Azurit - Unterwerfung der Zeit (eBook)
449 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7517-7628-8 (ISBN)
Ein Jahr voller Schmerz, Albträume und unbändiger Wut - die Gestaltwandlerin Lissa hat nur ein Ziel: Rache an den Männern, die ihr in einer einzigen Nacht alles nahmen.
Unterstützt wird sie von Conan, der einst auf der Seite ihrer Feinde stand, und sie nun zu einer Kriegerin ausbildet. Je mehr Lissa mit Conan trainiert, desto mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Und auch Conan kann seine Gefühle zu Lissa kaum mehr unterdrücken.
Während beide zwischen ihrem Herz und ihrer Mission hin- und hergerissen sind, formiert sich im Hintergrund eine tödliche Macht, die das Leben aller Wandler zu zerstören droht.
Prickelnde und fesselnde Romantic Fantasy - die spannende Gestaltwandler-Reihe von Katharina Santa:
Band 1: Pyrit - Herrschaft der Zeit
Band 2: Dioptas - Versuchung der Zeit
Band 3:Azurit - Unterwerfung der Zeit
Band 1 und 2 dieser Reihe sind eBook-Neuauflagen der zuvor bei LYX erschienen Romane. Band 3 ist die Erstveröffentlichung der lang ersehnten Fortsetzung dieser Reihe.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
<p>Katharina Santa wurde 1993 in einem kleinen Dorf in Tirol geboren. Schon immer begleiteten sie Bücher durch alle Lebenslagen und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie ihre eigenen Fantasien zu Papier brachte. </p>
2
Schwer ruhte ihr Kopf in ihren Handflächen. Sie rieb sich die Augen, die vor Müdigkeit brannten und tränten. Sie biss fest den Kiefer zusammen, um das Gähnen zu unterdrücken, das sie schon den ganzen Tag über quälte.
Ein paar Stunden Schlaf würden ihr verdammt guttun. Das wusste sie, doch die Arbeit, die sich auf ihrem Schreibtisch stapelte, zwang sie zur Konzentration. Sie holte die Akten heraus, die sie vervollständigen musste, sichtete einige Laborergebnisse und überprüfte ihren Terminkalender. Dabei sprang ihr ein rot markierter Termin ins Auge, der sie erschrocken hochfahren ließ.
»Scheiße«, stieß sie hervor. Hastig packte sie ihren Mantel von der Stuhllehne, fuhr den Computer runter und eilte aus ihrem Büro.
»Naya, hast du …« Sie wandte sich an ihre Assistentin, die sich im letzten Monat ihrer Ausbildung zur Heilerin befand, und sah sie mit dem tragbaren Ultraschallgerät neben ihr stehen. »Danke.« Erleichtert atmete sie auf, als Naya ihr das Gerät mit einem Lächeln überreichte.
»Ich wollte dich gerade holen kommen. Du bist ein bisschen spät dran.«
»Ja, ich war in die Akte von Christie vertieft.« Nolans Nichte kämpfte gegen Lungenkrebs und hatte gerade die Chemotherapie beendet. Der Krebs hatte sich verkleinert und die Chancen standen gut, dass er sich operabel entfernen ließ.
Naya nickte und half Lissa in den Mantel. »Soll ich den nächsten Termin auf deiner Liste übernehmen?«
»Das wäre toll.« Sie drückte die Schulter der Wandlerin, die ihr in den letzten Monaten zur Seite gestanden hatte. »Ich wüsste gar nicht, was ich ohne dich machen sollte.«
»Das mache ich doch gerne. Ich hab heute ohnehin nichts mehr vor und soweit ich weiß, hast du nachher noch einen Trainingstermin.« Obwohl es keine Frage war, schwang doch ein Fragezeichen mit.
»Ich hab mir einen der separierten Trainingsräume gebucht und möchte meinen Gleichgewichtssinn stärken«, antwortete sie gezwungenermaßen.
Ein verkniffenes Lächeln huschte über das Gesicht der Gepardin. »Überanstreng dich nur nicht.«
Lissa lachte. »Werd ich nicht und danke.« Sie wandte sich zum Gehen, denn jetzt war sie wirklich spät dran.
Mit einer Hand fummelte sie am Riemen der Tasche mit dem Ultraschallgerät herum, während sie mit der anderen die Tür des Gebäudes aufstieß. Kalte Nachmittagsluft umhüllte sie und hieß sie in Cerys willkommen. Das geschäftige Treiben ihrer Rudelmitglieder blendete Lissa aus. Heute war Markttag, was zur Folge hatte, dass viele Geparden auf den Waldwegen unterwegs waren. Kinder kreischten und spielten zwischen den Ständen fangen – sehr zum Ärger der Verkäufer. Doch das Lächeln auf den Gesichtern der Kleinen entschädigte alle.
Lissa manövrierte sich zwischen den Ständen hindurch, ging schnellen Schrittes am Wohnviertel von Cerys vorbei, bis sie die Grenze der inneren Stadt erreichte. Die Stadt der Wandler war weitläufig und umfasste einen großen Teil des Waldes, den Nolan sein Herrschaftsgebiet nannte. Die meisten Wandler lebten in der Nähe des Stadtkerns, wo sich der Markt, das Rathaus und die wichtigsten Ämter befanden. Einige von ihnen liebten jedoch die Abgeschiedenheit und hatten ihre Behausungen am Rand des Kerns errichtet.
Obwohl Nathaniel zu den Hütern von Cerys, wie Nolans oberste Soldaten genannt wurden, gehörte und ein geselliger, junger Mann war, wohnte auch er außerhalb der Stadt. Zusammen mit seiner Frau Penthesileia lebte er dort schon fast zehn Monate.
Das Haus, das wie aus einem Märchen entsprungen wirkte, kam endlich in Sicht. Die Tür schwang auf und Nate kam mit langen Schritten auf sie zu.
»Lissa«, begrüßte er sie, nahm ihr die Tasche ab und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. »Ich hab mir schon Sorgen gemacht.«
»Entschuldige«, murmelte sie etwas außer Atem. »Der Tag war anstrengend.« Mit einem Lächeln versuchte sie ihre Erschöpfung zu überspielen und musterte den Wandler. »Wie geht es dir, Nate?«
Er nickte, bot ihr den Arm an, woraufhin sie sich dankbar unterhakte. »Sehr gut«, strahlte er. »Wir sind nur ein wenig nervös. Die Kleinen werden nicht mehr allzu lang auf sich warten lassen.«
Seine Freude legte sich wie eine warme Decke um sie. »Das denke ich auch.«
Gemeinsam stiegen sie die wenigen Stufen zur Veranda des Hauses hinauf und Nate hielt ihr die Tür auf. Lissas Augen fanden Leias zierliche Gestalt, die unter einer flauschigen Decke auf der Couch ruhte.
»Schön dich zu sehen, Lissa.« Die junge Frau wollte aufstehen, doch Nate war schneller. Sanft drückte er sie zurück auf die Couch und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn.
»Bleib liegen. Lissa kann auch zu dir kommen.«
»Ich bin doch keine Invalidin«, murrte Leia, die sich allerdings geschlagen gab.
»Nein, bist du nicht«, lachte Lissa und hängte ihren Mantel an die Garderobe. »Aber hochschwanger.«
Leia murmelte etwas Unverständliches, beließ es jedoch dabei. Mit geübten Händen hatte Nate das Ultraschallgerät aus seiner Hülle befreit. Es gab einen leisen Piepton von sich, als er es an die Stromversorgung anschloss.
Lissa setzte sich neben Leia und begann mit der Untersuchung. »Wie geht es dir?«
»Gut. Nur müde und meine Füße tun ständig weh.« Sie rieb sich über den Bauch, der sich unter ihrer Hand wölbte. »Da ist gerade jemand aufgewacht«, lächelte sie auf den Tritt hinab, der kurz darauf folgte.
»Okay. Soweit ist alles normal«, erklärte Lissa, nachdem sie mit ihrer ersten Untersuchung fertig war. »Dann sehen wir uns doch einmal die beiden auf dem Bild an.«
Sie nahm das Ultraschallgerät von Nate entgegen, gab Gel auf Lissas Bauch und platzierte den Kopf des Geräts auf ihrer hellen Haut. Das Bild erschien auf dem kleinen Monitor und die Eltern betrachteten es mit strahlenden Augen. Das war es, was Lissa an ihrem Job so liebte. Jemandem eine gute Neuigkeit mitzuteilen, zum Lächeln zu bringen oder vor Freude sogar zum Weinen.
»Da haben wir den kleinen Burschen«, sagte Lissa sanft. »Mit zehn Zehen und zehn Fingern.«
»Und einem kräftigen Tritt«, lachte Leia.
»Wo ist mein kleines Mädchen?«, mischte sich Nate ein, der die Hand seiner Frau hielt. Wie gebannt starrte er auf den Monitor hinab.
Lissa drehte den Kopf des Ultraschallgeräts ein wenig, um die junge Dame ins Bild zu rücken. »Schläft friedlich an der Seite ihres Bruders.«
Nach weiteren zehn Minuten, in denen Lissa einige Ultraschallbilder gemacht und die Untersuchung vollständig abgeschlossen hatte, packte sie das Gerät wieder ein. »Die Kleinen haben sich noch nicht gesenkt, aber ich denke, das wird in den nächsten Tagen passieren«, sagte sie zu den werdenden Eltern. »Wenn du die ersten Krämpfe bekommst, dann ruf mich an. Auch bei anderen Auffälligkeiten, wie Übelkeit oder Schmierblutungen.«
»Das machen wir.«
»Bist du noch im aktiven Dienst?«, wandte sich Lissa an Nate, der seiner Frau soeben eine Tasse Tee reichte.
»Nein, heute war mein letzter Tag.«
»Wer springt für dich ein?«, fragte Lissa. Sie war gerade dabei das Gel in der Seitentasche zu verstauen, als sie entschlossene Schritte hörte. Ein Gang, der ihr in Fleisch und Blut übergegangen war.
»Deinem Blick nach zu urteilen, weißt du es bereits«, schmunzelte Leia und nippte von ihrer Tasse. »Wie läuft das Training denn so?«, fragte sie scheinheilig.
»Gut«, murrte Lissa. Nate war aufgesprungen, um dem Forá die Tür zu öffnen.
»Und wie läuft es sonst so?«
Obwohl sie die Frage vage formulierte, wusste Lissa genau, worauf sie hinauswollte. Nur wenige Wochen nach dem Übergriff auf sie, wurde Leia angegriffen. Sie hatte sich wehren können, bevor etwas Schlimmeres passiert war. Doch trotzdem ahnte sie, wie es um Lissas Gefühlswelt bestellt war. Deshalb log Lissa Leia nicht an, aber hundert Prozent ehrlich war sie ihr gegenüber auch nicht. »Ich werde es überleben«, sagte sie daher.
»Danke, dass du so kurzfristig Zeit hast, Nate.« Conan trat durch die Tür und hielt mitten in der Bewegung inne, als ihre Blicke miteinander kollidierten. Sie spürte seine Aufmerksamkeit auf ihrem ganzen Körper. Ein heißkalter Schauer durchfuhr sie von Kopf bis Fuß.
»Ich wusste nicht, dass du hier sein würdest.«
»Leia hatte einen Ultraschalltermin.«
Seine Stirn legte sich in Falten. »Hätte das nicht Naya machen können?«
Sie versteifte sich. »Es ist meine Praxis.«
»Ja, aber du warst bis zum Morgengrauen auf den Beinen.«
»Ich habe schon mit viel weniger Schlaf gearbeitet.«
»Hast du denn überhaupt geschlafen?«
»Natürlich.«
»Wie lange?«
»Bist du etwa mein Vater?«
»Wie lange?«
»Das ist wie ein Tennis-Match«, kicherte Leia.
»Nur besser«, stimmte ihr Nate zu.
»Das geht dich gar nichts an.«
»Ich bin dein Trainer. Es geht mich sehr wohl etwas an.«
Frustriert warf sie die Arme in die Luft. »Kümmere dich um deinen eigenen Scheiß.«
»Tja, Kätzchen. Das ist ja gerade das Problem. Du gehörst nun mal zu meinem eigenen Scheiß.«
Die Gepardin in Lissa erwachte zum Leben und zeigte ihre Krallen. Ein sanfter Schmerz ließ ihre Fingerkuppen kribbeln, als sie hervortraten. »Ich gehöre ganz bestimmt nicht zu deinem Scheiß.«
»Seit du mich um Hilfe gebeten hast, sehe ich das anders. Ein Lehrer kümmert sich um seine Schüler. Also wie viele...
| Erscheint lt. Verlag | 1.7.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | All Age Fantasy • beheartbeat • Fantasy Roman • gefühlvoll • Gegenwartsliteratur • Gestaltwandler • Leidenschaft • Liebe • Liebesroman • Magie • Nalini Singh • Romance • Roman für Frauen • Romantasy • Romantic Fantasy • Romantik • Romantische Fantasy |
| ISBN-10 | 3-7517-7628-1 / 3751776281 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-7628-8 / 9783751776288 |
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