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Notizen eines Killers (eBook)

Thriller

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 1. Aufl. 2025
227 Seiten
beTHRILLED (Verlag)
978-3-7517-7424-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Notizen eines Killers - Ansgar Sittmann
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Der letzte Auftrag eines Killers, der nichts mehr zu verlieren hat ...

Emilie denkt sich nicht viel dabei, als sie in einem Café ein gelbes Notizbuch aufhebt. Darin findet die Krankenschwester eine handschriftlich verfasste Geschichte - einen Thriller über einen Pharmavertreter, der zum Auftragsmörder wird. Wie gebannt verfolgt Emilie seine Lebensgeschichte, den ersten Mord, den nächsten ... und nächsten. Auf der Suche nach dem Autor recherchiert Emilie die Fälle und enthüllt eine grausame Realität: Sowohl Opfer als auch Auftraggeber sind echt - wie auch der Mörder. Und der will sein Buch zurück. Eine Verfolgungsjagd auf Leben und Tod beginnt ...

Ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen und das Grauen hinter der alltäglichen Fassade zum Vorschein kommt. Ein Thriller, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.

eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.



<p>Ansgar Sittmann, geboren irgendwann in den 60ern, realisiert zusehends, dass man Träume nicht auf die lange Bank schieben sollte. Die Lust am Schreiben ist für ihn wie der Juckreiz nach einem Mückenstich - man kann nicht anders, als dem Impuls nachzugehen. Er wurde in Trier geboren und wohnte unter anderem in Schweich, Brüssel, Paris und Washington D.C. Mit seiner Frau lebt er in Berlin und hat zwei erwachsene Kinder.</p>

Kapitel 1
Memoiren eines Killers


Quentin Tarantino muss ein Fan italienischer B-Movies sein. Trash in seiner höchsten Vollendung. Robert Rodriguez und Frank Miller haben mit Sin City der Gewalt und Sünde ein Denkmal gesetzt. Dass mein Leben das perfekte Drehbuch für einen bluttriefenden Italo-Gangsterfilm der 70er-Jahre liefern würde, entschied sich aus einer Laune heraus, kurz nachdem die angeheiterten Kolleginnen und Kollegen eng umschlungen in feuchten Höschen bei Kleine Taschenlampe brenn’ einen Slow auf das Parkett legten.

Der DJ machte seine Sache gut. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung, gekonnt wechselte er von Schmusesongs und Kuschelrock zu schmissigeren Takten, um das paarungswillige Kollegium bei der Stange zu halten und nicht zu früh an einen vom Alkohol beflügelten Quickie auf dem Rücksitz einer Erika zu verlieren. Manch Jungbulle hätte vermutlich auf einen Manta umgesattelt, wenn er geahnt hätte, dass dem Escort als Projektname die Alternativbezeichnung des Heidekrauts verliehen worden war. Erika. Hörte sich genauso sexy an wie Helga, die Heldin aus dem Aufklärungsfilm der Sechziger.

Er legte Let’s dance auf. Männlein und Weiblein stoben auseinander, schüttelten Beine und Arme wie Langstreckenläufer, die sich locker machten. Ich war im besten Mannesalter, Mitte zwanzig, groß gewachsen, vielleicht etwas schlaksig, letztes Überbleibsel einer zu lang geratenen Pubertät. Karin störte das nicht weiter. Während Der kleinen Taschenlampe hatte sie sich besonders eng an mich gedrückt, eine wohlige Wärme hatte sich im Lendenbereich entfaltet. Offenkundig wollte sie David Bowie überspringen. Sie nahm mich bei der Hand und zog mich mit einem verschmitzten Lächeln zum nächstgelegenen Sofa. Eines der wenigen.

Die Aula war groß, größer als eine gewöhnliche Schulsporthalle, passend zu den Umsätzen des Pharma-Konzerns, der sein Personal zweimal im Jahr großzügig verwöhnte. Betriebsausflug und Weihnachtsfeier. Beide Anlässe waren beliebt, auch wenn die Folgen für manche nicht lange auf sich warten ließen. Gentlemen genossen und schwiegen, was auch nicht half, wenn die bessere Hälfte am nächsten Morgen Lippenstift am Hemdkragen oder Schlimmeres entdeckte.

Zwei eigens für den Anlass eingerichtete und vorzüglich ausgestattete Bars versorgten das tanzwütige Volk mit Bier und Spirituosen. Ein reich gedecktes Buffet, das wie von Zauberhand stets nachgefüllt wurde und keine Wünsche offenließ, sorgte für eine vernünftige Grundlage. Stehtische und Sitzgruppen säumten die Tanzfläche und die Bühne, auf der zunächst der Conférencier launig auf die Weihnachtsfeier einstimmte und Geschenke verteilte, anschließend der sonnenbebrillte und für die Jahreszeit außergewöhnlich gebräunte DJ seinen Platz am professionellen Mischpult einnahm.

Junge Kellnerinnen in hautengen knallroten Kleidchen servierten ambulant viel zu süßen Sekt und sonstige Schlüpferhüpfer und Rauchware, Zigaretten und Zigarren. 1983. Eine andere Zeit. Himmel, über vierzig Jahre!

Karin war mächtig angeschickert, und sie wollte es wissen. Das Sofa stand strategisch günstig, fernab von hellen Scheinwerfern und der für die Veranstaltung an der Decke montierten silberfarbenen Discokugel. Sie schaute mich mit ihren großen blauen Augen an, die nicht mehr ganz die Spur hielten, presste ihren Mund auf meinen und fing an zu züngeln.

Ich war kein Kostverächter, auch nicht keusch oder besonders schüchtern, aber als der tumbe Zuchthengst Dieter unser Treiben von der Tanzfläche aus registrierte, mir zuzwinkerte und blöd seine schneeweißen Zähne zu einem Dieter-Bohlen-Grinsen bleckte, schob ich Karin sanft zurück.

»Was ist, Rudi?«

»Nichts, wirklich, nichts. Ich müsste mal kurz. Geht schnell.«

Sie lächelte mich verständnisvoll an. »Beeil dich, ja?«

Damals fragte ich mich noch, was mit mir nicht stimmte. Was mich von den anderen unterschied. Warum ich nicht einfach genießen und Spaß haben konnte. Musste ich allem Handeln einen tieferen Sinn geben?

Es war einer der letzten Abende, die mich zum Grübeln brachten. Fortan sollte vieles einfacher werden. Besser? Vermutlich nicht. Einfacher eben. Der Weg dorthin ebnete sich auf der Herrentoilette.

Kaum hatte ich die Sanitäranlage betreten, fiel mein Blick auf den entzündeten Pickel mitten auf der feisten Pobacke des Vorstandsvorsitzenden Winfried Welter. Ungestüm bewegte er sich mit heruntergelassener Bundfaltenhose im Takt von Stayin alive, das Objekt seiner Begierde auf dem Waschtisch sitzend, die Beine um seine Hüfte geschlungen, die Hände hinter seinem Stiernacken verschränkt. Ruth, ja, es war Ruth, die Chefsekretärin, die genussvoll stöhnte. Sie bemerkte mich zuerst, errötete verschämt und senkte den Kopf, um meinen Blicken auszuweichen. Als Welter spürte, dass Ruth seine Stöße nicht mehr erwiderte, drehte er sich kurz um, ohne von ihr zu lassen, und sah mich mit leicht panischen, weit aufgerissenen Augen an.

»Ich …«, raunte er verdattert.

»Entschuldigung«, sagte ich trocken, »ich wollte nicht stören.« Dann drehte ich mich um und verließ den Raum. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass Karin meine schnelle Rückkehr nicht wahrnahm, schlich ich mich mit gesenktem Kopf zur nächsten Bar und ließ mir ein Bier zapfen. Gerade lief Just can’t get enough von Depeche Mode. Ich war mir sicher, dass anschließend wieder Kuschelrock angesagt war. Spätestens dann musste ich eine Entscheidung treffen – zurück zu Karin oder die Sause verlassen. Die letzten Takte waren kaum verklungen, als mir jemand von hinten freundlich auf die Schulter klopfte. Es war Welter. Er musste sich beeilt haben, es sei denn, mein Erscheinen hatte den Koitus unwiderruflich unterbrochen.

»Sie arbeiten bei uns?«, fragte er jovial.

»Ja, ich bin Pharmakant. Ich habe hier meine Ausbildung gemacht.«

»Sehr schön, sehr schön, Herr?«

»Schuster. Rudolph Schuster.« Karin hatte mich zwischenzeitlich gesichtet. Natürlich erkannte sie sofort, wer mich gerade in ein Gespräch verwickelt hatte. Der Chef höchstpersönlich. Für den Moment war da nichts zu machen. Enttäuscht zuckte sie die Schultern, deutete lasziv mit dem Zeigefinger, dass ich nach der Unterhaltung wieder zu ihr kommen sollte, und orientierte sich Richtung Tanzfläche.

Welter kippte ein Glas Bier in seinen Rachen. »Also, das Rheinland ist ja schön, aber die Biergläser sind definitiv zu klein. Wir trinken doch noch eins, Herr Schuster? Oder darf ich Sie Rudolph nennen?«

»Selbstverständlich, Herr Welter. Gerne auch Rudi.«

Es störte mich nicht im Geringsten, wenn mich ältere Herrschaften väterlich duzten. Seinerzeit legte ich noch keinen Wert auf Reziprozität. Dafür hatte meine römisch-katholische Erziehung in den Sechzigern gesorgt. Achtundsechzig hatte in meinem Heimatdorf an der Mosel kaum stattgefunden. Ein bisschen Renitenz leisteten wir uns erst auf den Winzerfesten im nächsten Jahrzehnt. Welter konnte altersmäßig gut und gerne mein Vater sein. Ich schätzte ihn auf Anfang fünfzig. Alt aus meiner jungen Froschperspektive.

Heute, vierzig Jahre später, sieht das ganz anders aus. Alles relativ. Und unbedeutend.

Welter schob mich freundschaftlich an einen verwaisten Stehtisch fernab des Trubels. Er kniff die Lippen zusammen.

»Ist alles nicht so einfach, lieber Rudi. Wenn Sie mal so alt sind wie ich, werden Sie verstehen.« Die Situation war mir unangenehm. Ich dachte an den entzündeten Pickel auf seiner Pobacke und wollte ihm am liebsten sagen, dass er über Nacht vorsorglich etwas Zugsalbe auftragen sollte.

»Herr Welter«, druckste ich etwas unbeholfen herum, »ich tratsche nicht und kann Dinge für mich behalten.«

Ein trauriges Lächeln huschte über sein Gesicht. »Das ist sehr freundlich, Rudi. Danke.« Wieder klopfte er mir mit seinen fleischigen Händen auf die Schulter. Seine Augen wurden wässrig. »Der Klassiker, peinlich, oder? Der Chef und seine niedliche Sekretärin auf der Weihnachtsfeier. So ist es doch?« Nach einer kurzen Pause, ohne eine Antwort zu erwarten, fuhr er fort. »Das stimmt nur zum Teil. Ruth liebt mich. Und ich glaube, ich liebe sie auch. Aber ich bin verheiratet, Rudi. Seit fünfzehn Jahren. Ich habe mir Zeit gelassen, viel gearbeitet. Tja, und dann lernte ich diese blonde Traumfrau auf einer Geschäftsreise kennen. Ich flog nach Stockholm, erste Klasse. Immer erste Klasse, egal, wie kurz die Strecke ist. Frida, eine schwedische Stewardess, kümmerte sich um mich. Sie trug einen Pferdeschwanz, ihre weiße Bluse war einen Knopf zu weit geöffnet. Als sie spürte, wie mein Blick einen Moment zu lange im Dekolleté verharrte, lächelte sie mich an. Am gleichen Abend noch lud ich sie zum Essen ein. Sie verbrachte die Nacht bei mir. Nur ein halbes Jahr später folgte die Hochzeit. Ich war von Sinnen, in die Venusfalle getappt. Kein Ehevertrag, nichts. Fünfzehn Jahre später stehe ich vor einem Scherbenhaufen. Sie schläft nicht mehr mit mir, betrügt mich und wartet nur darauf, dass ich die Scheidung einreiche. Sie können sich nicht vorstellen, was das finanziell für mich bedeuten würde. So ist das, wenn der Verstand in die Hose rutscht.«

Welter winkte eine Kellnerin herbei, die ihm ein frisches Glas Bier reichte.

»Sie sind noch jung, mein Freund. Glauben Sie mir, der Spruch hat seine Berechtigung: Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Die Ewigkeit dauert keine Jahrhunderte, höchstens ein paar Jahre. Ich wünschte, es gebe eine Lösung.« Ein kurzes bitteres Lachen folgte. »Ein Unfall vielleicht. Sie fährt viel zu schnell. Na ja.«

Ich hörte aufmerksam zu. Der Mann war...

Erscheint lt. Verlag 1.3.2025
Reihe/Serie Hochspannung und Nervenkitzel garantiert - Thriller von beTHRILLED
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Auftragsmörder • bethrilled • Krimi Serienmörder • Krimis und Thriller deutsch • mcfadden • Memoiren eines Auftragsmörders • roman mörder • Roman serienmörder:kindle bestseller thriller • Serienkiller Roman • Serienmörder • Thriller • thriller bestseller 2024 • Thriller Buch • thriller deutsch • Thriller kindle • True Crime
ISBN-10 3-7517-7424-6 / 3751774246
ISBN-13 978-3-7517-7424-6 / 9783751774246
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