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G. F. Unger 2297 (eBook)

Der Trail

(Autor)

eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7517-6981-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

G. F. Unger 2297 -  G. F. Unger
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Als die klapprige Kutsche endlich zusammenbricht - was eigentlich schon viel früher hätte geschehen müssen -, klettern Elsa McClusky und ihre sieben Mädchen fluchend nach draußen. Sie versammeln sich zu einer stummen Gruppe.
Jetzt erst klettern die beiden Männer vom Kutschbock. Es sind Tate Brown, der alt gewordene Spieler und Barkeeper, und Bob Marmaduke, ein riesiger Schwarzer, der als Sklave geboren wurde und vor dem Krieg einem Herrn gehörte, der ihn als Preiskämpfer für sich Geld verdienen ließ.
»Ma'am, es tut mir leid«, sagt Bob Marmaduke sanft.
Die füllige Elsa McClusky nickt nur und blickt nach Osten, dorthin also, woher sie kamen. Denn dort blieb der Wagenzug zurück, der sie davonjagte, weil die Frauen des Wagenzuges es so wollten, da ihre Männer ständig hinter Elsas Mädchen her waren.
Aber während die anderen in ohnmächtigem Zorn nach Osten starren, erhebt sich über dem Horizont eine riesige schwarze Rauchwolke, und nach einiger Zeit sagt die erfahrene Elsa McClusky aufatmend: »Wir haben Glück gehabt, dass sie uns vorgestern davonjagten. Denn sonst ...«
Sie braucht nicht weiterzusprechen, denn ihnen allen ist klar, was die Kiowas dann mit ihnen angestellt hätten ...

Der Trail

Als die klapprige Kutsche endlich zusammenbricht – was eigentlich schon viel früher hätte geschehen müssen –, klettern Elsa McClusky und ihre sieben Mädchen fluchend nach draußen. Sie versammeln sich zu einer stummen Gruppe.

Jetzt erst klettern die beiden Männer vom Kutschbock. Es sind Tate Brown, der alt gewordene Spieler und Barkeeper, und Bob Marmaduke, ein riesiger Schwarzer, der als Sklave geboren wurde und vor dem Krieg einem Herrn gehörte, der ihn als Preiskämpfer für sich Geld verdienen ließ.

»Ma'am, es tut mir leid«, sagt Bob Marmaduke sanft.

Die füllige Elsa McClusky nickt nur und blickt nach Osten, dorthin also, woher sie kamen. Denn dort blieb der Wagenzug zurück, der sie davonjagte, weil die Frauen des Wagenzuges es so wollten, da ihre Männer ständig hinter Elsas Mädchen her waren.

Aber während die anderen in ohnmächtigem Zorn nach Osten starren, erhebt sich über dem Horizont eine riesige schwarze Rauchwolke, und nach einiger Zeit sagt die erfahrene Elsa McClusky aufatmend: »Wir haben Glück gehabt, dass sie uns vorgestern davonjagten. Denn sonst ...«

Sie braucht nicht weiterzusprechen, denn ihnen allen ist klar, was die Kiowas dann mit ihnen angestellt hätten ...

Elsa schätzt die Entfernung bis zu dem aufsteigenden Rauch auf weniger als zwanzig Meilen. In der klaren Luft kann man über die Prärie blicken wie über das Meer.

Sie muss hart schlucken.

Dann sagt sie: »Die wissen vielleicht von uns und kommen uns besuchen. Aber sie werden keinen einzigen Dollar zahlen für den Spaß. Also los, setzt eure Hintern in Bewegung, meine goldigen Engelchen! Wir müssen wandern. Und jeder schleppt sein Zeug allein. Die beiden Pferde tragen, was wir sonst noch brauchen. Los, bewegt euch. Der Tag ist noch lang. Wenn wir hier verharren, sind sie vielleicht hier, bevor es Nacht wird.«

Sie bewegen sich wirklich. Denn sie sind es gewöhnt, Elsa zu gehorchen.

Nur einmal mault Nelly: »Verdammter Mist! Wann endlich landen wir mal den großen Coup, dass es uns reicht bis ans Lebensende? Wann endlich geht es mal nicht wieder hinunter, sondern hinauf? Unter uns muss eine sein, die das Pech nur so anzieht. Vielleicht sollten wir mal herauszufinden versuchen, wer das ist?«

»Vielleicht bist du es«, grollt Sally.

»Es wird nicht gestritten«, sagt Elsa McClusky, und in ihrer Stimme ist ein Klang, den sie alle gut genug kennen.

Als es Abend zu werden beginnt, erreichen sie die Hügel, die ihnen am Vormittag noch unerreichbar schienen.

Es war ein mühsamer Marsch. Denn die acht Frauen sind schon allein vom Schuhwerk her nicht darauf eingerichtet. Ihre Röcke schleifen über den Boden. Am Anfang haben sie sich die Röcke hochgebunden. Doch auch auf der Prärie wächst allerlei Stachelzeug, und selbst die Halme des Büffelgrases sind hart und scharf.

Von einem niedrigen Hügelsattel aus blicken sie zurück. Der schwarze Qualm des brennenden Wagenzuges ist nicht mehr zu sehen.

Sarah, die sonst eins der stilleren Mädchen ist und Klavier und Geige spielt wie eine wirkliche Künstlerin, beginnt plötzlich zu fluchen. Sie ist nicht mehr zu halten, steigert sich immer mehr in eine wilde Erregung hinein und hätte wahrscheinlich einen Nervenzusammenbruch erlebt, wenn nicht mit einem Mal der Reiter aufgetaucht wäre.

Rosy hat ihn zuerst gesehen und ruft aufgeregt: »Da kommt ein Reiter!«

Sie erschrecken alle. Sollte da der erste Kiowa auf ihrer Fährte kommen, dem die ganze Horde folgt?

Der Reiter ist in der zunehmenden Dämmerung zuerst nur undeutlich zu erkennen. Er hat die Schwärze der Nacht hinter sich.

Aber dann wird klar, dass es ein Weißer ist, ein Reiter mit einem großen Hut, der ein schwarzes Pferd reitet und quer vor sich auf den Knien ein Gewehr liegen hat.

Langsam kommt er herangeritten.

Sie erwarten ihn bewegungslos und schweigend.

Als er bei ihnen ist, sehen sie einen großen, hageren, dunkelhaarigen Burschen, in dessen dunklem Gesicht zwei helle Augenfunkeln.

Er betrachtet sie vom Sattel aus.

Dann sagt er: »Das ist sicherlich heute kein guter Tag für euch gewesen, Schwestern. Und dennoch hattet ihr Glück. Denn die Roten sind euch nicht gefolgt, sondern weiter nach Osten geritten, dem nächsten Wagenzug entgegen. Sie wollten andere Beute. Denn der Winter steht vor der Tür. Sie brauchen Proviant, Decken, Waffen und Munition. Natürlich hat es sie nach euch gejuckt, doch ...«

»Sie reden ziemlich viel«, unterbricht ihn Elsa McClusky. »Sind Sie vielleicht einer dieser Quasselköpfe, die einen dumm und dämlich zu quatschen versuchen? Dann reden Sie mal was Vernünftiges, he. Wie weit ist es noch bis zu irgendwelchen Christenmenschen, von denen wir Hilfe erhalten könnten?«

Der Fremde lacht leise. Dann sitzt er ab.

»Christenmenschen?« So fragt er leicht glucksend. »Christenmenschen gibt es hier nicht in erreichbarer Nähe. Aber die Trail-Fork-Station an der Cimarron-Furt ist nicht mehr weit. Vielleicht zwei Meilen noch. Welcher Lady darf ich mein Pferd anbieten? Vielleicht sollten abwechselnd zwei von Ihnen reiten. Na, Schwestern, wen darf ich zuerst auf meinen guten Hiob heben?«

»Lilli – und du, Rita«, bestimmt Elsa McClusky. »Ihr zwei pfeift sowieso schon aus dem letzten Loch.«

Lilli tritt sofort an den Fremden und dessen Pferd. Sie ist fast zwei Köpfe kleiner als er, obwohl sie für eine Frau mittelgroß ist.

»He, Langer«, sagt sie heiser, »haben Sie auch einen Namen? Ich bin nämlich eine Lady. Und wenn Sie mich zum Reiten einladen, müssen Sie mir erst Ihren Namen sagen. Das schickt sich so, nicht wahr?«

Sie alle kichern nun durcheinander.

Die Nachricht, dass die Indianer ihnen nicht folgten, macht sie alle trotz Erschöpfung froh. Sie sind erleichtert. Um ihr Leben brauchen sie also nicht mehr zu bangen.

»Ich bin Jake Donahue«, sagt der Fremde. Dann hebt er Lilli auf sein Pferd.

Rita tritt zu ihm. »Lilli ist keine Lady«, sagt sie. »Lassen Sie sich nur nicht bluffen, Jake Donahue. Und ich bin auch keine Lady. Wir alle sind das nicht. Aber Sie sind ja sicherlich auch kein wirklicher Gentleman. Oder halten Sie sich für einen solchen?«

»Ich bin ein verdammter Hundesohn«, erwidert Jake Donahue. »Und damit ist wohl alles geklärt, Schwestern. Sind das dort eure männlichen Beschützer?«

Indes er diese Worte spricht, hebt er Rita hinter Lilli aufs Pferd.

Als er sich umwendet, hört er Bob Marmadukes Grollen.

»Das sind wir«, sagt der riesige Schwarze dann. »Und wer es nicht glaubt, den mache ich klein.«

»Brav, sehr brav«, sagt Donahue. »Dann woll'n wir mal.«

»Richtig«, mischt sich Elsa ein. »Diese zwei Meilen schaffen wir – wenn's sein muss – sogar auf den Händen. Vorwärts endlich!«

Es ist längst schon Nacht – eine helle Nacht mit strahlenden Gestirnen, als sie die Station an der Cimarron-Furt erblicken. Es ist eine große Station hier an der Gabelung des Trails. Der Weg nach Santa Fe führt durch die Furt des Cimarron. Nach Colorado biegt die Gabelung nach Nordwesten ab.

Außer dem großen Haupthaus, in dem sich ein Store und ein großer Gastraum mit Bar befinden, gibt es noch ein halbes Dutzend Nebengebäude, eine große Scheune, Corrals und Weidekoppeln. Im Wagenhof befindet sich auch eine Schmiede. Man kann diese Station durchaus als Siedlung bezeichnen, die auf dem besten Wege ist, eine kleine Stadt zu werden.

Ein Mann, der eine doppelläufige Schrotflinte unter dem Arm trägt, kommt ihnen von den Corrals her entgegen.

»Nanu?« So fragt der Mann.

»Unsere Kutsche brach zusammen«, sagt Elsa McClusky. »Wir brauchen eine neue Kutsche. Habt ihr eine zu verkaufen?«

»Vielleicht«, sagt der Mann. »Sind das alles Honeygirls?« Er fragt es staunend und erwartungsvoll zugleich.

»Wer ist denn hier der Boss?« Elsa McClusky fragt es grollend.

»Der hockt drinnen hinter der Bar«, sagt der Mann, und er tritt näher, gelangt so dicht neben Sally und klatscht ihr mit der flachen Hand auf den Hintern.

Noch bevor er etwas sagen kann – etwas, was gewiss nicht seriös gewesen wäre, bekommt er Sallys Hand klatschend rechts und links um den Schnurrbart geschlagen.

»Du verdammter Bock«, sagt Sally. »Wir sind tausend Meilen Fuß zu gelatscht und da hast du mir jetzt gerade noch gefehlt.«

Der Mann tritt grinsend zurück.

»Geht nur hinein«, sagt er. »Geht nur hinein. Ihr werdet euch gewiss bald wohlfühlen.« Er wendet sich an die Männer. »Und ihr? Wollt ihr die drei Gäule abladen und versorgen, ja? Kommt nur mit. Ich zeige euch den richtigen Corral. Das Gepäck könnt ihr drüben bei der Scheune abladen. Dort werdet ihr auch schlafen müssen. Bekommt ihr eigentlich von den Honeygirls alles umsonst, hahaha?«

Die Männer erwidern nichts, folgen ihm aber mit den drei Pferden.

Indes betritt Elsa McClusky mit ihren sieben Mädchen den Gastraum der...

Erscheint lt. Verlag 9.11.2024
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Bestseller • bud-spencer • buffalo-bill • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Country • Cowboy • Deutsch • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • g f barner • Indianer • jack-slade • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Serie • sonder-edition • Western • Western-roman • Wilder Westen • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp
ISBN-10 3-7517-6981-1 / 3751769811
ISBN-13 978-3-7517-6981-5 / 9783751769815
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