Die Skaland-Saga, Band 2 - A Curse Carved in Bone (eBook)
528 Seiten
Ravensburger Buchverlag
978-3-473-51275-1 (ISBN)
Danielle L. Jensen ist USA-Today-Bestsellerautorin mehrerer Fantasy-Reihen. Ihre Bücher wurden bereits in 15 Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrer Familie und ihren Meerschweinchen in Calgary, Alberta.
Danielle L. Jensen ist USA-Today-Bestsellerautorin mehrerer Fantasy-Reihen. Ihre Bücher wurden bereits in 15 Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrer Familie und ihren Meerschweinchen in Calgary, Alberta.
Kapitel 2
BJORN
Der Himmel über unseren Köpfen war wolkenlos, als wir das Drachenschiff auf den Strand schoben. Jeder Muskel in meinem Körper schmerzte, und es störte mich nicht, es Haralds Sklaven zu überlassen, das Wasser aus dem Schiff zu schöpfen. Ich stand auf dem Boden, der mehr meine Heimat war als jeder andere. Wir hatten in Stormnes angelegt, der Landzunge, die in die Meerenge hineinragte und von der aus man an klaren Tagen bis nach Skaland sehen konnte. Der Strand war schmal und steinig, dahinter erhoben sich mit dichtem Wald bewachsene Berge, deren Gipfel selbst gegen Ende des Sommers noch schneebedeckt waren.
Ich kniete nieder, nahm eine Handvoll des kiesigen Sandes und drückte ihn fest zusammen, genoss das Gefühl von Nordeland, auch wenn ich das Schicksal verfluchte, mich an diesen Ort zurückgebracht zu haben.
»Das Schicksal hat keinen Anspruch auf dich, Bjorn«, sagte Harald, als er an mir vorbeiging. Wie so oft schien er meine Gedanken zu kennen. »Du bist schicksalfrei, also hast du allein diesen Weg gewählt, auch wenn du nicht wusstest, wohin er führen würde.«
Ich hatte mich nie damit beschäftigt, wie die Macht der Schicksalfreien die Zukunft verändern kann, weil es nicht bewiesen werden konnte. Man konnte nicht in Erfahrung bringen, ob eine Entscheidung die von den Nornen gewebten Fäden zu einem völlig anderen Muster gestaltet hatte. Oder ob ich nicht doch alles genau so getan hatte, wie sie es vorhergesagt hatten. Alle meine Taten in den letzten Tagen waren mit der Absicht erfolgt, Freya von denen zu befreien, die sie töten oder für ihre eigenen Ambitionen benutzen würden, doch ich hatte lediglich erreicht, die Kontrolle über sie von einem König auf einen anderen zu übertragen.
»Wir sind deinetwegen hier, Vater.«
Er warf mir nur einen wissenden Blick zu und ging weiter den Strand hinauf zu den Bäumen.
Wissend. Es war wirklich nicht zu leugnen, dass ich – nachdem mein Plan, Freya an einen anderen Ort zu bringen, gescheitert war und sie von meinem Verrat erfahren hatte – gehofft hatte, die Wahrheit würde sie dazu bringen, meine Lügen zu verzeihen. Ich hatte gehofft, die verlockende Zukunft, die ich mir so verzweifelt gewünscht hatte, erneut erschaffen zu können, sobald sie verstand, warum ich das alles getan hatte. Die Hoffnung eines Mannes mit einem Hirn eines Wiesels, denn keine Wahrheit würde die brodelnde Wut mildern, die im Herzen meiner Freya kochte.
Sie ist nicht länger dein, flüsterte die Logik, während mein gieriges Herz schrie, dass sie bis ans Ende aller Tage mein sein würde.
Ich warf den Sand, den ich aufgeklaubt hatte, weg, stand auf und folgte Harald zwischen die Bäume. Die Luft war kälter als in Skaland, der Gestank von verrottendem Seetang vermischte sich mit dem frischen Duft von Kiefern, der moosige Boden gab unter meinen Stiefeln nach. Der Wind schüttelte die Äste der Bäume, der Wald war erfüllt von Vogelgezwitscher und dem Huschen kleiner Tiere. Ein wilder Ort. Obwohl die kurzen Sommer mild genug waren, waren nur wenige Menschen dazu befähigt, die Grausamkeit der Winter in Nordeland zu überleben.
Der Mann, der die meiste Zeit meines Lebens wie ein Vater für mich gewesen war, fand einen Felsblock nach seinem Geschmack und setzte sich. Er zog die Stiefel aus, schüttelte den Sand heraus und warf sie dann beiseite. Während ich schweigend zusah, zog er die Tunika aus und wrang Meerwasser aus dem durchnässten Stoff, seine blasse Haut war von der Kälte leicht blau gefärbt. Er war magerer, als ich ihn in Erinnerung hatte; die Falten um seine Augen und die grauen Strähnen in seinem goldbraunen Haar kündeten vom Alter. Er war einfach nur ein Mann, obwohl ich das während meiner Zeit in Skaland manchmal vergessen hatte, da Snorri ihn immer als eine Kreatur von nahezu übernatürlicher Bösartigkeit dargestellt hatte.
In Nordeland war Harald ein Retter. Ein Befreier und Kämpfer für die Schwachen. Ich hatte seine guten Taten mit eigenen Augen gesehen. Ich verdankte ihm mein Leben, wie so viele andere, die ihm dienten. Doch er war weder Held noch Schurke. Nur ein Mensch, und die Entscheidungen eines Menschen sind nie völlig selbstlos, schon gar nicht die eines Menschen, der mit einem kleinen Jarlstum angefangen und sich den Weg zur Spitze als König erkämpft hatte.
»Du klingst wieder wie ein Skalander.« Harald seufzte und wrang den Stoff seines Gewandes erneut aus. Wasser tropfte auf das Moos. »Es erinnert mich daran, wie Saga mit dir nach Nordeland geflohen ist und du durch die Schmerzen der Verbrennungen gefiebert hast. Du warst noch ein kleiner Junge und hast nie geweint, sondern nur Rache an Snorri für seine Taten geschworen. Du und ich wären gemeinsam über die Nordstraße gesegelt und hätten Snorri ins Grab gebracht, hätte deine Mutter uns nicht zurückgehalten. Ich wollte Snorris Tod mehr als alles andere, und doch flehte Saga mich an, mich zu zügeln. Ich bin immer der Sklave ihrer Wünsche gewesen, aber jetzt wünschte ich, ich wäre standhaft geblieben.«
»Ich erinnere mich.« Ich hörte Skaland in meiner Stimme, konnte den Akzent nicht ohne bewusste Anstrengung ablegen. Ich hatte ihn angenommen,...
| Erscheint lt. Verlag | 1.11.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Die Skaland-Saga |
| Übersetzer | Andreas Decker |
| Verlagsort | Ravensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | Buch • Bücher • Geschenk • Geschenkidee • High Fantasy • Lesen • Liebes-Geschichte • Literatur • Love-Story • Magie • New Adult • Nordische Mythologie • Romantic Fantasy • Sexy • Wikinger • Zweiteiler |
| ISBN-10 | 3-473-51275-3 / 3473512753 |
| ISBN-13 | 978-3-473-51275-1 / 9783473512751 |
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