G. F. Unger Western-Bestseller Sammelband 76 (eBook)
192 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-7718-6 (ISBN)
3 spannende Westernromane lesen und sparen!
G.F. Unger ist der erfolgreichste deutschsprachige Western-Autor. Mit einer Rekordauflage von über 250 Millionen Exemplaren gehört er zur internationalen Spitzenklasse der Spannungsliteratur. Und das zu Recht!
Niemand vermag es wie er, die unermesslichen Weiten des amerikanischen Westens und die Stärke der unerschrockenen Männer, die sie erschlossen, zu beschreiben. Erleben Sie den amerikanischen 'Wilden Westen', wie nur G.F. Unger ihn schildern kann: hart, authentisch, leidenschaftlich.
Dieser Sammelband enthält die Folgen 2575 bis 2577:
2575: Mort Cabes Gesetz
2576: River-City-Marshal
2577: Jagt Kilrain!
Der Inhalt dieses Sammelbands entspricht ca. 192 Taschenbuchseiten.
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Der bleiche Spieler betrachtet ihn mit stumpf wirkenden Augen, in deren Hintergrund jedoch ein Glitzern stärker zu werden beginnt. Ja, sein Fischblick, der bisher während des Spiels keine Empfindungen verriet, wird immer funkelnder.
Nach einer Weile fragt er Ben Yates: »Sie haben an mich am wenigsten verloren, nicht wahr? Aber Sie gehören nicht zu meiner Gilde?«
»Nein«, erwidert Ben Yates.
Mehr sagt er nicht.
Er betrachtet den Spieler noch einmal ernst und lässt dabei nichts erkennen, weder Abneigung noch die Bereitschaft zu Freundlichkeit.
Dennoch verspürt der Spieler etwas. Er vermag es noch nicht zu bestimmen, aber seine Nasenflügel vibrieren, so als würde er Witterung zu nehmen versuchen.
Sein Instinkt beginnt ihn zu warnen, obwohl er noch keine Anhaltspunkte für eine Gefahr erkennen kann.
Ben Yates erhebt sich plötzlich und verharrt mit der Zigarette zwischen den harten Lippen. Seine Hände hat er mit den Daumen hinter den Hosengürtel gehakt.
Er ist ein großer Mann von mehr als sechs Fuß und zwei Zoll. Bei aller Hagerkeit wiegt er an die hundertachtzig Pfund, denn er besteht aus starken Knochen und sehnigen Muskeln. Sein braunes Gesicht wirkt indianerhaft, ebenso sein schwarzes Haar.
Vielleicht ist ein Viertel Indianerblut in ihm.
Nur seine Augen sind hellgrau.
Er nickt dem Spieler noch einmal zu und verlässt den Pokertisch.
Der Spieler aber bleibt sitzen, streicht die Karten zusammen und beginnt eine Patience auszulegen, so als hoffte er auf eine Antwort der Karten auf seine Fragen, die nun aus seinem Kern aufsteigen.
Aber die Patience will nicht aufgehen.
Sie will keine Fragen beantworten, und so steigt in ihm die Unsicherheit an.
Der Mann heißt Jack Donovan.
Er blickt wieder auf seine Hände, die jetzt abermals die Karten zusammenstreichen. Dabei sieht er natürlich auch die Tätowierung auf seinem linken Handrücken, aber er bringt sie nicht in Zusammenhang mit den leisen Warnsignalen seines Instinkts.
Da keine weiteren Spieler an seinen Tisch treten und sich deshalb keine neue Pokerrunde bilden kann, erhebt er sich mit einem Ruck, geht zum Schanktisch hinüber und lässt sich noch einen Drink geben.
Dabei überlegt er, durch welche Tür er die Spielhalle des Saloons verlassen soll.
Es gibt da drei Möglichkeiten für ihn.
Er wählt den unscheinbaren Seitenausgang in die schmale Gasse.
Bevor er diese Tür öffnet und in die dunkle Nacht hinaustritt, verharrt er drei Atemzüge lang mit geschlossenen Augen, sodass sich die Augen schneller an die Dunkelheit gewöhnen können.
Doch es nützt ihm nichts. Als er die Tür hinter sich schließt, da bekommt er es erbarmungslos auf den Hut.
Und dann weiß er eine Weile nicht, was mit ihm geschieht.
✰✰✰
Jack Donovan erwacht etwa eine halbe Stunde später und bleibt erst einmal bewegungslos liegen, so als wäre er immer noch ohne Besinnung.
Doch er lauscht mit immer wacher werdenden Sinnen, hört also nicht nur den Strom rauschen, sondern riecht ihn auch.
Ja, er riecht den Missouri, nicht den Mississippi.
Wer ihn auch in der Gasse niedergeschlagen hat, er schaffte ihn weiter stromauf. Und der Missouri riecht anders als der Mississippi. Jack Donovan weiß es längst.
Er hört nun den Mann neben sich sagen: »Du hast die Wahl, mein Freund.«
Das letzte Wort klingt nicht freundlich, denn der Klang der Stimme verrät eine böse Gnadenlosigkeit.
Jack Donovan hat die Stimme sofort wiedererkannt. Er versucht herauszufinden, ob er noch bewaffnet ist. Doch er spürt die Waffe im Schulterholster und auch den kleinen Derringer im Ärmel nicht mehr. Und so weiß er, dass auch das Messer im Stiefelschaft unter der Hose nicht mehr vorhanden sein wird.
Erst nach einer Weile fragt er: »Welche Wahl habe ich?«
»Ob ich dich schnell und schmerzlos oder langsam und schmerzvoll umbringen werde. Oder ob ich dir die Gnade eines fairen Duells zubillige.«
Als Jack Donovan dies hört, beginnen seine Gedanken zu jagen.
Denn eines weiß er nun: Etwas aus seiner Vergangenheit muss ihn eingeholt haben. Der Mann neben ihm hätte ihn schon in der Gasse ausrauben können.
Was also hat ihn jetzt eingeholt?
Und da wäre eine Menge möglich.
Und so fragt er: »Was hätte ich zu tauschen?«
Der Mann neben ihm lacht grimmig. Dann sagt er: »Es geschah vor fünf Jahren im letzten Kriegsjahr. Ich bin sicher, dass du dich nun erinnern kannst.«
Als Jack Donovan das hört, da atmet er schneller.
Dann fragt er: »Und so lange hast du nach einem von uns gesucht? Oder bin ich der letzte Mann von uns?«
»Nein, der Erste. Und ich will die anderen. Verrate mir, wo ich sie finden kann. Dann gebe ich dir eine Chance.«
Jack Donovan schweigt einige lange Atemzüge.
Dann setzt er sich stöhnend auf und hält sich den Kopf, wo seine tastenden Fingerspitzen eine dicke Beule berühren.
»Wie hast du mich gefunden?«
»Zufällig, mein Freund, zufällig. Ich hatte die Suche schon vor zwei Jahren aufgegeben. Doch dann saß ich an deinem Spieltisch und sah die Tätowierung auf deinem linken Handrücken. Ich weiß, dass es nur noch fünf von euch gibt. Wo finde ich die anderen?«
Wieder denkt Jack Donovan nach, und er weiß, dass er es mit einem harten Mann zu tun hat. Er saß ihm ja einige Stunden beim Poker gegenüber und konnte ihn studieren und abschätzen. Also gibt er sich keinen Illusionen hin. Überdies brummt ihm der Schädel.
Aber nach einer Weile fragt er: »Und du gibst mir die Chance zu einem Duell?«
»Wenn du mir verrätst, wo ich die anderen finde.«
»Und du würdest mir glauben? Ich könnte dir sonst was erzählen.«
Wieder schweigen sie eine Weile, hören nur den Fluss neben sich und riechen das schlammige Wasser, welches aus den Bergen von Montana kommt, fast dreitausend Meilen weit stromauf.
Aber man nennt den Oberen Missouri ja auch Big Muddy, also Großer Schlammfluss. Und diesen Geruch hat er auch hier an der Mündung in den Mississippi noch, wenn auch viel schwächer.
Im Strom plätschern Fische, und der Geruch des schlammigen Wassers mischt sich mit dem der Erde, des Grases und der Büsche. Auch Holz vom letzten Hochwasser liegt da und dort.
Jack Donovan wird sich in diesen Minuten all dieser Düfte und Gerüche bewusst. Denn sie lassen ihn begreifen, wie prächtig doch das Leben ist, wenn man davonkommen könnte. Er möchte dieses Leben nicht verlieren. Und vor allen Dingen will er noch oft mit Frauen im Bett liegen, ganz gleich, ob er sie sich kaufen muss oder sie es freiwillig tun, weil sie einen Mann wollen.
Er fand immer welche, die sich mit ihm einließen. Denn er war stets ein erfolgreicher Spieler, der den Frauen etwas bieten konnte.
Jetzt wird er sich in der sterbenden Nacht bewusst, wie sehr er dieses Leben liebte.
Ben Yates murmelt nun neben ihm: »Wenn du mich im Duell schlagen kannst, kann es dir gleich sein, dass du deine Kumpane verraten hast. Und wenn du von mir getötet wirst, dann kannst du ziemlich sicher sein, dass sie dir in die Hölle folgen. Also?«
Abermals schweigt Jack Donovan lange. Nun sieht er die Bilder von damals vor seinen Augen. Er hatte das schreckliche Geschehen schon fast vergessen und hätte niemals gedacht, dass es ihn nach fünf Jahren wieder einholen würde.
Endlich fragt er: »Und woher weißt du, dass du uns an den Tätowierungen erkennen kannst? Es gab doch keine Überlebenden damals, als wir in das prächtige Herrenhaus der Plantage eindrangen, in dem deine Familie lebte. Wir ließen damals keine Lebenden zurück. Wie konntest du alles erfahren? Ich will und muss das wissen.«
»Es gab einen kleinen Küchenjungen, der unserer Köchin half. Der war so klein, dass er sich verstecken konnte, wo niemand einen Menschen vermutete, nämlich hinter der Holzkiste neben dem Ofen. Er sah und hörte alles. Ihr wart ja so stolz darauf, dass ihr die letzten fünf überlebenden Skorpione wart. Und der Krieg war beendet. Ihr wolltet alle nach Norden, wo man euch nicht kannte. Also, wo sind die anderen?«
Jack Donovan stößt nun einen seltsamen Laut aus.
Dann murmelt er: »Es ging uns eine lange Zeit dreckig. Wir konnten lange keine Beute mehr machen. Als wir von den Goldfunden in Montana hörten, wollten wir hin. Aber ich blieb hier bei einer Frau hängen und habe nie wieder etwas von den vier anderen gehört. Du musst sie weiter im Norden suchen, vielleicht im Goldland oder als Büffeljäger irgendwo auf der Prärie – oder gar bei der Armee. Wir waren damals völlig abgebrannt und wurden gesucht im Süden. Damals gingen viele von unserer Sorte zur Armee. Die nahm jeden Mann, der gegen die Indianer kämpfen konnte, und fragte nicht nach seiner Vergangenheit. Mehr kann ich dir nicht sagen. Ich wurde in den fünf Jahren ein erfolgreicher Spieler.«
»Und die Frau, bei der du geblieben bist?«
»Die gebar mir einen toten Sohn und starb selbst dabei.«
Jack Donovan verstummt kalt, fast mit einem verächtlichen Klang in der Stimme. Dann fügt er hinzu: »Aber sie vererbte mir mehr als tausend Dollar, die...
| Erscheint lt. Verlag | 18.1.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Anthologie • Bestseller • Box • bud-spencer • buffalo-bill • Bundle • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Collection • Country • Cowboy • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • e-bundle • eBundle • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • g f barner • Großband • Indianer • jack-slade • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • Paket • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Sammelband • Sammlung • Serie • sonder-edition • Staffel • Western-roman • Wilder Westen • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp |
| ISBN-10 | 3-7517-7718-0 / 3751777180 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-7718-6 / 9783751777186 |
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