Die finstere Macht der Tairen Soul (eBook)
589 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7517-7504-5 (ISBN)
Ein einziger Feind kann sie zerstören. Eine einzige Liebe kann sie vereinen.
Die magischen Tairen sterben - und nur eine kann sie retten: Ellysetta. Doch zahlreiche Bedrohungen umgeben die Braut des Königs der Fey wie dunkle Schatten. Ihr Verlobter, Rain Tairen Soul, wacht schützend über sie. Aber auch er kann nicht verhindern, dass Elly zum Schutz des Volkes schwarze Magie anwenden muss. Können die beiden die finstere Macht besiegen, ohne selbst in den dunklen Abgrund zu stürzen?
»Ausgezeichnet geschriebene Fantasy!« Chicago Tribune
Die Tairen Soul Saga - fesselnde Romantasy von New York Times Bestsellerautorin C. L. Wilson:
Band 1: Im Bann des Elfenkönigs
Band 2: Herrin von Licht und Schatten
Band 3: Die finstere Macht der Tairen Soul
Band 4: Königin der Seelen
Band 5: Das betörende Lied des Elfenkönigs
Die finstere Macht der Tairen Soul erschien im Original unter dem Titel King of Sword and Sky.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
<p>C. L. Wilsonwurde in Houston, Texas geboren. Ihre Eltern arbeiteten bei der NASA, und schon als Kind liebte sie Mythen und Geschichten über andere Welten. So ist es kein Wunder, dass sie Schriftstellerin wurde. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern an der Golfküste Floridas.</p>
Prolog
Eld – Bourra Fell
Zwei Primagi und sechzig Mann meiner Schwarzen Garde erschlagen, und doch habt ihr zwei es irgendwie geschafft, das alles zu überleben – während meine Beute entschlüpfen konnte.«
Im untersten Geschoss von Bourra Fell, der unterirdischen Festung, die sich in der Tiefe des dunklen Waldes im Herzen von Eld verbarg, schritt der Großmeister der Magier, Vadim Maur, auf dem von Sel’dor durchzogenen Boden einer kleinen, von Fackeln erhellten Zelle auf und ab. Vor ihm saßen zwei vom Kampf gezeichnete Männer, die an schwarze Metallstühle gekettet waren. Einer von ihnen trug die mit Blut und Schmutz beschmierten Überreste des scharlachroten Ornats eines Exorzisten, der andere zerfetzte und befleckte karmesinrote Lumpen, die einmal das seidene Gewand eines Sulimagus, eines reisenden Magiers, gewesen waren, der die außerordentlichen, uralten Künste der schwarzen Magie beherrschte und ausübte.
Vadim Maurs Schritte hielten abrupt inne. Prachtvolle, purpurrote Stoffbahnen wallten um seine hagere Gestalt. Langes, knochenweißes Haar fiel ihm auf die Schultern und betonte die Blässe eines Gesichts, das seit tausend Jahren kein Sonnenlicht mehr erblickt hatte. Eine beringte Hand schoss nach vorn, und dünne, klauenartige Finger schlossen sich um den geschwollenen Kiefer von Kolis Manza, Elds berühmtestem und hochgeschätztem Sulimagus, der bis vor wenigen Tagen in Celieria Stadt die Befehle seines Herrn Vadim Maur ausgeführt hatte.
Jetzt war die Schärpe des Sulimagus ihrer Juwelen – Ehrenabzeichen für seine Verdienste – beraubt und der zerrissene und zierdelose Stoffstreifen wie in Verhöhnung seiner einst so hohen Stellung als erfahrenster und begabtester Gehilfe des Großmeisters um die Kehle des Mannes geschlungen worden.
»Ergreift sie«, zischte Vadim. »Bringt sie zu mir. So lautete mein Befehl.« Lange, spitze Nägel bohrten sich tief in die Haut des Sulimagus. »Und du kehrst mit leeren Händen zurück.«
»Ihre Macht war zu groß«, protestierte Kolis schwach. »Nicht einmal die Primagi konnten ihr Widerstand leisten.«
»Zu groß?« Silbrige Augen funkelten vor Zorn, und weißer Raureif legte sich auf jede Oberfläche in Vadim Maurs Studierzimmer, als die Raumtemperatur in Reaktion auf die Stimmung des großen Magiers abrupt fiel. »Natürlich ist ihre Macht ungeheuer groß! Sie ist die Krönung meines Werks, an dem ich tausend Jahre gearbeitet habe! Der Tairen Soul, den ich geschaffen habe! Mein größter Triumph – und du hast sie dir durch die Finger schlüpfen lassen!«
»Was hätte ich noch tun können, Meister? Die Fey haben unsere Verteidigung durchbrochen.« Der Sulimagus hustete und stöhnte gleich darauf, als seine gebrochenen Rippen protestierten. »Ich habe versucht, sie aufzuhalten und den anderen genug Zeit zu verschaffen, um sie in den Brunnen zu bringen, aber dann … dann ist ihre Magie förmlich … explodiert. Sie hat uns alle völlig überrumpelt.«
»Schweig!« Vadims freie Hand schoss mit ungeheurer Wucht nach vorn. Trotz des hohen Alters des Großmeisters und seiner immer gebrechlicher wirkenden Erscheinung krachte seine Faust brutal in das Gesicht seines Gehilfen. Die schweren Ringe der Macht, die jeden seiner Finger zierten, verstärkten die Heftigkeit seines Schlags. Das Splittern von Knochen und das Knirschen von Knorpel hallten an den Steinwänden der Kammer wider. Blut spritzte Kolis aus Mund und Nase. Ein rasselnder Atemzug entrang sich seinen Lungen, als er in seinen Ketten bewusstlos in sich zusammensackte.
Vadim drehte sich zu dem Mann in der zerlumpten Exorzistenkutte um und zog einen Magier-Dolch mit gewellter Klinge aus seiner Gürtelscheide. Er packte eine Hand voll fettiger, brauner Haare, riss so fest an ihnen, dass der Kopf des Gefangenen nach hinten fiel, und hielt die rasiermesserscharfe Klinge des Dolchs an seine Kehle.
Wasserblaue, von kurzen, schwarzen Wimpern umrahmte Augen starrten ihn in stummem Entsetzen an. Frisches Blut lief aus beiden Nasenlöchern und Mundwinkeln des Mannes, und hässliche, dunkle Blutergüsse zeigten sich auf seinem Gesicht, das noch von früheren Schlägen verschwollen und verfärbt war. An seiner Kehle flatterte die Pulsader wie ein gefangener Spatz, und seine kräftige Brust hob und senkte sich unter kurzen, flachen Atemzügen.
Der Gefangene schluckte krampfhaft, und seine Kehle wurde noch enger an die scharfe Klinge des Magier-Dolchs gepresst. Selbst diese leichte Berührung fügte der Haut des Mannes einen neuen Schnitt zu. Aus der Wunde lief kein Blut. Das durstige, dunkle Metall des Dolchs trank jeden Tropfen, nichts wurde verschwendet, und der geschliffene, dunkle Edelstein im Knauf begann, rötlich zu flackern. Der Mann erstarrte in atemlosem Schweigen.
Vadims Mund verzog sich zu einem höhnischen Grinsen. »Und nun zu dir, Fleischerssohn. Hast du dir tatsächlich auch nur den Bruchteil einer Sekunde eingebildet, dein erbärmliches, wertloses Menschenleben hätte für mich einen anderen Sinn, als bei der Ergreifung Ellysetta Baristanis zu helfen?« Vadim beugte sich vor und ließ seine silbrigen Augen zu dunklen, rötlich glimmenden, bodenlosen Abgründen der Finsternis werden, als er Azrahn, die verlockende und ungeheuer starke Zauberkraft der Magier, beschwor.
Den Brodson, Sohn eines Fleischers aus Celieria und ehemaliger Verlobter von Ellysetta Baristani, starrte in jene Zwillingsabgründe der Finsternis und wusste, dass er dem Tod ins Gesicht sah. Vor einigen Tagen hatte er in der Großen Kathedrale des Lichts schon einmal dem Tod von Angesicht zu Angesicht gegenübergestanden. Damals hatte Rain Tairen Soul einen Fey-Dolch aus der Scheide gezogen und Den angelächelt.
An jenem Tag hatte der Sohn des Fleischers sich umgedreht und war in den Brunnen der Seelen gesprungen, um zu entkommen. Jetzt – die Götter standen ihm bei! – konnte er nirgends mehr hingehen.
Der weißhaarige Großmeister der Magier lehnte sich noch weiter vor. »Der einzige Wert, den du nun noch für mich hast, besteht in den geringfügigen Dienstleistungen, die mir die Wächter des Brunnens als Gegenleistung für die Auslieferung deines verrotteten Kadavers anbieten werden.«
Ein winselnder Laut kam über Dens blutende Lippen. Er hatte beobachtet, wie die Wächter vorgingen … hatte gesehen, wie sie mit Toten und Sterbenden verfuhren. Nie im Leben würde er die gellenden, animalischen Schreie der eldischen Soldaten vergessen, die bei lebendigem Leib verschlungen worden waren. Frisches Blut war durch ihre Bandagen gesickert und hatte die ausgehungerten Dämonen angezogen, wie verwundete Tiere Distelwölfe anlocken.
Bei den Göttern, so wollte er nicht sterben! »Bitte …«
Schwarze Augen sprühten bösartige, rote Funken. Der Großmeister legte eine Hand auf Dens Brust, direkt über seinem Herzen, die Finger gekrümmt wie Krallen, sodass nur ihre Spitzen Dens Körper berührten. Alle fünf spitzen Nägel gruben sich tief in die Haut, als wolle der Magier Dens Brustkorb durchbohren und ihm das Herz herausreißen. Seine schwarzen Augen trübten sich. Dens Haut wurde dort, wo die bleiche Hand sie berührte, kalt wie Eis.
»Nein, wartet! Wartet!« Verzweifelt stemmte Den seine Füße auf den Fußboden und stieß seinen Stuhl zurück, um der eisigen Hand des Magiers zu entkommen. Ein Stuhlbein blieb an einer unebenen Stelle im Steinboden hängen, und Den kippte mit einem erstickten Schrei hintenüber.
Schmerzen explodierten in seinem Schädel, als er auf die Steine krachte. Seine Hände, die an den Gelenken mit Handschellen gefesselt waren, rieben sich schmerzhaft an den Metallschließen. Der Schock erschütterte seinen ganzen Körper, und ein schmales, längliches Päckchen aus wattiertem Stoff fiel aus der tiefen Tasche seiner Kutte und landete neben ihm auf dem Boden.
Die zwei blassen, kräftigen Wärter, die neben der Tür standen, eilten herbei, um den Stuhl zu packen und ihn mitsamt Den wieder aufzustellen. Einer von ihnen versetzte dem kleinen Päckchen einen Tritt, sodass es quer über den Boden schlitterte. Der Stoff glitt auseinander, und eine Hand voll langer Nadeln mit Kristallspitzen fiel heraus und rollte mit einem absurd heiteren Klingeln über den Steinboden.
Der Großmeister hielt inne. Seine Augen wurden schmal und ein wenig heller, sodass sich das albtraumhafte Schwarz in eine etwas weniger beängstigende Schattierung von kaltem, glitzerndem Silbergrau verwandelte. Er steckte seinen Dolch wieder in die Scheide und deutete auf die herumliegenden Exorzismus-Nadeln. »Bringt sie mir!«, befahl er.
Die beiden Wärter beeilten sich, seinen Befehl auszuführen, indem sie hastig die Nadeln aufhoben und sie ihrem Herrn brachten. Der Magier untersuchte sie gründlich. Die meisten der dunklen Kristalle an den Nadeln waren schwarz, aber einige von ihnen schimmerten rötlich.
Vadim Maurs Kiefer verhärtete sich. Er fuhr herum, packte Den mit festem Griff am Kinn und schüttelte ihn so kräftig, dass ihm schwarz vor Augen wurde. »Diese Kristalle haben Blut geleckt«, zischte der Magier. »In wessen Fleisch sind sie gebohrt worden, Sterblicher? In deines? Oder in das einer anderen Person?«
Den schluckte die bittere Galle hinunter, die ihm in die Kehle gestiegen war. »Ellie Baristani«, stöhnte er. »Sie riss sie sich aus dem Fleisch, um uns daran zu hindern, sie in den Brunnen zu bringen.«
Der Großmeister ließ Den los und richtete sich auf, hielt die Nadeln an seine Nase und atmete tief ein. Seine Augenlider senkten sich flatternd. Als er sie wieder aufschlug, lächelte er.
»Nun, Sterblicher, wie es scheint, wirst du dein elendes Leben doch noch einen Tag länger...
| Erscheint lt. Verlag | 1.2.2025 |
|---|---|
| Übersetzer | Britta Evert |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | King of Sword and Sky |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | Abenteuer • beheartbeat • Christine Feehan • Epic Fantasy • Fantasy Roman • Fey • Gabe • Gefühl • Gefühle • gefühlvoll • Gegenwartsliteratur • Große Liebe • High Fantasy • Katze • Königreich • Leidenschaft • Liebe • Liebesroman • Liebesromane Bestseller • Liebesromane deutsch • Magie • Mystral • Romance • Romanhefte • Romantasy • Romantik • Romantische Fantasy • Seele • Tairen • Unterhaltung • wahre Liebe |
| ISBN-10 | 3-7517-7504-8 / 3751775048 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-7504-5 / 9783751775045 |
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