Küss mich in Manhattan (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-3627-1 (ISBN)
Die Skyline von New York wird kleiner, die Wolkenkratzer verschwinden im Nebel - und Mirandas Sehnsucht wächst mit jedem Meter, den die Fähre zurücklegt. Was an ihrem Bodyguard liegt. Eigentlich soll Tyler sie beschützen. Stattdessen bringt er ihr Herz in Gefahr?...
<p>Alles geschieht aus einem bestimmten Grund, davon ist Trish Wylie überzeugt. So war ein Reitunfall innerhalb ihrer beruflichen Karriere als Pferdedresseurin der Auslöser dafür, dass sie wieder zu schreiben begann, obwohl sie diese Leidenschaft im Laufe der Jahre erfolgreich in den Hintergrund gedrängt hatte. Dabei sammelte Trish schon in der Grundschule eher mit dem Schreiben von Geschichten als mit dem Lösen von Mathematikaufgaben Lob und Bewunderung. Als sie Jahre später zum ersten Mal die Liebesromane von Mills & Boon in die Hände bekam, begann sie davon zu träumen, irgendwann einmal selbst solche Geschichten zu veröffentlichen. In den folgenden Jahren schrieb sie rund um die Uhr, schickte aber keines ihrer Manuskripte ein. Stattdessen hielt sie sich mit verschiedenen Jobs über Wasser, bevor sie sich der Pferdedressur widmete. Erst zu dieser Zeit (und nach ihrem Unfall) flammte ihre Leidenschaft für Romances wieder auf. Den Überredungskünsten vieler guter Freunde ist es zu verdanken, dass sie eins ihrer Manuskripte schließlich an Mills & Boon sandte. Mit Erfolg: Ihr Buch wurde angekauft, und Trishs Lebenstraum ging in Erfüllung! Die Autorin lebt heute allein in Nordirland, in der wunderschönen Grafschaft Fermanagh. Die Hoffnung, dass es auch ihren Mr. Right irgendwo da draußen gibt, hat sie noch längst nicht aufgeben. 'Sonst wäre ich ja wohl eine wirklich bemitleidenswerte Liebesroman-Autorin'.</p>
1. KAPITEL
Tyler war nicht der einzige Mann, der sie beobachtete. Unter normalen Umständen hätte er ihren Anblick durchaus genossen. Doch er war nur hier, weil ihm leider keine andere Wahl blieb.
Diese Tatsache dämpfte sein Vergnügen gewaltig.
Bunte Lichtpunkte huschten über die Tanzfläche, als sie sich zur Seite bewegte und ihre Hüften sinnlich kreisen ließ. Ihr Körper war die reinste Versuchung: groß, schlank, Rundungen an den richtigen Stellen und makellose, sonnengebräunte Haut. Als sie die nackten Arme über den Kopf hob, rutschte der Saum ihres silbernen Minikleids nach oben und gab einige zusätzliche Zentimeter der schier endlos langen Beine frei, die in weißen, kniehohen Stiefeln steckten. Mit der blonden Pagenkopfperücke, die sie trug, um ihr auffälliges Haar zu verstecken, den dunkel geschminkten Augen und den rubinrot betonten Lippen könnte sie als Tänzerin auf einer Bühne sicher ein Vermögen verdienen.
Dem Spaß nach zu urteilen, den es ihr offenbar machte, potenzielle Tanzpartner abzuwehren, würde sie das vermutlich sogar genießen. Obwohl sie sich im Zentrum von so viel männlicher Aufmerksamkeit anscheinend sehr wohl fühlte, stach sie für seinen Geschmack unter den anderen Tänzern zu deutlich hervor. Ihr Glück, dass sie bis jetzt noch niemand erkannt hatte. Aber auf Glück konnte man nicht ewig bauen.
Ohne Vorwarnung sah sie ihn direkt an. Hatte sie etwa die ganze Zeit gewusst, dass er dort stand? Das konnte nicht sein. Sie blickte ihm weiter tief in die Augen. Fast hatte er das Gefühl, dass sie dadurch einen Funken entzündete, denn plötzlich flammte Hitze in ihm auf. Er weigerte sich, das als natürliche Reaktion eines Mannes auf eine attraktive Frau zu akzeptieren. Gespannt wartete er, was sie als Nächstes tun würde.
Sie leckte sich über die glänzenden Lippen und warf ihm ein träges, sinnliches Lächeln zu. Diese stille Anmache hätte ihn vielleicht auf die Tanzfläche gelockt, wenn er schon jemals in seinem Leben getanzt hätte. Aber selbst dann gehörte er nicht zu den Männern, die sofort angelaufen kamen, sobald sich eine Frau das wünschte. Wenn sie mit ihm reden wollte, konnte sie zu ihm kommen.
Er war sich sicher, dass sie unglaublich erfreut sein würde, wenn sie herausfand, mit wem sie da flirtete.
Als ihre Freundin ihr etwas ins Ohr brüllte, lachte sie und drehte sich weg. Einen Augenblick später warf sie ihm über ihre Schulter erneut ein Lächeln zu und wiegte sich zur Musik, um seinen Blick auf ihren sexy Po zu lenken.
Tyler zwang sich wegzusehen. Man musste kein Genie sein, um zu merken, dass sie eine Menge Schwierigkeiten machen würde. Aber das hatte er schließlich schon gewusst, bevor er sie überhaupt das erste Mal gesehen hatte.
Er nahm einen großen Schluck aus seiner Bierflasche und verzog angewidert das Gesicht. „Light“ war einfach nicht sein Stil, und im Zusammenhang mit Bier sowieso nicht.
Obwohl sein Körper quasi drängte, sie erneut zu beobachten, zwang Tyler sich, woanders hinzusehen. Selbst im Dienst wurde er nicht dafür bezahlt, jede ihrer Bewegungen zu verfolgen. Er musste sich auf die Umgebung konzentrieren: den Raum nach potenziellen Gefahren absuchen und die Menge beobachten. Sich von ihr angezogen zu fühlen, war ein Problem, das er ganz bestimmt nicht brauchte. Besonders nachdem es seit einiger Zeit in seinem Leben vor Problemen nur so wimmelte.
Früher hatte er mehr Kontrolle über sein Leben gehabt. Was war nur schiefgelaufen?
Da führte man einmal zu oft eine freundliche Unterhaltung mit einer zwielichtigen Gestalt, und schon hieß es „Innendienst“ und „vorübergehende Beurlaubung“. Gut, die Tatsache, dass er wenig Einsicht bewiesen hatte, mochte auch etwas damit zu tun haben. Trotzdem verstand er nicht, warum zu seiner Strafe auch noch Babysitting gehörte.
Obwohl er ihr durchaus hätte geben können, wonach sie offenbar suchte, dachte er nicht im Mindesten daran. Er hatte Besseres und vor allem Wichtigeres zu tun, als sich mit einer verwöhnten reichen Frau zu amüsieren, die ihrem langweiligen Leben etwas mehr Spannung verleihen wollte.
Gerade als die Musik unter den begeisterten Rufen der Menge in einen schnelleren Rhythmus wechselte, fiel sein Blick auf ein bekanntes Gesicht. Sofort war Tyler alarmiert und suchte schnell den Rest des Raumes ab. Dabei entdeckte er zwei mögliche Kandidaten und ein weiteres bekanntes Gesicht.
Er musste sie hier rausbringen.
Rasch stellte er seine Flasche auf einen Tisch und blickte hinunter auf die Tanzfläche. Sie war nicht mehr da. Er umfasste die metallene Brüstung vor sich und suchte systematisch den ganzen Raum ab, bevor er sie mit ihrer Freundin auf dem Weg zur Bar entdeckte. Nachdem er die Entfernung zum nächsten Ausgang abgeschätzt hatte, bewegte er sich schnurstracks in ihre Richtung.
Tyler war nur noch zwei Schritte von ihr entfernt, als die Musik plötzlich abgeschaltet wurde und eine Stimme laut rief: „NYPD – Polizei! Alle bleiben, wo sie sind!“
Gespannt beobachtete sie das Geschehen auf der anderen Seite des Raumes und zuckte überrascht zusammen, als er nach ihrer Hand griff. Mit weit aufgerissenen Augen sah sie ihn an: „Was …?“
„Hier entlang.“
Sie wehrte sich gegen seinen festen Griff. „Lassen Sie mich los!“
„Wollen Sie verhaftet werden?“
„Nein, aber …“
„Dann kommen Sie mit.“
Er stieß eine Tür auf, die in einen spärlich beleuchteten Flur führte, und sah sich um. In Sekundenschnelle registrierte er Toiletten, einen Münzfernsprecher und links ein paar Stufen, über die es vermutlich in den Keller ging. Hinter ihnen wurden die Geräusche immer lauter und ließen ahnen, dass sie bald Gesellschaft bekommen würden. Der Keller schien die beste Option, falls er über eine Verladerampe verfügte, die auf die Straße führte. Bevor er das jedoch überprüfen konnte, hörte er ein lautes Krachen. Jetzt blieb keine Zeit mehr – er brauchte eine Ablenkung. Er drückte sie mit dem Rücken gegen die Wand und presste seine Lippen auf ihre.
Ein ganz großer Fehler.
Die Zündschnur, die sie auf der Tanzfläche in Brand gesteckt hatte, führte jetzt quasi zu einer Explosion. Er stand regelrecht in Flammen, konnte keinen vernünftigen Gedanken mehr fassen, als er seine Zunge zwischen ihre einladend geöffneten Lippen gleiten ließ. Verlangen pulsierte durch seinen Körper, während auch sie genießerisch stöhnte. Er umschlang ihre Taille, tastete nach ihrer Hüfte. Sie winkelte ein Bein an und schmiegte es an ihn, sodass er ihren seidigen Schenkel umfassen und noch höher heben konnte.
Es war ihnen egal, dass sie jederzeit in einer höchst kompromittierenden Situation entdeckt werden konnten. Seine Gedanken kreisten nur um die Position, in der sein Körper jetzt zu gerne gewesen wäre.
„Siehst du das?“, fragte eine Stimme.
„Hey! Schluss da drüben!“, verlangte eine weitere.
Tyler löste seinen Mund von ihren Lippen und atmete tief ein, bevor er in den Lichtstrahl blinzelte. Er ließ ihren Schenkel los und trat einen Schritt vor, um den Blick auf sie zu verdecken.
„Bleib, wo du bist, mein Freund“, warnte ihn die erste Stimme.
Taylor erkannte den Mann und hob die Arme seitlich an, mit den Handflächen nach vorne. Würde der schwer bewaffnete Polizist ihn verstehen? Er verzichtete darauf, dem jüngeren Mann zu raten, nichts Dummes zu tun – das hatte noch nie geklappt. Stattdessen versuchte er es mit einem fast unmerklichen Kopfschütteln. Als sich die Taschenlampe ein wenig auf und ab bewegte, nahm er an, dass er verstanden worden war, und senke seine Hände wieder. Als der Polizist aber näher kam, um zu sehen, wen Tyler da versteckte, runzelte er die Stirn: „Gibt es ein Problem, Officer?“
„Nebenan findet eine Razzia statt.“
„Ist mir nicht aufgefallen …“
„Ich ahne schon, warum.“ Der Polizist räusperte sich, ehe er fragte: „Vielleicht sollten wir auch hier mal auf Drogen überprüfen?“
Sehr witzig. „Wir sind zwar berauscht, aber nicht von Drogen“, antwortete Tyler grinsend.
Eine feingliedrige Hand glitt plötzlich unter seinem Arm hindurch und legte sich auf seine Brust. „Können wir dafür verhaftet werden, dass wir die Finger nicht voneinander lassen können?“, fragte die Frau hinter ihm mit passabel verstelltem sinnlichem Akzent.
Tyler vermutete, dass sie sich nicht zum ersten Mal aus einer kniffligen Situation herausschauspielerte. „Falls doch, dann gehe ich gerne ins Gefängnis.“ Er blickte über seine Schulter. „Was ist mit dir?“
„Gibt es in New York denn Gemeinschaftszellen?“ Sie lachte kehlig, und der Klang spielte mit den straff gespannten Saiten seiner Libido. „Wir könnten viel Spaß haben, wenn wir uns dort eine Zelle teilen.“
Als sie vorsichtig sein Ohrläppchen zwischen die Zähne nahm und es mit ihrer feuchten Zunge berührte, spürte er die Auswirkungen bis in seine Zehenspitzen.
„Sich irgendwo ein Zimmer zu suchen, klingt nach einer guten Idee“, sagte der Polizist vor ihnen, ehe er seine Taschenlampe senkte. „Verschwindet, bevor ich meine Meinung ändere.“
Tyler griff nach der Hand auf seiner Brust und zog seine Gefährtin mit sich durch die aufgebrochene Tür. Sie betraten eine...
| Erscheint lt. Verlag | 9.1.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | 2024 • 2025 • Arbeitsplatzromanze • Autor • Belletristik • Berufliche • beste • Beziehung • Bodyguard • bodyguard-romanze • Buch • bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • Deutsch • eBook • ebook liebesroman • Erfolgsautor • Feind • Frauenroman • Geschichte • Geschichten • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebhaber • Literatur • Manhattan • Moderne • New • Roman • Romantische • Romantische Bücher • Romanze • Schutz • Sicherheit • Spannung • Stadtleben • Stadtromanze • Top • Top-Titel • verbotene • vom • York • Zeitgenössische • ZUM |
| ISBN-10 | 3-7515-3627-2 / 3751536272 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-3627-1 / 9783751536271 |
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