E-Book 271-280 (eBook)
1000 Seiten
Blattwerk Handel GmbH (Verlag)
978-3-98986-750-5 (ISBN)
Er ist legendär wie kaum ein anderer. Seine Vita zeichnet einen imposanten Erfolgsweg, wie er nur selten beschritten wurde. Als Western-Autor wurde er eine Institution. G. F. Barner wurde quasi als Naturtalent entdeckt und dann als Schriftsteller berühmt. Sein überragendes Werk beläuft sich auf 764 im Martin Kelter Verlag erschienene Titel. Seine Leser schwärmen von Romanen wie Torlans letzter Ritt, Sturm über Montana und ganz besonders Revolver-Jane. Der Western war für ihn ein Lebenselixier, und doch besitzt er auch in anderen Genres bemerkenswerte Popularität. So unterschiedliche Romanreihen wie U. S. Marines und Dominique, beide von ihm allein geschrieben, beweisen die Vielseitigkeit dieses großen, ungewöhnlichen Schriftstellers.
Er ist legendär wie kaum ein anderer. Seine Vita zeichnet einen imposanten Erfolgsweg, wie er nur selten beschritten wurde. Als Western-Autor wurde er eine Institution. G. F. Barner wurde quasi als Naturtalent entdeckt und dann als Schriftsteller berühmt. Sein überragendes Werk beläuft sich auf 764 im Martin Kelter Verlag erschienene Titel. Seine Leser schwärmen von Romanen wie Torlans letzter Ritt, Sturm über Montana und ganz besonders Revolver-Jane. Der Western war für ihn ein Lebenselixier, und doch besitzt er auch in anderen Genres bemerkenswerte Popularität. So unterschiedliche Romanreihen wie U. S. Marines und Dominique, beide von ihm allein geschrieben, beweisen die Vielseitigkeit dieses großen, ungewöhnlichen Schriftstellers.
Salem hörte, daß Kinsley schrie, und sah ihn durch eine rauchblaue Wolke von der Seite heranjagen.
»Schieß ihn ab!« schrie Kinsley. Seine krächzende, von Staub und Rauch verzerrte Stimme, überschlug sich. »Schieß, Salem!«
Salem holte auf. Baldy warf den Kopf herum, und er sah ihm in die Augen, als er den Colt hob. Einen winzigen Moment brach die Sonne durch die dichten Staub- und Rauchschleier. Sie ließ den Lauf des Revolvers bläulich schimmern, tauchte das Korn in einen flimmernden Lichtkranz und war dann wieder fort.
Es war Salem Howard, als ginge mit der verschwindenden Sonne der Tag unter, als käme die Dunkelheit und deckte alles zu.
Er drückte ab und sah überdeutlich, wie die Kugel Baldy zwischen die Augen fuhr.
Es war Notwehr, es gab keine andere Chance mehr, die Katastrophe aufzuhalten. Baldy war verrückt geworden, und wenn er durchdrehte, waren auch die anderen nicht mehr zu bremsen. Es war, als wenn sich Salem Howard gegen eine Naturgewalt wehren mußte.
Baldy knickte ein. Er fiel mit dem Kopf voran in das knochentrockene Gras. Sein schwerer Körper überschlug sich zweimal, ehe er liegenblieb und die anderen kamen.
»Links drücken…, links, Salem!«
Ich habe ihn getötet, dachte Salem, ich bin mit ihm aufgewachsen und habe ihn großgezogen. Und jetzt habe ich ihn umgebracht.
Er sah sich nicht mehr um, als die viertausend Hufe über Baldy hinwegtrampelten und nichts zurückließen als einen blutigen Fleck, der sich voll Staub saugen würde.
Baldy, der Leitbulle, verschwand unter der Masse von viertausend Hufen. Und der Mann, der ihn mit einer Flasche wie sein eigenes Kind aufgezogen hatte, ritt einen Moment mit geschlossenen Augen weiter.
»Links, Salem, links!«
Da waren die Schreie Kinsleys wieder und rissen Salem Howard aus den Gedanken um Baldy. Er öffnete die Lider, trieb sein Pferd nach links und schoß auf drei, vier andere Rinder, bis auch der Colt leergefeuert war.
Die Hölle hatte sich aufgetan. Zuerst hatten sie geglaubt, daß die Sonne an diesem Abend mit einem besonders leuchtenden Rot untergehen wollte. Erst eine Viertelstunde später hatten sie erkannt, daß das knochentrockene Gras zwischen den Mesas lichterloh brannte. Die Herde war ihnen durchgegangen, Baldy nicht mehr zu halten gewesen. Er hatte die Herde wie immer geführt und die Männer, die ihn halten wollten, samt ihren Pferden umgestoßen.
»Der Creek ist trocken!« schrie Kinsley. »Das Bett liegt sieben Schritt tief unter den Steilwänden. Nach links treiben, Salem!«
Sie kamen jetzt von rechts, ein halbes Dutzend Vaqueros vom San Sabe River, die Kinsley für den Trail angeworben hatte. Plötzlich war Salem nicht mehr allein. Die Vaqueros ritten wie die Teufel in einer Reihe und schossen pausenlos.
Entsetzt sah Salem das dunkle Band des Creekeinschnittes vor sich immer näher kommen. Er ahnte die Tiefe und die Katastrophe, wenn die Herde in den ausgetrockneten Bacharm raste. Sie würde dort sterben. Hunderte würden sich die Hälse brechen, ihre Hörner in die Leiber anderer Rinder jagen.
»Schießt, schießt, drückt sie herum!«
Es geht nicht, dachte Salem Howard, zu spät, wir schaffen es nicht mehr. Mein Gott, alles vorbei, wir verlieren die Herde. Wer hat die Prärie angesteckt, wer war der Lump?
Vor ihm preschte Ortillo, einer der Vaqueros, auf den Rand jener Todesrinne zu. Er hielt, riß sein Pferd herum, bildete mit ihm ein lebendiges Hindernis. Dann kam ein Rind, während Feuerzungen aus Ortillos Revolver gegen den Himmel stachen. Es brach mit zehn, zwanzig anderen durch die Masse der nach links herumschwenkenden Herdenmasse. Es sah aus, als hüpften dunkle, gespenstisch anmutende Schatten aus dem Rauch- und Staubschleier direkt in die Todesrinne. Durch das Brüllen der Stiere kam dünn und spitz der Schrei, drang auch der Schrei des Pferdes.
Danach wallte eine Staubwolke hoch, wo Ortillo gehalten und geschossen hatte. Jetzt kamen die anderen Schreie. Niemals zuvor hatte Salem Howard Stiere so schreien hören. Sie schrien wie Kinder, als sie in die Tiefe stürzten und sich gegenseitig umbrachten. Schweiß brach Salem aus – und Kinsley schrie: »Weiter – weiter, nicht nachlassen!«
Plötzlich rannten Rinder vor Salem her. Sie tauchten überall auf, und er hatte das Gefühl, mitten zwischen ihnen zu stecken. Instinktiv nahm er die Beine hoch. Hörner schienen nach seinem Pferd zu stoßen, Gebrüll machte ihn taub. Er sah nichts mehr, er hatte Angst wie nie zuvor in seinem Leben, daß er blindlings in den Strom der in den Bach rasenden Stiere geraten war und jeden Moment der Sturz erfolgen mußte.
Von einer Sekunde zur anderen zerflog der Staub, teilte sich der Rauch, und er sah die Flanke der Pinco Mesa im fahlen Mondlicht vor sich. Er sah jenen Todeseinschnitt, an dessen Rand er dahinjagte, bis die Felsen begannen und sich zwischen ihnen das Tor des Bachdurchbruches auftat.
Sein Pferd trug ihn durch den Felskamin, in dem das Donnern der Hufe jedes andere Geräusch übertönte. Die Herde der Starr-Ranch raste in ein Felsental. Eine Steilwand schloß das Tal schließlich ab. Die Stiere rannten ein Stück die Wand hinauf, bis das Geröll unter ihnen nachgab und sie wegrutschten, wieder nach unten fielen.
Es war, als endete die Hölle in einem klagenden, nervtötenden Brüllen der Herde. Irgendwoher tauchte der alte Jake Kinsley auf.
»Salem, das verdanken wir nur dir, Junge. Wenn du Baldy nicht im letzten Moment eingeholt hättest, lägen sie jetzt alle in der Rinne. Salem, he, Salem!«
Ich kann es nicht mehr hören, dachte Salem, nicht mehr dieses entsetzliche Schreien sterbender Rinder. Das ist zuviel, es macht mich fertig.
»Salem!«
Er schrie und riß die Augen auf. Dann saß er ganz still und blinzelte in das Licht der Morgensonne. Sie schien auf Jake Kinsleys hageres, faltiges Gesicht mit den hellen, flintsteinähnlichen Augen.
»Salem, was ist los?«
Jetzt merkte er, daß er klebte. Zugwind strich zur Zimmertür herein und umfächelte sein schweißnasses Gesicht.
»Mein Gott, Junge, was hast du geschrien«, sagte Kinsley verstört. »Du bist ja völlig verschwitzt, Salem. Geträumt?«
Kinsley sah weg, er hätte gar nicht zu fragen brauchen. Es gab nur diesen Traum, der den Angstschweiß aus Salem Howards Körper trieb.
»Ist schon gut«, murmelte Salem. Er strich sich das wellige dunkelblonde Haar zurück und fuhr mit dem Hemdsärmel über sein Gesicht. »In Ordnung, Jake, ich bin in Ordnung, ist schon gut.«
Er blieb sitzen und sah durch das Fenster das Missionsdach von Trinidad. Dann kam das markerschütternde Heulen durch den frühen Morgen. Es hörte sich an, als heulten Rinder vor Angst, ehe sie in die Tiefe stürzten.
»Hat der Zug schon mehrmals Signal gegeben, Jake?«
Jake starrte ihn an, er begriff nicht, warum Salem das fragte.
»Ja«, sagte er gepreßt und dachte: Salem wird den Schock nie los, den hat es zu hart getroffen, daß er Baldy erschießen mußte. »Ja, schon ein paarmal, Junge.«
»Darum«, antwortete Salem Howard. »Darum das Heulen, ich habe darum wohl geträumt. Nun gut, es ist vorbei, wir haben die Herde durchgebracht. Wollen wir zur Bank, Jake?«
»Ja, Salem, und dann nach Hause. Du hättest ruhig mit den anderen feiern können, denke ich. Man muß nicht immer sparen, Junge, man muß sich nach so einem Trail auch mal was gönnen.«
»Ich muß sparen«, erwiderte Salem. Er stand auf und trat ans Fenster. »Mein Bruder legt auch jeden Cent zurück. Eines Tages bauen wir unsere Ranch wieder auf, verstehst du, Jake? Wir brauchen jeden Cent. Was habe ich denn davon, wenn ich mich sinnlos besaufe? Das Geld ist weg, mein Kopf drei Tage schwer, no, Jake, ich hätte ganz gern mit den anderen gefeiert, aber jeder Mann hat sein Ziel.«
So ist er, dachte Kinsley, er hatte viele Männer erlebt, aber keinen wie Salem Howard. Salem war ein Reiter, wie es keinen am Nueces River gab, er hätte eines Tages Kinsleys Nachfolger als Vormann auf der Starr-Ranch werden können, aber er sparte sein Geld für eine eigene Ranch.
»Ja, ich weiß, Junge. Bist du sicher, daß dein Bruder Clay auch so eisern ist?«
»Clay?« fragte Salem. Er atmete tief durch und lächelte plötzlich. »Clay ist nicht nur eisern, Clay ist hart wie Stahl und genügsam wie ein Maultier.«
Salem lächelte, als er an seinen Bruder dachte. Dann gab er sich einen Ruck und drehte sich um.
»Jake, wir sollten warten, bis die gesamte Mannschaft wieder nach Hause aufbricht. Das Präriefeuer hat niemand aus Spaß angefacht. Und die beiden Wasserstellen vorher hat man absichtlich verschlammt. Jake, jemand hat versucht, die Herde zu vernichten. Er könnte versuchen, uns das Geld abzujagen. Wir sollten warten. Eine Mannschaft greifen ein paar Banditen nicht an, meine ich.«
»Mit drei Mann sind wir genauso sicher, Junge. Komm, zieh dich an, wir müssen zur Bank. In zwei Stunden verlassen wird Trinidad und reiten nach Hause.«
Vielleicht lag es am kühlenden Wind, daß Salem plötzlich fror.
Drei Mann, dachte Salem, Kinsley, Soames und ich und achttausend Dollar. Das geht nicht gut, wir sollten warten, bis die Mannschaft genug gefeiert hat. Es geht nicht gut.
*
Der Hufschlag trommelte heran. Dann tauchte der Reiter unterhalb der steilen Hügelflanke auf. Er hatte das Blinken gesehen, es hatte ihn bereits im hügeligen Vorland der Cornudo Hills erreicht, und er war auf kürzestem Weg hier heraufgeritten.
Als er hielt, sah er den großen, sehnigen Mann hinter den Büschen auf einem flachbuckligen Stein sitzen. Der Mann hielt sein Gewehr über den Knien und blickte ihn kurz an.
»Nun?«
Das Halbblut stieg hastig ab, der dritte Mann, ein...
| Erscheint lt. Verlag | 10.9.2024 |
|---|---|
| Reihe/Serie | G.F. Barner |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Schlagworte | BF Garner • Bundle • Cassidy • Colt • Cowboy • Cowboys • Die großen Western • Doc Holliday • Duell • GF Barner • G.F. Unger • Häuptling • Indianer • Martin Kelter Verlag • Prärie • Saloon • Sheriff • Squaw • Wilder Westen • Wild West • Wyatt Earp |
| ISBN-10 | 3-98986-750-4 / 3989867504 |
| ISBN-13 | 978-3-98986-750-5 / 9783989867505 |
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