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Liebe in letzter Minute (eBook)

Mami 2112 – Familienroman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025
100 Seiten
Blattwerk Handel GmbH (Verlag)
978-3-69049-177-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Liebe in letzter Minute - Isabell Rohde
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Die Familie ist ein Hort der Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit. Wir alle sehnen uns nach diesem Flucht- und Orientierungspunkt, der unsere persönliche Welt zusammenhält und schön macht. Das wichtigste Bindeglied der Familie ist Mami. In diesen herzenswarmen Romanen wird davon mit meisterhafter Einfühlung erzählt. Die Romanreihe Mami setzt einen unerschütterlichen Wert der Liebe, begeistert die Menschen und lässt sie in unruhigen Zeiten Mut und Hoffnung schöpfen. Kinderglück und Elternfreuden sind durch nichts auf der Welt zu ersetzen. Genau davon kündet Mami. Das Hotel Brioni Palace galt als eines der schönsten im weiten Umkreis. Es lag weit von einem Bergmassiv auf einer Anhöhe, sodass die Sonne viele Stunden auf die von frischem Schnee bedeckten Abhänge schien. Ski-Läufer, die schwierigere Pisten bevorzugten, hatten es nicht weit zu den Liftstationen, und die weniger geübten Urlauber begnügten sich mit den Abfahrten direkt vorm Haus. Oder sie fanden sich vor der Eis-Bar ein, um dort morgens in Liegestühlen die Sonne zu genießen. Jetzt im Frühling, während im Tal schon Märzenbecher und Primeln blühten, herrschte im Brioni Palace Hochsaison. Alle Zimmer waren belegt, und wie jedes Jahr galt das Hotel als Treffpunkt wohlhabender oder prominenter Zeitgenossen, die sich von der gesunden Luft, dem strahlenden Wetter und dem hervorragenden Service verwöhnen ließen. Oben im vierten Stock, wo die Räume nicht ganz so luxuriös eingerichtet waren, befanden sich die Geschäftsräume. Claus Jansen, der Hotelchef, konnte von hier aus das bunte Treiben seiner Gäste im Schnee beobachten. Seit einigen Minuten stand er am Fenster, hatte die Hände in seinen Hosentaschen verborgen und zog dabei ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Das fröhliche Getümmel da unten schien auf seine Stimmung zu drücken. Claus Jansen fürchtete nämlich, einen riesigen Fehler begannen zu haben. Mit seinen knapp vierzig Jahren war er beruflich ein absolutes Ass. Aber wenn es ums Private ging, kam er nicht immer mit dem Leben zurecht. Und wenn sich auch noch Privates mit Beruflichem verhakte, kam es schon vor, dass er in eine Falle tappte. Nun war es so weit. Er saß tief in der Falle. So tief, dass er nur noch hoffte, seine Schwester Ilona könne ihm da heraushelfen. Es klopfte kurz, und bevor er antworten konnte, trat Ilona Becker ein. Sie war älter als er, vor einigen Jahren Witwe geworden und als ihre Kinder erwachsen wurden, wieder in ihren Beruf als Erzieherin zurückgekehrt. Bis Claus eines Tages auf die Idee kam, dem Brioni Palace ein Kinderhotel, das Brioni Junior, anzugliedern und ihr die Leitung des kleinen, aber feinen Betriebs anzuvertrauen.

Das Hotel Brioni Palace galt als eines der schönsten im weiten Umkreis. Es lag weit von einem Bergmassiv auf einer Anhöhe, sodass die Sonne viele Stunden auf die von frischem Schnee bedeckten Abhänge schien. Ski-Läufer, die schwierigere Pisten bevorzugten, hatten es nicht weit zu den Liftstationen, und die weniger geübten Urlauber begnügten sich mit den Abfahrten direkt vorm Haus. Oder sie fanden sich vor der Eis-Bar ein, um dort morgens in Liegestühlen die Sonne zu genießen.

Jetzt im Frühling, während im Tal schon Märzenbecher und Primeln blühten, herrschte im Brioni Palace Hochsaison. Alle Zimmer waren belegt, und wie jedes Jahr galt das Hotel als Treffpunkt wohlhabender oder prominenter Zeitgenossen, die sich von der gesunden Luft, dem strahlenden Wetter und dem hervorragenden Service verwöhnen ließen.

Oben im vierten Stock, wo die Räume nicht ganz so luxuriös eingerichtet waren, befanden sich die Geschäftsräume. Claus Jansen, der Hotelchef, konnte von hier aus das bunte Treiben seiner Gäste im Schnee beobachten. Seit einigen Minuten stand er am Fenster, hatte die Hände in seinen Hosentaschen verborgen und zog dabei ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Das fröhliche Getümmel da unten schien auf seine Stimmung zu drücken.

Claus Jansen fürchtete nämlich, einen riesigen Fehler begannen zu haben. Mit seinen knapp vierzig Jahren war er beruflich ein absolutes Ass. Aber wenn es ums Private ging, kam er nicht immer mit dem Leben zurecht. Und wenn sich auch noch Privates mit Beruflichem verhakte, kam es schon vor, dass er in eine Falle tappte.

Nun war es so weit. Er saß tief in der Falle. So tief, dass er nur noch hoffte, seine Schwester Ilona könne ihm da heraushelfen.

Es klopfte kurz, und bevor er antworten konnte, trat Ilona Becker ein. Sie war älter als er, vor einigen Jahren Witwe geworden und als ihre Kinder erwachsen wurden, wieder in ihren Beruf als Erzieherin zurückgekehrt. Bis Claus eines Tages auf die Idee kam, dem Brioni Palace ein Kinderhotel, das Brioni Junior, anzugliedern und ihr die Leitung des kleinen, aber feinen Betriebs anzuvertrauen.

Das Brioni Junior befand sich in einem Seitentrakt des Hauptgebäudes, nahm nie mehr als zehn kleine Gäste zwischen zwei und zwölf auf und wurde schnell zu einem Bombenerfolg.

»Na endlich, Ilona«, mäkelte er sie an. »Ich habe vor zehn Minuten um deinen Besuch gebeten. Sonst bist du doch nicht so langsam!«

Ilona war eine patente Person von fast fünfzig. Ihr üppiges dunkles Haar durchzogen schon einige graue Strähnen, aber aus ihrem breiten, immer freundlichen Gesicht lachten die dunklen Augen jung und munter hervor. Jetzt blitzten die ihn vorwurfsvoll an.

»Du hast Nerven, Claus! Wenn einer meiner kleinen Gäste mich braucht, denkt er doch nicht an dich! Und Leon van Hoven ist so liebebedürftig. Ständig tappst er hinter mir oder einer der Mitarbeiterinnen her und ruft ›Küsschen, Küsschen!‹ So ein süßes Kerlchen kann man nicht abschieben wie einen Gegenstand.« Sie seufzte. »Ich frage mich jetzt schon, wie es wird, wenn er merkt, dass seine Mutter abgereist ist. Sie meinte ja, wenn sie von ihm Abschied nimmt, macht sie ihm und sich das Herz nur schwer.«

»Hm!«, machte Claus. »Denise van Hoven kehrt doch schon in einigen Tagen zu uns zurück.«

»Das hoffe ich. Sie wollte ja nur mit ihrem Bruder an einem Motorbootrennen an der Riviera teilnehmen. Hoffentlich plant sie danach nicht noch einen Strandurlaub ein. Sie kann den kleinen Leon nicht wochenlang allein bei uns zurücklassen! Er ist gerade mal drei.«

»Für einen Strandurlaub ist es an der Riviera noch zu kühl.« Claus gab sich kurz angebunden, und sein Blick wich ihrem aus. »Das ist bedauerlich!«, spottete er grimmig. »Aber ich bin froh, dass ihr Bruder, dieser Ronaldo Verani, endlich mit ihr verschwunden ist.«

»Aber Claus! Das Ehepaar van Hoven und ihre Verwandten, die Veranis, sind seit Jahren unsere Stammgäste!«

»Hm.« Sein Gesicht verschloss sich. Ilona hätte nun gern gewusst, was er von ihr wollte. Während sie darauf wartete, stellte sie mal wieder fest, dass ein Hoteldirektor es nicht immer leicht hatte.

Sie schmunzelte. »Musste ich meine kleinen Lieblinge etwa nur verlassen, um mir deine Bemerkung über die van Hovens und die Veranis anzuhören?«

Claus Jansen hatte hellbraunes Haar, das an den Schläfen auch schon von einzelnen ergrauten Härchen durchzogen war. Sein Gesicht wirkte dagegen noch recht jugendlich, weil es meist sonnengebräunt war, sodass seine blauen, von einem dichten dunklen Wimpernkranz umrandeten Augen eine starke Wirkung auf das weibliche Geschlecht ausübten.

Aber er gab nicht viel auf sein gutes Aussehen. Als weltgewandter Chef des Hotels setzte er sein Erscheinungsbild und seinen Charme gern ein, aber im privaten Kreis zeigte er sich schüchtern und zurückhaltend. Dann benahm er sich fast wie ein Außerirdischer, der einfach nicht wusste, wie er mit Frauen umgehen sollte, die etwas anderes als den perfekten Hotelservice von ihm erwarteten. Damit hatte Ilona ihn schon häufiger aufgezogen.

»Ich brauche deine Hilfe, Ilona. Es geht um Ulrike Dargast.«

»Sooo? Um deine neue, so hinreißend tüchtige Assistentin!«

»Sie ist …, nun ja, attraktiv und sehr tüchtig. Aber leider auch über-eifrig.«

»Das hast du doch erwartet?! Wolltest du ihr nicht den gesamten Bereich Verwaltung Fitness und Sportlehrer anvertrauen?«

»Ja, ja. Das klappte ja auch gut. Nur … Übereifer beweist sie leider nur beim Flirten!«, schnaufte er. »Das kann ich nicht länger dulden. Unser Haus hat einen hervorragenden Ruf. Wenn jemand vom gehobenen Personal sich einbildet, hier den Mann fürs Leben einfangen zu können, schadet das unserem Renommee.«

»Ach! So eine ist das!«, staunte Ilona scheinheilig und setzte sich auf die Lehne eines Sessels. »Dabei warst du doch so begeistert von ihr! Fünf Sprachen, beste Referenzen, gehobener Stil im Auftreten und Äußeren, dazu ausreichend internationale Erfahrung … Was hast du denn noch an ihr auszusetzen?«

»Nur ihr Verhalten unseren männlichen Gästen gegenüber. Am liebs-ten würde ich sie gleich rausschmeißen. Aber ihr Einstellungsvertrag schließt das kurzzeitige Beenden des Arbeitsverhältnisses leider aus!«, grummelte er, zog die Hände aus den Hosentaschen und lehnte sich gegen seinen Schreibtisch. Nun sah er ihr auch endlich offen in die Augen. »Darum musst du sie drüben im Junior übernehmen. In Organisation und Buchführung ist sie ja perfekt! Du wirst sie schon brauchen können.«

»Du willst sie loswerden? Die charmante, bildhübsche und so tüchtige Ulrike Dargast?! Na hör mal! Wer hat denn gerade vor einigen Tagen eine Ski-Tour mit ihr unternommen, angeblich, um ihr die Umgebung zu zeigen?«

»Das tat ich, damit sie die Pisten kennen lernt, um unsere Skilehrer einweisen und unsere Gäste beraten zu können!« Richtig trotzig sah er aus, weil sich seine Stirn in Sorgenfalten legte.

»So, so! Und die idyllische Hütte unten am Bärwald musste sie wohl auch bis weit nach Mitternacht kennen lernen? Dort sind unsere Gäste und die Skilehrer kaum anzutreffen.«

Wie ein ertappter Spitzbub stampfte er leicht mit dem Fuß auf.

Ilonas Brauen hoben sich. »Warum gibst du nicht zu, dass du dich in sie verliebt hast? So eine Leidenschaft, die wie ein Blitz einschlägt, kann eben gefährlich werden!« Sie lachte lautlos. »Ausgerechnet du, der sonst so schüchtern ist und es sich damit schon bei den tollsten Frauen verdorben hat?! Also, Claus, sei ehrlich! Was ist los?«

Sein Telefon klingelte. Er musste sich kurz einem beruflichen Problem widmen. Und das tat er wie immer – konzentriert, professionell und überzeugend.

»Mehr als einige Küsse waren es an jenem Abend nicht!«, gestand er danach schweren Herzens. »Ich sehe keinen Anlass, dir oder mir etwas vorzumachen. Ja, Ulli und ich sind uns sehr nahe gekommen.« Mit langen Schritten ging er wieder zum Fenster zurück. »Umso unverständlicher war ihr Verhalten in den letzten Tagen. Erst hat sie sich dem

Bruder von Frau van Hoven … diesem … diesem Playboy Verani nahezu an den Hals geworfen. Und dann … Lothar Schönherr, ein Politiker und dreißig Jahre älter als sie! Der war ja ganz aus dem Häuschen!«

»Das nennt man bei älteren Herren den dritten Frühling, Claus. Bei dir ist noch nicht mal der erste ausgebrochen!«

»Nenn es, wie du willst. Ich möchte sie rauswerfen, kann sie aber nicht entlassen. Also übernimmst du sie?«

Wie ein schuldbewusster Junge schaute er sie an. Er, Claus Jansen, der das beste und erfolgreichste Luxushotel weit und breit leitete und in der Branche als Musterbeispiel für erfolgreiches Hotel-Management galt, saß wirklich in der Klemme.

Ilona stieß die Luft aus. Was sollte sie mit der attraktiven Ulrike Dargast, die ein höheres Gehalt als ihre Angestellten bezog, anfangen? Wobei sollte die sich in ihrem Hotel nützlich machen? Im Brioni Junior ging es hauptsächlich darum, den Kindern ein Gefühl der Geborgenheit zu vermitteln, damit deren Eltern ihren Nachwuchs in bester Obhut wussten und sich auf den Pisten, abends an der Bar oder beim Tanzen unbesorgt und ungestört amüsieren konnten.

»Sie ist auffallend attraktiv, Claus. Und viel eleganter als meine Betreuerinnen und das Küchenpersonal. Womit soll ich sie denn beschäftigen?«

»Sie kann mit den Kleinen im Schnee herumtollen. Oder Bilder mit ihnen malen oder Kasperle spielen. Sie singt auch ganz nett.«

Ilona warf einen Blick an die Decke. »… und küssen kann sie auch gut, nicht wahr?«

»Dazu findet sie drüben im Brioni Junior ja kaum Gelegenheit!«, knirschte er...

Erscheint lt. Verlag 4.3.2025
Reihe/Serie Mami
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Familiengeschichte • Familiensaga • Karin Bucha • Leni Behrendt • Mama • Mammi • Martin Kelter Verlag • Mutter • Mutti • Sonnenwinkel • Sophienlust • Sorgerecht • Sorgerechtsstreit
ISBN-10 3-69049-177-0 / 3690491770
ISBN-13 978-3-69049-177-8 / 9783690491778
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