Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Zwergenzorn (eBook)

eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
496 Seiten
Panini (Verlag)
978-3-7569-9956-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Zwergenzorn -  Frank Rehefeld
Systemvoraussetzungen
13,99 inkl. MwSt
(CHF 13,65)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Schon lange führen die Völker der Zwerge und Menschen einen Freiheitskampf gegen die Unterdrückung durch die Oger und Trolle. Mithilfe der Elben gelingt es ihnen endlich, ihre Widersacher zu besiegen, doch sie müssen einen hohen Preis dafür bezahlen. Durch einen magischen Bann wird ein Großteil des Zwergenheeres im Inneren eines Berges eingeschlossen. Als der Bann nach Jahrhunderten schwindet, erwartet sie eine Welt, in der mächtige Reiche der Menschen entstanden sind, die sich untereinander bekämpfen. Und in den unzugänglichen Sümpfen im Süden ist eine finstere, dämonische Macht erstarkt, deren Horden im Begriff stehen, über die vom Krieg geschwächte Welt herzufallen ... Die neue Zwergen-Saga vom Autor der Bestseller um 'Die Zwerge von Elan-Dhor'.

FRANK REHFELD gehört spätestens seit seinen zwei Trilogien um 'Die Zwerge von Elan-Dhor' zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Bereits während der Schulzeit gelang es ihm, seinen ersten Roman zu verkaufen. Seither hat er mehr als fünfzig Bücher veröffentlicht, darunter im Fantasy-Bereich 'Die Legende von Arcana', 'Der Weg des Inquisitors' und 'Mytha'. Einige Romane wie 'Die Saga von Garth und Torian' und der Roman 'Giganten' entstanden in Zusammenarbeit mit Wolfgang Hohlbein, und auch zu dessen Serie um den 'Hexer von Salem' steuerte er mehrere Bände bei. Frank Rehfeld lebt am Niederrhein, wo er hauptsächlich in den ruhigen Stunden der Nacht schreibt.

FRANK REHFELD gehört spätestens seit seinen zwei Trilogien um "Die Zwerge von Elan-Dhor" zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Bereits während der Schulzeit gelang es ihm, seinen ersten Roman zu verkaufen. Seither hat er mehr als fünfzig Bücher veröffentlicht, darunter im Fantasy-Bereich "Die Legende von Arcana", "Der Weg des Inquisitors" und "Mytha". Einige Romane wie "Die Saga von Garth und Torian" und der Roman "Giganten" entstanden in Zusammenarbeit mit Wolfgang Hohlbein, und auch zu dessen Serie um den "Hexer von Salem" steuerte er mehrere Bände bei. Frank Rehfeld lebt am Niederrhein, wo er hauptsächlich in den ruhigen Stunden der Nacht schreibt.

1

»Erzähl mir nichts über Oger und Trolle«, brummte Barun. Der Zwerg strich mit einer Hand über seinen bis zur Brust reichenden rötlichen Bart, die andere legte er auf die gewaltige Streitaxt neben sich. »Ich habe oft genug gegen sie gekämpft und genügend von ihnen getötet, um zu wissen, woran ich bei ihnen bin.«

»Ich meine ja nur.« Togan warf einige Holzstücke ins Feuer zwischen ihnen. Funken stoben auf; winzige, kurzlebige Leuchtpünktchen im Dunkel der Nacht. »Auch ich habe mehr als einen dieser Unholde erschlagen, aber inzwischen haben wir doch erreicht, was wir wollten. Wir haben sie vollständig aus dem Osten vertrieben, und auch sonst sind sie überall auf dem Rückzug. Wir haben mehr als genug Land erobert, das wir besiedeln können. Vielleicht ist es allmählich an der Zeit, Frieden zu schließen.«

Für einen Menschen war Togan ziemlich kleinwüchsig, kaum einen halben Kopf größer als Barun, zudem bärtig und von so bulliger Gestalt, dass er bei flüchtigem Hinsehen durchaus als Zwerg durchgehen konnte. Vielleicht fühlte sich Barun ihm deshalb eher verbunden als den meisten anderen seines Volkes oder gar den dürren, hageren Bohnenstangen mit den spitzen Ohren.

Allerdings beschränkte sich die Ähnlichkeit, wie sich nun herausstellte, ausschließlich auf seine körperlichen Eigenschaften. Denn Togans Gerede über Frieden verriet überdeutlich, dass er eben doch nur ein weichlicher Mensch und nicht aus dem Gebein der Erde geschaffen war.

»Ein klug ausgehandelter Frieden, der allen gerecht wird, ist dem Leid und dem Tod eines Krieges immer vorzuziehen«, äußerte sich Egarion. Der Elb war zusammen mit ihnen zu dieser Wache eingeteilt worden, da stets Vertreter aller drei verbündeten Völker gemeinsam wachen sollten.

Es fiel Barun äußerst schwer, die Gesichter ihrer Feinde, der Oger oder Trolle, zu unterscheiden. Bei den Elben hatte er diese Schwierigkeiten nicht. Gemäß des alten Zwergen-Sprichworts: »Kennst du ein Spitzohr, kennst du alle« glichen sie einander eher in ihrer Denkweise und darin, wie sie auftraten, obwohl auch sie einander alle ähnelten. Hochgewachsen, so dünn, dass man bei jedem Windstoß fürchten musste, sie würden wie ein Halm umknicken, schmale, längliche Gesichter und silberblondes, fast weißes Haar.

Sie sahen wahrlich alles andere als Furcht einflößend aus. Umso erstaunlicher war, welche Kraft in ihren zierlichen Gliedern steckte und wie gnadenlos sie trotz ihrer schmächtigen Körper zu kämpfen verstanden.

Wenn sie denn wollen, fügte er in Gedanken hinzu, aber das stand auf einem anderen Blatt. Zwar hatten die Elben sich entschieden, Zwerge und Menschen in ihrem Kampf um die Freiheit zu unterstützen, aber sie hatten geraume Zeit gebraucht, sich zu diesem Entschluss durchzuringen, und ihr ständiges Geschwafel über Frieden, mit dem sie nun sogar schon Togan angesteckt hatten, ging Barun gehörig auf die Nerven.

Es ging auf Mitternacht zu. Nicht mehr lange, dann würde ihre Ablösung eintreffen, damit auch sie noch etwas schlafen konnten. Niemand von ihnen wusste zu sagen, was der nächste Tag bringen würde, ob sie sich am Vorabend eines Waffenstillstands oder der womöglich größten Schlacht dieses nun schon fast zwei Jahre währenden Krieges befanden.

Die Allianzen aus Elben, Zwergen und Menschen auf der einen und den Ogern und Trollen auf der anderen Seite hatten ihre Heere hier am südlichen Fuß der Weißberge zusammengezogen, deren Gipfel so hoch aufragten, dass sie von ewigem Schnee bedeckt waren. Sie waren bereit für die entscheidende Schlacht, doch zunächst wollten sich am Vormittag die Anführer der Oger mit den Herrschern der drei Völker treffen, um einen letzten Versuch zu unternehmen, Frieden zu schließen.

Barun schnaubte verächtlich. Nicht alle waren von der Aussicht auf einen Frieden begeistert, dessen Bedingungen durch Worte anstatt durch einen vollständigen und endgültigen Sieg auf dem Schlachtfeld diktiert wurden.

Er jedenfalls ganz bestimmt nicht.

Er wollte kämpfen, denn er wusste, dass sein Volk niemals sicher sein würde, solange die feindlichen Armeen nicht vollständig zerschlagen waren.

»Frieden!«, stieß er hervor. »Mit diesen Bestien kann es keinen Frieden geben. Habt ihr schon vergessen, wie wir all die Jahrhunderte unter ihnen gelitten haben? Wie sie unsere Völker in Reservate gesperrt und sich geweigert haben, uns mehr Land zuzugestehen, obwohl wir immer zahlreicher wurden? Wir konnten längst nicht so viel Nahrung anbauen, wie nötig gewesen wäre, von Viehweiden ganz zu schweigen, sodass jedes Jahr Hunderte oder in Jahren mit trockenen Sommern gar Tausende Zwerge elendig verhungerten! Bei den Menschen war es genauso, sogar noch schlimmer, weil sie sich noch viel schneller vermehren als wir.« Er blickte Togan finster an. »Hast du das alles schon vergessen? Wie kannst du da das Wort Frieden auch nur in den Mund nehmen?«

Togan senkte den Blick. »Glaub mir, ich habe gar nichts vergessen. Ihr Zwerge konntet zwar wenig Nahrung anbauen, aber ihr konntet wenigstens eure Minen vergrößern und euch im Inneren der Berge ausbreiten.«

»Berge.« Barun spuckte ins Feuer. »Das waren keine echten Berge, in denen Zwerge leben können. Es gab so gut wie keine Bodenschätze, dazu nur brüchigen Fels, in dem wir jeden Stollen und jede Höhle mit Balken hätten abstützen müssen, wenn wir genug Holz dafür gehabt hätten. So aber gab es stattdessen dauernd Einstürze, bei denen Zwerge ihr Leben verloren. Wo es Erze oder gar Edelsteine gab, da haben die Oger ihre Trolle schürfen lassen. Uns hingegen haben sie nur Dreck zugestanden. Also tu nicht so, als hätten sie uns besser behandelt als euch.«

Zorn glitt über Togans Gesicht, und seine Augen schienen zu glühen.

»Wenigstens haben sie euch nicht gefressen«, stieß er hervor. »Uns schon. Zwergenfleisch scheint den Trollen im Gegensatz zu unserem nicht zu schmecken.«

Diesmal war es Barun, der den Kopf senkte. Er hatte einige der Schlachtfelder aus der Anfangszeit dieses Krieges gesehen, als ihre Feinde einen verheerenden Sieg nach dem anderen errungen hatten und der Aufstand zum Scheitern verdammt zu sein schien. Das war vor dem Eingreifen der Elben gewesen. Die Leichen vieler Menschen waren nicht nur verstümmelt, sondern tatsächlich auch angefressen gewesen, ein unbeschreiblich ekelhafter Anblick. Wie er erfahren hatte, waren schon früher immer wieder mal Siedlungen der Menschen von besonders blutrünstigen Trollen überfallen worden, die es auf einen Leckerbissen abgesehen hatten. Die Oger hatten dies jedoch bei Androhung hoher Strafen verboten, und so war es bei vereinzelten Ausnahmen geblieben. Seit Beginn des Krieges jedoch …

»Und doch bist du für Frieden mit ihnen? Ich begreife das nicht. Verspürst du denn gar keinen Hass?«

»Natürlich tue ich das! Ich hasse diese Bestien mit jeder Faser meines Körpers!« Togan richtete sich auf. »Aber noch stärker als der Hass ist die Liebe zu meinem Volk. Es hat genug gelitten. Wir haben mehr Land erobert, als wir in Jahrhunderten besiedeln können, doch wenn dieser Krieg noch lange andauert, wird es keine Menschen mehr geben. Und auch keine Zwerge mehr!«

Barun setzte zu einer heftigen Entgegnung an, schloss dann aber wieder den Mund. Man warf den Zwergen oft Sturheit und übertriebenen Stolz vor, was in besonderem Maße für ihn galt, wie er sich bereitwillig eingestand. Die Oger hatten alles getan, um seinem Volk jegliche Ehre zu rauben, aber gegen den Stolz, der wie ein Fanal in seinem Inneren brannte, waren sie machtlos. Jede Demütigung, jeder getötete Zwerg fachte dieses Feuer nur noch stärker an. Die Zweckmäßigkeit, die manche Zwerge und vor allem viele Menschen zur Grundlage ihrer Entscheidungen machten, konnte er einfach nicht nachvollziehen.

Natürlich, der Krieg war ursprünglich aus der Not ihrer beider Völker geboren, als die Zustände einfach unerträglich geworden waren. Nach einigen besonders schlimmen Missernten hatten sie vor der Wahl gestanden, entweder zu verhungern oder sich gegen ihre Peiniger zu erheben. Insofern war das ursprüngliche Ziel des Krieges mit der Vertreibung der Oger und Trolle aus den bisher eroberten Gebieten tatsächlich erreicht.

Für Barun war es jedoch stets um mehr gegangen, und daran hatte sich auch durch die Kriegserfolge bis zum heutigen Tag nichts geändert. Er wollte, dass die verdammten Bestien, die seinem Volk so viel Leid zugefügt hatten, dafür büßten!

»Das Verlangen nach Rache ist ein schlechter Ratgeber«, ergriff Egarion erneut das Wort, als hätte er seine Gedanken gelesen. »Daraus erwächst stets nur neues Unrecht. Ihr Zwerge seid zu stolz und zu heißblütig. Vielleicht ist das das Vorrecht eines so jungen Volkes, aber wenn solche Gefühle die Oberhand über die Vernunft gewinnen, werden sie euch auf den verhängnisvollen Weg in den Untergang führen.«

»Das lass nur unsere Sorge sein.« Barun blickte den Elb finster an. Er war weder in der Stimmung für seine philosophischen Gedanken noch die geschraubte Ausdrucksweise.

»Aber es ist nicht allein eure Sorge. Vergiss nicht, dass wir Elben einen beträchtlichen Teil der Last dieses Krieges tragen und wir ihn in erster Linie für euch führen.«

Barun lag eine patzige Antwort auf der Zunge, aber er schluckte sie hinunter. Ob es seinem Stolz gefiel oder nicht, ohne die Unterstützung der Elben wäre der Aufstand der Zwerge und Menschen wie alle früheren binnen kurzer Zeit niedergeschlagen worden, das ließ sich nicht leugnen.

Diesmal jedoch hatten die Spitzohren sich nicht herausgehalten...

Erscheint lt. Verlag 29.11.2024
Verlagsort Stuttgart
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Astounding-Award • Crawford Award • Dunkle Magie • episch • Fantasy • Locus-Award • magisch • Unterwelt • World Fantasy Award
ISBN-10 3-7569-9956-4 / 3756999564
ISBN-13 978-3-7569-9956-9 / 9783756999569
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich

von Jo Koren

eBook Download (2024)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75

von Jo Koren

eBook Download (2024)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75