Cover of Night - Im Schutz der Nacht (eBook)
467 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7517-7542-7 (ISBN)
Um sie zu schützen, würde er alles tun!
Cate betreibt in einem beschaulichen Ort in den Rocky Mountains eine kleine Frühstückspension. Hilfe erhält sie dabei von dem schüchternen Handwerker Cal. Eines Tages verschwindet einer ihrer Gäste, ohne seine Sachen mitzunehmen oder seine Rechnung zu bezahlen. Kurz darauf stürmen bewaffnete Männer Cates Pension und fordern das Gepäck des Gastes. Cal erweist sich dabei als mutiger als gedacht und rettet Cate. Die Männer geben sich jedoch nicht so schnell geschlagen. Sie versperren den einzigen Zugang zum Ort und nehmen die Bewohner als Geiseln. Die Lage scheint aussichtslos, doch der furchtlose Beschützer an ihrer Seite lässt Cate fast die Gefahr vergessen, in der sie schweben ...
Jetzt erstmals als eBook - spannend und voller Leidenschaft! Der Roman erschien im Original unter dem Titel Cover of Night.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
<p>Linda Howard gehört zu den erfolgreichsten Liebesromanautorinnen weltweit. Sie hat über 25 Romane geschrieben, die sich inzwischen millionenfach verkauft haben. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet. Sie wohnt mit ihrem Mann und fünf Kindern in Alabama.</p>
1
Der Gast aus Zimmer drei des Nightingale’s Bed and Breakfast, das Cate Nightingale insgeheim als »Herrenzimmer« bezeichnete, da es quasi kompromisslos männlich eingerichtet war, blieb kurz in der Tür zum Speiseraum stehen und trat fast sofort aus der Türöffnung zurück. Die meisten Gäste, die gerade Cates Frühstück genossen, bemerkten den kurzen Auftritt des Mannes gar nicht; und wer ihn doch registrierte, dachte sich nichts dabei, dass er so abrupt wieder verschwunden war. Hier in Trail Stop, Idaho, kümmerten sich die Menschen um ihren eigenen Kram, und wenn einer von Cates Gästen beim Essen keine Gesellschaft haben wollte, war das für sie in Ordnung.
Cate selbst bemerkte ihren Gast nur, weil sie zur gleichen Zeit einen Teller mit aufgeschnittenem Schinken aus der Küche brachte und sich die Küchentür gegenüber der offen stehenden Tür zum Speiseraum befand. Sie merkte sich in Gedanken vor, bei nächster Gelegenheit nach oben zu gehen und nachzufragen, ob er – der Mann hieß Layton, Jeffrey Layton – eventuell auf dem Zimmer frühstücken wollte. Manche Gäste speisten schlicht und einfach nicht gern unter Fremden. Sie hatte schon öfter ein Tablett aufs Zimmer gebracht.
Nightingale’s Bed and Breakfast gab es inzwischen seit fast drei Jahren. Die Übernachtungszahlen waren oft bescheiden, aber das Frühstücksgeschäft boomte. Dass Cate ihren Speiseraum nicht nur für Übernachtungsgäste geöffnet hatte, war ein glücklicher Zufall gewesen. Statt eines einzigen großen Esstisches, an dem alle zusammensitzen konnten – vorausgesetzt, alle fünf Gästezimmer waren belegt, was noch nie vorgekommen war –, hatte sie fünf kleine Tische mit je vier Sitzplätzen in ihrem Speiseraum aufgestellt, damit die Gäste, wenn sie wollten, relativ ungestört frühstücken konnten. Schon bald hatten die Einheimischen in der kleinen Ortschaft mitbekommen, dass man im Nightingale’s hervorragend frühstücken konnte, und ehe sie sich versah, wurde sie von immer mehr Einheimischen gefragt, ob es okay sei, wenn sie morgens auf einen Kaffee und vielleicht eines ihrer Blaubeer-Muffins vorbeischauen würden.
Als neu Zugezogene wollte sie nicht abweisend wirken, außerdem hatte sie genügend Sitzplätze, darum hatte sie eingewilligt, obwohl sie insgeheim bei dem Gedanken an die zusätzlichen Kosten gestöhnt hatte. Als die neuen Gäste ihr Frühstück zu ihrer Überraschung bezahlen wollten, hatte sie keine Vorstellung gehabt, was sie ihnen berechnen sollte, da das Frühstück im Zimmerpreis enthalten war; zuletzt hatte sie sich gezwungen gesehen, eine Speisekarte mitsamt Preisen auf der Veranda neben der Seitentür auszuhängen, wo die meisten Einheimischen hereinkamen, weil es ihnen zu mühsam war, um das große alte Haus zum Haupteingang herumzugehen. Nach nicht einmal einem Monat hatte sie einen sechsten Tisch in den Speiseraum gequetscht und dadurch die Zahl ihrer Sitzplätze auf vierundzwanzig erhöht. Manchmal reichten nicht einmal die, vor allem, wenn sie Übernachtungsgäste beherbergte. Es war nicht ungewöhnlich, dass Männer Kaffee trinkend und Muffins mampfend an der Wand lehnten, weil alle Tische voll besetzt waren.
Heute war Scones-Tag. Einmal in der Woche backte sie Scones statt Muffins. Anfangs hatten die Einheimischen, die größtenteils als Rancher oder Holzfäller arbeiteten, ihre »komischen Kuchen« scheel angesehen, aber schon bald waren die Scones weggegangen wie warme Semmeln. Cate hatte mit verschiedenen Geschmacksrichtungen experimentiert, aber Vanille war und blieb der Renner, weil es mit jeder Art von Marmelade harmonierte.
Sie stellte den Teller mit gebratenem Schinken auf einem Tisch ab, und zwar genau in der Mitte zwischen Conrad Moon und seinem Sohn, damit keiner ihr vorwerfen konnte, den anderen zu bevorzugen. Diesen Fehler hatte sie ein einziges Mal begangen, als sie den Teller näher bei Conrad abgestellt hatte, seither ließen sich die beiden bei jedem Besuch darüber aus, wen sie wohl lieber hatte. Gordon, der jüngere Moon, machte nur Spaß, aber Cate hatte das unangenehme Gefühl, dass Conrad nach einer dritten Frau suchte und der Meinung war, sie könnte diesen Posten aufs Beste ausfüllen. Sie war anderer Meinung und achtete peinlich darauf, ihn nie indirekt zu ermuntern, indem sie den Schinken in seiner Nähe abstellte.
»Sieht gut aus«, meinte Gordon gedehnt, genau wie jeden Tag, und streckte die Gabel vor, um eine Scheibe zu ergattern.
»Besser als gut«, ergänzte Conrad, der sich im Komplimentemachen keinesfalls von Gordon übertrumpfen lassen wollte.
»Danke«, sagte sie und eilte davon, weil sie Conrad keine Gelegenheit geben wollte, noch mehr zu sagen. Er war ein netter Mann, aber er war etwa so alt wie ihr Vater, und sie hätte ihn auch nicht erhört, wenn sie nicht viel zu beschäftigt gewesen wäre, um an ein Date auch nur zu denken.
Als sie bei der Kaffeemaschine vorbeikam, prüfte sie automatisch den Pegel in beiden Kannen und blieb kurz stehen, um frischen Kaffee aufzusetzen. Der Speiseraum war noch gut besetzt, und heute würden die Gäste nicht so schnell gehen wie gewöhnlich. Joshua Creed, der Jagdführer, saß mit einem seiner Jagdgäste zusammen; wenn Mr Creed hier war, blieben die anderen Gäste immer ein bisschen länger, um ein wenig mit ihm zu plaudern. Er hatte etwas von einem Anführer und strahlte eine Autorität aus, auf die andere unwillkürlich reagierten. Sie hatte gehört, dass er beim Militär gewesen war, und glaubte das nur zu gern; von seinem scharfen, schmaläugigen Blick bis zu dem kantigen Kinn und ebensolchen Schultern umgab ihn die Aura eines Befehlshabers. Er kam nicht oft, aber wenn, dann stand er im Mittelpunkt respektvoller Aufmerksamkeit.
Sein Jagdgast, ein gut aussehender dunkelhaariger Mann, den sie auf Ende dreißig schätzte, gehörte jener Gattung von Auswärtigen an, die ihr am wenigsten lagen. Ganz offensichtlich war er wohlhabend, sonst hätte er sich Joshua Creed nicht leisten können, und obwohl er wie die meisten anderen im Raum in Jeans und Stiefeln gekommen war, gab er doch auf subtile und weniger subtile Weise zu erkennen, dass er trotz seiner aufgesetzten Kameradschaftlichkeit jemand wirklich Wichtiges war. Zum einen hatte er die Ärmel hochgekrempelt und ließ immer wieder seine flache, diamantenbesetzte Armbanduhr aufblitzen. Davon abgesehen war er einen Tick zu laut, zu jovial und erzählte fortwährend von seinen Erlebnissen auf einer Jagdsafari in Afrika. Er hielt sogar eine öffentliche Nachhilfestunde in Geografie, indem er ungefragt erklärte, wo Nairobi lag. Cate hätte am liebsten heimlich die Augen verdreht, weil er einheimisch mit blöd gleichzusetzen schien. Wunderlich vielleicht, aber definitiv nicht blöd. Außerdem betonte er, dass er die Wildtiere vor allem jagte, um sie zu fotografieren, und obwohl Cate das emotional guthieß, flüsterte ihr eine boshafte Stimme ein, dass er das nur behauptete, um sich herausreden zu können, falls er nichts erlegte. Es hätte sie überrascht, wenn er wirklich etwas vom Fotografieren verstanden hätte.
Während sie in die Küche eilte, rätselte sie, wann sie eigentlich angefangen hatte, Neuankömmlinge als »Auswärtige« zu betrachten.
Die Trennlinie zwischen ihrem früheren und ihrem jetzigen Leben war so scharf, dass sie manchmal das Gefühl hatte, ein vollkommen anderer Mensch zu sein als früher. Es hatte sich kein langsamer Wandel vollzogen, der ihr Zeit gegeben hätte, alles zu analysieren, zu verarbeiten und darüber zu der Frau heranzuwachsen, die sie jetzt war; stattdessen hatte es abrupte Brüche und plötzliche Umwälzungen gegeben. Der Zeitraum zwischen Dereks Tod und ihrem Entschluss, nach Idaho zu ziehen, war ein tiefes, enges Tal, in das kein Sonnenstrahl gedrungen war. Nachdem sie und die Jungen hier angekommen waren, war sie so damit beschäftigt gewesen, die Pension zu eröffnen und sich hier zu etablieren, dass sie kaum Zeit gehabt hatte, darüber nachzugrübeln, ob man sie als Fremde betrachtete. Inzwischen war sie, ohne dass sie sich besonders darum bemüht hätte, genauso tief und innig in der kleinen Gemeinschaft verwurzelt, wie sie es früher in Seattle war; sogar noch mehr, weil Seattle wie jede Großstadt voller Fremder war und sich jeder in seiner eigenen kleinen Blase bewegte. Hier kannte sie wirklich jeden.
Gerade als sie die Küchentür erreicht hatte, öffnete sich diese, und Sherry Bishop streckte das Gesicht heraus, auf dem sich schlagartig Erleichterung abzeichnete, als sie Cate kommen sah.
»Was ist denn?«, fragte Cate, während sie in die Küche eilte. Ihr erster Blick galt dem Küchentisch, an dem ihre vierjährigen Zwillinge Tucker und Tanner Cornflakes in sich hineinschaufelten. Sie plapperten, kicherten und zappelten wie immer; in ihrer Welt war alles zum Besten bestellt. Genauer gesagt plapperte Tucker, und Tanner hörte zu. Sie machte sich manchmal Sorgen, weil Tanner so wenig sprach, doch der Kinderarzt hatte keineswegs beunruhigt gewirkt. »Mit ihm ist alles in Ordnung«, hatte Dr. Hardy ihr erklärt. »Er braucht nicht zu reden,...
| Erscheint lt. Verlag | 1.4.2025 |
|---|---|
| Übersetzer | Christoph Göhler |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | Cover of Night |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | beheartbeat • Die Doppelgängerin • From Haters to Lovers • heiße spur • Killer • Leidenschaft • Liebe • Mord • Mordgeflüster • Rocky Mountains • Romane für Frauen • Romantic Suspense • Romantic Thrill • romantisch • romantische Spannung • Spannung |
| ISBN-10 | 3-7517-7542-0 / 3751775420 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-7542-7 / 9783751775427 |
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