Am Wasser das Haus
Edition Nautilus GmbH (Verlag)
978-3-96054-384-8 (ISBN)
Magdalena Saiger, geboren 1985, lebt in Hamburg. Sie studierte Germanistik und Geschichte in Berlin und Madrid und promovierte an der Universität Hamburg über »Wanderungen eines Ortes: Das Gelände der Alten Messe, Belgrad«. Das Manuskript ihres Debütromans »Was ihr nicht seht oder Die absolute Nutzlosigkeit des Mondes« wurde 2020 mit dem Hamburger Literaturpreis ausgezeichnet. Der Roman war 2023 nominiert für den Franz-Tumler-Literaturpreis, den Droste-Preis sowie für den Bloggerpreis »Das Debüt«. 2024 wurde Magdalena Saiger für ein unveröffentlichtes Romanmanuskript erneut mit dem Hamburger Literaturpreis ausgezeichnet.
»Magdalena Saigers Sprache, die sich vorsichtig der Vergangenheit annähert, malt die Bilder eines Ortes, der seinerseits von Max Liebermann gemalt wird. Das ist so eindringlich wie schön.« Katrin Seddig
»Magdalena Saigers Sprache, die sich vorsichtig der Vergangenheit annähert, malt die Bilder eines Ortes, der seinerseits von Max Liebermann gemalt wird. Das ist so eindringlich wie schön.« Katrin Seddig
Ein Grundstück ist noch frei. Bestehend aus zwei Parzellen, länglich geschnitten, zum Wasser hin abfallend, eines der letzten in der Colonie, am westlichen, von Kiefernheide gesäumten Ufer des Sees, weit außerhalb der Stadt, weit genug und nah genug, um hier wirklich noch etwas anzufangen. Es ist, was er suchte, der Maler, dem sie mit einemmal ein Bild ums andere abkaufen, fast handwarm noch. Das hätte ihm keiner geglaubt, dass einer, und noch dazu ein Widerborstiger wie er, sich mit dem Pinsel und seinen altbekannten, umstrittenen zehn Fingern ein Schloss erwerben kann, in gerade mal zwei Jahren. Grundstück und Haus und Gartenanlage und Einrichtung. (...) Sollen sie lachen in der Akademie, sollen sie. Jetzt kommen, denkt er, erst einmal die fetten Jahre. Er malt nach eigenem Rezept, und das Geschäft will nicht aufhören zu dampfen, und so muss er nun nicht länger träumen, sondern hat die Mittel, und damit die Befugnis, zu planen, und zwar auf Papier und gegen gutes, ehrliches, ermaltes Geld, kann die blitzweißen Landhäuser der Hamburger Großleute als echte Möglichkeiten betrachten, zur freien Nachahmung oder zum großzügigen Verwerfen, nicht länger als schimmernde Auswüchse einer Welt, in der er hauptsächlich auf Besuch ist und an Sonntagnachmittagen spazieren geht auf öffentlichen Uferwegen. Ein Grundstück ist noch frei. Ein Schmuckstück. 145.000 Reichsmark, und es geht in seinen Besitz über. In seinen Besitz: Besitzer Max Liebermann, Maler, ordentlicher Professor der Königlichen Akademie der Künste, Gründer und Präsident der Berliner Secession, Max Martin Liebermann, Große Seestraße 24.
| Erscheinungsdatum | 22.01.2025 |
|---|---|
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 128 x 214 mm |
| Themenwelt | Literatur |
| Schlagworte | Alfred Lichtwark • Berlin • Enteignung • Geschichte • Impressionismus • Kunst • Liebermann-Villa • Malerei • Max Liebermann • Nationalsozialismus • Secession • Wannsee |
| ISBN-10 | 3-96054-384-0 / 3960543840 |
| ISBN-13 | 978-3-96054-384-8 / 9783960543848 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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