G. F. Unger Western-Bestseller Sammelband 73 (eBook)
192 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-6537-4 (ISBN)
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G.F. Unger ist der erfolgreichste deutschsprachige Western-Autor. Mit einer Rekordauflage von über 250 Millionen Exemplaren gehört er zur internationalen Spitzenklasse der Spannungsliteratur. Und das zu Recht!
Niemand vermag es wie er, die unermesslichen Weiten des amerikanischen Westens und die Stärke der unerschrockenen Männer, die sie erschlossen, zu beschreiben. Erleben Sie den amerikanischen 'Wilden Westen', wie nur G.F. Unger ihn schildern kann: hart, authentisch, leidenschaftlich.
Dieser Sammelband enthält die Folgen 2566 bis 2568:
2566: Trailmen
2567: Keine Chance in Jericho
2568: Big-Muddy-Wolf
Der Inhalt dieses Sammelbands entspricht ca. 192 Taschenbuchseiten.
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Die Frauenstimme wimmerte nun lauter. Dann verstand ich wieder ihre Worte. Denn sie schluchzte: »Du kannst mich jetzt totschlagen, Bac Morgan. Ja, schlag mich tot! Das ist immer noch besser als auf eurer Ranch und bei dir und deinen Brüdern! Ich sollte euch nur den Haushalt führen, mehr nicht. Aber ...«
Nun hörte ich wieder klatschende Schläge.
Dieser Hurensohn im benachbarten Zimmer schlug sie also wieder.
Und so erhob ich mich von meinem Bett, um der Sache dort nebenan ein Ende zu bereiten. O ja, ich wusste von Anfang an, dass ich mich in einen mächtig bösen Verdruss einkaufen und meiner bisherigen Einstellung untreu werden würde.
Doch einer Frau musste ich helfen.
Denn ich war Texaner, und in Texas sagte man, dass Texas ein Paradies für Männer und Hunde und die Hölle für Frauen und Ochsen sei. Denn das Leben war zu hart.
Und weil das so war, versuchte jeder echte Texaner den Frauen ein Beschützer und Ritter zu sein. Das steckte uns vor allem seit Alamo gewissermaßen im Blut.
Und so verließ ich mein Zimmer, welches eigentlich nur eine kleine Kammer war in diesem primitiven Hotel, und trat hinaus auf den Gang.
Ich trug nur meine Unterhose – eine dieser roten Armeeunterhosen.
Einen Moment hatte ich daran gedacht, meinen Revolver mitzunehmen, der unter meinem Kopfkissen lag. Doch ich ließ ihn dort, denn ein Revolver in meiner Hand hätte die ganze Sache gewiss verschlimmert. Es war besser, wenn ich die Angelegenheit mit den Fäusten erledigte. Denn ein Mann, der eine Frau schlug, der verdiente diese Schläge mit Zinsen zurückerstattet.
Er kam zu gleicher Zeit wie ich aus dem Zimmer auf den Gang heraus und zog die nun kreischende Frau an ihren langen Haaren hinter sich her.
Die Steinzeitmenschen hatten sich wohl auf diese Art ihre Frauen geraubt.
Er war ein bulliger Bursche, einer von der Sorte, die man nicht so leicht aufhalten kann.
Aber ich versuchte es dennoch mit Freundlichkeit und rief ihm durch das Wimmern und Kreischen der Frau zu: »Lass sie los! Sie ist eine Frau! Lass sie los! Nimm mit mir vorlieb, mein Freund!«
Aber er wollte nicht mein Freund sein, sondern brüllte: »Oha, du Arsch, misch dich hier nicht ein! Das hier ist nicht dein Ding!«
Und dann zog er die Frau weiter an den Haaren hinter sich her in Richtung Treppe.
Ich war mit drei langen Schritten bei ihm und riss ihn an der Schulter herum.
Aber er hatte schon seinen Revolver in der Hand und hätte ihn mir im nächsten Sekundenbruchteil mit der Mündung in die Magenpartie gestoßen.
Und so gab ich es ihm.
Es war ein prächtiger Aufwärtshaken.
Er hatte die Frau losgelassen, taumelte rückwärts an ihr vorbei und fiel auch rückwärts die Treppe hinunter.
Und da lag er nun und rührte sich nicht mehr.
Es war eine sehr steile Treppe, und er hatte sich auf ihr überschlagen. Denn hinter meinem Aufwärtshaken lag ja auch noch mein Gewicht von fast hundertachtzig Pfund.
Ich wandte mich der jungen Frau zu. Ja, sie war noch jung, aber ihr Gesicht war zerschlagen und schwoll an. Sie blutete aus der Nase.
Dieser verdammte Hurensohn hatte sie in seinem wilden, bösartigen Zorn erbarmungslos verprügelt. Doch diese Zornausbrüche gehörten wohl zu seiner ganzen Art. Er war sicher einer von der Sorte, die auch Hunde prügelt und Pferden gnadenlos die Sporen in die Weichen stößt. Er war ein unduldsamer Wilder, welcher immer schlimmer wird, je weiter er auf diese Art kommt. Und zumeist überschätzten sich diese Typen auch.
Der da – er lag wie tot am Fuß der Treppe – hatte sich gewiss überschätzt und war an mich geraten. Das war sein Schicksal.
Ich sah wieder auf die Frau. Sie war noch jung und wahrscheinlich hübsch. Jetzt aber war ihr Gesicht zu zerschlagen, um dies beurteilen zu können.
Sie starrte mich einige Sekunden lang an und bemühte sich wahrscheinlich zu begreifen, warum ich ihr beigestanden hatte. Dann aber bedeckte sie das Gesicht mit den Händen, so als schämte sie sich ihres Anblicks. Sie ließ einen jämmerlichen Laut hören und flüchtete in ihr Zimmer zurück, aus dem sie der Kerl, der sich Bac Morgan nannte, an den Haaren herausgezerrt hatte. Sie warf die Tür hinter sich zu.
Nun, ich konnte verstehen, dass sie in ihrer Not allein sein wollte.
Als ich die Treppe hinuntersah, wo jener Wilde leblos lag, da begann ich zu ahnen, dass er wahrscheinlich mausetot war. Er musste sich das Genick gebrochen haben.
Inzwischen war er dort unten nicht mehr allein.
Der Wirt und zwei Gäste standen bei ihm.
Und auch bei mir hier oben im Gang, von dem aus man die sechs Zimmer betreten konnte, hatten sich einige Gäste eingefunden.
Sie trugen ihr Unterzeug, welches sie wie ich zugleich als Nachtzeug benutzten. Nur ein dicker Mann hatte ein Nachthemd an.
Und dieser Mann sagte grimmig: »Der hat es nicht anders verdient. Und wenn Sie nicht zugeschlagen hätten, dann wären Sie von ihm erschossen worden. Er hat ja immer noch den Revolver in der Faust.«
Wir blickten hinunter und sahen, dass er wahrhaftig immer noch den Revolver fest umklammert hielt, so als hätte er ohne Waffe nicht ins Jenseits gewollt.
Der Wirt – er war mexikanischer Abstammung – sah zu mir herauf und sagte: »Er ist tot, Señor. Und das gibt Ärger. Denn er ist einer der Morgan-Brüder. Sein Name ist Bac Morgan. Seine Brüder heißen Jim und Joe. Señor, Sie sollten sich auf Ihr Caballo setzen und tausend Meilen weit reiten. Denn die Morgan-Brüder sind ...«
Er verstummte, so als verspürte er plötzlich Furcht, etwas über die Morgan-Brüder zu sagen. Doch der dicke Mann im Nachthemd, den ich für einen Handelsvertreter hielt, der sagte leise zu mir: »Die Morgans sind eine üble Bande, Revolverhelden, wahrscheinlich Banditen. Sie haben zwar eine kleine Ranch in den Hügeln, aber davon leben sie gewiss nicht allein. Sie sollten sich wirklich auf den Weg machen, Mister, bevor sie erfahren, was ihrem lieben Bruder zugestoßen ist.«
Er hatte nun alles gesagt und ging in sein Zimmer zurück.
Auch die anderen Gäste im Unterzeug verschwanden, nachdem sie mich noch mal teilnahmsvoll angesehen hatten, so etwa wie einen zum Tode Verurteilten.
Wahrscheinlich kannten auch sie die Morgan-Brüder oder hatten zumindest von ihnen gehört.
Unten trug der Wirt mit zwei Gästen den Toten weg.
Er rief dabei zu mir hoch: »Mister, ich muss sofort einen Jungen auf die Morgan Ranch hinausschicken. Ich denke, dass Sie etwa zwei Stunden Vorsprung haben, höchstens drei. Oder wollen Sie auf die Morgans warten?«
Ich schüttelte nur den Kopf und verschwand in meinem Zimmer, begann mich anzukleiden und dachte darüber nach, was mir meine Hilfsbereitschaft nun eingebracht hatte.
Es war nicht so, dass ich mich vor den Morgan-Brüdern gefürchtet hätte. Denn bisher hatte ich mich auf meinen Wegen gegen jeden Revolverschwinger behaupten können.
Doch wenn ich blieb, würde ich wahrscheinlich nicht nur kämpfen, sondern auch töten müssen.
Und so war es wohl besser, wenn ich mich auf den Weg machte. Ich wollte ohnehin weiter nach Süden, also zum Pecos.
Ich war schnell fertig, nahm meine beiden Satteltaschen und das Gewehr, nachdem ich meinen Gurt mit dem schweren Colt umgeschnallt hatte. Die Satteltaschen warf ich mir über die Schulter, fasste das Gewehr – es war ein Spencer-Karabiner – um den Kolbenhals und hatte meine Rechte frei für den Revolver.
So war ich bereit für den Gang zum Mietstall, wo mein grauer Wallach stand.
Als ich auf dem Gang stand und mich zur Treppe nach unten wandte, da musste ich an der Tür des Nebenzimmers vorbei.
Und dort drinnen wusste ich die junge Frau.
Ich hielt inne und überlegte.
Sollte ich einfach gehen?
Aber das konnte ich nicht. Und so klopfte ich an und öffnete die Tür.
Die junge Frau stand am Waschtisch in der Ecke und hielt sich das nasse Handtuch gegen das Gesicht gedrückt.
Aber dann nahm sie es doch etwas herunter und sah zu mir her.
Im Lampenschein betrachteten wir uns.
Das nasse Handtuch hatte ihr etwas geholfen. Sie blutete nicht mehr, und auch die Schwellungen wurden nicht schlimmer.
»Er ist tot«, sprach ich leise. »Er brach sich das Genick. Und ich kann nichts mehr für Sie tun.«
Sie nickte leicht. »Natürlich nicht«, sprach sie etwas undeutlich, weil ihre Lippen aufgeplatzt waren. »Sie müssen jetzt Ihren Skalp retten. So wie ich. Denn in zwei Stunden haben wir Morgengrauen. Dann fährt die Postkutsche von hier weiter. Ich fahre mit. Wenn bis dahin die beiden anderen Morgans noch nicht hier sind, kann ich der Bande entkommen. Viel Glück, Mister!«
Sie stieß die letzten drei Worte etwas spröde hervor und wandte sich wieder dem Waschtisch zu, um das Handtuch noch einmal in die Schüssel zu tauchen.
Sie hatte mit sich selbst zu tun. Und ich konnte nicht ihr Hüter und Beschützer sein. Ich wollte es auch nicht.
Als ich unten in der kleinen Empfangsdiele war, kam der Wirt von draußen herein.
»Wir haben den Toten zum Bestatter gebracht«, sagte er. »Ich war noch im Mietstall und habe den Jungen zur...
| Erscheint lt. Verlag | 26.10.2024 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Anthologie • Bestseller • Box • bud-spencer • buffalo-bill • Bundle • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Collection • Country • Cowboy • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • e-bundle • eBundle • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • g f barner • Großband • Indianer • jack-slade • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • Paket • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Sammelband • Sammlung • Serie • sonder-edition • Staffel • Western-roman • Wilder Westen • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp |
| ISBN-10 | 3-7517-6537-9 / 3751765379 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-6537-4 / 9783751765374 |
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