Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Sizilianisches Blut & Sizilianische Rache (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 2. Auflage, Mehrfachband
624 Seiten
Aufbau digital (Verlag)
978-3-8412-3718-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Sizilianisches Blut & Sizilianische Rache - Ann Baiano
Systemvoraussetzungen
12,99 inkl. MwSt
(CHF 12,65)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Zwei Fälle für Luca Santangelo in einem E-Book Bundle!

Sizilianisches Blut.

Ende August, graue Wolken verdunkeln den Himmel Palermos. In der drückenden Schwüle erfährt der Reporter Luca Santangelo von der Ermordung seiner Ex-Freundin, der Ballett-Tänzerin Laura. Schockiert macht er sich daran, die Hintergründe des Verbrechens herauszufinden und schon bald erscheint ihm Lauras neuer Geliebter in den Fall verwickelt zu sein: Manfredi Guarnieri, Baron von Montevago, der als Teil der sizilianischen feinen Gesellschaft und ihrer Vetternwirtschaft für all das steht, was Luca verabscheut. Die Spur führt in ein dichtes Netz aus Betrügereien, Eifersucht und Gier - und tief in die faszinierende Vergangenheit der Insel, in der ein lange vergessener Mord in den Olivenhainen eines adeligen Gutes eine wesentliche Rolle spielt ...

Sizilianische Rache.

An einem heißen Sommermorgen in Palermo reißt ein Anruf den Journalisten Luca Santangelo aus dem Schlaf. Panisch bittet ihn sein Sohn Diego, sofort an die Westküste Siziliens zu kommen. Während eines nächtlichen Ausflugs auf die unbewohnte Insel Mozia wurde Diego in den Ruinen einer antiken Siedlung Zeuge eines Raubzugs - und entdeckte die Leiche eines jungen Mannes. Schnell wird Diego zum Hauptverdächtigen. Um seinen Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren, beginnt Luca den wahren Täter zu suchen und verstrickt sich tief in eine generationsübergreifende Geschichte um Betrug, Rache und eine blutige Tradition Siziliens ...

Luca Santangelo - ein pfiffiger Reporter ermittelt unter der Sonne Italiens.



Ann Baiano, Jahrgang 1973, studierte Romanistik und lebte viele Jahre auf Sizilien. Sie hat Romane aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzt, bevor sie anfing, Krimis zu schreiben.

4


Wer? Wer, er?« Luca rührte seit zehn Minuten in seinem Espresso und nahm das Treiben um ihn herum in der Via Principe di Belmonte gar nicht wahr. Wer hatte Laura umgebracht? Und weshalb?

Viel hatte er bislang nicht rausgefunden: Offensichtlich hatte der Mörder sie überrascht, ein Dieb, der es auf ihren Schmuck abgesehen und nicht damit gerechnet hatte, dass sie zuhause war. Merkwürdig, besonders viel Schmuck hatte Laura nie besessen, sie hatte auf so etwas keinen Wert gelegt. Jedenfalls nicht, solange sie mit ihm zusammen war. Bis auf die Kette, die ihr ihre Großmutter geschenkt hatte, ein Familienerbstück, das sie niemals abnahm, auch nicht beim Tanzen. Aber das konnte ja wohl kein Grund für einen Raubüberfall gewesen sein?

Matteo hatte ihn heute früh noch mal angerufen, er solle mittags in die Via Principe di Belmonte kommen: Manfredi Guarnieri habe ihm ein Interview für seinen Bericht über den Mord zugesagt. Matteo Aiello, Lucas bester Freund und eine Quelle unerschöpflicher Informationen, bekam jeden vor die Kamera. Er arbeitete in der Nachrichtenredaktion des örtlichen Fernsehsenders und hatte überall seine Verbindungen. Der Mord schien die Presse längst nicht so sehr zu beschäftigen wie das anfängliche Gerücht, das sich nun bestätigt hatte: Laura Di Fiore war Manfredi Guarnieris Geliebte gewesen. Luca schaute von seinem Tisch auf und sehnte sich nach einer Zigarette. Seit zwei Jahren hatte er keine mehr geraucht, aber seit ihm Matteo erzählt hatte, dass der Baron offenbar am Mordtag mit Laura verabredet gewesen war und bereits von der Polizei verhört wurde, dachte er an Zigaretten. Zwanghaft. Plötzlich erinnerte er sich wieder daran, wie gut der erste Zug schmeckte, wie das Nikotin in die Lunge drang. Er trank seinen Espresso aus und schaute sich um. Matteo musste gleich da sein. Natürlich kannte der Freund diesen Guarnieri. Matteos Frau Isabella stammte aus einer adligen Familie, die befreundet und wahrscheinlich um viele Ecken verwandt war mit den Guarnieri, den Baronen von Montevago. Isabella hatte schon als Kind jeden Sommer an der Südküste Siziliens verbracht, in Villabianca, wo die Guarnieri ein großes Weingut besaßen, das Manfredis Bruder Ruggero führte. Manfredi Guarnieri war Anwalt und kümmerte sich um den internationalen Vertrieb der Weine und des Olivenöls, die in Villabianca produziert wurden. Guarnieri verstand sein Geschäft, außerdem hatte er einflussreiche Freunde in Palermo, bis hin zu Giuseppe Cuddaro, dem korrupten Präsidenten Siziliens, der dem Freund alle Wege ebnete.

Wie hatte sich Laura nur in so einen verlieben können? In den zwanzig Jahren, in denen Luca als Journalist beim Giornale Siciliano arbeitete, hatte er seine Berufsehre immer verteidigt, sie war ihm heilig – er hatte sich nie gemein gemacht mit den Mächtigen der Stadt, hatte immer über Korruption und Missstände geschrieben, wo er sie sah. Er tat niemandem einen Gefallen, und seine wenigen Freunde zählten nicht zur sogenannten besseren Gesellschaft der Stadt.

Wütend kratzte Luca die Zuckerreste aus der Tasse. Er saß allein an einem kleinen Marmortisch, um ihn herum waren alle Plätze besetzt. Heute schien die Sonne, es war heiß und windstill, und obwohl er das elegante Café Spinnato in der Via Principe nicht besonders mochte, musste er zugeben, wie demokratisch es hier zuging: Die von zahlreichen Grünpflanzen umstellten Tischchen teilte sich die feine Gesellschaft Palermos mit Touristen aus aller Welt – Luca erkannte drei der bekanntesten Anwälte der Stadt, die hier äußerst elegant in dunkelgraue Anzüge gekleidet ihre mittägliche Pizza aßen. Daneben Touristen mit bequemen Schuhen, Rucksäcken und beigefarbenen Anoraks, die zu jeder Tageszeit latte macchiato bestellten und dazu ein panino – was für eine Herausforderung für jeden Magen. Vielleicht waren sie weniger empfindlich als er, dachte Luca, diese Menge warme Milch mit einem panino: Davon würde er sofort Magenkrämpfe bekommen. Laura hatte sich immer über ihn lustig gemacht, über seine Sorge um seinen empfindlichen Magen, überhaupt hatte sie ihn als Hypochonder bezeichnet, was er als unfair empfunden, ihr aber nicht übel genommen hatte. Sie war ja auch durchaus nicht die Erste gewesen, die diesen Zug an ihm entdeckt hatte …

Laura: Er hatte die Hoffnung nie aufgegeben, dass sie zu ihm zurückkam. Trotz der Gerüchte um ihre Affäre mit diesem Guarnieri. Matteo, der immer alles wusste, hatte ihm natürlich davon erzählt, aber er hatte das nicht hören wollen. Er hatte sich sogar mit Isabella gestritten, was er sonst nie tat. Er mochte Matteos immer freundliche und ruhige Frau sehr und hatte sich hinterher geschämt, ihr vorgeworfen zu haben, sie sei ebenso dumm wie die gesamte sogenannte bessere Gesellschaft Palermos, die nicht viel tat außer tratschen und das Geld ausgeben, das man sich auf undurchsichtige Weise beschafft hatte … Dabei hatte Isabella recht gehabt, Laura hatte sich in Manfredi Guarnieri verliebt, den Casanova der Stadt.

Und nun war es zu spät, Laura war tot. Er hatte sie nicht beschützen können, obwohl sie um Hilfe gerufen hatte – spät, aber sie hatte ihm geschrieben und irgendetwas mitteilen wollen. Etwas, das er nicht verstand: »Öffne das Meer, heb die Wolken von den Bäumen.«

Was sollte das heißen? »Es lacht die Elster, schwarz, auf den Olivenbäumen.« Lauras Liebe für Gedichte hatte Luca nie geteilt, meistens verstand er den tieferen Sinn nicht. So wie bei diesen Zeilen. Aber er würde herausfinden, was passiert war, das hatte er sich irgendwann in der letzten Nacht geschworen, in der er sich stundenlang schlaflos im Bett hin- und hergewälzt hatte.

Er schrak aus seinen Gedanken hoch, als Matteo plötzlich vor ihm stand: »Luca, da bist du ja – Guarnieri muss gleich kommen, wir drehen da drüben in dem Restaurant, dort wollten sie gestern essen gehen.«

Der Freund wandte sich um und winkte seinen Kameraleuten zu, gestikulierte wild, sie sollten sich in Stellung bringen. Wie so oft sah er aus, als wollte er auf Safari gehen – über dem langärmligen dunkelblauen Poloshirt trug er eine seiner geliebten Westen mit unzähligen Taschen innen und außen, in denen er alle möglichen und unmöglichen Utensilien verstaute: Portemonnaie, Handys, seine Zigarillos, Feuerzeuge, Notizblöcke, ein Sammelsurium von Stiften. Und wie immer steckte ein Zigarrenstummel zwischen seinen Lippen.

Luca war aufgestanden, hatte zwei Euro für den Espresso auf den kleinen Marmortisch gelegt und starrte auf das Restaurant gegenüber: Gigi Mangia, eins der feinsten der Stadt, bekannt für exzellenten Fisch. Hier waren Guarnieri und Laura also zum Essen verabredet gewesen – er dachte darüber nach, ob er mit Laura je dort gewesen war. Nein, nie. Luca aß mittags in einer einfachen Trattoria nahe dem Hafen.

Matteo hatte inzwischen sein Kamerateam zusammengerufen. Er hatte einen etwas watschelnden Gang, machte trotz seines beachtlichen Leibesumfangs kleine, schnelle Schritte, dabei fuhr er sich immer wieder durch die kurz geschnittenen, dichten Haare, die schon recht grau waren. Wie immer war er von einer ansteckenden Fröhlichkeit, aber dann legte er Luca kurz den Arm um die Schulter und schaute ihn ernst an: »Cazzo, Luca, ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst. Mach dich auf was gefasst, Guarnieri will eine Beichte ablegen.«

Hinter dem Kamerateam hatte sich bereits eine Menschentraube gebildet, Palermitaner waren neugierig, egal, wer hier vor die Kamera trat, er war wichtig.

Luca sah Manfredi Guarnieri schon von weitem, mit entschlossenem, nicht zu schnellem Schritt bahnte er sich seinen Weg durch die Menschen in der Via Principe. Er kam von unten, aus der Via Wagner, dort war seine Kanzlei. Groß, schlank, die schwarzen, welligen Haare mit etwas Gel zurückgekämmt, leicht gebräunt, ein hageres Gesicht mit schmaler gebogener Nase, hellbraune Augen, die immer etwas spöttisch schauten, und schmale Hände mit langen Fingern. Die Hände, von denen Isabella behauptete, dass sie den Mann erotisch machten. Erotisch? Luca starrte Guarnieri an. Hatte Laura Guarnieris Hände auch erotisch gefunden? Er betrachtete seine eigenen Hände, die relativ klein waren, mit kurzen Fingern. Durchschnittshände. Was hatte Laura an diesem Mann gefunden, über dessen Affären die ganze Stadt sprach? Isabella hatte Manfredi Guarnieri immer verteidigt – ja, er hatte Affären, kein Wunder bei seinem Aussehen. Aber sie fand, er hatte auch Stil, Eleganz und war klug. Man langweilte sich nicht mit ihm, das hatte sie gesagt. Luca runzelte die Stirn.

Inzwischen war Guarnieri vor dem Restaurant eingetroffen, und Gigi, der Besitzer, kam raus und schüttelte ihm die Hand – klar, dachte Luca, der schenkt sicher deine Weine aus, die Zeit nimmst du dir, egal, ob deine Geliebte gestern ermordet wurde oder nicht. Dann drehte sich Guarnieri zu Matteo um, der bereits die Kamera auf ihn hatte richten lassen.

Guarnieri verzog das Gesicht zu einer schmerzlichen Grimasse, fuhr sich durch die Haare, eine Strähne fiel ihm danach kunstvoll ins Gesicht, er holte tief Luft, als fiele es ihm schwer zu sprechen:

»Ich habe einen großen Fehler gemacht und meiner Familie, meiner Frau, die ich über alles liebe, Leid angetan.« Pause. »Gestern Mittag waren Laura Di Fiore und ich hier verabredet.« Pause, ein bedeutungsvolles Lächeln in Richtung Gigi, der sich freundlich verneigte.

»Aber sie kam nicht, ich habe eine halbe Stunde gewartet, eine Dreiviertelstunde, dann bin ich gegangen, ich hatte einen dringenden Termin. Später habe ich ihre Nachbarin angerufen, dass sie nach ihr schaut. Sie hat...

Erscheint lt. Verlag 1.3.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Andrea Camilleri • blutige Tradition • Donna Leon • Ermittlungen • Italien • Journalist • Luca Santangelo • Mafia • Mord • Pierre Martin • Sophie Bonnet
ISBN-10 3-8412-3718-5 / 3841237185
ISBN-13 978-3-8412-3718-7 / 9783841237187
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Krimi

von Jens Waschke

eBook Download (2023)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75
Zärtlich ist die Rache. Thriller

von Sash Bischoff

eBook Download (2025)
Fischer E-Books (Verlag)
CHF 12,65