Werde die Königin meines Herzens! (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3468-0 (ISBN)
Ein schwerer Unfall hat Scheich Isam ibn Rafat das Gedächtnis geraubt. Was vor einem Jahr war? Er kann sich nicht erinnern. Jetzt fliegt er mit seinen Beratern zu einer Besprechung nach London. Seine Assistentin dort, die schöne Avril, wirkt zunächst wie eine Fremde auf ihn. Doch als sie allein im Konferenzraum sind, ahnt er mit einem Mal, dass sie vor seinem Unfall mehr verbunden hat. Es knistert heiß zwischen ihnen. Und dann sieht er ihr Kind - sein Ebenbild! Es kann nur eine Lösung geben: Heirat. Avril muss seine Königin werden ...
<p>Annie verbrachte ihre prägenden Jahre an der Küste von Australien und wuchs in einer nach Büchern verrückten Familie auf. Eine ihrer frühesten Kindheitserinnerungen besteht darin, nach einem Mittagsabenteuer im bewaldeten Hinterhof schläfrig ins Bett gekuschelt ihrem Vater zu lauschen, wie er The Wind in the Willows vorlas. So bald sie lesen konnte, entdeckte sie die Welt der Romane für sich. Sie verschlang Abenteuerromane und bestaunte die Märchen Illustrationen. In ihren Gedanken, war sie eine der tanzenden Prinzessinen, Rapunzel, eine schlafende Schönheit und natürlich Cinderella. Ausflüge in die Bücherei wurden zu einem regelmäßigen Vergnügen, bei dem sie ferne Welten entdecken und sich in tagträumen verlieren konnte, in denen sie die Heldin in einer der Geschichten spielt. Durch ihre Familie wurde Annie nicht nur ermutigt eine Leidenschaft für Bücher zu entwickeln, sondern sie brachten ihr auch bei das Reisen und den australischen Busch zu lieben. Oft schaffte sie es alle drei Dinge zu kombinieren. Auf ihren Wanderungen und beim Zelten hatte sie immer einen Roman mit im Gepäck. Schon früh wurde sie verrückt nach Liebesromanen. In ihrer Jugend verbrachte sie viele lange Nachmittage damit mit ihrem besten Freund Tennis zu spielen. Zwischen den schier endlosen Sätzen auf kochend heißem Kies, wankten sie zu dem Haus ihres Freundes, um sich wieder zu erholen. Dieses Haus war vollgestopft mit Büchern. Alle mit der markanten Rose auf dem Cover. So geschah es, dass Annie Liebesromane für sich entdeckte und seitdem nicht mehr davon loskam. Glücklicherweise fand sie ihren eigenen romantischen Helden, während sie auf der Universität studierte. Trotz dieser schönen Ablenkung vollendete sie ihr Studium mit Auszeichnung. Außerdem hatte sie weiterhin das Glück viel reisen zu können. Als Rucksacktourist durchstreifte sie Ägypten und Griechenland, trampte durch Neuseeland, bestaunte Sehenswürdigkeiten in Europa und lebte eine Zeit lang in Deutschland. Annie verließ die Universität ohne konkreten Karriereplan in der Tasche zu haben und nahm eine Stelle im öffentlichen Dienst an. Die beste Vorbereitung für einen Autor! In ihrem ersten dauerhaften Job, verbrachte sie sechs Wochen damit den Regierungs Beschaffungsleitfaden Korrektur zu lesen. Jedes. Einzelne. Wort. Davon. Den Text eines Romans zu kontrollieren macht eindeutig mehr Spaß. Für mehrere Jahre schrieb, berichtigte, änderte und verbesserte Annie Regierungspläne, Kabinettentwürfe und Berichte für das ...
1. KAPITEL
Seine Hoheit Isam ibn Rafat, Kronprinz von Zahdar, stand vom Konferenztisch auf und trat zu dem Mann, dem er einige Fragen gestellt hatte. „Danke, Mr. Drucker. Das war ein sehr nützliches Meeting.“
Avril ließ sich ihre Überraschung nicht anmerken. Als Assistentin Seiner Hoheit war es eigentlich ihre Aufgabe, Gäste zu der Präsidentschaftssuite zu führen, wenn ein Meeting anstand, und sie auch wieder hinauszubegleiten.
Drucker war dies wohl bewusst. Deshalb konnte er seine Begeisterung auch nicht verbergen, als sein Gastgeber ihn persönlich aus dem Raum geleitete. Er warf Avril nicht einmal einen Blick zu, ganz zu schweigen davon, sich von ihr zu verabschieden, obwohl sie vor dem heutigen Tag schon mehrere Gespräche geführt hatten und er während des Meetings verstohlen ihre Brüste angestarrt hatte.
Sie unterdrückte einen Anflug von Abscheu und konzentrierte sich wieder auf ihre Notizen.
Es dauerte eine Weile, bis ihr Chef zurückkam. Das Hotel war eines der besten von London, die Suite erstreckte sich über eine ganze Etage. Als die Tür sich wieder öffnete, sah sie auf. Ihre Haut prickelte, wie immer, wenn Isam in ihrer Nähe war.
Er hatte seine Anzugjacke ausgezogen. Ihr Blick blieb an den breiten Schultern hängen und einem schlanken Körper, der unter dem perfekt geschnittenen Hemd und der Hose nur aus Muskeln zu bestehen schien. Tief atmete sie ein, um ihren Puls zu beruhigen. Offensichtlich war sie ihn nicht gewohnt, diesen Anblick männlicher Perfektion. Sie sollte öfter ausgehen.
Dass sie so zurückgezogen gelebt hatte, machte ihr nichts aus. Cillas Tod nun verschaffte ihr mehr Freiheit. Trotzdem hatte sie sich in den letzten Wochen dazu zwingen müssen, das Haus zu verlassen. Die Trauer lastete schwer auf ihr, sie fühlte sich beraubt. Cilla hatte ihr Stabilität und Liebe gegeben, solange sie sich erinnern konnte. Avril wollte keine Freiheit, die auf Kosten ihrer Großtante ging. Sie vermisste die lebhafte, zerbrechliche und wundervolle Frau.
Deshalb war sie so unruhig. Und nicht, weil sie ihrem Chef persönlich so nahe war, statt durch einen Kontinent von ihm getrennt zu sein.
Er lockerte seine Krawatte und öffnete die zwei obersten Hemdknöpfe. „Es macht Ihnen doch nichts aus, Avril, oder? Es war ein langer Nachmittag, und ich hasse es, so in diesen Anzug eingezwängt zu sein.“
Aber er steht dir so gut.
Sie verkniff sich die Bemerkung. Dass er in Wirklichkeit noch attraktiver war als auf den Fotos, war ein Schock, mit dem sie auch nach ein paar Tagen gemeinsamer Arbeit noch zu kämpfen hatte.
Das ist lächerlich. Du arbeitest schon seit sechs Monaten für ihn.
Doch ihr Gehirn hatte Mühe, diesen umwerfend attraktiven, charismatischen Mann in Einklang zu bringen mit dem cleveren, fordernden und doch zugänglichen Chef, den sie durch E-Mails, Textnachrichten und Telefongespräche kennengelernt hatte. Der Mann, zu dem sie ein harmonisches Verhältnis und zu ihrer Überraschung sogar einen gewissen Grad an Freundschaft aufgebaut hatte.
Sie war seine einzige persönliche Assistentin, die im Vereinigten Königreich ihren Arbeitsplatz hatte. Sie stellte die Verbindung dar zu seinen geschäftlichen Interessen in England, während er in Zahdar lebte oder um die Welt reiste. Doch manchmal, wenn er während eines langen Telefonats schon gewusst hatte, was sie als Nächstes sagen würde, oder wenn er sie mit seinem trockenen Humor zum Lachen brachte, hatte sie das Gefühl gehabt, sie würden einander auf eine Weise verstehen, die über das Geschäftliche hinausging.
Sie hatte sich ihm näher gefühlt als irgendeinem anderen Menschen. Außer Cilla.
„Natürlich macht es mir nichts aus, Eure Hoh… Isam.“
In gespieltem Ernst schoss eine seiner dunklen Augenbrauen nach oben. Doch als sie seinen Vornamen benutzte statt seines Titels, lächelte er zustimmend.
Trotzdem schmeckte sein vertrauter Name fremd auf ihrer Zunge, obwohl sie ihn schon seit Monaten so ansprach. Da sie sich häufig unterhalten und sich immer besser verstanden hatten, hatte er darauf bestanden, die Vornamen zu benutzen. Avril war überrascht gewesen, aber was wusste sie schon, wie Royals tickten?
Doch was praktisch und einfach gewesen war, als er noch weit weg gelebt hatte, wurde immer schwieriger, seit sie zusammen in seiner Hotelsuite arbeiteten.
Weil er jetzt nicht nur dein Arbeitgeber ist. Sondern der erotischste Mann, den du je getroffen hast. Der erste Mann, der diese schlummernden weiblichen Sehnsüchte geweckt hat.
Avril hoffte, dass er keine Ahnung hatte, wie er sie empfinden ließ. Sie hatte das Gefühl, dass ihr Leben in sexueller Abstinenz – denn sie hatte andere Verpflichtungen und keine Zeit für einen Freund – nun ihren Tribut forderte. Noch nie hatte sie so lebhafte sexuelle Fantasien gehabt wie in den letzten paar Tagen, seit Isam in London war. Die letzte Nacht hatte sie stundenlang wach gelegen und sich ausgemalt, wie es sein würde, ihn zu berühren, zu küssen, ihn auszuziehen.
Es war sehr wichtig, dass sie professionell blieb, unberührt von seinem umwerfenden Lächeln!
Er ließ sich auf den Sessel neben ihr fallen. Aus dem Augenwinkel sah sie, dass er sie betrachtete. „Was halten Sie von ihm?“
„Ich?“ Eigentlich sollte sie nicht überrascht sein. Isam fragte sie oft nach ihrer Meinung. Doch etwas in seinem Ton brachte sie dazu, den Blick zu heben. „Es ist nicht meine Entscheidung, aber …“
„Das hat Sie vorher nie davon abgehalten, Ihre Meinung zu sagen.“
Avril zögerte verblüfft. Isam mochte fordernd sein, war jedoch nie ungeduldig. Sie hob das Kinn. „Ich würde nicht mit ihm zusammenarbeiten.“
Etwas flammte in seinem Blick auf, was sie jedoch nicht deuten konnte. „Reden Sie weiter.“
Sie zuckte die Schultern. „Auf dem Papier scheint der Deal vielversprechend. Aber ich bin mir nicht sicher, ob er seine Prioritäten richtig setzt, und das spricht nicht gerade für sein Urteilsvermögen. Er pumpt Geld in sein Hotel für Vorstandsetagen, aber es ist nicht ausgelastet. Vielleicht wegen des Standorts. Es sind die erschwinglicheren Unterkünfte, die dort das Geld bringen. Außerdem …“
Ein Nicken ermunterte sie, fortzufahren. „Über die Frage nach der Unterbezahlung seiner Angestellten ist er hinweggegangen. Nach dem, was ich herausfinden konnte, ist das laufend ein Problem. Abgesehen von der rechtlichen Seite: Möchten Sie mit jemandem einen Deal machen, der sein Personal nicht schätzt und richtig entlohnt? Falls Sie das Hotel erwerben, würde ich ihn nicht als Führungskraft behalten wollen.“
„Ich habe ihn dabei erwischt, wie er Sie angestarrt hat.“
Unbehaglich hob sie die Schultern. „Manche Männer scheinen dem Drang nicht widerstehen zu können, eine Frau anzüglich anzustarren.“ Selbst eine ganz normale Frau in einem schlichten marineblauen Kostüm und weißer Bluse.
„Ich entschuldige mich dafür, dass er Ihnen Unbehagen bereitet hat, Avril. Deshalb habe ich das Meeting abgebrochen. Ich will keine Geschäfte mit ihm machen. Aber ich musste ihn treffen, um sicher zu sein, dass ich mich richtig entschieden habe.“ Er klang nun schärfer. „Dieses kurze Treffen hat mich überzeugt.“
Isam hatte das Meeting beendet, weil sein Besucher sie angeglotzt hatte? Avril hatte gewusst, dass etwas nicht stimmte, denn sie hatten nur die Hälfte der Punkte besprochen, die sie vorbereitet hatte.
„Ist schon in Ordnung. Ich …“
„Nein, es ist überhaupt nicht in Ordnung, und das habe ich ihm eben auch klar gemacht. Tut mir leid, dass das passiert ist.“
Er hatte den Kerl auf sein Verhalten angesprochen?
Avril rief sich in Erinnerung, dass es nur das war, was jeder anständige Mensch tun würde. Sie hätte es selbst machen sollen, statt so zu tun, als wäre nichts. Dass Isam das Verhalten nicht ignoriert und etwas dagegen unternommen hatte, erfüllte sie mit einem Gefühl der Wärme.
Du bist nicht hier, um etwas zu empfinden, sondern um zu arbeiten.
„Ich werde meine Notizen ins Reine bringen und sie Ihnen dann schicken. Und die Liste der Aktionspunkte des heutigen Meetings.“
Obwohl es ein langer Tag gewesen war und trotz der Begegnung mit Drucker, hatte es ihr Spaß gemacht, mit Isam zusammen zu sein. Sie mochte seine Art zu arbeiten und dass er ihre Meinung schätzte. Deshalb wollte sie noch nicht gehen. Außerdem hasste sie die Vorstellung, in das leere Haus zurückzukehren, in dem sie mit Cilla gewohnt hatte. Isam war so lebendig, so real und stark. Sie sehnte sich nach ein wenig Stärke und Sicherheit, sehnte sich danach, mit ihm zusammen zu sein, als Gegengift gegen die trostlose Einsamkeit ihres Zuhauses.
„Danke.“
Isam hielt inne und runzelte die Stirn. „Ich fliege morgen nach Zahdar zurück, aber es gibt noch ein paar Dinge, die ich klären muss.“ Er warf einen Blick auf seine Uhr, die wahrscheinlich genauso viel gekostet hatte wie Cillas Haus, wenn nicht sogar mehr. „Es ist schon spät, aber können Sie noch bleiben, um zu arbeiten?“
Avril zögerte. Nicht, weil sie ihm ihre Zeit nicht gönnte. Sondern weil es keine gute Idee war, noch länger mit Isam in seiner Privatsuite zu arbeiten.
Weil sie nicht mehr wusste, was sie ihm gegenüber empfand.
...| Erscheint lt. Verlag | 18.3.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Übersetzer | Rita Koppers |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7515-3468-7 / 3751534687 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3468-0 / 9783751534680 |
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