Familie mit Herz 196 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-7713-1 (ISBN)
Lars Maring dachte, er hätte alles: einen Traumjob, ein großes Haus und eine rundum funktionierende Familie. Doch als seine glänzende Karriere abrupt endet, muss der Geschäftsmann zu Hause das Kommando übernehmen, während seine Frau Marina nach Jahren wieder in ihren Beruf zurückkehrt. Statt morgens im schicken Designeranzug ins Büro zu flüchten, startet Lars nun seinen Tag mitten im Pausenbrot-Chaos - und statt wichtige Geschäftsmeetings zu leiten, kämpft er nun täglich mit Wäschebergen und dem Staubwedel. Doch schon bald merkt Lars, dass ihm sein perfektes Zeitmanagement und sein eiserner Ehrgeiz im Familienalltag mit drei Kindern herzlich wenig helfen. Während Lars zunehmend unter der unsichtbaren Last des Alltags leidet, wächst Marinas Misstrauen, ob Lars den Aufgaben wirklich gewachsen ist - und alte Konflikte flammen wieder auf. Plötzlich steht nicht nur der Familienfrieden, sondern auch ihre Liebe auf dem Spiel ...
Das bisschen Haushalt ...
Ein Topmanager zwischen Wäschebergen und vollen Windeln
Von Carolin von Campen
Lars Maring dachte, er hätte alles: einen Traumjob, ein großes Haus und eine rundum funktionierende Familie. Doch als seine glänzende Karriere abrupt endet, muss der Geschäftsmann zu Hause das Kommando übernehmen, während seine Frau Marina nach Jahren wieder in ihren Beruf zurückkehrt.
Statt morgens im schicken Designeranzug ins Büro zu flüchten, startet Lars nun seinen Tag mitten im Pausenbrot-Chaos – und statt wichtige Geschäftsmeetings zu leiten, kämpft er nun täglich mit Wäschebergen und dem Staubwedel. Doch schon bald merkt Lars, dass ihm sein perfektes Zeitmanagement und sein eiserner Ehrgeiz im Familienalltag mit drei Kindern herzlich wenig helfen.
Während Lars zunehmend unter der unsichtbaren Last des Alltags leidet, wächst Marinas Misstrauen, ob Lars den Aufgaben wirklich gewachsen ist – und alte Konflikte flammen wieder auf. Plötzlich steht nicht nur der Familienfrieden, sondern auch ihre einst so innige Liebe auf dem Spiel ...
Warum ließ man ihn warten? Lars Maring, Sales-Manager der international erfolgreichen Softsolution AG und Vater von drei Kindern, grub die Hände in die Hosentaschen seines dunkelblauen maßgeschneiderten Anzugs und trat an das Panoramafenster, als könnte er draußen den Grund für die Verspätung seines Chefs entdecken.
Ungeduldig wippte er mit den Füßen auf und ab. Bereits vor über einer halben Stunde hatte das adrett uniformierte Dienstmädchen ihn in den Salon der hanseatischen Villa am Elbufer geführt.
»Einen kleinen Moment dauert es noch«, hatte sie mit einem Lächeln verkündet und war seither verschwunden, ohne ihm mehr als ein fades Mineralwasser anzubieten.
Vom elegant eingerichteten Salon im Erdgeschoss der prächtigen Villa hatte man einen schönen Blick über den gepflegten Park. Aber weder für das Meer aus weißen Hyazinthen, durch das der frische Frühlingswind wehte, noch für das helle Grün der Weiden unten am Fluss hatte Lars jetzt einen Sinn.
Er vermutete, dass Dr. Ulrich Breitling, der Konzernchef, ihm eine neue, noch verantwortungsvollere Aufgabe bei Softsolution anbieten würde. Oder ging es um die saftige Erhöhung seines Gehalts? Oder gar um beides? Er war gespannt!
Wenn der CEO jemanden zu sich nach Hause einlud, bedeutete das stets Außerordentliches. Beim Gedanken an seinen ersten Besuch hier, musste Lars unwillkürlich grinsen.
Damals war er noch eine kleine Nummer in der Firma gewesen, hatte aber durch seine selbstbewusste Art auf sich aufmerksam gemacht, und der Chef hatte ihn zu sich bestellt.
Wie enge Freunde hatten Dr. Breitling und er schließlich bei Nieselregen nebeneinander unten auf dem Steg am Fluss gesessen. Beide in Wachsjacken, hatten sie aus einer Feldflasche französischen Cognac getrunken und die Angelschnüre ausgeworfen, obwohl Lars diesen »Sport« insgeheim hasste.
Doch es hatte sich für ihn ausgezahlt, das zu verschweigen, und sein jungenhafter Charme und Mut hatten ihm ebenfalls geholfen.
Als am Ende des Besuchs die Flasche leer gewesen war und einige Fische im Eimer neben ihnen zappelten, hatte Dr. Breitling ihn einen »Prachtkerl« genannt. »Für dich bin ich Ulrich«, hatte er gesagt und ihm die Leitung der innerdeutschen Verkaufsabteilung übertragen.
Das war vier Jahre her, und heute lebte Lars – dank des fürstlichen Gehalts bei Softsolution – mit seiner Frau Marina und seinen drei Kindern in einem schicken Architektenhaus in einem feinen Viertel der Hansestadt.
Plötzlich erblickte er unten auf dem Rasen die kräftige Gestalt des Unternehmers, die über den Hügel herankam. Zu Lars' Erstaunen trug der dynamische Mittfünfziger mit dem grau melierten Haar lässige Golfkleidung – und er war nicht allein.
Ein dunkelhaariger junger Mann mit Schnurrbart war bei ihm. Lars erkannte ihn sofort und runzelte irritiert die Stirn. Es war Rolf Krieger. Ein sehr ehrgeiziger Kollege, der in der Firma seit Kurzem unter anderem für das Controlling zuständig war. Innerhalb weniger Monate war er in der Hierarchie nach oben geklettert, was Lars bereits unangenehm aufgefallen war.
Rolf war mit anderen Kollegen auf einer Party bei Marina und ihm eingeladen gewesen, und Lars erinnerte sich, dass er seine Bewunderung für ihr Haus nicht hatte verbergen können. Sein offensichtlicher Neid hatte in Lars ein Gefühl von Triumph entfacht, daran erinnerte er sich jetzt genau.
Was aber machte Rolf hier?
Fünf Minuten später wurde die Tür geöffnet, und Dr. Breitling und Rolf Krieger betraten den Raum. Hände wurden geschüttelt und Schultern geklopft.
»Setzen Sie sich, Herrschaften, setzen Sie sich«, sagte Dr. Breitling geschäftig und nahm selbst in der schwarzen Ledergarnitur Platz. Auf die Idee, sich für die Verspätung zu entschuldigen, kam der Firmenboss natürlich nicht.
»Wir haben ein paar Abschläge gemacht«, erklärte er bloß und nickte seinem Begleiter anerkennend zu. »Du bist ein ernst zu nehmender Gegner, Rolf.«
Der Angesprochene lächelte geschmeichelt und fuhr sich durch das lockige schwarze Haar. Seine dunklen Augen hatten einen eigenartigen Glanz.
Ein Hauch von Nervosität überkam Lars. Es gab gewisse subtile Codes in der Geschäftswelt. Ulrich hatte ihn warten lassen und ihm noch immer keinen echten Drink angeboten. Doch er wischte den Gedanken beiseite. Schließlich war er doch der erklärte Liebling des Chefs.
»Danke, dass Sie mich eingeladen haben, Ulrich«, schlug er den alten kameradschaftlichen Ton an. »Ich gehe davon aus, dass es um die glänzenden Verkaufszahlen geht?« Er schenkte dem CEO sein charmantestes Lächeln, doch seine Anspielung ging zu seiner Verwunderung ins Leere.
»Dieses Mal nicht, Lars«, erwiderte Breitling und sah ihn ernst an. »Es gibt ein anderes Thema, das wir besprechen müssen.«
Lars blinzelte. Jetzt war er wirklich irritiert. Er blickte zu Rolf. Der Kollege wirkte völlig entspannt, ja sogar überaus zufrieden.
»Wir möchten einiges umstrukturieren«, begann Dr. Breitling. »Ihre Abteilung verursacht zu hohe Kosten. Daher denke ich, dass es wichtig ist, mit gutem Beispiel voranzugehen. In den letzten Jahren haben Sie wesentlich vom Aufwind in der Branche profitiert ...«
»So wie das gesamte Unternehmen«, wagte Lars grinsend zu unterbrechen.
»Das ist richtig.« Dr. Breitling schaute ihn mit unbewegtem Gesichtsausdruck an. Dann strich er sich durch das volle Haar. »Aber die Zeiten sind schwierig. Sie wissen, dass Flexibilität alles ist, Lars. Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können lernen die Segel anders zu setzen.«
Lars wurde blass. Das war nicht die Sprache, die man benutzte, wenn man über Gehaltserhöhungen reden wollte. Sein Blick wanderte zu dem bedrohlich aussehenden Dokument, das Rolf nun aus seiner schmalen Ledermappe zog und auf den Tisch legte. Was zur Hölle lief hier?
Auf einen Wink von Dr. Breitling ergriff nun Rolf das Wort.
»Es ist dir sicher nicht entgangen, dass wir in den letzten Monaten einige Anpassungen vornehmen mussten, um den Shift zur digitalen Direktvermarktung aggressiver voranzutreiben. Die Konkurrenz aus den USA setzt uns zunehmend unter Druck,« erklärte Rolf, und seine Stimme klang kühl und sachlich. »Wir haben überlegt, welche Strukturen uns langfristig den größten Nutzen bringen, und sind zu dem Schluss gekommen, dass einige Veränderungen in der Führungsebene notwendig sind.«
Rolf schob ihm die Papiere über den Tisch zu. Lars' Finger krampften sich um die Blätter, und er überflog die ersten Zeilen. Erschrocken sah er auf.
»Neustrukturierung der Vertriebsleitung?« Er schluckte. Er konnte fühlen, wie ihm die Röte ins Gesicht stieg.
»Wir sehen hier eine Möglichkeit, die Führungsebene zu verschlanken und effizienter zu gestalten. Sie haben großartige Arbeit geleistet, aber im nächsten Quartal können Sie wieder Teamplayer sein und werden gemeinsam mit Rolf den Vertrieb leiten.« Ulrich Breitling räusperte sich.
Jetzt dämmerte es Lars. Die Gespräche, die Rolf in den letzten Wochen mit dem CEO geführt hatte, die unvermittelt gestoppten Budget-Freigaben, bei denen er sonst das letzte Wort gehabt hatte. Dieser Mistkerl hatte ihn ausgebootet!
Dr. Breitling beugte sich leicht nach vorne, sein Gesichtsausdruck war nun milder. »Es ist uns wichtig, dass wir diesen Übergang so harmonisch wie möglich gestalten. Natürlich stehen Ihnen alle Optionen offen, falls Sie das Gefühl haben, dass ... nun ja ... diese Veränderung für Sie zu herausfordernd ist.«
Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen. Es war ein absoluter Albtraum. Statt mehr Geld und Macht zu bekommen, war er degradiert worden. Lars schluckte und starrte in die wassergrünen Augen des Konzernchefs. Zum ersten Mal bemerkte er, wie kühl und berechnend dessen Blick sein konnte.
Trotz regte sich in Lars. Er würde ihnen...
| Erscheint lt. Verlag | 18.1.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Bestseller • Cora • Deutsch • dr daniel • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Familie • Familiengeschichten • Familienromane • Familiensaga • Fortsetzungsroman • Happy End • Kelter • Kindle • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebesromane • Mama • Mami • martin-Kelter • Mira • Mutter-Kind • Romane • Roman-Heft • romantisch • Romanze • Serie • Sonnenwinkel • Sophienlust • Urlaubslektüre • Verlag |
| ISBN-10 | 3-7517-7713-X / 375177713X |
| ISBN-13 | 978-3-7517-7713-1 / 9783751777131 |
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