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Winde und Wahrheit (eBook)

Ein Sturmlicht-Chroniken-Roman
eBook Download: EPUB
2025
1218 Seiten
Heyne Verlag
978-3-641-25500-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Winde und Wahrheit - Brandon Sanderson
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Auf der Welt Roschar brechen Konflikte auf, die schon seit Tausenden Jahren schwelen. Dalinar Kholin, der Bruder des ermordeten Großkönigs und nun der Anführer der Strahlenden Ritter, hat den bösen Gott Odium zu einem Wettkampf herausgefordert. Jetzt haben die Königreiche Roschars nur zehn Tage Zeit, um sich auf das Schlimmste vorzubereiten. Das Schicksal der ganzen Welt – und das des gesamten Kosmeer – steht auf Messers Schneide.

Der neue Originalband »Winds and Truth« erscheint im Deutschen in zwei Teilen, »Winde und Wahrheit« und »Der Kampf der Meister«.

Brandon Sanderson, 1975 in Nebraska geboren, schreibt seit seiner Schulzeit fantastische Geschichten. Er studierte Englische Literatur und unterrichtet Kreatives Schreiben. Mit den »Sturmlicht-Chroniken«, seinem großen Epos um das Schicksal der Welt von Roschar, erobert er regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten und begeistert auch in Deutschland viele Zehntausende Fans. Er wird bereits als der J. R. R. Tolkien des 21. Jahrhunderts gepriesen. Brandon Sanderson lebt mit seiner Familie in Provo, Utah.

Prolog: Leben


SIEBENEINHALB JAHRE ZUVOR


Gavilar Kholin stand am Rande der Unsterblichkeit.

Nun musste er nur noch die richtigen Worte finden.

Er ging im Kreis um die neun Ehrenklingen herum, die mit der Spitze in den Steinboden gerammt worden waren. Die Luft stank nach verbranntem Fleisch. Er hatte schon vor vielen Scheiterhaufen gestanden und kannte den Geruch nur allzu gut, auch wenn die Leichen damals nicht nach dem Kampf, sondern im Gefecht verbrannt waren.

»Sie nennen es Aharietiam«, sagte er, während er die Klingen umrundete und kurz die Hand auf jede einzelne legte. Würde wohl sein eigenes Schwert so wie eines von diesen werden, wenn er zum Herold wurde – angefüllt mit Macht und den Kräften der Überlieferung? »Das Ende der Welt. War es eine Lüge?«

Viele, die es so genannt haben, glaubten an das, was sie sagten, erwiderte der Sturmvater.

»Und die Eigentümer dieser Klingen?«, fragte er und zeigte auf die Waffen. »Woran haben die Herolde geglaubt?«

Wären sie vollkommen aufrichtig gewesen, sagte der Sturmvater, dann würde ich jetzt nicht nach einem neuen Kampfmeister suchen.

Gavilar nickte. »Ich schwöre, Ehr und Roschar als Herold zu dienen. Besser, als sie es getan haben.«

Diese Worte werden nicht akzeptiert, sagte der Sturmvater. Du wirst sie niemals zufällig finden, Gavilar.

Er wollte es trotzdem versuchen. Gavilar war zum mächtigsten Menschen der Welt geworden, weil er oft das angestrebt und erreicht hatte, was die anderen als unmöglich eingeschätzt hatten. Er umrundete den Kreis der Klingen erneut, war in den Schatten der monolithischen Steine ganz allein mit ihnen. Da er schon Dutzende Male in diese Vision eingetreten war, konnte er jede einzelne Klinge anhand des Herolds bestimmen, der mit ihr verbunden war. Doch der Sturmvater teilte seine Informationen nach wie vor nur widerwillig mit.

Wie auch immer. Er würde seine Belohnung gewiss bekommen. Er riss Jezriens lange, gebogene Klinge aus dem Stein, schwang sie und zerschnitt die Luft. »Nohadon ist den Herolden begegnet und hat sie nach und nach kennengelernt.«

Ja, gab der Sturmvater zu.

»Sie stehen in dem Buch, nicht wahr?«, fragte er. »Die korrekten Worte befinden sich irgendwo in Der Weg der Könige

Ja.

Gavilar hatte das gesamte Buch auswendig gelernt. Schon vor vielen Jahren hatte er sich das Lesen selbst beigebracht, um nach Geheimnissen suchen zu können, ohne sie den Frauen in seinem Leben enthüllen zu müssen. Er warf die Klinge des Herolds beiseite. Klappernd fiel sie auf den Stein, und der Sturmvater gab ein Zischen von sich.

Stumm tadelte sich Gavilar. Dies hier war nur eine Vision, und diese unechten Klingen bedeuteten ihm nichts. Aber der Sturmvater musste glauben, dass er zumindest fürs Erste fromm und ehrerbietig war. Er hob Chanas Klinge an. Diese mochte er besonders gern, denn die Verzierungen teilten die Klinge in der Mitte. Diese lange Spalte wäre bei einem gewöhnlichen Schwert äußerst unpraktisch. Sie gab ein Hinweis darauf, dass es sich bei der Waffe um etwas Unglaubliches handelte.

»Chanaranach ist ein Soldat gewesen«, sagte er, »und dies hier ist die Waffe eines Soldaten. Solide und gerade, aber mit jener kleinen … Unfassbarkeit, die in der Mitte fehlt.« Er streckte die Klinge vor sich aus und betrachtete die Schneide. »Ich habe das Gefühl, dass ich beide besonders gut kenne. Sie sind meine Gefährten, und doch könnte ich sie in einer Menschenmenge nicht erkennen.«

Deine Gefährten? Sei nicht vorschnell, Gavilar. Finde die Worte.

Diese sturmverdammten Worte. Es waren die wichtigsten, die Gavilar je aussprechen würde. Mit ihnen würde er zum Kampfmeister des Sturmvaters werden – und zu noch mehr, wie er inzwischen vermutete. Gavilar nahm an, dass er dann in den Eidpakt aufgenommen werden und sich über die Sterblichkeit erheben würde. Er hatte nicht gefragt, welchen Herold er ersetzen sollte; eine solche Frage wäre grob und unhöflich gewesen, und so wollte er nicht vor dem Sturmvater erscheinen. Allerdings vermutete er, dass er Talenelats Stelle einnehmen würde, der seine Klinge nicht hier hinterlassen hatte.

Gavilar rammte das Schwert wieder in den Stein. »Wir sollten zurückkehren.«

Die Vision endete sofort, und er befand sich in seinem Arbeitszimmer im zweiten Stock des Palastes. Bücherregale, ein stiller Lesetisch, Wandbehänge und Teppiche, die jede Stimme dämpften. Gavilar hatte sich für das bevorstehende Fest herausgeputzt. Er trug eine prächtige Robe, die gar nicht mehr in Mode war. Wie sein Bart, so hob ihn auch seine Kleidung von der Masse der Alethi-Hellaugen ab. Ihm war wichtig, dass sie ihn als etwas Altehrwürdiges betrachteten, das sich weit jenseits ihrer lächerlichen Spielchen befand.

Eigentlich gehörte dieser Raum Navani, aber es war sein Palast. Hier suchte man nur selten nach ihm, und er brauchte eine Atempause von den kleinen Leuten mit ihren kleinen Problemen. Da ihm bis zu seinen Verabredungen noch ein wenig Zeit blieb, holte sich Gavilar ein winziges Buch, in dem die letzten Forschungsergebnisse aus der Region um die Zerbrochene Ebene aufgezeichnet standen. Er war sich zunehmend sicher, dass sich an diesem Ort ein altes, unversperrtes Eidtor befand. Wenn Gavilar dies durchschritt, konnte er vielleicht das mythische Urithiru und dort die alten Aufzeichnungen entdecken.

Er würde schon die richtigen Worte finden. Er stand so knapp vor dem Ziel. War so quälend nah – nicht weit von dem entfernt, was alle Männer insgeheim begehrten, doch nur zehn von ihnen erreicht hatten. Ewiges Leben und ein Vermächtnis, das ganze Jahrtausende umfasste – weil man lange genug lebte, um es zu gestalten.

Sie ist nicht so großartig, wie du glaubst, sagte das Sprengsel. Gavilar hielt inne. Der Sturmvater konnte seine Gedanken nicht lesen – oder etwa doch? Nein. Nein, das hatte er überprüft. Er kannte Gavilars tiefste Überlegungen und seine geheimsten Pläne nicht. Denn würde dieses Sprengsel sein Herz kennen, dann würde es gewiss nicht mit ihm zusammenarbeiten.

»Was meinst du damit?«, fragte Gavilar und schob das Buch wieder ins Regal zurück.

Unsterblichkeit, sagte der Sturmvater. Sie erschöpft Männer und Frauen, sie laugt Seele und Geist aus. Die Herolde sind wahnsinnig – geschlagen mit unnatürlichen Leiden, die ihrer einzigartigen, künstlichen Art entsprechen.

»Wie lange hat es gedauert, bis sie die Symptome zeigten?«, fragte Gavilar.

Das ist schwer zu sagen. Tausend Jahre, vielleicht auch zweitausend.

»Dann wird mir gerade so viel Zeit bleiben, eine Lösung zu finden«, gab Gavilar zurück. »Es ist eine viel vernünftigere Zeitspanne als das bloße Jahrhundert – höchstens –, das einem Sterblichen gewährt wird, nicht wahr?«

Ich habe dir diese Gabe nicht versprochen. Du vermutest, dass sie das ist, was ich dir anbieten werde, aber ich suche nur nach einem Kampfmeister. Sage mir dennoch, ob du den Preis bezahlen würdest, um zu einem Herold zu werden. Jeder, den du kennst, wird Staub sein, wenn du zurückgekehrt bist.

Hier erkannte er die Lüge. »Die Pflicht eines Königs besteht seinem Volk gegenüber«, erklärte er. »Indem ich zum Herold werde, kann ich Alethkar auf eine Weise schützen, die keinem früheren Monarchen je gegeben war. Zur Erreichung dessen macht es mir auch nichts aus, persönlichen Schmerz zu erleiden. Sollte ich sterben«, fügte Gavilar hinzu und zitierte aus dem Weg der Könige, »dann habe ich mein Leben auf die rechte Weise gelebt. Es ist nicht das Ziel, was zählt, sondern der Weg dorthin.«

Diese Worte werden nicht akzeptiert, sagte das Sprengsel. Bloßes Raten wird dich nicht zu den Worten führen, Gavilar.

Nun, irgendwo in diesem Buch befanden sich die Worte. Gut geschützt zwischen all dem selbstgerechten Moralisieren … wie ein Weißdorn in einer Hecke. Gavilar Kholin war nicht der Mann, der es gewohnt war zu verlieren. Man erhielt das, was man erwartete. Und er erwartete nicht bloß den Sieg, sondern Göttlichkeit.

Der Wächter klopfte sanft. War es denn schon Zeit? Gavilar rief Tearim zu, er möge hereinkommen, und so geschah es. Heute Abend trug der Wächter Gavilars eigenen Panzer.

»Herr«, sagte Tearim, »Euer Bruder ist hier.«

»Was? Nicht Restares? Wie hat Dalinar mich finden können?«

»Ich vermute, er hat uns Wache stehen sehen, Eure Majestät.«

Mist. »Lass ihn eintreten.«

Der Wächter zog sich zurück. Eine Sekunde später kam Dalinar hereingestürmt – anmutig wie ein dreibeiniges Chull. Er warf die Tür hinter sich zu und brüllte: »Gavilar! Ich will mit den Parschendi reden!«

Gavilar holte tief Luft. »Bruder, wir befinden uns in einer ausgesprochen heiklen Lage, und wir wollen sie nicht beleidigen.«

»Ich werde sie auch nicht beleidigen«, brummte Dalinar. Er trug sein Takama, die altmodische Gewandung eines Kriegers, die den Brustkorb unbedeckt ließ – und einige graue Haare zeigte. Er drückte sich an Gavilar vorbei und warf sich in den Sessel vor dem Tisch.

Der arme Sessel.

»Warum bedeuten sie dir so viel, Dalinar?«, fragte Gavilar und legte die rechte Hand an seine Stirn.

»Und wie ist es mit dir?«, wollte Dalinar wissen. »Dieses Abkommen, dieses plötzliche Interesse an ihrem Land. Was planst du? Sag es mir.«

Der liebe, stets unverblümte Dalinar. So dezent wie ein Krug mit...

Erscheint lt. Verlag 14.5.2025
Reihe/Serie Die Sturmlicht-Chroniken
Übersetzer Michael Siefener
Sprache deutsch
Original-Titel Wind and Truth – Stormlight Archive Book 5 (Part 1)
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte Abenteuer • Der Pfad der Winde • Die Sturmlicht-Chroniken • eBooks • epische Fantasy • Fantasy • High Fantasy • Kosmeer • Magie • Schlachten • Serien • wind and truth
ISBN-10 3-641-25500-7 / 3641255007
ISBN-13 978-3-641-25500-8 / 9783641255008
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