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Dr. Stefan Frank 2805 (eBook)

Die Sonne, die er nie sah

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-7886-2 (ISBN)

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Dr. Stefan Frank 2805 - Stefan Frank
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Moritz liebt das Leben - doch es findet hinter abgeklebten Fenstern statt. Seit seinem dritten Lebensjahr kann er tagsüber nicht mehr nach draußen, denn Sonnenlicht ist für ihn lebensgefährlich. Der Sechzehnjährige träumt von Freiheit, von Abenteuern - und von einem Leben, das nicht in Dunkelheit und Schatten versinkt. Seine Mutter Stefanie ist seine größte Stütze. Sie kämpft unermüdlich für ihn, doch ihre Angst um ihn ist so übermächtig, dass sie ihn nicht nur beschützt, sondern auch einengt und von der Welt abschirmt. Mit jedem Jahr wird es schwerer, die Wahrheit zu ignorieren: Moritz' Welt wird kleiner, während sein Wunsch nach einem echten Leben wächst. Als eine neue Familie ins Haus gegenüber zieht, ändert sich alles. Ellie, das Mädchen mit den rotblonden Locken und der Gitarre, zieht den Teenager in ihren Bann. Zum ersten Mal hat er das Gefühl, dass da draußen jemand auf ihn wartet. Eines Abends geschieht das Unfassbare: Ellie steht vor seiner Tür. Sie will ihn kennenlernen. Und Moritz muss sich entscheiden. Bleibt er in seiner geschützten Welt - oder wagt er den ersten Schritt ins Ungewisse? Er atmet tief durch. Dann legt er die Hand auf die Türklinke ...


Die Sonne, die er nie sah

Die wahre, unendlich traurige Geschichte von Moritz

Moritz liebt das Leben – doch es findet hinter abgeklebten Fenstern statt. Seit seinem dritten Lebensjahr kann er tagsüber nicht mehr nach draußen, denn Sonnenlicht ist für ihn lebensgefährlich. Der Sechzehnjährige träumt von Freiheit, von Abenteuern – und von einem Leben, das nicht in Dunkelheit und Schatten versinkt.

Seine Mutter Stefanie ist seine größte Stütze. Sie kämpft unermüdlich für ihn, doch ihre Angst um ihn ist so übermächtig, dass sie ihn nicht nur beschützt, sondern auch einengt und von der Welt abschirmt. Mit jedem Jahr wird es schwerer, die Wahrheit zu ignorieren: Moritz' Welt wird kleiner, während sein Wunsch nach einem echten Leben wächst.

Als eine neue Familie ins Haus gegenüber zieht, ändert sich alles. Ellie, das Mädchen mit den rotblonden Locken und der Gitarre, zieht den Teenager in ihren Bann. Zum ersten Mal hat er das Gefühl, dass da draußen jemand auf ihn wartet. Eines Abends geschieht das Unfassbare: Ellie steht vor seiner Tür. Sie will ihn kennenlernen. Und Moritz muss sich entscheiden. Bleibt er in seiner geschützten Welt – oder wagt er den ersten Schritt ins Ungewisse?

Er atmet tief durch. Dann legt er die Hand auf die Türklinke ...

»Filmabend, ein Computerspiel oder ein Besuch im Burger-Restaurant heute Abend?«, fragte Stefanie ihren Sohn.

Sie saß an seiner Bettkante und strich zärtlich eine dunkle Strähne aus seiner Stirn. Ihr eigenes Lieblingsspiel hatte sie nicht erwähnt – Scrabble.

Moritz blickte zu seiner Mutter hinauf und bemerkte das Funkeln in ihren Augen.

»Scrabble und danach einen Ausflug in die Stadt, wenn es dunkel ist«, schlug er vor.

Es war ein Donnerstag, den Stefanie normalerweise als Sekretärin in ihrer Firma verbrachte, aber an diesem Tag hatte sie sich freigenommen. Moritz hatte Geburtstag und den verbrachten Mutter und Sohn immer gemeinsam, nur sie beide.

Steffis Lächeln verschwand. Ihr Blick glitt in die Ferne und füllte sich mit Erinnerungen. Der Teenager wusste, was sie sah. Ohne lange darüber nachzudenken, drückte er ihr einen Kuss auf die Wange. Er wollte sie daran erinnern, dass seit dem Unglück, das ihr Leben für immer verändert hatte, inzwischen mehr als zehn Jahre vergangen waren. Dass sie nicht allein zurückgeblieben war, sondern immer noch ihn hatte, ihren Lieblingssohn.

Steffi öffnete die Augen, lächelte und streichelte ihrem Sohn über die Wange.

»Heute ist dein Geburtstag«, betonte sie. »Wir sollten etwas spielen, bei dem du wenigstens eine kleine Chance hast zu gewinnen.«

Moritz musterte sie mit all der Strenge seiner nunmehr sechzehn Jahre.

»Wir spielen Scrabble, und diesmal gewinne ich«, verkündete er zuversichtlich, obwohl er wusste, dass er wirklich nicht die geringste Chance hatte. Beim letzten Spiel hatte er tatsächlich in Führung gelegen. Doch dann hatte sie für ENZYKLOPÄDISCHER zweimal den dreifachen Wortwert und mehrere mehrfache Buchstabenwerte eingeheimst.

»Also gut.« Steffi schüttelte den Kopf und heuchelte Mitgefühl. »Wie du willst. Aber jetzt wartet erst mal die Küche auf uns.«

Moritz schlug die Bettdecke zurück und stand auf. Im Handumdrehen war er gewaschen und angezogen und gesellte sich zu seiner Mutter in die Küche. Wie an jedem Geburtstag verbrachten sie den Rest des Vormittags damit, seinen traditionellen Geburtstags-Schokoladenkuchen mit Kirschen zu backen. Nach dem Abkühlen überzog er den Kuchen mit einer dicken Schicht Kuvertüre.

Mutter und Sohn aßen beide gerne Kuchen, besonders mit viel Schokolade. Und am Geburtstag durfte eine passende Deko natürlich auch nicht fehlen. In weißer Zuckerschrift malte der Junge eine 16 in die Mitte, darum herum steckte er sechzehn bunte Kerzen.

»Perfekt!« Seine Mutter sah ihm über die Schulter. »Du solltest Konditor werden.«

Er drehte sich zu ihr um. Stefanie lächelte ihn stolz an, doch in ihren Augen schimmerten Tränen.

»Du bist eine Heulsuse«, stellte er fest, denn auch ein bisschen frech sein war am Geburtstag erlaubt. Aus der Tülle spritzte er seiner Mutter einen Klecks Zuckerguss auf die Nase, was sie noch ein wenig mehr zum Lächeln, aber auch zum Weinen brachte.

Normalerweise war Stefanie nicht so nah am Wasser gebaut. Nur an diesem besonderen Tag wurde sie immer ziemlich sentimental. Moritz verstand das, ihm erging es ähnlich.

An diesem besonderen Tag wurden sich Mutter und Sohn seiner Krankheit besonders bewusst. Das lag wohl daran, dass beide bemerkten, wie schnell die Zeit verging. Wieder ein ganzes Jahr krank ohne Hoffnung auf Heilung. Ein ganzes Jahr, in dem Moritz all die Dinge versäumt hatte, die ein Teenager in seinem Alter normalerweise tut – allein ins Ferienlager fahren, Fußball spielen und im Freibad zum ersten Mal mit Mädchen flirten. Wieder ein Jahr, in dem Stefanie nichts anderes getan hatte, als zu arbeiten und sich um ihren Sohn zu kümmern.

An allen Tagen des Jahres war es einfach oder zumindest ein bisschen einfacher, die Wahrheit zu ignorieren. Doch mit jedem Jahr wurde es schwieriger. Die Sehnsucht nach der Welt dort draußen wuchs. Eigentlich sollte er die Nachmittage mit Freunden verbringen und immer öfter von zu Hause wegbleiben. Seine Mutter sollte sich vor der Stille der Wohnung fürchten und darüber nachdenken, selbst neue Freundschaften zu schließen, vielleicht auch darüber, einen neuen Mann kennenzulernen. Aber wegen seiner Krankheit ging Moritz tagsüber nirgendwohin und auch abends nur in Begleitung seiner Mutter.

Später, nach seinem Lieblingsessen – Nudeln mit Tomatensauce – durfte er die Päckchen auspacken. Diesmal bekam er ein Balance-Board – ein Holzbrett, das aussah wie ein kleines Surfbrett mit einer Rolle darunter – damit sich der Teenager wenigstens vorstellen konnte, auf den Wellen zu reiten wie seine Helden im Internet. Schon seit Monaten stand es auf seiner Wunschliste, und Moritz fiel seiner Mutter um den Hals. Danach folgte ein weiteres Ritual. Sie setzten sich gemeinsam an den Tisch. Stefanie zündete die Kerzen an, Moritz pustete sie aus und wünschte sich etwas.

»Was hast du dir gewünscht?«, fragte sie, als sie dem Rauch nachsah, der hinauf zur Lampe stieg und sich dort auflöste.

Eigentlich hatte der Teenager nur einen einzigen Wunsch – eine wundersame Selbstheilung, die es ihm erlaubte, in der Welt dort draußen herumzulaufen wie ein wildes Tier. Aber diesen Wunsch sprach er nie laut aus, weil er unmöglich zu erfüllen war. Er hätte sich genauso gut einen echten, feuerspeienden Drachen oder eine heile Familie herbeisehnen können. Also wünschte er sich stattdessen etwas, das wahrscheinlicher war als seine Heilung. Etwas, das sie beide weniger traurig machte.

»Ich wünsche mir, dass ich heute beim Scrabble gewinne.«

***

Anders als gewöhnlich war es Marie-Luise Flanitzer, die an diesem Freitagmorgen als Erste die Praxis Dr. Frank betrat. Ihre Kollegin Martha Giesecke hatte einen Zahnarzttermin und würde erst später kommen.

Die Luft war frisch und roch nach feuchtem Gras und nach dem ersten Grün, das nach einem langen Winter zu sprießen begann. Marie-Luise hängte ihre Jacke an die Garderobe und begann mit dem allmorgendlichen Ritual, das ihre ältere Kollegin etabliert hatte.

Sie füllte die Kaffeemaschine mit Wasser und löffelte Pulver in den Filter. Im Wartezimmer kippte sie das Fenster, ein leiser Lufthauch blähte die Vorhänge. Stimmen wehten von draußen herein. Unverkennbar, Dr. Frank und seine Lebensgefährtin Alexandra Schubert. Was sie wohl schon am frühen Morgen im Garten schafften? Darüber dachte Marie-Luise nach, als sie die Karaffe mit Wasser füllte und sie mit frischen Gläsern auf dem Beistelltisch bereitstellte. Sie ordnete die Zeitschriften des Lesezirkels und sah in der Spielecke nach, ob auch alles für die kleinen Besucher bereit war. Danach kehrte sie an den Tresen zurück und suchte Patientenakten heraus, als sich die Tür öffnete. War das etwa schon Martha? Aber nein! Atemlos und mit geröteten Wangen tauchte Stefan Frank in der Praxis auf.

»Guten Morgen, Marie-Luise. Dürfte ich Sie kurz um Ihre Hilfe bitten?«

»Dafür bin ich da.«

»Nun ja, diesmal geht es um eine etwas andere Art Hilfe«, bekannte Dr. Frank verlegen. »Gestern Abend wurde der Rindenmulch für die Rosen angeliefert und ausgerechnet für heute ist Regen angesagt. Alexa und ich schaufeln schon wie verrückt, um den Mulch im Schuppen in Sicherheit zu bringen. Aber zu zweit schaffen wir das nicht, bevor die Sprechstunde beginnt.«

»Regen?« Marie-Luise schickte einen Blick in den Himmel. Am hellen Blau segelten ein paar Wattewölkchen. »Der Wetterbericht wieder!«, schnaubte sie und lächelte. »Das glaube ich erst, wenn es so weit ist.« Sie hatte kaum ausgesprochen, als ein Windstoß durch die Bäume fuhr.

Stefan Frank deutete auf den Horizont. Tatsächlich. Dort türmten...

Erscheint lt. Verlag 22.3.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Arzt • arzt deutsch • arzt kindle • arzt krimi • arzt-krimi • arzt liebe • Arzt Liebesroman • arzt liebesroman deutsch • Arzt Roman • arztroman buch • arzt romance • Arztromane • arztromane deutsch • arztromane e-books • arztromane e-books und liebesromane • arztromane hefte • arztromane kindle • arztromane kindle ebook • arztromane kindle ebooks deutsch • arzt roman familie • arzt romanhefte • arzt romantik • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bergdoktor • Bestseller • Bianca • Chefarzt • Cora • Deutsch • Doktor • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Fortsetzungsroman • Frauen romane • Frauenromane • für Frauen • Großdruck • große-schrift • Happy End • Happy-End • Hedwig Courths Mahler • Heftchen • Heft-Roman • heftromane bastei • Julia • kaipurgay • Kelter • Kindle • Klinik • Krankenhaus • Krankenschwester • Landarzt • Liebe • Liebesroman • liebesroman arzt • Liebesromane • liebesroman kindle deutsch romantisch • Liebesroman Reihe • liebesroman serien • Medizin • Mira • Modern • Notarzt • Patient • Praxis • Romance • Romanheft • romantik deutsch • romantisch • Schicksal • Schicksalsroman • schöner roman • Serie • spannend • Wohlfühlroman
ISBN-10 3-7517-7886-1 / 3751778861
ISBN-13 978-3-7517-7886-2 / 9783751778862
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