen an, immer wenn sie sich nach einem Buch in der Bibliothek streckte oder die Rosen im Schlossgarten schnitt.
»Gib dir einen Ruck, Feli. Die Pferde warten. Johann hat sie für uns gesattelt.«
Juliana würde keine Widerrede zulassen, und ein wenig hatte Felicia auch Lust, auf dem Pferderücken alles zu vergessen und sich wieder lebendig zu fühlen, doch etwas hielt sie zurück.
»Ich kann nicht. Frag mich bitte nicht wieder. Du weißt, was beim letzten Mal passiert ist, als du mich ins Dorf gebracht hast. Ich bin davongelaufen, weil ich dachte, dass mich jeder anstarrt.«
Prinzessin Juliana seufzte langgezogen.
»Es tut mir leid. Wie oft muss ich das noch sagen? Ich weiß, dass es ein Fehler und viel zu früh gewesen ist, doch nun ist ein halbes Jahr seit deinem Unfall vergangen.«
»Unfall!« Felicia prustete. »Dass ich nicht lache!«
»Du weißt, was ich meine. Die Leute reden schon und fragen sich, wann du endlich von deinem Aufenthalt im Ausland zurückkehrst, den du nie angetreten hast. Es gehen Gerüchte um, weil du dich so kurz vor dem Osterfeuer sonst immer gezeigt hast.«
Jene Ausrede war ein Einfall ihrer Mutter, Fürstin Theodora, gewesen. Wenigstens sie fragte nicht ständig nach, ob und wann ihr ältestes Kind die Schlossmauern verließ, sondern war bloß heilfroh, dass Felicia noch lebte.
»Mir ist egal, welcher Tratsch im Dorf umgeht. Wir können es doch sowieso niemandem recht machen. Meinetwegen sollen sie mich für eine überhebliche Ziege halten, die sich nicht um sie schert.«
»Aber das ist nicht wahr. Das Wohl der Menschen lag dir immer sehr am Herzen, und das wissen sie auch. Umso verwunderlicher, dass du auf einmal abtauchst. Die Presse steht fast täglich vor unserem Schloss und will eingelassen werden oder bittet wenigstens um ein Interview mit dir.«
»Mir gleich. Sollen sie sich die Füße in den Bauch stehen. Eigentlich müssten sie denken, ich bin im Ausland.«
Juliana rieb sich über die Wangen.
»Nicht jeder fällt auf Mutters List herein. Wenn du dich einmal an die Presse wendest, hast du es doch geschafft. Dann wird nie wieder jemand nach deinen Narben fragen.«
Felicia wirbelte herum und verengte ihre Augen zu Schlitzen.
»Aber sie werden Fotos noch und nöcher schießen, die dann die ganze Welt auf der Titelseite sehen wird. Darauf verzichte ich lieber. Sie sollen mich so in Erinnerung behalten, wie ich war.«
»Dann kannst du dich erst recht raustrauen. Die Prinzessin, die sie kannten, war stark und furchtlos, hat für das Gute eingestanden und sich nicht von anderen kleinreden lassen.«
Felicia sprang auf und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie verzog das Gesicht schmerzvoll, weil sie wieder einmal vergessen hatte, welche Bewegungen ab sofort tabu waren.
»Keine Chance. Richte Johann bitte meinen Dank aus, aber er darf und soll weiterhin auf Lady ausreiten und ihr etwas Galopp gönnen. Ich werde sie höchstens auf der Koppel reiten.«
Das Seufzen ihrer Schwester klang dieses Mal nicht genervt, sondern traurig. Ein Zeichen dafür, dass sie verstanden hatte und Felicia nicht weiter stören würde.
»Na schön, wie du meinst. Aber eines Tages werde ich dich noch dazu kriegen, mit erhobenem Kopf durchs Tor zu schreiten und dein Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen. Ich lasse nicht zu, dass du dich hier verkriechst und vereinsamst wie unsere entfernte Großtante, die diesen Buckel hatte.«
»Ein Buckel wäre mir bedeutend lieber, das kannst du mir glauben. Außerdem bin ich nicht einsam, ich habe doch euch.« Felicia lächelte traurig.
Juliana pustete sich in den blonden Pony, stand ebenfalls auf und drückte ihre Schulter ein letztes Mal so zart, als würde sie glauben, ihre Schwester zerbrach, wenn sie fester zupackte. Danach verschwand sie mit wehendem Seidenschal und dem Reithelm unter ihren Arm geklemmt aus dem Speisesaal.
Stille kehrte ein, die Felicia aufs Gemüt schlug. Wie gern sie doch mitgeritten wäre! Aber das ging nun nicht mehr.
Früher waren sie viel grober miteinander umgegangen, hatten sich an den Haaren gezogen, herumgeschubst und feste Umarmungen oder Küsse...
| Erscheint lt. Verlag | 12.4.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
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| ISBN-10 | 3-7517-7946-9 / 3751779469 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-7946-3 / 9783751779463 |
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