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Gott war anders (eBook)

Was passiert wenn Seelen missionieren? Eine spirituelle Science-Fiction über Wahrheit und Bewusstsein

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 2. Auflage
364 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-8487-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Gott war anders - Hanns Herrlicht
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Eine spirituelle Science-Fiction, die den Sinn unserer Existenz herausfordert. Was, wenn die Realität nur eine Illusion ist? In Gott war anders Band 1 betreten Leron und Eckwin eine Welt jenseits des Gewohnten. Eine kosmische Simulation zwingt sie, alles infrage zu stellen, was sie über Gott, Seele und Menschsein zu wissen glaubten. Auf ihrer Reise durch Zeit und Raum begegnen sie einem uralten Konflikt zwischen Licht und Dunkelheit, in dem Künstliche Intelligenz und spirituelle Kräfte untrennbar miteinander verwoben sind. Jede Entscheidung bringt sie näher an eine Wahrheit, die größer ist als jede bekannte Religion. Der Roman verbindet philosophische Fragen mit spannender Science-Fiction und lädt Leser*innen ein, über Herkunft, Bewusstsein und Bestimmung nachzudenken. Ohne einfache Antworten, aber mit emotionaler Tiefe entfaltet sich eine Geschichte, die lange nachwirkt. Sind Sie bereit, hinter den Schleier der Realität zu blicken?

Hanns Herrlicht (Jg. 1968) ist ein deutscher Freigeist, der für neue Wege vorausgeht. Auf seinem Lebensweg war er ein erfolgreicher Geschäftsmann, bis zu dem Punkt, wo die Diskrepanz dessen, was in ihm rief und dessen, was in seinem Leben vorherrschte, zu einem Kollaps führte. Heute begleitet er Menschen auf dem Weg in ein höheres Bewusstsein, durch Unterstützung bei der Befreiung von Traumata, karmischen Themen und Fremdenergien. Alles, was er vermittelt, wurzelt in seinen eigenen Erfahrungen und dem jahrzehntelangen Tieftauchen in Gefilde, Literatur und Themen, die eines gemeinsam haben: tief, anders und alles andere als gesellschaftskonform. Indem er diese Puzzleteile zusammenführt, tritt er mit seinem Debütroman »GOTT WAR ANDERS« an, um die Menschen wachzurütteln und wie in all seinem Tun Perspektiven, Werkzeuge und Impulse weiterzugeben, die ermächtigen sollen, sich selbst zu helfen. Sein Einstiegswerk ist der erste Teil einer Trilogie. Eine Reise in eine andere Welt und eine andersartige Perspektive auf die Dinge, das Leben und die gegenwärtige Schöpfung. Ob diese auf Applaus, Widerstand oder Erleuchtungsmomente trifft, entscheidet der Leser immer selbst und ändert nichts daran, dass er unbeirrt seiner Wahrheit folgt.

GIPFELKAFFEE


Es ist Sommer. Die Sonne scheint auf den Ort Pieve di Tremosine oberhalb des Gardasees. Die berühmte Schauderterrasse leuchtet in der Südsonne, die oberhalb von Sirmione freundlich lacht. Leichter Wind weht sanft durch Eckwins zerdrücktes Haar. Sein Blick ist starr in die Tiefe gerichtet, als könnte er ihn hinabsaugen. Es riecht nach Kaffee, irgendwo im Hintergrund klappert Besteck. Regungslos und leicht nach vorne gelehnt steht Eckwin am Geländer. Seine Ellenbogen stützen sich ab. Er ist ein Mann, der nicht weiß wohin mit sich. Keine ganzen Gedanken sind zu hören, keine Regung ist zu fühlen, nur Schmerz, der tief in ihm verborgen schlummert. Kleine Fetzen von Gefühlen drängen sich an die Oberfläche. Groß genug, um wahrgenommen zu werden, zu klein, um das Licht des Alltages durchdringen zu können. Er fühlt sich starr, regungslos, gebeugt und gezeichnet. Irgendwie will er seine Wahrheit nicht fühlen. Kein Gedanke lässt sich vollends formulieren zu einem wahren Satz. Der Geist scheint irgendwie zu tanzen und bunte Bilder gaukeln. Dennoch fühlt Eckwin Traurigkeit irgendwo tief, ganz weit unten. Eingemauert und nicht zu greifen, weil Eckwin eigentlich mitten im norditalienischen Paradies steht. Die Sonne wärmt, der Geruch von Espresso durchzieht die Sphäre, Menschen lachen und kleine Geschmacksschwaden von Nudeln und Parmesan umgarnen seine Nase, die vermögen, ihn sanft aus seiner Starre zu erheben. Er beginnt zu erkennen, dass sein bisheriges Leben wenig mit ihm selbst zu tun hat. Er denkt nach, ob er den Mut hat, sein Leben zu verlassen, weiterzugehen, weiter, als er sich das jemals vorstellen könnte. Wie genau das Weitergehen aussieht, weiß er noch nicht. Welche Bedeutung hat Weitergehen? Diese Frage ist nicht zu beantworten, denn Eckwins Leben zerfällt wegen der Unbeugsamkeit seiner geistigen Starre. Doch im leisen Ruf nach Freiheit fühlt er Risse in der Starrheit, was beginnt, ihn zu drängen. Es ist das Drängen, die ständige Suche nach etwas, das verloren schien. Nur die Freiheit kittet die feinen Risse nicht, sie bricht die Starre mehr und mehr auf.

Unbemerkt steht wie aus dem Nichts ein Mann neben Eckwin, legt ihm eine Hand auf die rechte Schulter und meint, dass der Apfelstrudel da sei. Der zweite Mann ist Werner, ein stattlicher Mann von bestimmt 110 Kilogramm und mit breiten Schultern. Seine blauen Augen funkeln im Sonnenlicht eindringlicher als sonst. Werner und Eckwin sind seit Langem Freunde, wohnen in einer beschaulichen Siedlung gegenüber und sind miteinander viele Kilometer gefahren. Wenn diese Männer etwas verbindet, dann ist es das Motorradfahren. Ansonsten denken und handeln die Männer grundverschieden.

Sie haben ihre schwarzen Jacken unter einen freien Tisch und ihre Helme auf die Stühle gelegt. Ein Ort, den sie beiden kennen und vielmals besucht haben. Eckwin schätzt diesen Ort sehr, denn das ist ein Stück seiner Freiheit. Auf dem Weg zu sein, unter Männern, mit verstaubten Gesichtern, nach Schweiß der Anstrengung riechend und mit Mücken auf den Kutten. Freiheit zweier Großstadtindianer, die versuchen, in Serpentinen dem Alltag zu entkommen. Serpentinen, die sich durch die Alpen und die Dolomiten ziehen wie regungslose grauschwarze Schlangen.

Werner steht noch immer rechts neben Eckwin und beide lassen ihren Blick durch das Tal schweifen. Der See leuchtet in unterschiedlichen Blautönen, und Eckwin riecht das Wasser, das nach sich selbst duftet. So wie der See eben riecht, seit Jahren. Die beiden scheinen im Gedanken gemeinsam durch die Weinberge über Rovereto nach Nago-Torbole zu fahren, dort, wo am Bergkamm der See das erste Mal zu riechen ist. Feiner Duft vom Wasserblau und grauen Gestein, gewürzt mit etwas Sand, im Unterton fast wie das Meer. Der Duft von Freiheit.

Eckwin springt ohne Vorwarnung dreimal hoch und stampft auf die Schauderterrasse, bis sie zu schwingen beginnt. Werner zuckt zusammen und klammert sich wegen seiner Höhenangst an das Geländer. Eckwin lacht laut wie ein fünfjähriger Lausebengel und blickt Werner an. Der löst sich vom Geländer, als würde er am Grad eines Bergkammes balancieren, bis er sich in Sicherheit wiegt.

»Mach das nicht«, sagt Werner, »ich scheiß mir fast in die Hosen.« Er lächelt. Immer wieder steht Werner am Geländer, trotz seiner Höhenangst. Werner hat Mut in sich und versteckt seine Angst nicht. Die gleiche Angst hat Werner, wenn er Linkskurven fahren muss, und er fährt trotzdem Motorrad. Genau das bewundert Eckwin heimlich.

Äußerlich hat Eckwin scheinbar vor nichts Angst und geht seiner Wege. Weiter, als sich viele Männer zusammen je trauen würden. Aber was verdeckt die starre Sichtweise von Eckwin vor Werner genau? Sind es etwa Ängste, die ihn über vieles hinwegfegen lassen wie ein Rasenmäher im Golfgrün? Niemand darf hineinblicken, niemand erfährt seine tiefe Geschichte, weil Eckwin sie zum Großteil aus Selbstschutz vergessen hat.

Nach dem Apfelstrudel und dem Espresso – Werner pflegt »Expresso« zu sagen – satteln sie auf wie moderne Ritter der Straßen, als gäbe es einen Kampf zu gewinnen. Werner fährt als Guide voraus, hat die Planung übernommen. Eckwin dümpelt hinten nach, träumt sich durch die Berge und schiebt gelegentlich von hinten an. Manchmal schabt er mit seinen Hufen wie ein ungeduldiger Stier vor dem Kampf, der herausgelassen werden will. Wenn die Straße freigegeben wird, stiebt Eckwin davon und reitet auf seinem Motorrad die grauschwarze Schlange der verschlungenen Straßen in den Bergen. Dort ist er frei im Gedanken. Muss sich auf den Ritt konzentrieren, auf Kleinigkeiten, auf jedes Geräusch. Dann saugt er sich den Berg hinauf. Das ist seine Freiheit, frei im Rittergewand der Sehnsüchte.

Eckwin beobachtet sich genau und nimmt jedes Mal wahr, dass er trotz Anstrengungen um Jahre jünger wird. Seine Falten um die Augen glätten sich, seine fahle Haut wird rosa und sein Blick weicher und freundlicher. Er erkennt seine Verwandlung selbst unter Staubschichten in seinem Gesicht. Eine Metamorphose, die rückwärtsläuft. Ein Widerspruch in sich selbst. Was bewegt ihn so sehr, dass nach wenigen Tagen eine solche Metamorphose einsetzen kann? Sehnsucht nach der Freiheit etwa?

Die Via Valvestino glänzt in der Nachmittagssonne. Sonnenstrahlen, die von Westen oberhalb des Vesta di Cima leuchten, spiegeln sich im Stausee. Die Fahrt ist langsam und gemächlich, die Straße eng, felsig und löchrig. Vorbei an der »Osteria Bar Al Mulí«, oberhalb von Bottone. Nichts ist eilig, nichts muss. Ein scharfes Geknatter reißt Eckwin aus seinen Gedanken und er löst seinen Blick vom Tal. Eine Vespa rauscht von hinten an. Im Rückspiegel sieht er einen Italiener, ungefähr dreißig Jahre alt, Jethelm leger nach hinten gerutscht, Kippe im Mundwinkel, bunte Strandshorts, Badeschlappen und weiße Socken. Ohne Vorwarnung knattert der Italiener wie vom Affen gebissen vorbei, im Strandlook der Siebziger. Schon ist die Vespa hinter der nächsten Rechtskurve verschwunden. Eckwin fällt in diesem Moment nichts mehr ein, weil er es nicht fassen kann. Sein Mund steht wortlos offen, als müssten Mücken gefangen werden. Sein Gedanke hingegen ist der einer Groteske der Neuzeit. Behelmte Ritter in Vollmontur auf großen, starken Pferden lassen sich vom Knappen auf einem Esel rasieren. Das Überproportionale spiegelt sich in sich selbst. Grotesk.

Klack, klack, zwei Gänge nach unten schalten. Gas geben und der Vespa nachjagen. Ein kläglicher Versuch, eine Niederlage in einen Sieg zu verwandeln. Die Fahne der Niederlage weht hoch am Mast, jeder sieht es. Das Publikum klatscht bereits Applaus. Die Vespa ist mehr als fünf Kurven weiter und eigentlich nicht mehr zu hören, nur noch im Filz der Gedanken. Eckwin, der Großstadtritter, bremst und hält an. Werner bremst wenige Sekunden später, bleibt stehen und grinst laut. Sie blicken sich an und sind sich einig, dass diese Vespa und der Italiener alle Kurven im Vornamen kennen. Sinnlos, einer furchtlosen Vespa mit einem frisierten Italiener zu folgen. Beide gestehen sich die Niederlage ein und wissen doch, dass es nicht darauf ankommt, Erster zu sein. Wichtig ist, in ganzen Stücken wieder anzukommen und eine Geschichte erzählen zu können.

Zeit vergeht zunehmend schneller, als hätte sie Not, vergehen zu müssen, und im Traumzustand von Zeiten des Motorradfahrens sitzt Eckwin in einem Café irgendwo auf der Welt, lässt sich von der Sommersonne streicheln, die ab und an durch die graue Wolkendecke spitzt. Welcher Wochentag heute ist, weiß er nicht. Er hat aufgehört nachzusehen. Wozu auch? Für ihn sind alle Tage gleich. Ein wohliges Gefühl, dem Alltag fern und nur für sich selbst hier zu sein, durchströmt ihn. Das müsste doch glatt ein Lehrfach in jeder Schule sein. »Selbstermächtigung« oder »Wer bin ich«. Solche Gedanken hat Eckwin viele. Sein Kuchen schmeckt trotzdem gut, der heiße Schokotee ebenfalls. Genau solche Tage bestärken ihn mit einem Gefühl, exakt das Richtige für sich getan zu haben. Sein Selbst blüht auf, als wäre er zwanzig Jahre verjüngt. Die feinen äußerlichen Risse sind verheilt und seine Haare sind mindestens um...

Erscheint lt. Verlag 7.1.2025
Reihe/Serie Gott war anders
GOTT WAR ANDERS
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Abenteuer in alternativen Realitäten • Alternative Realitätsgeschichten • Bücher über alternative Realitäten • Esoterischer Roman mit Tiefgang • Esoterische Zeitreise Romane • Existenzielle Abenteuer im Kosmos • Menschheit als Simulation • Metaphysik Belletristik • Metaphysik und Religion in der Literatur • Metaphysische Abenteuerreisen • Metaphysische Erzählung • metaphysischer Zeitreise Roman • Philosophie und Fiktion kombiniert • Philosophisch & Alternativweltgeschichte • philosophische Science-Fiction • Philosophische Science Fiction • Reise durch die Simulation ins Unbekannte • Religion und KI Belletristik • Romane über kosmische Harmonie • Science Fiction mit Philosophie • Science-Fiction mit religiösen Fragen • Science Fiction mit spirituellem Fokus • Science-Fiction Roman • Selbsterkenntnis Buch • Simulationstheorie Buch • Simulation und Manipulation Roman • Spirituelle Bücher über Religion • Spirituelle Erweckung und Abenteuer • spirituelle Fiktion • Spirituelle Reise • Spirituelles Abenteuer mit Zeitreisen • spirituelle Science-Fiction über Gott • Zeitreise-Abenteuer mit philosophischem Tiefgang • Zeitreisen Abenteuer • Zeitreisen und Metaphysik
ISBN-10 3-7693-8487-3 / 3769384873
ISBN-13 978-3-7693-8487-1 / 9783769384871
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