Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de
Dämmerung -  H.E. Wolf

Dämmerung (eBook)

Showdown an der Ostsee

(Autor)

eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
180 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7597-9318-8 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
5,99 inkl. MwSt
(CHF 5,85)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Die Öffnung eines Kreuzrittergrabes in der Bretagne löst eine Reihe grausamer Todesfälle aus, die den Ex-Polizisten Jonas Drake auf den Plan rufen. Schnell wird ihm bewusst, dass er zwischen die Fronten eines gnadenlosen Kampfes geraten ist, der vor Jahrhunderten begann. Spannende Dark-Fantasy trifft auf Horror, mit einer Portion bösem Humor, einem Schuss Sarkasmus, einer Prise Ironie und einem Hauch Erotik. Die Geschichte hat ihren Ursprung im Britannien des frühen Mittelalters und führt den Leser in die Gegenwart nach Schleswig-Holstein, wo es auf der Ostseeinsel Fehmarn zum großen Showdown kommt. Ein Roman für Erwachsene und Junggebliebene, die spannende und humorvolle Fantasy lieben.

H.E. Wolf , Jahrgang 1968, wuchs in Schleswig-Holstein auf und war in verschiedenen Branchen selbstständig, bevor er mit dem Schreiben anfing. Nachdem er 2021 aus gesundheitlichen Gründen seine Selbstständigkeit aufgeben musste und der Berufswelt nicht mehr zur Verfügung stand, widmete er sich intensiv dem Schreiben von Romanen. Schon früher schrieb er Kurzgeschichten, aber erst seitdem regelmäßig. Seine Geschichten sind im Dark-Fantasy Bereich angesiedelt.

1. DAS BÖSE AUF ERDEN


402 nach Christus


Das römische Imperium belagerte den südlichen Teil Britanniens, an dem drei Jahrhunderte zuvor der Hadrianswall errichtet wurde und an der heutigen englisch-schottischen Grenze verlief. Diese massiv befestigte, hohe Mauer wurde für den Zweck gebaut, die Kelten aus dem Norden von dem römisch besetzten Teil fernzuhalten.

Anfang des fünften Jahrhunderts zogen sich die Besatzer zurück. Die Menschen vergaßen die alten Götter und das Christentum erstarkte zu einer Religion, die sich wie ein Lauffeuer ausbreitete. Es erhob sich eine junge Keltin gegen die letzten Römer und die vermehrt ins Land einfallenden Christen. Sie ernannte sich selbst zur Königin und vereinigte die einzelnen Stämme, wie einst Boudicca 340 Jahre zuvor. Sie bekämpfte mit einer immer größer werdenden Armee aus einheimischen Kriegern die Invasoren.

Sie machte es sich zur Aufgabe, die alte Religion zu verteidigen und zu erhalten, ihr Volk wieder zu vereinen und dem Christentum die Stirn zu bieten. Sie trug den Namen Alenya. Sie war eine junge verführerische blonde Erscheinung und äußerst gefährlich. Gnadenlos und brutal bekämpfte sie die Besatzer. Nicht eine Stadt und kein Dorf war vor ihr und ihren Mannen sicher. Die Kirche verbreitete sogar, die Keltenkönigin sei mit dem Teufel im Bunde.

Ein Bischof namens Lucius of Londinium vereinte die christlichen sowie römischen Invasoren hinter sich und machte es sich zur Aufgabe die Aufständischen zu jagen und zu vernichten. Sie metzelten Alenyas Krieger gnadenlos nieder. Ihre überlebenden Gefolgsleute wurden gefoltert und getötet, der Rest endete als Sklaven. Die Römer nahmen dabei keine Rücksicht auf Frauen, Alte und Kinder. Sie fielen ihrem Vernichtungsfeldzug gegen die Barbaren ebenso zum Opfer wie die Krieger.

Die Königin selbst hingegen wurde brutal gefoltert und gekreuzigt. Bevor sie ihren schweren Verletzungen erlag, verfluchte sie den anführenden Bischof.

Ein paar Angehörige ihres Stammes nahmen ihren Leichnam vom Kreuz und beerdigten ihren verstümmelten Körper in einer eigens für sie errichteten unterirdischen Gruft. Des Nachts schlich sich Bischof Lucius of Londinium in das Grab der Königin. Um zu verhindern, dass sie jemals zurückkehrt, schnitt er ihr das Herz heraus und verbrannte es. Den Leichnam zerteilte er in fünf Stücke und nagelte diese mit silbernen Dolchen im Sarkophag fest, deren Griffe mit christlichen Symbolen und Verzierungen versehen waren. Den Rumpf enthauptete er und trieb ebenfalls einen Dolch durch ihren Schädel. Den Steinsarg ließ er mit geweihtem Wasser füllen und legte ein silbernes Kreuz mit hinein. Im Anschluss wurde die Gruft zugemauert und verschüttet. Sie geriet lange Zeit in Vergessenheit.

Schottland, 1068 n.Chr.


Die Jahre waren ins Land gezogen. Kaum jemand erinnerte sich an die Keltenkönigin, die den römischen und christlichen Invasoren erbitterten Widerstand entgegenbrachte. Sie war nur noch eine Legende.

Das kleine Dorf Kildaring lag knapp vierzig Kilometer oberhalb des Hadrianwalls. Die einstige feste Grenze zwischen Schottland und Britannien hatte ihre Bedeutung schon lange verloren. In Kildaring lebten ein paar Bauern und arme Menschen, die sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlugen. Ein Mönch hielt in der Kirche seinen Gottesdienst ab. Fünfzig Jahre früher gab es einen Bischof in dem Dorf. Aber nachdem er starb, gab es hier keinen Geistlichen mehr. Erst kurz zuvor übernahm der Mönch diesen Posten.

Ein Mann in einem Kapuzenmantel mit einem Wanderstab kam in das Dorf und wurde misstrauisch von den Einwohnern beobachtet. Er beachtete die Menschen um ihn herum nicht. Vor der Kirche blieb er stehen und schaute sich das kleine Gemäuer an. Er lächelte finster und trat ein. Viel hatte sich verändert, seit er das letzte Mal in der Welt der Menschen war. Der Kult um den Nazarener, der am Anfang eine kleine Sekte war, hatte sich zu einer immer mehr wachsenden Religion entwickelt. Der Gottesdienst des Mönchs war beendet und die Menschen verließen die Kirche. Der großgewachsene bärtige Mann wartete geduldig. Kaum jemand nahm Notiz von ihm. Der Mönch schritt auf ihn zu.

„Pax vobiscum.“, begrüßte er ihn und stellte sich vor.

„Ich bin Bruder Lucius, mein Sohn. Was kann ich für dich tun?“

Der bärtige Mann sah dem Mönch in die Augen und lächelte. Lucius konnte dieses Lächeln nicht richtig deuten und stutzte. War der Fremde ein Dieb oder Plünderer? Dann sprach dieser.

„Ich bin gekommen, um Eurer Welt etwas zurückzugeben, welches einer Eurer Vorfahren in seinem religiösen fanatischen Wahn von der Erde tilgte.“

„Ich verstehe nicht ganz, mein Herr.“, antwortete der Mönch irritiert. Der geheimnisvolle Besucher holte tief Luft und fuhr fort.

„Oh, das werdet Ihr sehr bald. Wisst Ihr, was vor 666 Jahren hier geschah?“

Lucius schüttelte den Kopf. Er musterte den unheimlichen Fremden.

„Nein. Ich bin aus Londinium vom Bischof hierher beordert worden. Die Geschichte dieses Dorfes ist mir unbekannt.“, antwortete er wahrheitsgetreu.

Der bärtige Mann berichtete ausführlich von den Qualen, die Alenya durchmachte und wie sie starb. Lucius sah ihn an.

„Warum erzählt Ihr mir das? Es ist doch nicht mein verschulden was damals geschah.“

„Falsch, Mönch!“, fauchte der Fremde und seine Stimme wurde aggressiver und finsterer als ohnehin schon.

„Es war Lucius of Londinium, dein Urahn, der dieses Mädchen brutal folterte, dafür sorgte, dass sich seine Männer an ihr vergingen und am Ende ihre Leiche persönlich schändete.“ Er ließ das gesagte kurz auf den Mönch einwirken.

„Nun ist es an der Zeit, Alenya die Rückkehr zu ermöglichen, auf dass sie ihren Fluch Wirklichkeit werden lassen kann.“

„Auch wenn er einer meiner Ahnen war, aber ich hoffe mal er schmort in der Hölle!“, gab der Mönch entsetzt zurück.

„Gewiss, gewiss…“, antwortete der Fremde wissend lächelnd. Seine Augen glühten kurz rot auf. Er ließ seinen Mantel fallen. Darunter trug er enge Lederkleidung, mit Nietenverzierungen. Auf der Brust war ein Muster zu sehen. An der linken Seite hing ein Schwert. Er hob seinen Stab und rammte ihn in den Boden. Bei der Berührung mit den Steinen war aus der Erde ein lautes Grollen zu hören. Das Erdreich um ihn herum fing an zu brennen und es entstand ein Loch.

„Es ändert aber nichts an der Tatsachen, dass Ihr jetzt ein Problem habt.“, sagte er gehässig lachend.„Was geschieht hier?“, stammelte der Mönch entsetzt und ängstlich.

„Weißt du es wirklich nicht? Unter dieser … Kirche liegt das Grab Alenyas und ich werde sie nun zurückholen.“, sprach er mit eiskalter Stimme. Mit einer lässigen Handbewegung wischte er die Kirche hinweg. Steine und Trümmer flogen durch das kleine Dorf. Der Weg zum Grab der einstigen Keltenkönigin war frei.

„Wer bist du?“, fragte der Mönch mit zitternder Stimme.

„Ich bin Asmodeus. Gott der Wahrheit und der Lügen, der Fürst der Finsternis und Statthalter der Hölle.“, gab dieser gelassen zurück.

Angsterfüllt guckten die Leute, als aus der Öffnung ein steinerner Gang wurde. Eine breite Treppe führte in die Tiefe. Der Mann breitete die Arme aus und dann geschah etwas, womit die Menschen nicht rechneten. Er verwandelte sich vor ihnen und wuchs auf eine Größe von über zwei Meter heran. Die Haare und sein Bart wurden länger, an der Stirn traten Hörner hervor und seine Augen glühten rot.

Der Fürst der Finsternis war gekommen. Er schritt die Stufen der Treppe hinab und zerstörte die Wand, die ihm im Weg stand.

Er betrat die Gruft und ließ die Fackeln, die an Ringhalterungen an den seitlichen Mauern befestigt waren, brennen. Vor einem Sarkophag blieb er stehen und mit einer Handbewegung wischte er den steinernen Deckel zur Seite, der scheppernd auf dem Boden zerbrach. Im Inneren schlug geweihtes Wasser leichte Wellen. Mit seinem Stab berührte er in Bodennähe die Ruhestätte. Risse entstanden, aus denen die stinkende Flüssigkeit herauslief und im Erdreich versickerte.

Sobald die Bedrohung durch die für ihn gefährliche Brühe vorbei war, schritt er auf den Sarkophag zu. Asmodeus erblickte sechs silberne Dolche die einige verdorrte Körperteile am Boden des Steinsargs fixierten sowie das Kreuz. Mit einer Handbewegung, ohne die Gegenstände zu berühren, fegte er sie davon und sie krachten an die Wand.

Von draußen hörte er Stimmengewirr und er schuf eine Barriere um das Dorf herum, die es verhinderte, dass die Menschen entkamen. Sie saßen in der Falle.

Asmodeus widmete sich wieder der Leiche Alenyas. Ein erschreckender Anblick. Er hörte hinter sich Schritte und drehte sich um. Ein junger Mann war neugierig genug, um zu schauen, was da unten vor sich ging. Der dunkle Fürst sah ihn an, lächelte und...

Erscheint lt. Verlag 16.10.2024
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
ISBN-10 3-7597-9318-5 / 3759793185
ISBN-13 978-3-7597-9318-8 / 9783759793188
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)
Größe: 597 KB

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich