Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 753 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-7831-2 (ISBN)
Obwohl die neunzehnjährige Martina jahrelang ihre todkranke Mutter und ihre kleine Schwester liebevoll versorgt hat, besteht das Fürsorgeamt nach dem Tod der Mutter darauf, dass Franzi in ein Heim kommt. Es sei denn, sie könnte dem Kind ein Leben in einer Familie bieten. Verzweifelt tritt Martina nach dieser Eröffnung auf die Straße und läuft prompt vor ein Auto. Gottlob stößt ihr nichts zu. Bei einer Tasse Kaffee, zu der der Mann sie auf den Schreck einlädt, erfährt er von ihrem Kummer und weiß, wie Martina sich all ihrer Sorgen entledigen kann. Er schlägt ihr vor, seinen todgeweihten Vetter zu heiraten. Nach seinem Tode würde vor ihr und Franzi eine strahlende Zukunft auf dem wunderschönen Gut Rosenberg liegen. Martina müsste bei der Eheschließung allerdings vorgeben, eine andere zu sein ...
Glück nach schweren Zeiten
Roman eines geprüften Frauenherzens
Obwohl die neunzehnjährige Martina jahrelang ihre todkranke Mutter und ihre kleine Schwester liebevoll versorgt hat, besteht das Fürsorgeamt nach dem Tod der Mutter darauf, dass Franzi in ein ordentliches Heim kommt. Es sei denn, Martina könnte dem Kind ein Leben in einer Familie bieten.
Verzweifelt tritt Martina nach dieser Eröffnung auf die Straße und läuft prompt vor ein Auto. Gottlob stößt ihr nichts zu. Bei einer Tasse Kaffee, zu der der Mann sie auf den Schreck einlädt, erfährt er von ihrem Kummer und weiß, wie Martina sich all ihrer Sorgen entledigen kann. Er schlägt ihr vor, seinen todgeweihten Vetter zu heiraten. Nach dessen Tod würde vor ihr und Franzi eine strahlende Zukunft auf dem wunderschönen Gut Rosenberg liegen. Martina müsste bei der Eheschließung allerdings vorgeben, eine andere zu sein ...
»Du kannst dir schon allein helfen, Martina. Aber was wird nur aus der kleinen Franzi?«
Tante Berta blickte sich mitleidig zu dem kleinen Blondkopf um, der friedlich auf dem Teppich spielte. Franzi wusste noch nicht, welch schwerer Verlust sie getroffen hatte. Für sie war die Welt noch immer in Ordnung. Sie hatte ja Martina. Martina war ihr Zuhause, ihre Zuflucht, Mutter und Vater in einem. Das war schon immer so gewesen.
Gewiss gab es in ihrem jungen Leben auch noch eine Mutti. Aber Franzi plapperte den Namen eigentlich nur so dahin, ohne je erfasst zu haben, was sich mit dem Begriff verband. Ihre Mutter hatte ja immer im Bett gelegen, hatte niemals Zeit für sie gehabt und war stets von Schmerzen geplagt gewesen.
Frau Elisabeth war das lebhafte kleine Mädchen viel zu anstrengend gewesen, und sie hatte nur zu gern ihrer Ältesten die Fürsorge für den kleinen Nachkömmling überlassen.
Nun war Mutti tot, aber Martina war ja da.
»Aus Franzi?«, wiederholte Martina mit tränenerstickter Stimme. Der Schmerz um den Verlust der geliebten Mutter war noch zu frisch. Die Verstorbene hatte in den letzten zwei Jahren furchtbar unter ihrer schrecklichen Krankheit leiden müssen.
Auch Martina blickte jetzt zu dem blonden Mädchen hin, das einen hohen Turm aus Bauklötzchen baute.
»Franzi hat ja mich«, sagte sie dann. Für sie war es selbstverständlich, sich wie bisher um die kleine Schwester zu kümmern.
Tante Berta, die Cousine ihrer verstorbenen Mutter, verzog das Gesicht.
»So leicht wird das wohl alles nicht sein«, gab sie zu bedenken. »Du bist noch sehr jung.«
»Ich werde bald zwanzig, Tante.« Martina verstand nicht, warum ihre einzige Verwandte plötzlich auf ihr Alter anspielte. Schließlich war sie nicht zu jung dafür gewesen, ihre todkranke Mutter zu pflegen und nebenbei noch Franzi zu versorgen, die noch ein Säugling gewesen war, als ihre Mutter die ersten Anzeichen der schlimmen Krankheit verspürt hatte.
»Sicher, du wirst bald zwanzig, aber du bist tatsächlich zu jung, um für eine Dreijährige zu sorgen. Das werden jedenfalls die Behörden sagen.«
Plötzlich hob Franzi den Kopf. Es schien fast so, als spürte die Kleine, dass man über sie gesprochen hatte. Sie stand schnell auf, kam auf Martina zugelaufen und streckte die Arme aus.
Martina hob das Schwesterchen auf ihren Schoß. Sofort legte Franzi ihren Kopf an Martinas Brust und sah aus dieser sicheren Stellung Tante Berta etwas misstrauisch an.
»Tja«, sagte diese. »Ich muss jetzt gehen. Ich weiß nicht, wann Onkel Hugo von seiner Geschäftsreise zurückkehrt. Dann muss ich natürlich zu Hause sein.« Sie hatte es plötzlich sehr eilig, aus dem Trauerhaus zu kommen. Die lästige Pflicht hatte sie hinter sich gebracht, und darüber war sie froh.
Martina folgte ihr mit Franzi auf dem Arm zur Garderobe.
»So, Franzi, nun muss ich Tante Berta in die Jacke helfen.«
Sie tat es. Franzi klammerte sich sofort wieder an sie.
»Du hast Franzi viel zu sehr verwöhnt, das sieht man immer wieder«, stellte die Besucherin fest, als sie erleichtert in die Kostümjacke schlüpfte. »Sie hängt wie eine Klette an dir.«
»Was ganz natürlich ist, sie hat ja nur mich, Tante Berta. Aber zum Verwöhnen hatte ich gar keine Zeit.«
Martina ärgerte sich, weil sie sich verteidigte. Tante Berta würde sie doch nicht verstehen. Sie hatte niemals ein Kind gehabt und sich sicher auch nicht danach gesehnt. In ihrer Vorstellung hatte ein artiges Kind ständig allein vor sich hin zu spielen und zwischendurch brav seine Mahlzeiten einzunehmen. Dass ein Kind keine Puppe war, die man nach Belieben irgendwo in eine Ecke setzte, darauf wäre sie niemals gekommen.
Die Tante lächelte so, als wüsste sie es besser. Dann streifte sie ihren linken Handschuh über und reichte Martina die Hand.
»Auf Wiedersehen«, sagte sie hastig.
Martina wollte sie noch bis auf die Straße begleiten, aber Tante Berta winkte ab.
♥♥♥
In den nächsten Tagen verbot sich Martina, über ihr zukünftiges Leben nachzudenken. Sie widmete sich Franzi, kochte, putzte die Wohnung, ging nachmittags mit der Kleinen spazieren und spielte mit ihr.
Eines Tages würde sie sich eine Beschäftigung suchen müssen. Das bisschen Geld, das sie noch besaß, würde sehr bald verbraucht sein. Bis zum Tod ihrer Mutter hatten sie von der Pension der Verstorbenen gelebt. Aber die fiel natürlich nun weg.
Martina bemühte sich, Franzi täglich ein lachendes Gesicht zu zeigen. Dabei war ihr zuweilen wund und weh genug ums Herz.
»Warum trägst du jetzt immer so ein olles Kleid?«, fragte die Kleine sie heute und musterte ihre Schwester mit kritischen Blicken.
Martina zuckte leicht zusammen.
»Du hast recht, Liebes, das schwarze Kleid ist nicht schön«, sagte sie dann.
Ihre Mutter hatte um Franzis willen nicht gewollt, dass sie Trauerkleidung trug. Sie würde sicher darunter leiden, hatte sie gemeint.
Aber Martina hatte sich nicht dazu überwinden können, den Rat der Mutter zu befolgen. Nun würde sie die Trauerkleidung jedoch ablegen.
»Komm, Martina, wir suchen ein schönes Kleid für dich aus«, drängte Franzi.
Sie ergriff Martinas Hand und zog sie mit sich.
»Zieh das Kleid mit den schönen Blümchen an!«, verlangte die Kleine, als Martina den Kleiderschrank geöffnet hatte.
»Na gut«, stimmte sie zu. »Wenn du es gern möchtest.«
Als Martina sich umgekleidet hatte, stand Franzi neben ihr und klatschte begeistert in die Hände.
»Schön«, sagte sie. »Das mag ich.« Ihre kleinen Finger glitten liebevoll über die roten Klatschmohnblüten.
In diesem Moment klingelte es.
Martina ging zur Tür und öffnete. Franzi folgte ihr und versteckte sich hinter ihrem Rücken.
Vor Martina stand eine fremde Frau.
»Guten Tag«, sagte Martina zurückhaltend.
»Guten Tag. Darf ich eintreten? Ich komme vom Fürsorgeamt und wollte zu Fräulein Martina Dressel. Das sind Sie doch, nicht wahr?« Ihr Blick glitt schnell über Martinas farbenfrohes Kleid.
Martina entdeckte einen missbilligenden Zug um den leicht verkniffenen Mund. Die Frau war ihr sofort unsympathisch. Es gehörte nicht viel dazu, um herauszufinden, was sie dachte.
»Ja bitte!« Martina trat zur Seite und gab zögernd den Weg in die Diele frei.
»Das ist sicher Ihre kleine Schwester, nicht wahr?«, fragte die Frau, als sie das Kind erblickte.
»Ja, das ist Franzi«, bestätigte Martina.
Sie nahm der Besucherin den Mantel ab und hängte ihn auf einen Bügel. Dann ging sie der Dame voran ins Wohnzimmer.
»Setzen Sie sich doch«, bot Martina ihr an.
Die Frau vom Fürsorgeamt nahm Platz.
»Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Fräulein Sablotzki, und ich bin wegen Ihrer kleinen Schwester gekommen«, sagte sie.
»Wegen meiner Schwester?«
»Ja. Sie werden mich sicher schon erwartet haben. Wir hatten Ihre Akte ein wenig verlegt, sonst wäre ich schon längst gekommen.«
»Ich habe Sie nicht erwartet.«
»So?« Die Dame zog erstaunt die Brauen in die Höhe. »Wir müssen uns doch um die kleine Franziska kümmern. Ihre Frau Mutter ist vor gut vier Wochen verstorben, nun ist Ihre kleine Schwester eine Vollwaise.«
»Das ist richtig, aber Sie brauchen sich nicht um meine kleine Schwester zu kümmern. Sie ist zwar Vollwaise, hat aber gottlob ja mich. Ich sorge für sie.«
Die Dame schien im ersten Moment recht erstaunt zu sein.
»Dafür sind Sie noch viel zu jung.«
Martina spürte, dass Wut in ihr aufstieg. Diese Person ging ihr allmählich auf die Nerven. Aber sie beherrschte sich. Es war vielleicht besser, sich mit solchen Leuten gut zu stellen. Das konnte unter Umständen manchen Ärger ersparen.
»Ich habe bisher auch für meine Schwester gesorgt und außerdem noch meine schwer kranke Mutter gepflegt. Sie sehen also, dass nicht allein das Alter ausschlaggebend ist.« Martina hatte mit Nachdruck...
| Erscheint lt. Verlag | 1.3.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | 2018 • 2019 • Adelsromanze • Bestseller • Cora • Deutsch • Doktor • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • E-Books • Familiensaga • feelgood • Fortsetzungsroman • Frauen • Frauenroman • für • Gefühle • Glück • Großdruck • große-schrift • Happy End • Heimatroman • Heirat • Herzschmerz • Hochzeit • Kindle • Klassiker • leni-behrendt • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Märchen • Märchen-Erwachsene • Mira • Modern • Romance • Roman-Heft • romantisch • Romanze • Schicksalsroman • Schmonzette • Schön • Serie • spannend • Wohlfühl • wohlfühlen |
| ISBN-10 | 3-7517-7831-4 / 3751778314 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-7831-2 / 9783751778312 |
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