Heiße Küsse für die gestohlene Braut (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3470-3 (ISBN)
Der perfekte Racheplan? Aristide will die Hochzeit seines verhassten Halbbruders platzen lassen. Und dessen Braut, die scheue Francesca, entführen! Aber alles kommt ganz anders. Denn Francesca ist unendlich erleichtert, dass sie nicht seinen Bruder heiraten muss. Und von scheu kann gar keine Rede sein! Dieses wunderschöne Temperamentsbündel weckt in Aristide ein unbezähmbares Verlangen. Dazu noch ein tieferes Gefühl, an das er nie glaubte - wie kann etwas, das so kaltherzig gedacht war, sich so warm und richtig anfühlen ...
1. KAPITEL
Francesca Campo saß in ihrer geschmackvoll eingerichteten Suite in Valentino Bonapartes Herrenhaus und betrachtete sich in dem goldverzierten Spiegel. Sie sah perfekt aus. Nicht eines ihrer langen dunklen Haare hatte sich aus der kunstvollen Frisur gelöst, das Make-up war makellos. Und das weiße Brautkleid – extra für sie geschneidert – würde ihr aus jedem Blickwinkel schmeicheln.
Mit weniger würde sie sich auch nicht zufriedengeben. Auf diesen Augenblick hatte sie jahrelang hingearbeitet, hart und verzweifelt. In nur wenigen Stunden würde sie Francesca Bonaparte sein.
Und frei.
Vier Jahre lang hatte sie minutiös geplant, ihrem Vater zu entkommen. Was vor ihr lag, war mit Sicherheit besser als das, womit sie aufgewachsen war.
Vale war vielleicht ein bisschen … zugeknöpft. Unnahbar. Doch sie verstanden einander. Sie hatte ihn nach sorgsamer Prüfung ausgesucht. Vale würde ihr alles geben, was sie brauchte. Vor allem Freiheit. Und Sicherheit auf dieser schönen Insel, die der italienischen Küste vorgelagert war. Hier würde ihr Vater ihr nichts anhaben können.
Natürlich nur, wenn dieser Tag verlief wie geplant. Vor Sorge zog sich ihr der Magen zusammen, doch das war normal. Sie hatte ihr ganzes Leben mit dem Versuch zugebracht, ihrem unberechenbaren, gewalttätigen Vater aus dem Weg zu gehen, der sich wegen seines Reichtums für unbesiegbar hielt. Sie war die Schachfigur, die er in der von ihm geschaffenen Welt herumgeschoben und in ein tadelloses, unterwürfiges Geschöpf verwandelt hatte – das glaubte er jedenfalls.
Er ahnte nicht einmal, dass er stattdessen einen Menschen großgezogen hatte, der seine Flucht plante. Niemand hätte Francesca diese pragmatische, zielstrebige Kaltschnäuzigkeit zugetraut. Alle sahen in ihr nur das makellose Wesen, zu dem ihr Vater sie gemacht hatte.
Auch in der Presse wurde Francesca als die personifizierte Tugendhaftigkeit dargestellt, geradezu als Heilige, die eines Tages Bertini Campos gewaltiges Vermögen erben würde. Niemand hatte je eine Schwäche an ihr feststellen können – die hatte ihr Vater ihr schon vor langer Zeit mit seinen Schlägen ausgetrieben –, und sie würde nicht gerade am wichtigsten Tag ihres Lebens damit anfangen.
Selbst jetzt, nach jahrelanger harter Arbeit, konnte Francesca kaum glauben, dass sie es geschafft hatte. Am Anfang hatte sie geglaubt, vorgeben zu müssen, sich rettungslos in Vale Bonaparte verliebt zu haben. Seinem Ego und Stolz schmeicheln und die vorbildlich fügsame Braut spielen zu müssen.
Doch so war es nicht gewesen. In den Monaten, die sie damit verbracht hatte, um ihn zu werben, hatte sie vielmehr festgestellt, dass er keinerlei Interesse an Leidenschaft oder Romantik hatte.
Was er wollte, war ein Deal, genau wie sie. Sie verstanden einander, würden sich gegenseitig helfen, und das war es.
Sie sah ein letztes Mal in den Spiegel, holte tief Luft und zählte die Sekunden, während sie sie langsam wieder ausstieß. Ehe sie sich ihr schönstes, süßestes und unschuldigstes Lächeln ins Gesicht zauberte, das sie den Gästen schenken würde.
Kameras würde es nicht geben. Niemanden, der nicht auf der sorgfältig ausgesuchten Gästeliste stand. Darauf hatte Vale bestanden, und sie, die gehorsame, perfekte Verlobte, hatte eingewilligt. Natürlich hätte sie nichts gegen das eine oder andere Foto gehabt. Und tief in sich auch nichts gegen eine große, ausgelassene Party, mit der sie ihre neugewonnene Freiheit hätte feiern können.
Doch solche Launen hielt Francesca schon lange in sich verschlossen. Stattdessen betrachtete sie diese kleine, sehr private Trauung als Atempause, denn ihr Vater hatte stets dafür gesorgt, dass Kameras ihr folgten, um ihren Ruf als perfekte Erbin zu festigen.
Und sie zur Gefangenen zu machen.
Tugendhaft genug, um als akzeptabel zu gelten, und wohltätig genug, um nicht als oberflächlich betrachtet zu werden. Sie hatte die Universität besucht und ihren Intellekt bewiesen, sodass die Gerüchte, ihr Vater würde ihre Noten mit Geld erkaufen, ins Leere liefen. Sie kleidete sich zurückhaltend, lächelte, stritt sich nie und gab jedem in ihrer Umgebung das Gefühl, ihm zuzuhören.
Sie wusste, wie man Menschen um den Finger wickelte. Und all die Male, die sie sich auf die Zunge gebissen und eine Maske getragen hatte, an der sie manchmal beinahe erstickt war, … das alles machte sich jetzt bezahlt.
Francesca trat an das Bogenfenster, das zur Auffahrt hinauszeigte. Draußen wartete ein warmer, sonniger Tag, und die ersten Gäste trafen bereits ein. Gleich war es so weit. Sie war fast frei.
Doch dann entdeckte sie eine Frau, die sich einen Seidenschal um den Kopf gebunden hatte, was angesichts der hohen Temperatur ungewöhnlich war. Francesca betrachtete die Frau, deren halb sichtbares Profil ihr eigenartig bekannt vorkam. Und als die Frau den Kopf wandte, erkannte Francesca sie.
Sie hatte schon zahllose Fotos von ihr gesehen.
Das war kein gewöhnlicher Gast. Es war Prinzessin Carliz de las Sosegadas. Und sie stand nicht auf der Gästeliste.
Vor Panik zog sich Francesca der Brustkorb zusammen. Vales Ex-Geliebte durfte ihr das hier nicht ruinieren, Prinzessin hin oder her. Hastig trat sie vom Fenster zurück. Jetzt ging es darum, das Schlimmste zu verhindern. Francesca würde großes Aufheben um das Auftauchen der Prinzessin machen – als sei sie herzlich eingeladen.
Als wären sie alle miteinander befreundet, damit die Presse es nicht aussehen lassen würde, als gäbe es ein Problem. Damit die Frau diese Hochzeit nicht stören konnte.
Francesca griff nach ihrem Telefon, um ihre Assistentin anzurufen, hielt aber inne, als sie hörte, wie die Tür zu ihrer Suite geöffnet wurde. Da sie darauf bestanden hatte, vor der Trauung allein gelassen zu werden, um sich vorzubereiten und zu beten, nahm sie an, dass es nur ihr Vater sein konnte, der ungebeten eindrang und noch immer glaubte, die Heirat mit Vale wäre seine Idee gewesen, sein Geniestreich.
Francesca biss die Zähne zusammen, holte Luft und setzte ein unterwürfiges Lächeln auf, bevor sie sich zu ihm umdrehte. Das letzte Mal, dass sie ihm etwas vormachte, schwor sie sich. Sie würde ihn loswerden und dann …
Nur dass es nicht ihr Vater war. Es war überhaupt niemand, den sie kannte. Zumindest nicht persönlich. Das Gesicht des Mannes hatte sie schon in vielen Klatschblättern gesehen und zahlreiche Geschichten über ihn gehört – jeder sprach über ihn. Bis auf Vale, der es sehr gründlich vermied, mehr als nötig über seinen wilden, ungestümen und unehelichen Halbbruder Aristide zu reden.
Dabei sahen sie sich so ähnlich. Dichtes dunkles Haar, breite Schultern, unverschämt attraktive Gesichtszüge und olivfarbene Haut. Bis auf die Augen hätte man sie für Zwillingsbrüder halten können. Aber Vales Augen waren blau und die des Mannes dunkel.
Und dieses Lächeln erst. Es schien eine Wildheit und Gefahr anzudeuten, die Vale, wenn er sie auch in sich trug, gut verborgen hielt.
„Ciao“, begrüßte Aristide Francesca, während er leise die Tür hinter sich ins Schloss zog. Er trug einen maßgeschneiderten Frack, nicht viel anders als der, den Vale bei der Trauung tragen würde. Doch während Vale darin überaus elegant aussehen würde, wirkte Aristide lässig und frech. Sein dunkles Haar war ein wenig zerzaust, als wäre erst vor Kurzem eine Frau mit den Fingern hindurchgefahren. Seine Haltung war aufrecht, die Schultern waren breit, und er hatte eine Ausstrahlung, als interessierte ihn nicht im Geringsten, was um ihn herum geschah.
Denn in dieser Welt drehte sich alles um ihn.
Die Eindrücke, die dieser Mann vermittelte, ohne etwas dafür zu tun, verwirrten Francesca. Einen Moment lang vergaß sie, sich eigentlich um eine Prinzessin kümmern zu müssen, die ihre Trauung platzen lassen wollte.
„Hallo“, gab sie vorsichtig zurück. Als er nichts sagte, fiel ihr wieder ein, wer sie war. Sie lächelte. Senkte den Blick, als wäre sie schüchtern. „Du bist Aristide, oder? Vales Bruder.“
„Ja, ich bin Valentinos Halbbruder.“
Mehr sagte er nicht. Francesca schluckte ihre Frustration hinunter – er ruinierte ihren Zeitplan. Sie musste sich beeilen, ihre Version der Ankunft der Prinzessin zu verbreiten, bevor es jemand anderes tat. Dennoch behielt sie ihr Lächeln bei und tat, was sie immer tat. Freundlich wirken, Hände schütteln, Fragen stellen. Interesse heucheln. Und herausfinden, was er hier wollte. Sie hielt ihm eine Hand hin. „Ich bin Francesca und freue mich sehr, dich …“
Er nahm die Hand, schüttelte sie jedoch nicht. Hielt sie einfach fest und drehte sie einmal nach rechts, einmal nach links, als beobachtete er, wie ihre Ringe im Licht funkelten. Etwas an dieser Bewegung, an der Berührung, der Größe seiner Hand hinderten sie daran, den Satz zu beenden.
Langsam hob er den Blick von ihrer Hand und sah ihr in die Augen. Die Wirkung seines dunklen Blicks – wissend und arrogant, mit einem Anflug von Humor, den sie bei Vale nie gesehen hatte – war wie eine Detonation.
„Ich weiß genau, wer du bist, cara.“
Sein Lächeln traf sie mit tödlicher Wucht. Sie verstand einfach nicht, warum es ihr den Atem raubte und sie sprachlos machte.
Doch sie behielt ihr Lächeln bei und wartete...
| Erscheint lt. Verlag | 18.3.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Übersetzer | Anja Görgens |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7515-3470-9 / 3751534709 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3470-3 / 9783751534703 |
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