Das Vermächtnis von Talbrem: Das kleine Weihnachtswunder (Prequel) (eBook)
200 Seiten
Sternensand Verlag
978-3-03896-284-7 (ISBN)
J. K. Bloom schreibt schon, seit sie elf Jahre alt ist. Das Erschaffen neuer Welten ist ihre Leidenschaft, seitdem sie das erste Mal ein Gefühl für ihre Geschichten bekam. Sie ist selbst abenteuerlustig und reist sehr gern. Wenn sie ihre Nase nicht gerade zwischen die Seiten eines Buches steckt, schreibt sie, beschäftigt sich mit ihren zwei Katzen oder plant schon die nächste Reise an einen unbekannten Ort.
J. K. Bloom schreibt schon, seit sie elf Jahre alt ist. Das Erschaffen neuer Welten ist ihre Leidenschaft, seitdem sie das erste Mal ein Gefühl für ihre Geschichten bekam. Sie ist selbst abenteuerlustig und reist sehr gern. Wenn sie ihre Nase nicht gerade zwischen die Seiten eines Buches steckt, schreibt sie, beschäftigt sich mit ihren zwei Katzen oder plant schon die nächste Reise an einen unbekannten Ort.
Kapitel 1 - Talidusisches Weihnachten
Kira
»Daddy, wieso darf ich nicht mit?«, nörgelt Luca, mein jüngerer Bruder. Er sitzt neben dem Tannenbaum und hat wieder einmal seinen Hundeblick aufgesetzt.
Mann Luca, denke ich. Hättest du nicht solche Kulleraugen, würde Dad dir viel mehr verbieten.
Mein Vater, Adriel Francis Brooks, beißt sich auf die Unterlippe und blickt seinem Sohn in die Augen. »Luca, wir haben das doch schon besprochen. An Weihnachten sind wir alle zusammen. Versprochen.«
»Aber in Talregnum soll es einen riesigen Tannenbaum geben. Ich will ihn nur sehen! Bitte! Bitte! Bitte!«
Ich atme tief durch. »Lu, nerv nicht.«
Mein Bruder wirft mir einen seiner üblichen Todesblicke zu. »Halt dich daraus, du Zicke!«
Mir entfährt ein Seufzen.
»Kira, hör auf, dich einzumischen«, weist mich nun auch mein Vater zurecht.
Teils scherzhaft, teils verärgert stecke ich ihnen die Zunge heraus und lasse mich auf dem Sofa ins Kissen fallen, ehe ich nach meinem Handy greife und Emily schreibe.
Luca nervt weiter: »Biiiiitttee!«
Dad massiert sich gefrustet die Stirn. »Womit habe ich ein nörgelndes Kind und eine pubertierende Teenagerin verdient?«
Ich richte mich auf. »Wer pubertiert hier?«, frage ich empört und zeige auf Luca. »Der hört doch nie!« Außerdem weiß doch jeder, dass man mit vierzehn Jahren in diese schwierige Phase gerät und nicht mehr mit sechzehn. Ich benehme mich doch wie immer, denke ich. Dad sucht auch für alles eine Ausrede.
Mein Vater zerschneidet mit den Armen wild die Luft. »Schluss damit! Kira, zieh dir etwas an. Elaine und Victor kommen uns gleich abholen.« Er atmet tief aus. »Lu, Paul macht dir heute Abend dein Leibgericht. Wann wir zurückkehren werden, weiß ich noch nicht.«
Mein Bruder wirkt traurig und lässt den Kopf hängen. Er schnappt sich sein Modellflugzeug und schiebt es auf dem Boden hin und her.
Ich seufze. Kann man von einer Person eigentlich genervt sein und sie dennoch lieben?
In knappen Sätzen tippe ich eine rasche Nachricht an Emily, die ich gleich in Talregnum treffen werde, da wir zu dem alljährlichen Vorweihnachtsfest eingeladen sind. Es findet immer am dreiundzwanzigsten Dezember statt.
Wir verkehren in den hohen Kreisen Talbrems, weswegen ich es gewohnt bin, überall präsent zu sein. Schließlich habe ich vor, irgendwann in die Fußstapfen meines Vaters zu treten. Denn bis auf unser Regierungsoberhaupt, Georg Morrell, gibt es keine höher angeseheneren Regierungsmitglieder, als die dreizehn Gesandten, von denen mein Vater der VI. ist.
Ich stehe von der Couch auf, während Dad in seine Hände klatscht und mich dazu auffordert, schneller zu laufen. »Komm schon! Du hast fünfzehn Minuten, sonst fahren wir ohne dich.«
Ein Teil von mir wünscht sich tatsächlich, dass sie mich hierlassen, aber das würde mir Emily nie verzeihen. Denn meine beste Freundin liebt Weihnachten. Ich hingegen …
Oben in meinem Zimmer angekommen, schnappe ich mir rasch meine Kleidung vom Bett, die ich mir zuvor zurechtgelegt habe. Um mich der Gesellschaft anzupassen, habe ich mir ein Rentierkostüm ausgesucht, das aus einem langärmligen Kleid und einem Geweihhaarreif besteht. Dazu habe ich braune Stiefeletten mit Stulpen besorgt. Damit ich an den Beinen nicht friere, ziehe ich eine hautfarbene Strumpfhose an.
Auf meinem Frisiertisch liegt der Schmuck für heute Abend, der mein Outfit perfekt vervollständigt: ein Samtband mit einem eingearbeiteten roten Tali. Dieser Edelstein ist für uns Taliducz essenziell. Ohne die magischen Steine würden wir nämlich keine außergewöhnlichen Fähigkeiten besitzen.
Nachdem ich den Schmuck angelegt habe, gehe ich in mich und rufe die Magie des Steins hervor.
Meine Fingerspitzen kribbeln und ein Schauer läuft mir den Rücken hinunter, als sich die Kraft durch meinen Körper bahnt. Es handelt sich dabei um einen Illusions-Tali, der mir ein passendes Make-up ins Gesicht zaubert und meine langen schwarzen Haare zu einer niedlichen Frisur zurechtrückt. Einzelne Strähnen sind am Hinterkopf zu einem Zopf geflochten und fallen in den übrigen Wellen am Rücken hinab.
Zufrieden mit meinem Kostüm schnappe ich mir zum Schluss meine Pelzjacke und eile nach unten zu meinem Vater, der ungeduldig im Foyer auf mich wartet.
Als er mich sieht, mustert er mich von oben bis unten. »Na endlich.«
Ich verdrehe die Augen und betrachte sein Outfit. Er ist komplett in Schwarz gekleidet, trägt einen roten Schal um den Hals und einen Zylinder auf dem Kopf. »Dad? Wen willst du denn darstellen?«
Er grinst. »Ebenezer Scrooge.«
Na, das passt ja. Ich beginne zu lachen. »Nicht dein Ernst. Ganz der Miesepeter.«
Er rümpft die Nase. »Seit deine Mom …«
Ich mache eine verstehende Handbewegung. »Du bist immer noch in Trauer.«
Er schüttelt den Kopf. »Nicht nur das. Bei dieser Raubtier-Gesellschaft kann ich einfach nicht anders.«
»Recht hast du«, stimme ich meinem Vater zu.
Paul taucht im Foyer auf und öffnet uns die Haustür, hinter der uns am Ende der Treppe eine weihnachtlich dekorierte Limousine erwartet.
Elaine, meine Tante, steigt aus dem Wagen und winkt uns voller Vorfreude zu. »O Bruderherz! Kira! Ihr seht toll aus. Beeilt euch, sonst kommen wir noch zu spät.« Dann verschwindet sie eilig wieder im Fahrzeug.
Leise kichere ich, als ich Dad einen knappen Blick zuwerfe. »Dein Kostüm hätte eher zu Halloween gepasst, Dad.«
Er schnaubt und geht die Treppe hinunter.
Elaines und Victors Butler öffnet uns eine der hinteren Türen des Wagens. »Mr. und Ms. Brooks. Wenn Sie bitte einsteigen würden.«
Der ältere Butler nickt uns knapp zu, ehe wir einsteigen und gegenüber von meiner Tante und meinem … Onkel Platz nehmen. Sie sind erst seit Kurzem verheiratet, deshalb fällt es mir noch schwer, ihn als meinen Onkel zu akzeptieren. Ihm untersteht als Oberbefehlshaber die komplette Elite und zudem ist er der III. Gesandte.
»Hallo Kira«, grüßt der blondhaarige Gesandte uns und sieht dann Dad mit ernstem Ausdruck an. »Adriel.«
Dad nickt nur.
Nachdem das Fahrzeug losgefahren ist, ergreift Elaine meine Hände und strahlt vor Freude. »Du siehst hinreißend aus! Mann, wie lange haben wir uns nicht gesehen, Süße? Ein paar Monate, oder? Du wirst immer größer und schöner.«
Ich hebe einen Mundwinkel und entziehe mich ihrer Berührung. »Ähm, ja, Tantchen.« Am liebsten würde ich im Boden versinken, wenn sie mich wie eine Zwölfjährige verhätschelt. »Danke, du siehst auch klasse aus.«
Elaine trägt meistens die teuersten und auffälligsten Outfits von Talregnum. Wenn sie einen Raum betritt, richten sich alle Augen auf sie. Sie liebt es, im Rampenlicht zu stehen. So und nicht anders kenne ich sie.
Meine Tante streicht sich über ihr offenherziges Weihnachtskleid, in dessen Stoff farblose Steine funkeln. Der Saum besteht aus weißem Fell, das kleine Schneeflocken herabrieseln lässt. Sobald sie den Boden berühren, lösen sie sich in Nichts auf.
Als ich meine Tante und meinen Onkel näher betrachte, stelle ich schmunzelnd fest, dass sie sogar ein Pärchenoutfit tragen. Elaine ist ganz offensichtlich als Weihnachtsfrau verkleidet und mein Onkel scheint den helfenden Weihnachtswichtel darzustellen.
Die Fahrt dauert nicht lange, da wir uns mit einem Portal direkt vor den Festeingang bringen lassen. Die Limousine hält vor einem roten Teppich, der zu einem glitzernden Palast führt. Seine Fassade schillert wie eine lichtreflektierende Wasseroberfläche und überall hängt Weihnachtsdeko.
Wenn die hohen Kreise Talbrems etwas können, dann übertreiben.
Unser Regierungsgebäude sieht aus wie ein leuchtender Tannenbaum. Dank Magie fliegen etliche Weihnachtsmann-Illusionen über die Dächer hinweg – Weihnachtsmänner, die im Schlitten von Rentieren gezogen werden. Dabei werfen einige ihre Geschenke ab, die sich wie Elaines Schneeflocken auflösen, sobald sie den Boden berühren.
Erneut rolle ich mit den Augen. Ich hasse diese protzige Gesellschaft.
Der Butler öffnet uns die Tür und Victor steigt als Erster aus. Die Presse wartet bereits darauf, von ihm ein Foto zu schießen, genau wie die vielen Journalisten, die ihn um ein kurzes Statement zum heutigen Abend bitten.
Ich verlasse als Letzte den Wagen und bleibe dicht hinter Dad, da ich Kameras verabscheue.
»Oh! Adriel Brooks! Hätten Sie einen kurzen Moment? Wie gefällt Ihnen die Aufmachung unseres historischen Gebäudes? Was erhoffen Sie sich von diesem besonderen Abend?«
Elaine genießt für einen Moment die ihr geltende Aufmerksamkeit, bevor sie sich eiligen Schrittes zur großen Tür aufmacht.
Ich folge Elaine und versuche die Journalisten...
| Erscheint lt. Verlag | 7.3.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Das Vermächtnis von Talbrem |
| Verlagsort | Hirzel |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Schlagworte | Abenteuer • Freundschaft • Liebe • Magie • Urban Fantasy |
| ISBN-10 | 3-03896-284-8 / 3038962848 |
| ISBN-13 | 978-3-03896-284-7 / 9783038962847 |
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