Ein Hund hätte dem Spiel gutgetan
Arete Verlag
978-3-96423-136-9 (ISBN)
Wenn Fußballmannschaften gewählt wurden, war der Autor des Buches, Johannes Stahl, weder unter den ersten noch musste er bis zum Schluss hoffen, dass sich eine der Seiten seiner erbarmte. Sein Name fiel verlässlich mittendrin. Folgerichtig arbeitet der gebürtige Hamburger als Lehrer in einem Beruf, in dem es hilfreich ist, vieles mittelgut zu können.
"So gut kann mittelgut sein" (11 FREUNDE, April 2025) "Kurze Storys voller Charme, direkt aus dem Alltag, oft unspektakulär und genau deshalb so authentisch." (ZEITSPIEL II/2025)
"So gut kann mittelgut sein" (11 FREUNDE, April 2025)
"Kurze Storys voller Charme, direkt aus dem Alltag, oft unspektakulär und genau deshalb so authentisch." (ZEITSPIEL II/2025)
Eine Frikadelle, bitte, und eine Naschi-Tüte Oberliga Hamburg TUS Dassendorf vs. Altona 93 Samstag, 23.09.23, 13:00 Uhr Endstand: 1:1 Manchmal ist das Beste am Spiel nicht das Spiel selbst, sondern das, was vor oder nach dem Spiel passiert. Diesmal ist es sowohl das Spiel, als auch das, was vorher und hinterher passiert. Bevor es überhaupt losgeht, werden wir vom Stadionsprecher dazu aufgefordert, eines kürzlich nach langer und schwerer Krankheit Verstorbenen zu gedenken. Neben seinem Vornamen erfahren wir noch drei Dinge: dass er auch bei Auswärtsspielen immer dabei gewesen sei, dass er immer ein Lächeln auf den Lippen gehabt habe und Respekt für den Gegner. Ich habe ihn nie kennengelernt, aber jetzt schweige ich eine Minute lang und betraure den Tod dieses Fremden, tiefer bewegt, als wäre eine Clublegende verstorben (234 Tore in 412 Spielen, nur diese eine gelbe Karte, hat damals sein Haus verpfändet, als es dem Verein schlecht ging). Keine sportliche Leistung kann das aufwiegen: immer ein Lächeln auf den Lippen und Respekt für den Gegner. Auch hat jemand ein schwarzes Lederportemonnaie verloren. Wir sollen mal rechts und links gucken, und ich habe keinerlei Zweifel, dass das gefunden und abgegeben wird. Wer solche Fans wie den Verstorbenen hat, der vergreift sich nicht an fremden Portemonnaies! Überhaupt läuft alles nach Plan: Die Gäste aus Altona verteidigen solide, beherrschen das Mittelfeld und treffen dreimal den Pfosten. Das Tor schießt aber ein ehemaliger österreichischer Nationalspieler, ein gewisser Martin Harnik, für die Heimmannschaft. Pause an der Essensausgabe. Einer mit Kutte und schwarz-rot geringelten Gäste-Socken bestellt eine Frikadelle. Und eine Naschi-Tüte, wenn‘s geht ohne Lakritz. Harte Männer, aber mit Frikadelle und Naschi-Tüte: Das ist Oberliga. Die Tüte bekommt er. Und obendrein und wie alle aus der Stadt angereisten Gästefans den verdienten Ausgleich. Spät, aber völlig verdient, finde ich. Finden auch die beiden freundlichen Herren in meiner näheren Umgebung, mit denen ich den Ball hinterm Tor reingeguckt habe: der Größere mit der Steppjacke und der Kleinere. Es ist an der Zeit, das Geheimnis zu lüften über die hinter dem Tor Stehenden. Sie stehen dort, weil sie etwas abseits stehen wollen, aber doch nah am Geschehen. Und weil sie über die Gabe des magischen Blicks verfügen. Wenn ein paar von ihnen beisammenstehen, drei reichen heute, und sich voll darauf konzentrieren, dann können sie den Ball ins gegnerische Tor hineinschauen. Zusätzlich muss natürlich einer – aber das kann hier nicht verraten werden! Jedenfalls muss schon einiges zusammenkommen, damit das klappt und heute klappt es. Wir klatschen uns ab, weil wir alle drei dasselbe denken, nämlich: Das haben wir gut gemacht! Im Überschwang des gemeinschaftlich errungenen Unentschiedens prognostiziere ich einen Saisonverlauf inklusive ungefährdeter Meisterschaft, anschließendem Aufstieg in die Regionalliga und perspektivisch, wenn alle ihr Bestes geben, ein bisschen Glück muss natürlich auch dazu kommen, mit der einen oder anderen Verstärkung, natürlich, die Champions-League-Teilnahme in weniger als zehn Jahren. Da wisse ich ja mehr als er, sagt der mit der Steppjacke. Sein Kumpel klärt mich auf, dass ich eben dem Altonaer Vereinspräsidenten die Zukunft vorausgesagt habe. Fieberhaft überlege ich, was in diesem Fall eine angemessene Erwiderung wäre, und entscheide mich nach reiflicher Überlegung für: „Das ist ja 'n Ding!“
| Erscheinungsdatum | 16.02.2025 |
|---|---|
| Zusatzinfo | 18 Fotos |
| Verlagsort | Hildesheim |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 125 x 190 mm |
| Themenwelt | Literatur ► Comic / Humor / Manga ► Humor / Satire |
| Schlagworte | Altona • Altona 93 • Amateurfußball • Fußball • Hamburg • Humor • Oberliga • Satire • Spieltag |
| ISBN-10 | 3-96423-136-3 / 3964231363 |
| ISBN-13 | 978-3-96423-136-9 / 9783964231369 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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