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Ihre Sehnsucht (eBook)

Toni der Hüttenwirt 510 – Heimatroman
eBook Download: EPUB
2025
100 Seiten
Blattwerk Handel GmbH (Verlag)
978-3-69049-166-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Ihre Sehnsucht - Friederike von Buchner
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Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt. 'Toni, der Hüttenwirt' aus den Bergen verliebt sich in Anna, die Bankerin aus Hamburg. Anna zieht hoch hinauf in seine wunderschöne Hütte - und eine der zärtlichsten Romanzen nimmt ihren Anfang. Hemdsärmeligkeit, sprachliche Virtuosität, großartig geschilderter Gebirgszauber - Friederike von Buchner trifft in ihren bereits über 400 Romanen den Puls ihrer faszinierten Leser. Es war später Vormittag, als Tina aufwachte. Sie hatte sich im Schlaf umgedreht und bemerkt, dass Blacky nicht mehr neben ihr lag. Tina rieb sich die Augen, schaute sich in der Schutzhütte um. Die Tür stand offen und die Sonne schien herein. Sie stand auf. Trat in den Türrahmen. Blacky saß am Tisch unter dem Vordach. Er lächelte Tina an und stand ebenfalls auf. »Guten Morgen mein Schatz«, sagte er. »Guten Morgen«, erwiderte Tina. Sie nahmen sich fest in die Arme, küssten sich und schmiegten sich lange aneinander. »Ich habe wunderbar geschlafen«, flüsterte Tina Blacky leise ins Ohr. Sie küssten sich wieder. »Bist du schon lange auf?«, fragte Tina. »Eine Weile«, antwortete Blacky.

Es war später Vormittag, als Tina aufwachte. Sie hatte sich im Schlaf umgedreht und bemerkt, dass Blacky nicht mehr neben ihr lag. Tina rieb sich die Augen, schaute sich in der Schutzhütte um. Die Tür stand offen und die Sonne schien herein.

Sie stand auf.

Trat in den Türrahmen.

Blacky saß am Tisch unter dem Vordach. Er lächelte Tina an und stand ebenfalls auf.

»Guten Morgen mein Schatz«, sagte er.

»Guten Morgen«, erwiderte Tina.

Sie nahmen sich fest in die Arme, küssten sich und schmiegten sich lange aneinander.

»Ich habe wunderbar geschlafen«, flüsterte Tina Blacky leise ins Ohr.

Sie küssten sich wieder.

»Bist du schon lange auf?«, fragte Tina.

»Eine Weile«, antwortete Blacky. »Ich habe dir erst eine Weile beim Schlafen zugeschaut. Du hast im Schlaf gelächelt.«

»Ich habe von dir geträumt«, raunte Tina.

Sie betrachtete den gedeckten Tisch.

»Setze dich! Der Kaffee ist in der Thermoskanne«, sagte Blacky.

»Gleich, erst gehe ich duschen. Die Vorrichtung zur Umleitung des Wassers ist genial.«

»Richtig! Ich habe auch schon geduscht. Dass Wasser in dem Behälter ist nicht so kalt. Die Sonne hat es schon erwärmt«, erklärte Blacky.

Tina verschwand mit ihren Sachen.

Es dauerte nicht lange, bis sie wiederkam. Ihre Haare waren noch nass.

»Erst einmal einen Kaffee«, sagte sie.

Blacky schenkte Tina ein.

Sie gab Zucker und Milchpulver dazu und rührte um.

Sie trank.

»Ich hoffe, die Stärke ist richtig«, sagte Blacky. »Ich wusste nicht, wie du ihn gerne trinkst, stark oder schwach. Wir wissen noch so wenig voneinander.«

»Oh ja, so ist es. Aber das ist nicht so wichtig, Blacky. Es wird sich alles finden. Morgens trinke ich erst mal nur Kaffee, essen tue ich später.«

»Amy ist dir ähnlich«, lächelte Blacky.

»Hat sich Amy schon gemeldet?«, fragte Tina.

»Nein! Toni hat mir eine Nachricht geschickt. Daraufhin habe ich ihn angerufen. Amy geht es gut. Toni hat sie gestern Abend mit zu Wendy genommen. Sie ist noch bei Wendy und ihrer Familie. Sie hat auf der Ziegenalm, übernachtet. Toni hat Wendy gesprochen, als er in der Frühe die frische Milch, Sahne Butter und Käse geholt hat. Amy geht es gut. Wendy nimmt sich ihrer an. Die beiden Madln scheinen sich gut zu verstehen. Wendy hat Amy klar gemacht, dass sie uns nicht stören soll, bis wir uns melden.«

»Das ist gut, sehr gut«, seufzte Tina glücklich. »Sicher freue ich mich auf den Augenblick, wenn wir alle zusammen sind. Aber jetzt bin ich sehr gern mit dir alleine.«

Sie schauten sich in die Augen und küssten sich.

Blacky schenkte Kaffee nach,

Er seufzte leise.

»Was hast du? Was denkst du? Was geht dir durch den Kopf?«, fragte Tina.

Blacky räusperte sich zuerst und nippte dann an seinem Kaffee.

»Ich seufzte wegen den unnötig verstrichenen Jahren. Geschäftlich war ich immer stark. Aber was dich und Amy betraf, war ich ein Feigling. Ich hätte für euch kämpfen sollen. Ich war irgendwie blockiert.«

Tina streichelte Blacky die Wange.

»Ach, Blacky, denke nicht darüber nach. Ich verstehe dich. Ich hätte auch etwas tun können. Aber ich fand genau wie du nicht den Mut. Wir waren beide eingeschüchtert. Mein Großvater war – entschuldige, dass ich es sage, aber es ist so, er war ein schlimmer Tyrann. Er schüchterte alle ein. Heute ist er sehr alt und hat weniger Kraft seine Bosheit auszuleben und durchzusetzen. Vielleicht hilft es dir mit Cilly darüber zu sprechen? Sie ist eine starke Frau. Es war nicht leicht für sie, die Scheidung durchzusetzen. Doch sie hatte Tante Dora an ihrer Seite. Als Äbtissin Agatha hatte Dora Möglichkeiten Cilly zu helfen, sie zu schützen. Das galt auch für mich und für Amy. Trotzdem haben Cilly und ich oft darüber gesprochen, ob wir irgendwie mit dir Kontakt aufnehmen sollten. Die treibende Kraft dahinter war immer Amy. Besonders, als sie in der Pubertät war, wollte sie dich unbedingt kennenlernen. Was wir verstehen konnten.«

»Das muss eine schwierige Zeit für dich gewesen sein«, sagte Blacky leise.

»Oh ja, das gebe ich zu. Wie vermittelt man seinem Kind, dass der Urgroßvater ein Egoist ist, dem es an Mitgefühl mangelt? Der sich eine Welt gebastelt hatte, in der alle nach seiner Pfeife tanzten oder tanzen mussten. Wer nicht wollte, wer sich widersetzte, dem schadete er. In seiner Welt war er Gott. Er kaufte sich alles und jeden, den er wollte. Leider sind die Menschen käuflich, Blacky.«

Blacky nickte.

Er erinnerte sich, wie er früher gehandelt hatte und schämte sich.

»Blacky, als es dir gelungen war Großvater in den Ruin zu treiben, waren wir alle davon überzeugt, dass eine neue Zeit beginnen würde, denn ohne Geld ist er machtlos, dachten wir. Blacky, es war ein Irrtum. Er hatte wohl stille Reserven, die ihm einen schnellen neuen Aufstieg aus der Asche ermöglichten.«

»Ich weiß. Aber jetzt scheinen seine Macht und Gier gebrochen.«

»Blacky, das Leben erteilt ihm gerade eine Lektion. Agatha sagte neulich: Gottes Mühlen mahlen langsam, aber trefflich fein.«

Tina lächelte.

»Ich musste erst lernen, was Schadenfreude ist. Im Anfang hatte ich ein schlechtes Gewissen. Aber dann sagte Cilly, dass es nix schadet, wenn man Schadenfreude empfindet. Man wäre ein Heiliger, wenn man sie nicht empfinden würde.«

»Geht es ihm schlecht?«, fragte Blacky.

»Körperlich soll es nicht schlimm sein. Er macht eben etwas langsam. Rennt nicht mehr, sondern geht oder schreitet würdevoll, im übertragenen Sinn. Das hat man uns zugetragen. Schlimm für ihn soll die Einsamkeit sein. Aber das hat er sich selbst zuzuschreiben. Er hat viele Menschen vor den Kopf gestoßen, kannte keine Anteilnahme. Er war nie großzügig und tolerant. Er war ein Egoist. Jetzt umgibt ihn Einsamkeit. Da habe ich kein Mitleid. Er hat mit seinem Verhalten die Familie zerstört. Er könnte der ruhende Mittelpunkt der Familie sein. Vielleicht hätten wir beide noch mehr Kinder bekommen?«

Blacky sah Tina in die Augen.

»›Wenn, wenn, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre …‹, sagt man. »Aber es ist vorbei. Wir machen einen neuen Anfang, Tina.«

»Lieber spät als nie«, sagte Tina leise.

Sie nahmen sich in die Arme und küssten sich.

Tina schwieg.

Sie drehte nachdenklich ihren Kaffeebecher in den Händen.

Je länger Tinas Schweigen dauerte, desto verwunderter war Blacky. Gleichzeitig wurde er unsicher.

»Du bist so still. Habe ich etwas gesagt, was dich erzürnt hat? Wenn dem so ist, entschuldige bitte. Ich bin ungeübt über Gefühle zu reden.«

Tina sah ihn an und lächelte. Sie streichelte ihm die Wange.

»Auch was die Sprache angeht, müssen wir zusammenfinden. Das ist normal, denke ich. Jeder drückt sich verschieden aus. Wenn wir länger zusammen sind, können wir die Ausdrucksweise, die Worte besser deuten«, sagte Tina.

»Bist ein kluges Madl. Genau so ist es«, stimmte ihr Blacky zu. »Bis dorthin ist es gut, wenn wir nachfragen, sollte einer von uns nicht wissen, wie es gemeint war.«

»Einverstanden«, sagte Tina mit fester Stimme.

Sie atmete tief ein.

»Blacky, ich will gleich damit anfangen.«

»Gute Idee, ich höre!«

»Okay! Du hast vorhin davon gesprochen, dass wir einen neuen Anfang machen. Das will ich auch. Ich frage mich, welche Vorstellung du davon hast. Ich habe auch Vorstellungen und besonders Amy weiß genau, was sie will.«

»Tina, irgendwie werden wir alles unter einen Hut bringen«, sagte Blacky.

Tina lächelte.

»Hast du eine Wohnung?«

»Ja, so weit mir bekannt ist, kann ich über meine Wohnung in München verfügen. Ich werde mich bei den Mosers erkundigen. Das sind die ...«

»Ich weiß, wer sie sind. Oberin Justina hat von ihnen erzählt.«

»Gut! Vielleicht kann mir Clemenz auch Auskunft geben«, sagte Blacky weiter.

»Könnten wir nicht alle dort zusammen leben? Okay, was Amy betrifft, wird sie nur an den Wochenenden und in den Ferien bei uns sein. Justina ist bereit, Amy einen Platz im Internat zu geben, bis sie ihr Abitur hat. Amy ist sehr klug. Gut möglich, dass sie das Abitur mit Sondergenehmigung vorziehen kann. Justina wird diese Möglichkeit prüfen«, sagte Tina.

Sie schaute Blacky tief in die Augen.

»So bleiben uns ungestörte Flitterwochen.«

Tina erkannte, dass Blacky erschrak.

»Flitterwochen kommen normalerweise nach der Hochzeit«, sagte er leise.

Jetzt erschrak Tina.

»Du planst nicht, dass wir bald heiraten, richtig? Ich habe dir gesagt, dass unsere Verlobungszeit lang genau war«, sagte Tina.

Sie betrachtete den Ring an ihrem Finger.

Blacky seufzte hörbar.

»Tina, ich würde dich auf der Stelle heiraten. Aber du kennst meine juristische Situation. Die muss zu Ende sein. Außerdem bin ich altmodisch. Ein Mann sollte seine Familie unterhalten können. Im Augenblick bin ich krankgeschrieben. Alles zusammen genommen sind das keine guten Voraussetzungen. Ich rede nicht einmal davon, dass die Therapie bei Clemenz ansteht. Ich denke, wir müssen den Traum aufschieben. Es klingt bitter. Erst muss ich die Therapie beenden und wieder über mein Leben entscheiden können. Dazu weiß ich noch nicht, was ich beruflich machen werde.«

Tina gab Blacky einen Kuss auf die Wange.

»Mache dir nicht so viele Gedanken. Es wird alles gut werden. Ich bin bei dir«, sagte Tina.

»Was das Geld angeht, musst du dir keine Gedanken machen. Du hast Vermögen.«

Blacky runzelte die Stirn.

»Vermögen? Wie...

Erscheint lt. Verlag 4.3.2025
Reihe/Serie Toni der Hüttenwirt
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Alpen • Bauer • Bäuerin • Bauernhof • Berghütte • Bergpfarrer • Bergroman • Familiengeschichte • Familienroman • Familiensaga • Heimat • Landarzt • Landdoktor • Landleben • Martin Kelter Verlag • Sonnenwinkel • Waldkogel
ISBN-10 3-69049-166-5 / 3690491665
ISBN-13 978-3-69049-166-2 / 9783690491662
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