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Dr. Stefan Frank 2803 (eBook)

Wenn die Welt zu laut wird

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-7846-6 (ISBN)

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Dr. Stefan Frank 2803 - Stefan Frank
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Lori Hansen liebt ihren Beruf als Erzieherin im Kindergarten 'Wunderwald'. Doch in letzter Zeit wird selbst der fröhlichste Kinderlärm zu einer schmerzhaften Belastung. Eine seltsame Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen droht, ihren Alltag zu zerstören. Während sie versucht, die Symptome vor ihren Kollegen und ihrem Verlobten Marian zu verbergen, spürt sie, wie ihre Welt immer mehr aus den Fugen gerät. Als Noah, ein schüchterner Junge aus ihrer Gruppe, eines Abends länger bleiben muss, weil sein Vater Felix Behrenbaum ihn verspätet abholt, fällt es Lori schwer, ihre Fassade aufrechtzuerhalten. Felix, aufmerksam und charmant, erkennt, dass sie Hilfe braucht. Doch je mehr sich Felix und Lori begegnen, desto deutlicher wird: Es sind nicht nur die lauten Geräusche, die Lori quälen. Ein Trauma aus ihrer Kindheit, das sie lange verdrängt hat, scheint mit aller Macht an die Oberfläche zu drängen ...


Wenn die Welt zu laut wird

Lori lebt mit Hyperakusis

Lori Hansen liebt ihren Beruf als Erzieherin im Kindergarten »Wunderwald«. Doch in letzter Zeit wird selbst der fröhlichste Kinderlärm zu einer schmerzhaften Belastung. Eine seltsame Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen droht, ihren Alltag zu zerstören. Während sie versucht, die Symptome vor ihren Kollegen und ihrem Verlobten Marian zu verbergen, spürt sie, wie ihre Welt immer mehr aus den Fugen gerät.

Als Noah, ein schüchterner Junge aus ihrer Gruppe, eines Abends länger bleiben muss, weil sein Vater Felix Behrenbaum ihn verspätet abholt, fällt es Lori schwer, ihre Fassade aufrechtzuerhalten. Felix, aufmerksam und charmant, erkennt, dass sie Hilfe braucht. Doch je mehr sich Felix und Lori begegnen, desto deutlicher wird: Es sind nicht nur die lauten Geräusche, die Lori quälen. Ein Trauma aus ihrer Kindheit, das sie lange verdrängt hat, scheint mit aller Macht an die Oberfläche zu drängen ...

»Lori, Lori, guck mal, mein Lego-Bär!«

Laut rufend kam der fünfjährige Noah Behrenbaum auf seine geliebte Erzieherin Lori zu gerannt und hielt ein buntes Gebilde aus Legosteinen in die Höhe.

In einem Impuls presste Lori sich die Hände auf die Ohren. Das Geschrei war einfach zu viel, es stürzte wie eine Lawine über sie herein.

Gleich darauf riss sie sich zusammen. Was war denn nur los mit ihr? Als Erzieherin in einem lebhaften Kindergarten musste sie ja wohl Kindergeschrei aushalten, und der kleine Noah mit seinen dunklen wuscheligen Locken und den großen, braunen Augen war ihr heimlicher Liebling. Sie zwang sich, die Hände von den Ohren zu nehmen, und wandte sich Noah zu.

»Der ist ja toll!«, lobte sie, beugte sich zu dem kleinen Jungen herunter und betrachtete sein Kunstwerk von allen Seiten. »Hast du den etwa ganz allein gebaut?«

Voller Stolz nickte Noah. »Sieh mal die große Schnauze, Lori! Er ist nämlich ein richtiger Gissly-Bär.«

Das Wort »Grizzly« konnte er noch nicht richtig aussprechen, aber er liebte Tiere und wusste für sein Alter erstaunlich viel über sie. Wann immer sein Vater die Zeit aufbringen konnte, ging er mit seinem Sohn in den Zoo, den Noah über alles liebte.

Noah gehörte eigentlich nicht zu den lauten, sondern zu den sanften, schüchternen Kindern, die im lebhaften Alltag des »Wunderwald«-Kindergartens viel zu leicht übersehen wurden. Seine Mutter hatte die Familie vor einem Jahr plötzlich verlassen, und seitdem hatte der kleine Junge sich noch stärker in sich zurückgezogen. Lori, die mit vollem Namen Eleonore Hansen hieß und ihren Beruf mit Liebe und Leidenschaft ausübte, achtete für gewöhnlich sorgsam darauf, dass gerade Kinder wie er auch zu ihrem Recht kamen.

In letzter Zeit aber fiel es ihr zunehmend schwer. Sie wollte es sich nicht eingestehen, denn schließlich war Erzieherin ja ihr Traumberuf, aber der Lärm, der den ganzen Tag über unter den Kindern herrschte, setzte ihr zu. Selbst jetzt, wo die quirlige Abholzeit, in der auch noch die Eltern für Krach sorgten, fast vorüber war, schienen die Geräusche auf ihre Ohren einzuprasseln.

Und dieses Prasseln tat ihr weh, als würden Geschosse ihr in die Ohren schlagen. Das war das Merkwürdigste daran. Wie konnten harmlose Geräusche so wehtun? Sie war doch bisher mit dem fröhlichen Kinderlärm gut zurechtgekommen, ja sie hatte ihn sogar regelrecht geliebt.

Marian, Loris Verlobter, war der Meinung, sie müsse diese merkwürdige Überempfindlichkeit einfach nicht beachten, dann würde sie schon von allein wieder verschwinden.

»Heutzutage wird um diese ganzen psychischen Wehwehchen viel zu viel Wind gemacht«, hatte er gesagt. »Wenn man nichts darauf gibt und es nicht hochspielt, wird auch keine große Sache daraus, aber manche Menschen machen sich eben gerne wichtig.«

Lori war eigentlich der Meinung, dass sie sich ganz und gar nicht gerne wichtig machte. Aber vielleicht konnte sie selbst das gar nicht beurteilen?

»Du bist ein Einzelkind, bist von deinen Eltern immer von vorn bis hinten verwöhnt worden«, hatte ihr Marian zu denken gegeben. »Meine Eltern dagegen hatten fünf Kinder und kein sonderliches Interesse an uns. Bei denen hätten wir mit solchen Kinkerlitzchen nicht ankommen dürfen.«

Ein Einzelkind bin ich doch gar nicht, durchfuhr es Lori, aber sie verdrängte den Gedanken sofort wieder. Darum ging es schließlich nicht, und im Wesentlichen hatte Marian recht: Ihre Eltern waren immer für sie dagewesen, hatten sich um Lori gesorgt und sichergestellt, dass ihr nichts fehlte.

Vielleicht war sie wirklich zu empfindlich und musste sich ein bisschen mehr zusammenreißen.

Sie ging in die Hocke und zwang sich, sich nur auf Noah und sein Lego-Kunstwerk zu konzentrieren.

»Den hast du aber wirklich toll hinbekommen«, lobte sie den kleinen Jungen, der sofort zu strahlen begann. »Den müssen wir unbedingt deinem Papi zeigen, wenn er gleich kommt.«

»Au ja«, rief Noah. »Papi mag auch Gissly-Bären. Leider waren wir schon ganz lange nicht mehr im Zoo, weil Papi immer so viel arbeiten muss. Aber nächstes Wochenende gehen wir, das hat er mir ganz fest versprochen.«

Noahs Vater Felix Behrenbaum war Kameramann für einen der großen Fernsehsender, wenn Lori sich richtig erinnerte. Natürlich hatte er in einem solchen Beruf keine wirklich kindgerechten Arbeitszeiten und kam häufig zu spät, um Noah abzuholen. Verstohlen warf Lori einen Blick auf die Uhr. Auch heute war die Abholzeit bereits überschritten.

Die anderen Kinder der Gruppe waren längst von ihren Eltern in Empfang genommen worden und hatten den »Wunderwald« lachend und plappernd verlassen.

»Ich geh jetzt, Lori! Bis morgen«, rief ihre Kollegin Nathalie fröhlich und machte sich auf den Weg. Ihre helle, angenehme Stimme traf Loris Gehör so heftig, dass ihr ein Schmerzlaut entfuhr.

»Lori, was ist denn mit dir?«, rief Noah erschrocken und sah ihr ins Gesicht. »Hast du dir wehgetan? Soll ich pusten?«

Tatsächlich taten Lori selbst die sanften Worte des Kindes so weh, dass sie am liebsten noch einmal aufgeschrien hätte. Sie wollte den Kleinen jedoch nicht noch mehr beunruhigen, also riss sie sich mit aller Kraft zusammen.

»Nein, alles in Ordnung«, sagte sie mit einem mühsamen Lächeln. »Ich habe mir nur aus Versehen auf die Zunge gebissen. Ist dir das auch schon mal passiert?«

Erleichtert nickte Noah. »Ja, als Papi und ich Pizza gegessen haben. Das hat ganz schön wehgetan!«

Lori rang sich ein Lachen ab. »Das kannst du laut sagen.«

»Arme Lori.« Noah streichelte ihre Hand. »Als mir das passiert ist, hat mein Papi mir aus dem Tiefkühlschrank ein Eis geholt. Das kühlt die Zunge, weißt du? So hat es gleich nicht mehr so wehgetan.«

»Das hat dein Papi aber toll gemacht«, sagte Lori. »Das Eis hat bestimmt gut geschmeckt und dich auch gleich ein bisschen getröstet.«

Nach allem, was Lori mitbekam, war Felix Behrenbaum ein besonders liebevoller und fürsorglicher Vater. So wie ihr eigener, dachte sie voller Wärme. So gut, wie es irgend ging, hatten ihre Eltern sich immer bemüht, sie vor Leid und Schmerz zu beschützen.

»Wenn du mit zu uns nach Hause kommst, gibt Papi dir bestimmt auch ein Eis«, schlug Noah begeistert vor. »Dann tut deine Zunge nicht mehr so weh, und du kannst dabei sein, wenn Papi mir die Geschichte von Paddington Bär weiter vorliest. Die ist so toll!«

Der kleine Noah war so lieb, und in seiner süßen Kinderstimme schwang echte Sehnsucht. Wie war es möglich, dass Lori selbst dieses Geräusch wie mit Nadeln in die Ohren stach?

»Das würde ich wirklich gern machen«, sagte sie zu Noah. »Aber ich habe versprochen, heute noch bei meinem Papi und meiner Mami vorbeizuschauen und Kirschmarmelade abzuholen, die meine Mami selbst gekocht hat. Die beiden wären doch sehr enttäuscht, wenn ich nicht kommen würde.«

»Und hinterher?«, fragte Noah mit einem Funken Hoffnung. »Könntest du da kommen? Papi und ich essen auch gern Kirschmarmelade.«

»Hinterher musst du ins Bett«, entgegnete Lori lachend. »Und ich gehe mit meinem Freund Marian ins Kino, in einen Film, auf den er sich schon seit Wochen freut.«

»Den neuen Captain America?«, fragte Noah mit großen Augen.

Lori nickte. Tatsächlich hatte sie eher Angst vor dem Film, der sicher mit jeder Menge Schießerei, Explosionen und Krach verbunden sein würde. Aber Marian liebte diese Filme, hatte die Karten schon gekauft, und natürlich wollte sie ihm nicht die Freude verderben.

Tatsächlich drängte die Zeit schon erheblich. Wenn Noahs Vater nicht bald kam, um seinen Sohn abzuholen, würde sie keine Zeit mehr haben, vor dem Kino noch bei ihren Eltern vorbeizuschauen. Und ihre Besuche bedeuteten ihrer Mutter doch so viel! Sie hatte extra Loris Lieblingsmarmelade gekocht, um ihr eine Freude zu machen.

»Meinst du, wir sollten deinen Papi mal anrufen?«, fragte sie Noah behutsam. »Um zu hören, ob er vielleicht irgendwo...

Erscheint lt. Verlag 8.3.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7517-7846-2 / 3751778462
ISBN-13 978-3-7517-7846-6 / 9783751778466
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