Das größte Abenteuer ist die Liebe (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3460-4 (ISBN)
Geläutert von einem Dschungelabenteuer, bei dem er beinahe sein Leben verloren hat, kehrt Trip Winslow nach New York zurück. Endlich ist er bereit, das Familienunternehmen zu übernehmen! Doch der Vorstand hält ihn für viel zu verantwortungslos. Was kann er tun, um seine Seriosität zu beweisen? Spontan behauptet er, verlobt zu sein - mit der vernünftigsten Frau, die er kennt: Lily Dempsey. Aber wird seine heimliche Ex-Geliebte sein Spiel überhaupt mitmachen? Auch wenn immer noch sinnliche Funken zwischen ihnen fliegen, hasst Lily ihn, oder?
<p>Louise Fuller war als Kind ein echter Wildfang. Rosa konnte sie nicht ausstehen, und sie kletterte lieber auf Bäume als Prinzessin zu spielen. Heutzutage besitzen die Heldinnen ihrer Romane nicht nur ein hübsches Gesicht, sondern auch einen starken Willen und Persönlichkeit. Bevor sie anfing, Liebesromane zu schreiben, studierte Louise Literatur und Philosophie. Später arbeitete sie dann als Journalistin für die Lokalzeitung von Turnbridge Wells im Südosten Englands, wo sie noch heute mit ihrem Ehemann und ihren sechs Kindern lebt.</p>
1. KAPITEL
Trotz der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit warteten bereits fünfzig oder sechzig Fotografen vor der Firmenzentrale.
Allerdings nicht auf ihn.
Trip Winslow schaute aus dem getönten Fenster der Limousine. Niemand wusste, dass er kommen würde. Unglaublicherweise war es ihm trotz der vielen Kommunikationsplattformen der modernen Welt gelungen, inkognito zu bleiben – dank eines Anrufs bei Lazlo, dem Manager des Diamond Clubs. Lazlo hatte das heiße Bad inklusive Rasur, den Wagen samt Fahrer sowie alle Sicherheitsvorkehrungen schnell, unauffällig und mit der gleichen unerschütterlichen Ruhe arrangiert, mit der er alles tat. Genau das war es, was ihn für die zehn reichsten Menschen der Welt, die eine kleine Elite innerhalb des Clubs bildeten, so wertvoll machte.
Noch immer galt Trips Verschwinden als die Geschichte des Jahres, vielleicht sogar des Jahrzehnts. Denn wie oft löste sich einer der reichsten Männer der Welt einfach in Luft auf? Daher hatte er damit gerechnet, dass Paparazzi und Reporter hier in New York sein würden.
Trip ließ seinen Blick aus stahlblauen Augen über die Gruppe von Männern wandern, die sich auf den Stufen des ikonischen Winslow Buildings versammelt hatten. Es fühlte sich an, als sei er in einen Hinterhalt geraten.
Ein Anflug von Panik stieg in ihm auf. Einen Moment befand er sich wieder im Dschungel. Sein Herz klopfte wild, als er sah, wie sich einige Männer auf ihn zubewegten – die Augen zusammengekniffen und mit Pistolen in den Händen, die sie wie in diesen Videospielen hielten, die er als Teenager ununterbrochen gespielt hatte.
Nur dass diese Gangster echt gewesen waren. Und ihre Kugeln auch.
„Soll ich zur Rückseite fahren, Mr. Winslow? Alternativ kann ich den Sicherheitsdienst rufen, um die Straße abzusperren?“
Einen Moment antwortete er nicht auf die Frage des Fahrers. Selbst jetzt, zehn Monate nach dem Tod seines Vaters, fiel es ihm immer noch schwer zu begreifen, dass nun er dieser Mr. Winslow war.
Für ihn würde der Titel immer seinem Vater, Henry Winslow II, gehören.
Sein älterer Bruder Charlie hätte sich darüber nie Gedanken gemacht. Unwillkürlich versteifte sich Trip. In vielerlei Hinsicht fühlte es sich an, als würde er seinen Bruder kaum kennen, und jetzt war es zu spät, das zu ändern, denn Charlie war tot. Vor drei Jahren waren er und ihre Mutter bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Jetzt war nur noch Trip übrig, der Ersatz, der ewige Zweite, der nur gewonnen hatte, weil sein Gegner den Platz vorzeitig verlassen hatte.
Nicht, dass er sich nicht als CEO bewiesen hätte. Doch die Position war für Charlie bestimmt gewesen. Er hätte die Firma übernehmen sollen. Charlie war nicht nur zwölf Jahre älter gewesen, sondern ihr Vater hatte ihn seit seiner Geburt als seinen Erben erzogen. Vor allem aber entsprach es Charlies Charakter, sich seinem Vater unterzuordnen.
Im Gegensatz zu Trip.
Seit Trip sich erinnern konnte, hatte er mit Henry Winslow II gestritten. Vermutlich verbarg sich hier auch die Erklärung, weshalb er Trip genannt wurde. So fiel es seinem Vater leichter, sich von seinem dickköpfigen Sohn zu distanzieren, der zwar seinen Namen trug, nicht aber seine Meinungen und Ansichten teilte.
Als Trip aufsah, schaute er an dem fragenden Gesicht seines Fahrers vorbei und musterte sich selbst im Rückspiegel. Seine Augen waren genauso blau wie die seines Vaters. Das war aber auch das Einzige, was sie gemeinsam hatten. Zwar war er seinem Vater und Charlie nach Harvard gefolgt, hatte das Studium jedoch abgebrochen, um ein Unternehmen zu gründen, welches bereits im ersten Jahr gescheitert war.
Jedoch hatte er aus seinen Fehlern gelernt, und sein zweites Unternehmen erreichte bereits im ersten Jahr einen Wert von einer Milliarde Dollar.
Wahrscheinlich hätte er mit seinem Gewinn eine weitere Firma gegründet, wenn sein Erfolg nicht die Aufmerksamkeit des Vaters auf sich gezogen hätte. Zu seinem Erstaunen hatte Henry ihm angeboten, den Geschäftsbereich Fernost in Hongkong zu übernehmen. Sein Vater war kein Spieler und scheute notorisch jedes Risiko, deshalb wusste Trip, dass er auf die Probe gestellt wurde. Dieses Wissen gab ihm ein Gefühl der Zielstrebigkeit. Verstärkt kümmerte er sich um die schwächelnden Bereiche des Unternehmens, woraufhin jeder dieser Sektoren aufblühte.
Zähneknirschend gab sein Vater irgendwann zu, dass er seine Sache gut gemacht hatte. Daher war Trip kurz vor Charlies Tod nach London gewechselt, um das Europageschäft zu leiten. Dort erregten seine kreativen Geniestreiche die Aufmerksamkeit der Wirtschaftspresse und bescherten Winslow Inc. das profitabelste Jahr aller Zeiten. Doch selbst das war für seinen Vater nicht genug.
Denn Fehler, Misserfolge oder falsche Entscheidungen waren für Henry Winslow II nicht hinnehmbar. Einst ein dekorierter Marineoffizier, hatte er damals die bescheidene Baufirma seines Vaters übernommen und zu dem heutigen multinationalen Konglomerat vergrößert. Er galt als zurückhaltend und emotional distanziert.
Trip biss die Zähne zusammen. Nur hatte sich mittlerweile herausgestellt, dass sein Vater gar nicht so zurückhaltend gewesen war.
Einen Moment verkrampfte sich alles in ihm, als er sich daran erinnerte, wie er in den Sachen seines Vaters die Briefe gefunden hatte – Briefe von einer Frau namens Kerry. Briefe voller Leidenschaft und Liebeserklärungen.
Ohne dich bin ich blind … mit dir zusammen zu sein, lässt mich den Himmel voller Sterne sehen, meine Liebe …
Der Schock hatte Trip nach Ecuador getrieben, zu den wilden Wassern des Rio Upano und weiter in den Regenwald, direkt in die Hände von zufällig vorbeikommenden Mitgliedern eines Drogenkartells, die ihn gefangen genommen hatten.
Er starrte durch das Fenster nach draußen. Sein Blick blieb an einem Paar hängen, das sich zwischen den stehenden Autos hindurchschlängelte. Der grauhaarige Mann hielt die Hand der Frau neben ihm. Seine Ehefrau? Vor den Ereignissen von Ecuador wäre Trip keine andere Vermutung in den Sinn gekommen. Nun gingen ihm andere Möglichkeiten durch den Kopf.
Zwischen seinem Vater und seiner Mutter hatte immer eine Distanz geherrscht, sodass die Untreue seines Vaters in gewisser Weise keine große Überraschung hätte sein dürfen. Aber nach außen hin hatte Henry Winslow II ein absolut perfektes Leben geführt. Jeder wusste, wie schroff und unversöhnlich er dem Versagen anderer, insbesondere dem seines jüngsten Sohnes, gegenüberstand. Und doch hatte er die ganze Zeit selbst die Regeln gebrochen, hatte gelogen, betrogen, getäuscht …
War es da verwunderlich, dass Trips Welt aus den Fugen geraten war, als er die Wahrheit herausgefunden hatte?
„Mr. Winslow?“
Die Stimme des Fahrers drängte sich in seine Gedanken. Trip richtete seinen Blick wieder auf die wartenden Fotografen. Wie alle Paparazzi sahen sie hungrig und entschlossen aus. „Wir nehmen den Haupteingang.“ Er deutete auf den Wagen, der vor ihnen zum Stehen kam. „Die Sicherheitsleute werden schon mit ihnen fertig.“
Sein Vater hätte genau das Gegenteil getan. Oder vielleicht auch nicht. Nachdem Trip die Briefe gelesen hatte, war er sich nicht mehr sicher, ob er überhaupt wusste, wer Henry Winslow II gewesen war.
Als der Fahrer die Tür öffnete, traf ihn die Hitze wie eine Wand. Aber ihm blieb kaum Zeit für die Erkenntnis, weil die Fotografen sich umdrehten und ihn entdeckten. Einen winzigen Moment senkte sich Stille über die Menge. Allen schien gleichzeitig der Mund offen zu stehen, als seien sie von seinem plötzlichen Auftauchen überrascht worden. Aber es kam ja auch nicht oft vor, dass jemand von den Toten zurückkehrte.
„Er ist es!“, schrie jemand. „Es ist Trip!“
Und wie Ameisen, die eine leckere Mahlzeit witterten, stürmten alle auf den Wagen zu.
„Mr. Winslow, stimmt es, dass sie angeschossen wurden?“
„Haben Sie Ihr Gedächtnis verloren, Trip?“
„Haben Sie sich versteckt oder verirrt?“
„Hier drüben, Mr. Winslow! Hierher!“
Er war an die Presse gewöhnt und damit aufgewachsen, mit den Paparazzi Verstecken zu spielen. Aber als die Mikrofone und Kameras wie eine Welle immer näher kamen, spürte er, wie sich sein Herzschlag beschleunigte.
Wie er gehofft hatte, beherrschten die Sicherheitsleute ihren Job und hielten die Meute zurück, sodass er unbehelligt die Treppen hinauf ins Büro gehen konnte.
Eine der Maximen seines Vaters lautete, dass die Natur sich nicht ins Geschäft einzumischen hatte. Es spielte keine Rolle, ob New York schmolz oder unter einer meterhohen Schneedeckte begraben war, im Gebäude herrschte immer die gleiche Temperatur. Heute jedoch kam ihm das Foyer mit dem polierten Marmorboden und der Holzvertäfelung irgendwie anders vor. Kühler, vertraut, und doch auf eine Weise verändert, die er nicht genau benennen konnte.
Auch er fühlte sich anders. Zweifellos war das der Grund, weshalb ihn alle anstarrten, als hätten sie einen Geist gesehen … und in gewisser Weise hatten sie das auch.
„Mr. Winslow!“ Die Empfangsdame – Carole? Hieß sie so? – erhob sich und musterte ihn mit weit aufgerissenen Augen.
„Sie sind wieder da. Sie sind hier …“ Carole blinzelte, als fürchte sie,...
| Erscheint lt. Verlag | 4.2.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Übersetzer | Kara Wiendieck |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | 2024 • 2025 • Autor • Belletristik • beste • Beziehung • Beziehungen • Buch • bücher für frauen • Büro-Romanze • business • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • Deutsch • eBook • ebook liebesroman • Ehemalige • Erfolgsautor • erotische • falsche • Feinde • Fiktion • Frauenroman • Geschichte • Geschichten • Leidenschaft • Liebe • liebenden • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebhaber • Moderne • New • Roman • Romantik • Romantische • Romantische Bücher • Romanze • Stadtromanze • Top • Top-Titel • unternehmensromanze • urbane • Verlobung • Vorgetäuschte • vorstandsromanze • York • Zeitgenössische • zu • zweite-chance-romanze |
| ISBN-10 | 3-7515-3460-1 / 3751534601 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3460-4 / 9783751534604 |
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