Dramen I (eBook)
488 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-8004-0 (ISBN)
Dr. phil. Antonie Hindelang ist Gymnasiallehrerin für die Fächer Deutsch und Englisch und zudem als Deutsch als Fremdsprachelehrkraft an der Universität Würzburg und diverse Bildungseinrich-tungen tätig. Sie hat einen Roman, einen Gedicht- und einen Erzählband veröffentlicht.
Musik
Bertram de Born: Instrumentales Lied
Johann Caspar Kerll: Missa Superba
Gabriel Fauré: Pélléas et Mélisande - Suite op. 80
Johann Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento in B-Dur KV 254, Entführung aus dem Serail KV 384, Regina Coeli KV 127
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 7 in C-Dur op. 105
Alfred Schnittke: Suite im alten Stil op. 95
Gottfried Heinrich Stölzel: Cantata Von dem Einfluss zweier Sternen Nr. 1
Georg Friedrich Händel: Konzert in F-Dur HWV 333, Zadok the Priest HWV 258
Emilie Mayer: Streichquartett in g-Moll op. 14: Scherzo
Maurice Ravel: Pavane de la Belle au bois dormant aus Ma Mère l’Oye M. 60
Barbara Strozzi: L’Amante modesto op. 1, Che si può fare op. 8 Nr. 6
Bernart de Ventadorn: Lerchenlied
Alfred Heinrich Zabel: Konzert für Harfe und Orchester in c-Moll op. 35
Felix Mendelssohn Bartholdy: Variations concertantes für Violoncello und Klavier in D-Dur op. 17 MWBQ 19
Glocken von Sainte-Etienne in Limoges
Ralph Vaughan William: Fantasia on a Theme by Thomas Tallis in G-Dur
Johann Sebastian Bach: Aria Schafe können sicher weiden Cantata BWV 208
Richard Löwenherz: Ja nus hons pris
Ludwig van Beethoven: Klaviersonate Nr. 8 in c-Moll op. 13: Pathétique
Glocken von Westminster Abbey in London
Gregorianischer Choral: Tractus Gustate et videte: Psalm 34 Vers 1
Arvo Pärt: Sequentia, L’Abbé Agathon, Vater unser
Eleonore in einem samtroten Kleid aus Seide am Schreibtisch sitzend in Fontevrault, in einer Kemenate des Nonnenklosters. Ein Schrank, ein Bett, ein Sofa, ein Schreibtisch und Stuhl. Sie schreibt:
Liebste Blanca, liebstes Kind, du auf dem Weg, den ich einst in deinem Alter beschritten, fast Kind noch und bald vielleicht Königin schon … Frankreich liegt dir zu Füßen wie mir … ich war 15 erst damals … Mädchen schon … nicht aber Frau … bestimmt noch lange … bestimmend dann selbst endlich … vielleicht schon bald … ich habe dich dort aufgesucht in deiner Wiege, dem Ort munterer Spiele, wie ich dich fand, vergnügt, dem Gespräch hingegeben, Worten lauschend mit Neugier begegnend und wiederum Worte versprühend … den Liedern der Sänger offen, begeistert von ihren Tönen, Tönen der Laute und Laier, Erzählungen, die sie in ausgewählten Worten bringen … Erzählungen von edlen Rittern und Damen, der Milde und Treue von Herrin und Frouwe …den Aventiuren … von Minne … Turnieren und Prüfung … wie habe ich sie geliebt diese Welt … Chrestien de Troyes … seine Welt … die Welt des Erec … wie hautnah ist sie mir gewesen … Spiegel um mich herum …
Ich schreibe dir, liebes Kind, weil dich mein Herz, so wie ich dich sah, ab dem ersten Augenblick umschlossen … und so wie ich dich sah, wie ich dich erlebte, für dieses Leben bestimmt hielt … mit deiner Offenheit … deine Freude an Wort und Gesang, deine Aufgeschlossenheit für das Neue, Andere … alles prädestiniert dich zu dieser Aufgabe, die auch einen starken Willen und Stärke dir abverlangen wird … von den drei Mädchen meiner Eleonore bist du mir am Ähnlichsten … Ich habe dich ins Herz geschlossen und möchte dich auf deinem Weg, solange ich noch kann, begleiten … ich tue dies in Briefen und erzähle dir von meinem Leben … so dass du dir das, was dir gefällt und richtig scheint, nehmen … die Fehler aber ausschneiden kannst. Ich schreibe dir aber auch, damit du weißt, dass du nicht allein bist in dieser neuen, dir ganz fremden Welt.
Man hört Johann Caspar Kerlls Missa Superba „Eleison“ und „in gloria dei patris“ „omni potentem … in seacula“ „salutem“ „in coelis“ „et incarnatus est“, „unus regnus … Dei“, „et una sancta catholica et apostolica ecclesia … Amen“ „Gloria, gloria tua“.
Eleonore legt die Feder beiseite, steht auf, macht das Kreuzzeichen und kniet sich vor dem Kreuz auf einer Bußbank nieder, faltet die Hände.
Man hört „miserere, miserere … peccata mundi … dona nobis pacem … dona nobis pacem … dona nobis pacem … dona nobis pacem … pacem“ von Männern und Frauen im Wechsel gesungen.
Dunkel
Man hört Gabriel Faurés Pélléas et Mélisande – Suite op. 80 leise angespielt.
Eleonore, 15-Jährig, in weißem, Kleid, sie blickt zu Ludwig VII hinauf, reicht ihre Hand, er steckt ihr den Ring an die Hand. Sie knien beide auf der Büßerbank nieder. Ein Priester legt eine Lilie, einen Ölzweig auf das Bänkchen, segnet die beiden.
Dunkel
Man sieht Ludwig VII mit grauem Büßergewand und Sandalen. Man hört Eleonores Stimme: Ich habe manchmal den Eindruck, ich hätte einen Mönch geheiratet.
Dunkel
Man sieht Ludwig VII mit Eleonore. Sie halten die Hände, er kniet vor ihr. Man hört Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimento in B-Dur KV 254 und folgende Verse:
Meine Herrin hat, so meine ich,
lachende graue Augen, dunkle Augenbrauen,
Haar, das schöner als Gold,
eine schöne Stirn, die Nase gerade und wohlgeformt;
Farben wie Rosen und Lilien,
einen lieblichroten Mund;
der Hals ist weiß, nicht sonnenverbrannt,
die Brust strahlt von Weißheit.
Sie ist lieb, freundlich und heiter;
so hat sie unser Gott geschaffen.
Und:
Sie ist mit schlankem Körper, graublauen Augen,
schöner Stirn, hellem Gesicht.
Blonde Haare hat sie, eine lachende und
strahlende Miene.
Dunkel
Man hört Jean Sibelius‘ Symphonie Nr. 7 in C-Dur op. 105. Eleonore mit Bernhard von Clairvaux, Eleonore bekümmert:
Wir sind jetzt sieben Jahre verheiratet. Aber ein Erbe bleibt aus.
Bernhard von Clairvaux: Sucht doch dem Königreich Frieden zu geben, und Gott in seiner Barmherzigkeit wird Euch gewähren, worum Ihr ihn bittet.
Dunkel
Eleonore in Fontefrault am Schreibtisch sitzend, schreibend:
Nach einem Jahr war die kleine Marie geboren. Wir überließen sie einer Amme, um uns auf den Weg nach Jerusalem aufzumachen. Es war eine Unmenge von Wägen, die sich mit uns in Bewegung setzten … Ritterschaft … Hofdamen und andere … an Pfingsten waren wir in Metz … von dort ging es in die Donauebene … dann weiter nach Byzanz.
Man hört Alfred Schnittkes Suite im alten Stil op. 95.
Byzanz war überwältigend, der Kaiser von Ostrom sorgte für unsere Unterkunft und Unterhaltung … wir wurden in der Stadt umhergeführt, zu Festen und Bällen, Turnieren eingeladen. Die Gerichte, die man uns dort servierte, die Spezereien waren köstlich und überall umgab uns der Duft von Parfümen und anderen Duftölen. Wir suchten nach Antiochia überzusetzen, aber die Koggen, die uns der Kaiser versprochen hatte, wollten nicht kommen, so dass wir, als wir hörten, dass sich der Kaiser auf die Seite der Sarazenen geschlagen hatte, gezwungen waren, die Hilfe von Roger von Sizilien, dem Normannen, annahmen, die uns dann, nachdem wir über auf einem längeren beschwerlichen und abenteuerlichen Weg über das Land endlich auf das Meer zu meinem Onkel Raimund nach Antiochia übersetzten. Antiochia war noch prächtiger als Byzanz … die Olivenhaine und bewässerten Hänge ringsum brachten mich zurück in mein Aquitanien … die Stätte meiner Kindheit, wo ich mit Raimund gebalgt und gespielt hatte … wo Troubadoure mit ihren Leiern, Lauten ein und ausgingen und die Geschichten etlicher tapferer edler Ritter im Gesang und Spiel ihrer Hände episch pittoresk vortrugen … wo Raimund und ich … Raimund, mein Oheim, der aber nicht älter war als ich, in der Welt unseres Großvaters Wilhelm erblüht waren … ihren Duft, ihren verführerischen Klang aufgesogen haben … wo die Amme uns gestillt hat und mit ihrer lieben Milch auch die Welt von Lied und Gesang unentwegt begleitet hat. Sie legt ihre Feder beiseite. In der Ferne hört man Bertram de Borns Lied spielen. Eine Nonne tritt ein, bringt einige Spezereien und ein Glas Wein: Danke, liebste Schwester. Sie nimmt davon und setzt ihren Brief nach einigen Momenten fort: Raimund, schon als Junge einnehmend, plaudernd, ideenreich, hübsch von Gestalt, war zu einem ansehnlichen jungen Mann von 25 Jahren herangereift mit betörenden Manieren, Eleganz und Milde … der mich beeindruckte und mit den ich in den orientalischen Gärten und bei bezaubernden Festen gern um mich wusste ... der mich an mein...
| Erscheint lt. Verlag | 29.10.2024 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Historische Romane |
| Schlagworte | Dramen mit Musik vom Mitttelalter bis zum 18. Jahrhundert • historische Gestalten (Könige/innen, Adelige, Künstler • Italien, Spanien, Deutschland • Leben der Gestalten und ihre Errungenschaften • Weisheit, Frieden, Verantwortung und Liebe |
| ISBN-10 | 3-7693-8004-5 / 3769380045 |
| ISBN-13 | 978-3-7693-8004-0 / 9783769380040 |
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