Das Land zwischen den Meeren & Die Spur des grünen Leguans (eBook)
1056 Seiten
MORE by Aufbau Digital (Verlag)
978-3-96797-697-7 (ISBN)
Die ersten zwei Bände der Costa-Rica-Saga von Anna Paredes in einem E-Book Bundle!
Das Land zwischen den Meeren -
Costa Rica - die Suche nach Glück
Köln 1848. Die junge Hauslehrerin Dorothea und ihr Verlobter, der Journalist Alexander, träumen von einer gemeinsamen Zukunft in Costa Rica. Aber dann durchkreuzt das Schicksal all ihre Pläne. Nach einem harten inneren Kampf entschließt sich Dorothea, die Reise in das unbekannte, ferne Land alleine anzutreten ...
Doch kann sie ihre Vergangenheit wirklich in Deutschland zurücklassen und in der Ferne ihr Glück finden?
Und wird jemals ein anderer Mann Alexanders Platz in ihrem Herzen einnehmen können?
Die Spur des grünen Leguans -
Costa Rica - Land des Kaffees, der Meere und des Glücks ...
Costa Rica 1863. Die junge Deutsche Dorothea hat in der Organisation eines Heims für notleidende Indio-Mädchen ihre Bestimmung gefunden. Und auch privat geht es bergauf, denn sie darf endlich auf die Erfüllung ihrer Liebe zu dem Journalisten Alexander hoffen. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihr: Eines Tages wird ihre Tochter Olivia entführt. Voller Angst schwört Dorothea vor Gott, für immer auf ihr persönliches Glück mit Alexander zu verzichten, wenn nur ihre Tochter wohlbehalten nach Hause zurückkommt.
Schmerzlich muss Dorothea erkennen, dass man manchmal das eigene Glück opfern muss, um einen geliebten Menschen nicht zu verlieren ...
Große Gefühle vor der atemberaubenden Kulisse Costa Ricas auf über 1000 Seiten!
Anna Paredes ist eine deutsche Autorin. Mit ihren historischen Romanen, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, hat sie sich ein internationales Publikum erobert. Unter dem Pseudonym Alexandra Guggenheim befasst sie sich mit der Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Die im Aufbau Verlag unter dem Namen Agnès Gabriel erschienenen Romane haben die Modeschöpfer Christian Dior und Elsa Schiaparelli sowie die Malerin Berthe Morisot zum Thema. Die Autorin lebt in Hamburg.
Februar 1848
»Hier, Fräulein Fassbender, das hab ich für dich gemalt. Kannst du erkennen, was es ist?« Maria, der achtjährige Wirbelwind, lachte laut und zeigte eine breite Zahnlücke. Mit ihren farbverschmierten Händen schob sie ein Stück Papier über den Tisch und blickte Dorothea erwartungsvoll an.
»Das heißt Sie, du Dummliesel. Das hab ich für Sie gemalt. Ein Mädchen in deinem Alter sollte das doch längst wissen.« Moritz, ein schmächtiger Knabe, stemmte die Hände in die Hüften und machte sich so lang, wie es einem zwölfjährigen Jungen nur möglich war. Dabei zog er die Brauen hoch und setzte eine herablassende Miene auf.
Dorothea wusste sogleich, wem er diese Pose abgeschaut hatte. Seinem Vater nämlich, dem Inhaber der Anwaltskanzlei Rodenkirchen und Rodenkirchen, die er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder in einem eleganten Stadthaus am Alten Markt betrieb. Anton Rodenkirchen, Dorotheas Dienstherr, der Vater von Maria und Moritz, neigte zu einer gewissen Großspurigkeit. Weshalb Dorothea vermutete, er wolle mit dem lauten Gehabe lediglich von seiner geringen Körpergröße ablenken. Denn der überaus eitle Herr Advokat reichte ihr trotz erhöhter Schuhsohlen gerade einmal bis zum Kinn.
Tadelnd blickte Moritz auf seine Schwester hinunter. »Putz dir endlich die Nase. Das Geschniefe ist ja nicht zum Aushalten. Und etwas deutlicher könntest du auch sprechen.« Er zog ein zerknülltes Leintuch aus dem Wams und hielt es Maria hin. Die schüttelte nur den dunklen Lockenkopf und wischte sich mit dem Ärmel ihres hellblauen Musselinkleides über das Gesicht.
»Bäh, den Lappen nehme ich nicht. Der ist ja dreckig … Nun sag schon, Fräulein Lehrerin, was siehst du auf dem Bild?«
Wegen ihrer zwei fehlenden Vorderzähne sprach Maria seit einigen Tagen in einem drolligen Lispelton, der Dorothea zu einem unwillkürlichen Lächeln veranlasste. Rasch wandte sie sich zur Seite, damit ihre Zöglinge nichts bemerkten. Sie zog ein frisch gebügeltes Taschentuch für die Kleine aus ihrer Rocktasche. Maria schnaubte kräftig hinein und stopfte sich das Tuch nachlässig ins Mieder.
Dorothea drehte das Bild in den Händen und betrachtete das Liniengewirr mit zusammengekniffenen Augen. Sagte sie etwas Falsches, so wäre Maria enttäuscht und würde womöglich die Abendmahlzeit verweigern. Und Moritz könnte sich wieder einmal als der überlegene ältere Bruder bestätigt fühlen. Ohnehin war er der Stolz des Vaters, der viel lieber zwei Jungen gehabt hätte und mit der quirligen Tochter wenig anfangen konnte. Aber Dorothea mochte die fröhliche, unbekümmerte Kleine, die so offensichtlich um Aufmerksamkeit und Lob buhlte.
»Lass einmal sehen, es könnte vielleicht …« Dorothea blinzelte über den Blattrand und achtete genau auf Marias Gesichtsausdruck. »… es könnte ein Engel sein …« Das Mädchen zog einen Flunsch und schniefte, fuhr sich mit dem Ärmel über die Nase. Dorothea dachte angestrengt nach, ob sie in den letzten Unterrichtsstunden ein Thema durchgenommen hatte, das der Kleinen besonders gut gefallen hatte. Ja, natürlich, sie hatte den Kindern von Maria Sibylla Merian erzählt, die vor hundertneunzig Jahren schon als junges Mädchen Seidenraupen gezüchtet hatte.
Maria hatte mit offenem Mund dagesessen und nicht genug von der Entwicklung der Schmetterlinge und vom Leben der Forscherin hören können. Im elterlichen Bibliothekszimmer fand sich sogar eine handsignierte Erstausgabe des dreibändigen Werkes Der Raupen wunderbare Verwandlung und Blumennahrung. Die zahlreichen farbenprächtigen Abbildungen hatten es der Kleinen besonders angetan. Dorothea sprach langsam weiter.
»Aber nein, es ist kein Engel, dazu sind die Flügel viel zu zart … Jetzt weiß ich es. Es ist ein Schmetterling, richtig? Und du hast ihn wunderschön gezeichnet.«
Maria verzog den Mund zu einem stolzen Lächeln und klatschte in die Hände. »Siehst du, Moritz? Im Malen bin ich viel besser als du.«
Ihr Bruder warf einen abschätzigen Blick auf das Blatt Papier. »Das ist ein blödes Gekrakel. Einen Schmetterling erkenne ich jedenfalls nicht darin. Den hat unsere Lehrerin auch nur geraten. Außerdem mag sie mich viel lieber als dich. Bitte, Fräulein Fassbender, sagen Sie, dass ich recht habe.«
»Solche Worte will ich nicht hören, das weißt du ganz genau.« Dorotheas Stimme klang scharf. »Ich mag euch beide und bevorzuge niemanden. Wo Lob angebracht ist, muss es auch ausgesprochen werden. Maria hat sich viel Mühe gegeben. Vergiss nicht, Moritz, sie ist vier Jahre jünger als du. Sie bewundert ihren großen Bruder. Du dürftest ihr ruhig öfter ein freundliches Wort sagen.«
Moritz hielt sich die Ohren zu und begann laut zu singen. Plötzlich griff er nach der Dose mit den Malstiften und stieß sie über die Tischkante. Die Stifte landeten auf dem farbenprächtigen orientalischen Teppich. Ein mehr als hundert Jahre altes und seltenes Exemplar aus Täbriz, wie die Hausherrin jedem Besucher unaufgefordert erzählte. Maria schluchzte laut auf und lief zu Dorothea, suchte in deren Rockfalten Schutz.
»Moritz ist so gemein. Immer muss er mich ärgern.«
»Heulsuse, Heulsuse!« Moritz hüpfte auf einem Bein um den Tisch herum und schnitt Grimassen. Gerade als er sich anschickte, auf den Stiften herumzutreten, betrat Frau Rodenkirchen das Zimmer. Ihre für eine Frau ungewöhnlich tiefe Stimme bebte.
»Was ist denn das für ein Lärm?« Agnes Rodenkirchen war mit Fug und Recht eine stattliche Erscheinung zu nennen. Ihren Ehemann überragte sie um Haupteslänge, ihre Leibesfülle wies im Vergleich zu der ihres Angetrauten sicher den doppelten Umfang auf. Sie stammte von einem Adelsgut aus dem Bergischen Land und ließ gern durchblicken, dass sie eigentlich unter ihrem Stand geheiratet hatte. Einzig und allein der Liebe wegen, wie sie mit leisem Seufzen und kokettem Augenaufschlag zu bekunden pflegte.
Aber Dorothea hatte mittlerweile von der Köchin erfahren, dass es bei dieser Ehe weniger um Zuneigung als um eine Vereinbarung unter Geschäftspartnern gegangen war. Anton Rodenkirchen hatte Agnes’ Vater in einer heiklen Angelegenheit, in der es um Ländereien und hohe Geldsummen ging, vor Gericht vertreten und einen Urteilsspruch zugunsten des Grafen erwirkt.
Ein halbes Jahr später war Anton Rodenkirchen mit der ältesten Tochter seines Mandanten verheiratet gewesen, wohnte in einem hochherrschaftlichen Haus an einer der ersten Adressen Kölns und ging in den erlauchtesten Kreisen ein und aus. Seine Klientel bestand vornehmlich aus Ratsherren, Ärzten und Geistlichen.
Maria und Moritz schrien nun ständig durcheinander, gingen aufeinander los und zerrten sich gegenseitig an den Haaren.
»Der Moritz ist schuld …«
»Gar nicht wahr, die blöde Ziege lügt …«
»Gemeinheit …«
Dorothea trennte die beiden Streithähne. »Bitte, Kinder, vertragt euch! Frau Rodenkirchen, wenn ich dazu etwas sagen darf …«
»Danke, das ist nicht nötig. Wem gehören die Stifte? Dir, Maria? Dann hebst du sie auch auf. Keine Widerrede! Und du, Moritz, wäschst dir die Hände und ziehst dich um. Du weißt, du darfst deinen Vater heute zu einem Klavierabend bei Baron Mansfeld begleiten. Es heißt, an seiner Frau sei eine Pianistin verloren gegangen. Wie bedauerlich, dass ich euch nicht begleiten kann. Ich fühle mich … unpässlich.«
Unpässlich fühlte Agnes Rodenkirchen sich immer dann, wenn sie Menschen aus dem Weg gehen wollte, die sie nicht leiden konnte. Und Baronin Mansfeld und sie waren Erzfeindinnen, wie die redselige Köchin Dorothea einmal anvertraut hatte. Einen Grund dafür konnte sie allerdings nicht nennen.
Moritz schnitt eine Grimasse und streckte seiner Schwester die Zunge heraus. Dann stolzierte er hoch erhobenen Hauptes in sein Zimmer. Maria presste die Lippen aufeinander und blickte hilfesuchend zu ihrer Lehrerin auf. Als diese bedauernd die Schultern hob und kaum merklich nickte, sammelte die Kleine schließlich die Stifte ein. Dabei fielen einige Tränen auf den Teppich.
Am liebsten hätte Dorothea das Kind in die Arme genommen und getröstet. Doch es stand ihr nicht zu, sich in die Erziehungsprinzipien der Mutter einzumischen. Als Lehrerin war sie lediglich für Deutsch, Rechnen, Malen und Singen zuständig. Außerdem durfte Dorothea es sich mit den Rodenkirchens nicht verderben. Schließlich war sie auf das Wohlwollen ihrer Arbeitgeber angewiesen. Trotzdem ärgerte sie sich über die Hartnäckigkeit, mit der die Familie stets den hochnäsigen Moritz bevorzugte. In einem unbeobachteten Moment, ohne dass die Mutter etwas davon mitbekam, steckte Dorothea der Kleinen eine Pfefferminzpastille zu. Augenblicklich hellte die Miene des Mädchens sich auf.
»Ach, kommen Sie doch für einen Moment in den Salon, Fräulein Fassbender. Sie müssen mir unbedingt erzählen, welche Fortschritte die beiden Kinder in letzter Zeit gemacht haben. Wie lange sind Sie bei uns inzwischen in Stellung? Ein halbes Jahr?«
Agnes Rodenkirchen ging gemessenen Schrittes voraus und prüfte dabei den Sitz ihres untadelig aufgesteckten gelbblonden Haares. Sie wies Dorothea einen jener zierlichen französischen Sessel an, wie sie seit Kurzem in den besseren Kreisen in Mode gekommen waren. Die Dame des Hauses hatte es sich nicht...
| Erscheint lt. Verlag | 1.3.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Historische Romane |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | Bundle • Costa Rica • Familiensaga • Köln • Love and Landscape • Neuanfang |
| ISBN-10 | 3-96797-697-1 / 3967976971 |
| ISBN-13 | 978-3-96797-697-7 / 9783967976977 |
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