SPQR Die Flotte von Rom: Teil 5 CLEOPATRA (eBook)
264 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-8680-6 (ISBN)
Sascha Rauschenberger, geboren 1966 in Wattenscheid, ging nach dem Abitur zur Bundeswehr, wo er als Panzeraufklärer und Nachrichtenoffizier Dienst tat. Er diente, unter anderem als Reservist, in vier Auslandseinsätzen, zuletzt als Militärberater in Afghanistan. Seit 2000 ist er als Unternehmensberater im Bereich strategisches Projektmanagement und Arbeitswelt der Zukunft (Demographie / Future Work) tätig. Seine Hobbies Militärgeschichte und Science Fiction setzte er in ein Military SciFi - und einem Geschichts-Projekt um, die beide hier nun vorliegen.
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Mittelmeerküste nordostwärts von Brundisium, an Bord der Gallica, März 49 v.Chr.
Die Trireme Gallica fuhr mittig in der ersten Reihe von fünf Schiffen auf die zwanzig Segel zu, die deutlich drei Meilen voraus von West nach Ost fuhren. Vier davon waren Liburnen, die sich nun zwischen ihn und die restlichen Schiffe des Konvois schoben und sich schnell seiner Vorhut von zwei Liburnen näherten. „Da werden die Jungs aber einiges einstecken müssen“, sagte Vaco und wies kurz mit dem vorgestreckten Kinn über den Bug zum Feind. „Ja. – Signal an die zweite Abteilung. Abfangkurs Ost. - Dann Signal an die erste Abteilung: Angreifen.“ Der Signalgeber wiederholte den Befehl und fing an zu signalisieren. Lucius nickte dem wartenden Hornisten zu und der blies das Signal für den Angriff der ersten Reihe des Geschwaders. Lucius hatte vier Triremen und acht Liburnen, von denen er je die Hälfte in die erste und zweite Abteilung gepackt hatte, damit diese auch unabhängig voneinander operieren konnten. Es galt möglichst überall für Unruhe zu sorgen und Pompeius zu zwingen seine Schiffe weit zu verteilen.
Zwei Liburnen waren stets als Aufklärer unterwegs und stellten bei Geschwaderoperationen die Vorhut. So hatten sie auch das Geleit gefunden, als es Brundisium verlassen hatte. Ein Schiff hatte Fühlung gehalten, während das andere das Geschwader informierte, das hinter dem Horizont und ohne Segel auf der Lauer gelegen hatte. Auch vom Festland nur schwer auszumachen gewesen war; wenn überhaupt. Mit dem Wissen, dass er hier lag, hätte man dieses Geleit mit Sicherheit nicht losgeschickt. Das pompeianische Geleit reichte bestenfalls gegen leichte Gegner, wie es die Vorhut beispielsweise war. Ein böser Irrtum, der sich nun rächen würde. „Die Jungs legen sich ganz schön in die Riemen“, sagte Vaco und wies auf die fünf Schiffe der zweiten Abteilung des Geschwaders, das nach Nordost abdrehte und den Punkt ansteuerte, den der Konvoi in ungefähr einer Stunde erreichen würde. Vaco blickte Lucius an. „Du willst ein paar der Liburnen kapern, richtig?“
„Natürlich.“
„Und wie willst du sie bemannen?“ Vaco schaute skeptisch. „Das sind doch alles diese Kilikier, die Pompeius dankbar sind, dass er sie damals nicht kreuzigen ließ.“ Seine Stimme klang mehr als zweifelnd. „Auf die Kämpfer trifft das zu. Auf die Ruderer und Seeleute allerdings weniger. Das sind einfache Leute, die ihrer Arbeit nachgehen. Ich bin sicher, dass Caesar die Seesoldaten und den Kapitän recht schnell ersetzen kann. – Oder nicht?“ Er grinste seinen obersten Centurio an. „Das könnte stimmen“, sagte Vaco ebenfalls grinsend und blickte zum Feind, der gerade das Artilleriegefecht mit der Vorhut begann. Beide Seiten hatten die Segel gerefft, und manövrierten nur mit den Rudern, da der starke Wind jetzt eher störte. Ein Wind, der von Norden kam und sie nun schnell auf den südlich vor ihm fahrenden Konvoi und das Gefecht zutrieb. Zudem begünstigte er den Abfangverband, der die Transporter ansteuerte.
„Zwanzig Schläge“, befahl Lucius, der das Schiff selbst kommandierte und auf einen Trierarchen verzichtet hatte. Der Gubernator Darius, ein Grieche aus Athen, den er aus der Reederei seiner Familie übernommen hatte, nickte ihm zu. Der erfahrene Mann und Veteran der Piratenkriege diente der Reederei schon seit Jahren und war ansonsten kein Freund vieler Worte. Sein grau-gelockes Haupt nickte nur und er gab den Befehl an das Ruderdeck weiter. Der Takt erhöhte sich um vier Schläge pro Minute. Die neben ihm laufenden Schiffe hörten die schnellere Taktzahl und erhöhten ihrerseits die Geschwindigkeit. Er wollte, dass die Gegner nicht zu viel Zeit hatten ihre zwei Schiffe einzukreisen, zu stellen und zu rammen. Er wollte einen Zugewinn für seine Flotte, keine Verluste ausgleichen müssen. Auch wollte er nicht, dass die Liburnen nach Süden entkamen, indem sie mit dem Wind segelten, der sie nun selbst kräftig ins Gefecht mit ihnen schob.
Lucius sah, dass seine Vorhut auf Zeit spielte und dem Kampf auswich ohne zu fliehen. Den Gegner hinhielt, bis die Verstärkung da war. Auch der Gegner erkannte das und wandte sich nun zur Flucht. Steuerte aber einen Punkt nördlich des Konvois an, um ihn noch decken zu können.
Doch das verschaffte den zwei bisher arg bedrängten Liburnen die Gelegenheit selbst offensiv zu werden und den letzten sich zum Rückzug entschließenden Gegner zusammen anzugreifen. Die Liburnen hatten jeweils ein nach vorn feuerndes Hauptgeschütz und je zwei Scorpione.
Als nun das am westlichsten stehende Geleitschiff abdrehte, um den anderen drei zum Geleit zu folgen, schossen die zwei am Bug stehenden Ballisten dem letzten Geleitschiff eine Salve in das Heck. Eine Steinkugel durchschlug die dünne Reling, zersplitterte dabei und riss mehrere Männer von den Beinen. Darunter einen der zwei Rudergänger, den Kapitän und zwei Seeleute. Das zweite Geschoss fegte knapp über die Heckreling in Kopfhöhe über das Deck und durchpflügte eine Gruppe von Seesoldaten, die am Hauptmast standen und halfen das Hauptsegel zu setzen. Sofort kam diese Arbeit kurz zum Erliegen bis man neue Leute eingeteilt hatte. Der Gubernator hatte die seemännische Führung übernommen, während der Centurio seine Leute auf Trapp hielt die zwei Scorpione zum Heck zu schaffen, damit sie an den Rudergängern vorbei die Verfolger beschießen konnten.
Bogenschützen beider Seiten schossen nun ihre Pfeile ab, was den zwei parallel fahrenden Liburnen der Vorhut von Lucius nun zahlmäßige Vorteile verschaffte. Besonders auch, da sie nicht nur doppelt so stark waren, sondern auch keine Rudergänger hatten, die zwischen ihnen und beengt ihre Arbeit machen mussten. Zwei Scorpion-Bolzen sirrten hinüber und durchschlugen zwei der Bogenschützen der Liburne, die sich von rechts schnell annäherte. Weitere Ausfälle gab es nicht und Ersatzmänner schoben sich vor. Inzwischen war die Entfernung auf keine zwanzig Schritte geschrumpft und zwei weitere Steingeschosse fegten über das Deck des Gegners. Eine zerschlug die Ballista am Bug und die andere ließ das vor dem Hauptmast liegende Beiboot zersplittern. Beide Seiten setzten nun Brandpfeile ein, die an Fackeln entzündet wurden, die ein Seesoldat bereitgehalten hatte. Der Bug der rechten Liburne kam nun mit seinem Rammsporn dem Ruderblatt der popeianischen Liburne näher und berührte ihn leicht. Doch wenn eine Liburne etwas leicht berührte, dann drückten dennoch die Gesamtmasse des Schiffes dagegen. Das Ruder brach einfach ab, während sich die eigene Liburne nun in die rechten hinteren Rudersektionen schob und diese Riemen wegdrückte. Die beiden Schiffe lagen nun Bug an Heck in fast idealer Enterposition. Enterhaken wurden geworfen und Seeleute haken sich bei den gegnerischen Strickleitern am Mast mit langen Stangen ein. Stangen, die man auch gern zum Anlegen an Piers benutze. Damit wandte sich natürlich die Aufmerksamkeit des geenterten Schiffes dem Angreifer zu, der nun eine Planke hinüberlegte, um mit seinen Seesoldaten zu stürmen. Beide Seiten zogen ihre Bogenschützen nach hinten, um den Seesoldaten Platz zu machen. Die zweite Liburne der Vorhut nutzt die kurze Zeitspanne um ihrerseits von links kommend zu entern. Ihr Buggeschütz warf dazu ein Geschoss in den hinteren Teil des Pulks von Männern, die nun das Heck des Gegners ausfüllten. Zahlreiche Männer wurden förmlich in Stücke gerissen.
Die Scorpione antworten, aber es war jedem klar, dass das Schiff verloren war. Die ersten Männer ließen ihre Waffen fallen und wichen zurück. Die Enterer ließen es zu und setzten nur langsam nach. Es war offensichtlich, dass keiner mehr gegen andere Römer kämpfen wollte.
Lucius sah das Ergebnis von seinem Gefechtsturm aus, als er nun fast sechshundert Schritte entfernt mit seinen fünf Schiffen der ersten Abteilung die restlichen drei Geleitschiffe anging. Doch diese wichen dem Kampf aus und fuhren nun genau vor dem Wind laufend mit höchstmöglicher Geschwindigkeit nach Süden. Ließen so auch das Geleit im Stich, dessen letzte Schiffe schon von der zweiten Abteilung überholt, beschossen und zur Aufgabe aufgefordert wurden. Die Geschosse wurden in die Wasserlinie der schwerfälligen Transporter gesetzt, während Bogenschützen und e auf die Rudergänger und Deckmannschaften zielten. Es war ein ungleicher Kampf und die Transporter liefen nun nach Südosten, um den Wind möglichst im Rücken zu haben und Wegstrecke nach Osten zu gewinnen. Eine Absicht, der so nicht funktionieren konnte, da geruderte Schiffe mit zusätzlichen Segeln hier Vorteile hatten. Daher war es auch kaum möglich die drei Geleitschiffe noch einzuholen, da sie leichter und schneller waren als seine zwei Triremen und er nicht wollte, dass seine drei Liburnen den Gegner eins zu eins angehen mussten.
So folgte er nun den Transportern und seiner zweiten Abteilung, die versuchte das Geleit einzuholen und von der Küste abzuschneiden, die sich langsam am fernen Horizont abzeichnet. Dazu waren zwei oder drei Schiffe offensichtlich Schnellsegler, die weit vor dem eigentlichen Geleit über die Wellen dahinzufliegen schienen und von den...
| Erscheint lt. Verlag | 7.3.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Historische Romane |
| ISBN-10 | 3-7693-8680-9 / 3769386809 |
| ISBN-13 | 978-3-7693-8680-6 / 9783769386806 |
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