Neuanfang unter dem Himmel Australiens? (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3681-3 (ISBN)
Zwei Wochen soll Dr. Forbes sie einarbeiten, dann übernimmt Allie seinen Job in Sydney, und er fliegt zurück nach England. Das ist der Plan. Doch als der attraktive Doc sie am Flughafen abholt, schlägt das Herz der jungen Kinderärztin schneller. Zwei Wochen sind niemals genug ...
<p>Annie Claydon wurde mit einer großen Leidenschaft für das Lesen gesegnet, in ihrer Kindheit verbrachte sie viel Zeit hinter Buchdeckeln. Später machte sie ihren Abschluss in Englischer Literatur und gab sich danach vorerst vollständig ihrer Liebe zu romantischen Geschichten hin. Sie las nicht länger bloß, sondern verbrachte einen langen und heißen Sommer damit, ein eigenes Buch zu schreiben. Doch es wurde nicht veröffentlicht, und Annies Leben führte plötzlich in eine andere Richtung, sodass sie sich eines Tages in einem anderen Berufsfeld wiederfand: Sie hatte tatsächlich einen IT-Job! Glücklicherweise hörte das geschriebene Wort jedoch nie auf, sie zu reizen. Heute lebt sie in London und verfasst dort ihre erfolgreichen Arztromane. Sie bereut es nicht, den Weg zu ihrer wahren Leidenschaft zurückgefunden zu haben!</p>
1. KAPITEL
Die Reise hatte vierundzwanzig Stunden gedauert. Als sie über das Landesinnere von Australien flogen, war Dr. Allie Maitland-Hill durch den Kopf gegangen, dass sie nirgendwohin mehr fliehen konnte, wenn sie jetzt nicht weit genug von London entfernt war.
Der Gedanke hatte sie in ihrem Entschluss bestärkt. Als die Gerüchte im Krankenhaus aufkamen und dann durch eine knappe offizielle Erklärung bestätigt wurden, war sie übers Wochenende nach Hampshire gefahren. Das gemeinsame Wandern mit ihrer Tante Sal hatte ihr bisher immer dabei geholfen, alle Probleme zu lösen, doch diesmal war es ihr absolut nicht gelungen.
Als sie am Montagmorgen ins Krankenhaus zurückkehrte, hatte es eine weitere, ausführlichere offizielle Ankündigung gegeben. Die Chatgruppe, in der die Mitglieder Fotos und Videos gepostet hatten – beim Gedanken an die Videos war ihr das Blut in den Adern gefroren –, war nun Realität. Man hatte die treibenden Kräfte identifiziert und sofort suspendiert. Man hatte keinen Namen genannt, doch James war die ganze Woche nicht an seinem Arbeitsplatz im Krankenhaus gewesen.
Am darauffolgenden Wochenende hatte sie noch etwas weiter zu fliehen versucht, diesmal nach Yorkshire. Allerdings hatte es ihr nicht weitergeholfen, denn sie hatte die zwei Tage auf der Suche nach einer Alternative überwiegend im Hotel verbracht.
James war nett und charmant, fast schüchtern gewesen, hatte aber keinen Hehl daraus gemacht, dass er sich für sie interessierte. Zu ihrer Freude hatte sich in den drei Monaten mehr zwischen ihnen entwickelt. Zuerst hatten sie nur Blicke gewechselt und sich angelächelt, sich dann zum Kaffee und schließlich zum Abendessen getroffen. Sie hatte die versteckten Andeutungen einer Freundin ignoriert, dass er nicht so wäre, wie es schien, denn alle anderen schienen ihn zu mögen, und er hatte sie nie unter Druck gesetzt.
Und in ihrer gemeinsamen Nacht hatte er so perfekt gewirkt. Er hatte das Licht angelassen und gesagt, er wollte alles sehen, und sie hatten sich stundenlang geliebt.
Am nächsten Tag hatte er sie angerufen und ehrlich bestürzt gewirkt. Sie hätten eine wunderschöne Zeit zusammen verbracht, doch momentan hätte er viel um die Ohren und könnte nicht weitermachen. Er war ausweichend und anders als sonst gewesen, doch sie hatte die aufkommenden Fragen hinuntergeschluckt und es als Erfahrung abgehakt. Nachdem er gesagt hatte, er würde sich immer gern an die Zeit mit ihr erinnern, hatte er aufgelegt.
Während sie traurig in ihrem Hotelzimmer saß, hatte sie sich gefragt, ob er mehr als nur schöne Erinnerungen an sie hegte. Vielleicht hatte er eine Gedächtnisstütze, von der sie nichts wusste. Die Vorstellung hatte sie fertiggemacht, und als Allie nach London zurückkehrte, hatte sie die vertrauliche Hotline angerufen, die das Krankenhaus für diejenigen eingerichtet hatte, die befürchteten, dass intime Fotos von ihnen heimlich ins Internet gestellt wurden.
Das alles lag inzwischen achtzehn Monate zurück. Zeit, in der sie sich mit der Wahrheit auseinandergesetzt hatte. Schließlich hatte sie dem Druck nachgegeben und entschieden, dass sie eine Veränderung brauchte. Dass sie Anonymität brauchte, ohne sich ständig fragen zu müssen, wer was im Internet gelesen hatte. Als sie sich an ihren direkten Vorgesetzten wandte, hatte dieser eine Alternative vorgeschlagen. Dr. Zac Forbes hätte die letzten zwei Jahre im Rahmen eines Austauschprogramms in einer Klinik in Sydney verbracht und würde bald zurückkehren. Da man noch keinen Ersatz für ihn gefunden hätte, würde man ihre Bewerbung zügig bearbeiten. Später könnte sie an ihren Arbeitsplatz in London zurückkehren.
Und Australien könnte ein Neuanfang sein. Jedenfalls eröffnete es Möglichkeiten für eine Zukunft, die ihr zunehmend weniger zu bieten schien, weil sie sich momentan nur von Tag zu Tag quälte.
Erschöpft folgte Allie den anderen Passagieren aus der Maschine und durch den Zoll. In der Ankunftshalle beobachtete sie eine Gruppe, deren Mitglieder herzlich von ihren Angehörigen und Freunden empfangen wurden.
Da Zac sie abholen wollte, versuchte Allie, sich sein Gesicht ins Gedächtnis zu rufen. Er hatte hellbraunes Haar und … Sie wusste nicht mehr, welche Augenfarbe er hatte.
Den Griff ihres Koffers umklammernd, setzte sie sich auf eine Bank und ließ den Blick über die Menschen in der Ankunftshalle schweifen. Sie konnte ihn nicht entdecken, vielleicht war er im Krankenhaus aufgehalten worden … Es fiel ihr schwer, die Augen offen zu halten. Plötzlich entdeckte sie neben der Kasse auf einem Kaffeewagen ein Schild mit der Aufschrift Dr. Alexandra Maitland-Hill.
Im nächsten Moment nahm der Mann, der sich offenbar gerade einen Kaffee gekauft hatte, das Schild in die Hand und drehte sich um. Zac?
Er wirkte muskulöser, als sie sich an ihn erinnerte. Er war gebräunt und sein Haar von der Sonne aufgehellt, und er trug ein dunkelblaues T-Shirt und eine lässige helle Hose. Irgendetwas an ihm erinnerte sie an den schüchternen, liebenswerten Mann von damals, der so zurückhaltend gewesen war und sich anscheinend nur auf seinen Job konzentriert hatte. Vieles allerdings auch nicht.
Australien tat ihm offenbar gut. Als sie ihm zuwinkte, schenkte er ihr ein strahlendes Lächeln, das sie daran zweifeln ließ, ob er es wirklich war.
Blau. Seine Augen waren blau. Und Zac Forbes sah absolut fantastisch aus.
Er hatte viel darüber nachgedacht. Als es im Krankenhaus bekannt wurde, hatte die Polizei sich mit ihm in Verbindung gesetzt und ihn gefragt, ob er etwas über die Schmutzkampagne wusste. Obwohl er den Beamten gern geholfen hätte, war er erleichtert gewesen, sagen zu können, dass er von den Vorfällen nichts geahnt hatte. Er hatte alles aus der Ferne verfolgt und mitbekommen, wie tapfer Allie sich alldem stellte und andere Frauen ermutigte, auch damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Dabei war ihm klar gewesen, was es ihr abverlangte.
Und nun sah er es ihr an. Sie lächelte und schien sich erst einmal orientieren zu müssen. Aber da war noch mehr. Vermutlich ohne sich dessen bewusst zu sein, wirkte sie wachsam. Er erkannte die fröhliche, energiegeladene Frau von damals kaum wieder.
Und jetzt hatten ihre Courage und vermutlich der Wunsch nach einem Neuanfang sie hierhergeführt, und er wollte ihr die fünfwöchige Übergabe und das Einleben so angenehm wie möglich machen.
Zac setzte sich neben sie, ließ den Platz zwischen ihnen dabei jedoch frei. „Wie war Ihr Flug?“
„Gut“, erwiderte Allie prompt. „Ich muss jetzt unbedingt an die frische Luft.“
Er nickte. „Möchten Sie vorher einen Kaffee? Wir können ihn draußen trinken.“
Als sie zögerte, überlegte er, ob sie so misstrauisch geworden war, dass sie selbst einer derart harmlosen Frage nicht traute.
Dann blitzte jedoch jene Wärme auf, die er von damals kannte. Er hatte Allie immer ein wenig um ihre Offenheit und Unbeschwertheit beneidet, und als sie nun lächelte, setzte sein Herz einen Schlag aus.
„Ja. Danke, das wäre schön. Es sei denn, Sie haben es eilig.“
„Ich fahre heute Nachmittag ins Krankenhaus, aber wir haben genug Zeit.“ Zac stand auf, während sie sich ihre Handtasche umhängte. „Ich nehme Ihren Koffer.“
Auch diesmal zögerte Allie. Sie fühlte sich in dieser ungewohnten Umgebung offensichtlich unwohl, bemühte sich allerdings, seine Freundschaftsangebote anzunehmen. Der Impuls, sie zu beschützen, ihr zu sagen, dass er alles dafür tun würde, bewirkte, dass sein Herz sich zusammenkrampfte.
„Danke.“
Leicht widerstrebend schob sie den Koffer zu ihm, bevor sie aufstand. Dann führte er sie zu dem Getränkewagen.
„Hm …“ Stirnrunzelnd überflog sie die Tafel.
Zac überlegte. Plötzlich fiel ihm ein, dass sie immer Kaffee mit Milch getrunken hatte.
„Ein Flat White ist ein Mittelding zwischen einem Cappuccino und einem Latte. Aufgeschäumte Milch ohne Schaum“, fügte er jungenhaft lächelnd hinzu.
„Das klingt gut.“ Als sie in ihre Handtasche langte, reichte er ihr einen Zehn-Dollar-Schein. „Danke.“ Nachdem sie den Schein betrachtet hatte, lächelte sie ihn an, und die Schatten unter ihren Augen schienen für einen Moment zu verschwinden.
Sie hatte so schöne Augen, groß und braun mit goldenen Sprenkeln, wenn sie das Gesicht zum Licht wandte. Ihre dunklen Locken und ihr Lächeln hatten ihm in London immer den Tag versüßt, obwohl er grundsätzlich nie über private Dinge mit ihr gesprochen hatte.
Er musste damit aufhören. Wenn er Allie zum Lächeln bringen wollte, würde er ihr zwangsläufig näherkommen. Und das wäre eine ganz neue Herausforderung für sie nach allem, was sie durchgemacht hatte. Er musste den Wunsch verdrängen, alles, was ihr in den letzten zwei Jahren widerfahren war, rückgängig und irgendwie ungeschehen zu machen.
An der frischen Luft bekam Allie allmählich wieder einen klaren Kopf. Hier auf der Bank neben Zac und mit einem Kaffee in der Hand konnte sie sich umblicken und ihre Umgebung auf sich wirken lassen. Sie zog ihren Hoodie aus und hielt das Gesicht in die Sonne. Alles erschien ihr hier heller und klarer.
„Ich glaube, es wird mir hier gefallen.“ Da dies wirklich ein Neuanfang war, sollte sie optimistisch sein.
„Mir gefällt es hier. Wenn man auf die andere Seite der Welt...
| Erscheint lt. Verlag | 6.2.2025 |
|---|---|
| Übersetzer | Dorothea Ghasemi |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | 2024 • 2025 • Arbeit • Arbeitsplatzliebe • Arbeitsplatzromanze • Arzt • Arztromanze • Ausland • Australien • australische • Autor • befristete • Berufliche • beste • Buch • bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • Deutsch • eBook • ebook liebesroman • England • englischer • Erfolgsautor • Frauenroman • im • Internationale • Kinderärztin • Krankenhaus • kurze • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • medizinisch • Neuanfang • Neubeginn • Romantik • Romantische Bücher • Romanze • Stelle • Sydney • Top • Top-Titel • über • Umzug • Zeitgenössische |
| ISBN-10 | 3-7515-3681-7 / 3751536817 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3681-3 / 9783751536813 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich