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Kartanin 3: Das Reich der Ruhe (eBook)

Miniserie

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025
64 Seiten
PERRY RHODAN digital (Verlag)
978-3-8453-5203-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Kartanin 3: Das Reich der Ruhe - Hermann Ritter
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Auf der Erde und den anderen Planeten, die von Menschen bewohnt sind, schreibt man das Jahr 2144 der Neuen Galaktischen Zeitrechnung - gut dreitausendachthundert Jahre in der Zukunft. Die Lage in der Milchstraße ist ­entspannt, es gibt keine größeren Konflikte. Die Menschen sowie die Bewohner der anderen Sternenreiche arbeiten gemeinsam an ihrer Zukunft. Perry Rhodan hat darüber hinaus größere Pläne: Das Projekt von San soll dabei helfen, die Beziehungen zu anderen Galaxien zu ­verbessern. Da wird die Erde von einem unverhofften Besuch überrascht: Dao-Lin-H'ay, die einzige Kartanin, die relativ unsterblich ist, bittet Rhodan um Hilfe. Offenbar wird ihre Heimat von einer Invasion bedroht - die auch die Milchstraße betrifft. Rhodan und die Kartanin machen sich schnell auf den Weg. In der kleinen Galaxis Ursa Minor erfährt der Terraner mehr über DAS REICH DER RUHE ...

3.

Dao-Lin-H'ay: Bleib mir vom Fell

5. Mai 2144 NGZ

 

Dao-Lin-H'ay war nicht sicher, was das Schönste an Ingastaar war. Es gab eine Menge Dinge, die ihr an dieser Welt gefielen. Aber was war wirklich besonders? Die Antwort kam der Kartanin an Tagen wie heute: Sie mochte jene Jahreszeit, die einem langen Herbst entsprach.

Auf Ingastaar war der Herbst tatsächlich vier Monate lang, was nicht nur an den nur 25 Tage langen Monaten lag, sondern ebenso am milden Klima. Es war von Anfang an die richtige Entscheidung gewesen, an diesem Ort das Zentrum der kartanischen Macht zu installieren. Eine schöne Welt mit einem großen, zentralen Kontinent, auf dem man die notwendigen Siedlungen errichten konnte, ohne dass es zu Platzproblemen gekommen wäre.

Sie wusste, dass es noch andere Gründe für die Wahl gegeben hatte – die zentrale Lage, die Nähe zum Sonnentransmitter, die Existenz einer besiedelbaren Welt im Lebensgürtel der Sonne Tryth. Aber wenn sie ehrlich zu sich selbst war, dann war es das Aussehen dieser Welt, das sie von Anfang an begeistert hatte.

So hatte sie es sich zur Angewohnheit gemacht, gelegentlich nach einem Arbeitstag einen längeren Spaziergang zu unternehmen. Wie an diesem Abend. Es hatte viel zu tun gegeben, sodass sie ihre kleine Wanderung erst in der Abenddämmerung beginnen konnte.

Die Straße war als Allee angelegt. Die kartanischen Stadtplaner hatten die Streifen neben der Straße zwar bereits als Baustelle ausgewiesen, aber es war noch nicht einmal etwas von Vorarbeiten zu erkennen. Die Straße hingegen war fertig. Man konnte ihr folgen, ein gutes Stück über die aktuellen Stadtgrenzen hinaus. Ohne, dass man beim Spazieren in die angrenzenden Waldstücke eindringen musste, um eine Ablenkung von der Großstadtumgebung zu erhalten.

Dabei hatte sie zunehmend den Eindruck, dass sie von einem Monchaipaar verfolgt wurde. Die Monchai waren zweigeschlechtlich, vielleicht war es nur ein verliebtes Paar, das – wie sie – die Abendstimmung suchte, um sich ihres Lebens zu erfreuen.

Vielleicht nicht.

Dao konnte die Farbcodes der typischen Kleidung nicht lesen, den Geruch der Monchai nicht zuordnen. Vielleicht drückten die für sie chaotischen Muster bei den Monchai Liebe und Zuneigung aus. Womöglich tauschten die beiden gerade wortlos Liebesschwüre aus?

Das war eine schöne Vorstellung für Dao. Früher war ich auch einmal so.

Sie verdrängte den Gedanken. Sie hatte andere Dinge zu tun, als romantischen Erinnerungen nachzutrauern. Trotzdem blickte sie einen Moment versonnen nach oben, hinauf in jenen so ganz anderen Sternenhimmel als den, den sie von Hangay gewohnt war. Dort war alles heller und greller gewesen. Wilder, womöglich aggressiver.

Schritte näherten sich. Dao drehte sich um, die Hände sofort abwehrbereit, die Krallen ausgefahren. Doch es war zu spät. Die entspannte Stimmung hatte ihre Aufmerksamkeit eingelullt. Bevor sie reagieren konnte, hielt der männliche Monchai sie umklammert, während die weibliche Monchai ihr einen Lappen aufs Gesicht drückte.

Nicht atmen! Man will mich betäuben!

Sofort stellte Dao jeglichen Widerstand ein. Die beiden sollten glauben, dass die Betäubung wirkte. Umso größer wäre später deren Überraschung, wenn sie die beiden ausschaltete.

Nicht töten. Ich will wissen, wer mir ans Fell will.

Der Lappen war feucht. Etwas Klebriges, unangenehm Warmes drang durch ihr Gesichtsfell. Das war kein Betäubungsmittel, das sie kannte. Es war irritierend ... sie hatte das Gefühl, dass das Zeug sich bewegte.

Nein, die Gewissheit. Es blieb nicht still auf ihrem Gesicht. Es schob sich in ihre Nase, übte leichten Druck auf ihre Lippen aus, als wolle es in den Mund vordringen.

Das ist eklig.

Hektisch schnappte sie doch nach Luft. Was immer es war, es hatte damit sein Ziel erreicht: Etwas drang in ihren Mund ein. Sie würgte und spuckte, doch die Feuchtigkeit rann ihren Hals hinunter. Sie musste niesen, konnte aber nicht, weil etwas ihre Nase verstopfte.

Nur nicht panisch werden!

Sie öffnete die Augen, zog die Arme zur Verteidigung eng an den Oberkörper. Doch da gab es niemand, gegen den sie kämpfen konnte. Die beiden Monchai hatten sich einige Schritte zurückgezogen. Dao konnte ihnen nicht nachsetzen, da sie kaum genug Luft hatte, um bei Bewusstsein zu bleiben.

Ihre Nase war komplett verschlossen. Etwas Warmes, Schmieriges schob sich in das Innere ihres Schädels, immer tiefer hinein. Sie spürte es. Durch den Mund konnte Dao noch kurze Luftstöße nehmen, aber der Klumpen im Hals rutschte inzwischen langsam tiefer, die Atemwege hinab in Richtung ihrer inneren Organe.

Ist das mein Ende?

Zurzeit konnte sie diese Frage nicht mehr beantworten. Dao wurde ohnmächtig. Man hatte ihr nicht nur klebriges Zeugs in den Mund gesteckt, sondern sie außerdem noch mit einem Betäubungsmittel behandelt.

 

*

 

Das Erwachen war anstrengend. Ihre Kehle war rau, so als hätte sie sich mehrmals übergeben. Ihre Nase fühlte sich an, als hätte sie gerade die Mutter aller Erkältungskrankheiten hinter sich. Das Fell auf ihrem Gesicht war klebrig.

Aber ich lebe.

Der Gedanke erfreute sie.

Leben.

Der Gedanke war in ihr, aber dennoch nicht von ihr. Ihre schwachen telepathischen Gaben waren das nicht, der Gedanke kam nicht von außen. Oder doch? Wessen Gedanken empfing sie da, nein spürte sie da?

Sie zwang sich zur Ruhe. Vorsichtig bewegte sie die Arme. Fesseln oder Gurte spannten sich um ihren Oberkörper und ihre Beine. Dao öffnete die Augen. Es war dunkel. Sie schloss die Augen und lauschte aufmerksam. Nichts!

Dao begann ruhig zu atmen, um sich zu entspannen. Im Moment gab es nichts, was sie tun konnte. Nach einer Weile gewöhnten sich die Augen an die Dunkelheit.

Dao riskierte einen erneuten Blick, machte dieses Mal Schemen aus – Möbel vermutlich? Ein Tisch, zwei Stühle, ein Schrank, ein dunkles Quadrat an der Wand, das womöglich ein Fenster war, mit einer Decke oder etwas Ähnlichem verhangen war.

Die Fesseln waren kein Problem. Wenn sie genug Zeit hatte, würde sie eine Lösung finden – irgendetwas gab immer nach, wenn man lange genug Kraft darauf ausübte. Meistens nicht ihr Körper...

Dao atmete weiter ruhig ein und aus. Sie war allein – zumindest war kein anderes Wesen zu sehen. Es war still im Raum. Nur spüren konnte sie es, jenes andere.

Was bist du?

Sie erhielt eine Antwort und doch keine Antwort. Es war ein Monolog, den das unbekannte Wesen hielt, offenbar ohne davon auszugehen, dass jemand zuhörte. Wie eine Nachricht, die abgespielt wurde.

Ich bin der Vantani. Ich bin die Vantani. Die Anholung in dir hat begonnen. Wir müssen nur warten. Ich muss nur warten. Dann ist es Zeit für die Anwacht.

Dao verstand die Gedanken zwar klar, aber der Inhalt erschloss sich ihr nicht. Sie nahm Bilder wahr ... ein Geflecht? Moos? Rankende Sprossen? Waren das die Vantani? Der Vantani?

Sie machte sich keine großen Sorgen. Dem Tod war sie so oft begegnet, dass sie aufgehört hatte, die Gelegenheiten zu zählen. Aber das in ihr drin, das war etwas Neues. Trotzdem war ihr natürlich klar, dass sie keine normale Sterbliche war. Ihre potenzielle Unsterblichkeit hatte sie schon viele Krankheiten überstehen lassen. Und das hier wirkte eher seltsam als bedrohlich.

Was im Moment nicht hilft.

Ihr Magen fing an, sich zusammenzuziehen. Sie krümmte sich in den Fesseln, fand aber keine Stellung, in der die Schmerzen angenehmer wurden. Schweiß stand ihr im Fell. Die klebrige Stelle im Gesicht wurde noch feuchter. Ein unangenehmes Jucken setzte ein, gegen das sie wehrlos war.

Sie sträubte sich wieder gegen die Fesseln. Die Magenkrämpfe taten ihren Teil dazu, ihre Kräfte zu mobilisieren. Sie musste sich mit den Schmerzen bewegen, immer dann alles anspannen, wenn ihr Magen mal wieder anfing, heiße Schmerzen durch ihren Körper zu schicken.

Was geschieht mit mir?

Was geschieht mit uns?

Es fiel ihr schwer, ihre Empfindungen zu trennen. Was kam von ihr, was war der Fremde in ihr, dieser ... dieser Vantani. Sie spürte, hörte, fühlte. Er/sie/es litt mit ihr, litt sogar noch mehr, wenn das möglich war. Verwirrung, Angst ... aber das waren nicht ihre Gefühle, das waren andere Gefühle, die sie da wahrnahm.

Die Anholung darf nicht scheitern.

Dao wusste nicht, was in ihr vorging. Sie hatte keine Ahnung, was der Vantani ihr mitteilen wollte. Oder sprach er gar nicht zu ihr? War er sich nicht bewusst, dass er im Körper eines intelligenten Wesens existierte? Nein, das war äußerst unwahrscheinlich.

Die Monchai, die sie überfallen hatten, mussten gewusst haben, was passieren würde. Sonst hätten sie sich beim Überfall nicht zurückgezogen. Und wenn sie es wussten, hatten sie Erfahrung mit den Vantani – oder dem Vantani, wenn es sich um ein Einzelwesen handeln sollte.

War es das Risiko wert, die einzige Trumpfkarte, die man hatte, ausgerechnet gegen sie auszuspielen? Wahrscheinlich schon, denn Dao wusste, welche Rolle sie für die Kartanin spielte.

Die Stimme in ihr meldete sich wieder. Du kämpfst gegen mich. Etwas ... in dir kämpft gegen mich.

Der Zellaktivator! Der Vantani musste sich mit der Wirkung des lebensspendenden Geräts in ihr auseinandersetzen.

Dao unterdrückte ein Lachen. Wenn der Vantani wüsste,...

Erscheint lt. Verlag 10.4.2025
Reihe/Serie PERRY RHODAN-Kartanin
Verlagsort Rastatt
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Neo • Perry Rhodan • Perryversum • Science Fiction
ISBN-10 3-8453-5203-5 / 3845352035
ISBN-13 978-3-8453-5203-9 / 9783845352039
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