Pyrit - Herrschaft der Zeit (eBook)
350 Seiten
beHEARTBEAT (Verlag)
978-3-7517-6079-9 (ISBN)
Elyon Hamford hat eine besondere Gabe: Sie kann die Zeit anhalten. Deshalb schickt sie der Anführer ihres Volkes auf eine gefährliche Mission: Sie soll Nolan, das Alphatier der Gepardenwandler, ausspionieren und töten. Doch Elyon wird von Nolan überrascht und gefangen genommen. Bald merken die beiden, dass sie sich in einem Netz aus Verrat und Intrigen verfangen haben. Um den unausweichlich scheinenden Krieg zwischen ihren Völkern zu verhindern, müssen sie sich der Wahrheit über ihre Gefühle füreinander stellen.
Prickelnde und fesselnde Romantic Fantasy - die spannende Gestaltwandler-Reihe von Katharina Santa:
Band 1: Pyrit - Herrschaft der ZeitBand 2: Dioptas - Versuchung der Zeit
Band 3:Azurit - Unterwerfung der Zeit
Band 1 und 2 dieser Reihe sind eBook-Neuauflagen der zuvor bei LYX erschienen Romane. Band 3 ist die Erstveröffentlichung der lang ersehnten Fortsetzung dieser Reihe.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
<p>Katharina Santa wurde 1993 in einem kleinen Dorf in Tirol geboren. Schon immer begleiteten sie Bücher durch alle Lebenslagen und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie ihre eigenen Fantasien zu Papier brachte. Mit Pyrit erscheint ihr Debütroman.</p>
1
Elyon Hamford stand in einer lichtdurchfluteten Halle. Die Wände aus Glas ließen das Licht der Sonne in unglaublich hellen Strahlen auf den fliesenbedeckten Boden scheinen. Das Glitzern der dunklen Fliesen bewirkte, dass der Raum unwirklicher erschien, als der Architekt wahrscheinlich beabsichtigt hatte. Doch sie sollte sich nicht vom Äußeren eines Bauwerkes faszinieren lassen. Denn die Zielperson, die geschmeidiger ging, als ein Mensch es je vermocht hätte, betrat soeben das Foyer.
Es war Elyons erster Außenjob, seitdem sie siebzehn geworden war. Der erste Auftrag außerhalb, seit die Menschheit von den Forás und Enérgeias erfahren hatte. Sie wollte, dass das Oberhaupt der Forás stolz auf sie war. Auch wenn das eine vollkommen naive Hoffnung zu sein schien.
Ihre Gedanken kamen zu einem abrupten Ende, als der Fremde, den sie nur von Fotos kannte, die Drehtür verließ und die Halle in Beschlag nahm. In Beschlag nehmen war deshalb die richtige Formulierung, da durch die bloße Anwesenheit des Fremden die Halle plötzlich mickrig wirkte.
Nolan Hal schritt mitten durch die Menge aus Wandlern und Menschen, als wäre es sein Territorium. Er war schließlich das Alphatier, das Rudeloberhaupt, man könnte ihn auch König der Geparden nennen. Diese Gruppe der Wandler war noch vor wenigen Jahren gänzlich uninteressant für die Forás gewesen. Erst seitdem Nolan den Platz an der Spitze eingenommen hatte, war das Rudel stetig angewachsen. Immer mehr Menschen und andere Wandler wollten mit ihnen Geschäfte abschließen. Wenn Elyon genauer darüber nachdachte, interessierte sie sein Vorgehen ungemein. Auch sie war an Geschäften interessiert. Allerdings nur was Antiquitäten und alte Bücher betraf. Nicht so jedoch dieser Mann. Nolan Hal hatte Unmengen an Geld in wissenschaftliche Forschung investiert, sodass er und somit auch sein Rudel mittlerweile den größten Marktanteil an führenden Projekten innehatte. Die meisten lagen im Bereich der Medizin. Bereits in wenigen Monaten würde das erste vollkommen einsatzfähige künstlich hergestellte Herz implantiert werden. Ob es ein Erfolg werden würde, lag allerdings in der Zukunft.
Nolans Weg führte zu einem der Wachposten. Er passierte die Metalldetektoren und ging, ohne zu wissen, dass Elyon ihn bald töten würde, an ihr vorbei. Sein Blick blieb kurz an ihr hängen, doch er schien ihr keinerlei Beachtung zu schenken. Gut so! Er sollte nicht wissen, wer sie war und was sie vorhatte.
Unauffällig schlich sie ihm zu einem der Fahrstühle nach. Sie wusste, in welches Stockwerk er fuhr und wo sein Büro lag, und sie wusste auch, dass er in der nächsten Stunde keine Termine hatte. Elyon presste sich an einem etwas beleibteren Herrn vorbei und versuchte so menschlich wie möglich zu wirken. Sie hatte gelernt, dass Menschen und Wandler sie an ihrem zielstrebigen Gang erkennen konnten. Also ließ sie den Blick schweifen und tat so, als würde sie nach den Treppen suchen. Natürlich wusste sie, dass sich die Aufgänge in einem Flur links neben den Aufzügen befanden. Als sich die Türen der Fahrstühle schlossen, vergeudete sie keine Zeit mehr und ging auf den Durchgang zu. Erst als sie niemand mehr sah, rannte Elyon die Stufen hoch und überwand mehrere Treppenstufen auf einmal. Da kamen ihr ihre langen Beine gerade recht, die wie geschaffen fürs Rennen waren.
Oben angekommen war der Aufzug natürlich schon lange wieder fort und unten stieg wahrscheinlich schon die nächste Schwadron an Arbeitswilligen ein. Vielleicht auch schon die Dritte, stellte Elyon fest, als sie die Zeit überprüfte und bemerkte, dass sie länger gebraucht hatte als gedacht.
Elyons Puls ging in stakkatoartigen Schlägen und sie musste sich eine Minute lang ausruhen, bevor sie die kurze Entfernung bis zum Büro des Geparden überwinden konnte. Sie hatte gehört, dass Geparden auch in ihrer menschlichen Form eine ziemlich feine Nase besaßen. Und mit ihren Ohren verhielt es sich scheinbar ebenso.
Elyon betrat den Flur und versuchte, die Kameras so gut es ging zu umgehen. Vor wenigen Stunden hatte sie die toten Winkel dieser Hightech-Geräte studiert und wusste, wo sie sich aufhalten konnte und wo es ungünstig war. Allerdings konnte sie sich nicht vor der Tür zum Empfangsbüro drücken. Sie musste hindurch. Jetzt nur nicht die Nerven verlieren, Elyon, dachte sie, bevor sie tief Luft holte und ihrer Gabe die Oberhand ließ.
Für jeden Forá war es schwierig, die Barrieren aufrechtzuerhalten, die sie von ihrer Gabe abschnitt. Ohne die geistigen Schutzwälle würde ihre Gabe unaufhaltsam, wann immer sie wollte, die Oberhand übernehmen, und das konnte gefährlich werden. Forás besaßen die Fähigkeit, die Zeit anzuhalten, doch nur in ihrem jeweiligen Umfeld. Somit wurde die Zeit etwa für ein Gebäude für wenige Minuten außer Kraft gesetzt, was jedoch nicht für das umliegende Gelände galt. Allerdings konnte jeder Forá eine unterschiedliche Menge an Energie freisetzen. Somit war es nicht selbstverständlich, einen kompletten Wolkenkratzer außer Gefecht setzen zu können. Manche besaßen nur die nötige Energie, um ein Stockwerk in die Zeitstarre hinüberzuziehen und andere, wie sie, schafften es mit zwei Hochhäusern auf einmal. Außerdem erschöpfte es einen Forá zunehmend, die Zeitstarre aufrechtzuerhalten. Auch wenn es nur wenige Minuten dauerte. Nicht jeder konnte die Energie über Stunden aufrechterhalten und es war auch gefährlich, die Zeit so lange außer Kraft zu setzen.
Als sie auf die Türklinke starrte, flackerte diese kurz, um dann wieder ihre normale Gestalt anzunehmen. Es hatte geklappt. Die Zeit stand still und sie konnte ihren Job erledigen. Elyon öffnete die Tür und trat in den Raum der Empfangsdame. Die junge Frau hatte sich lächelnd über einen Ordner gebeugt und ihre Hand lag auf einer Wange. Sie hielt den Telefonhörer in der Hand und ihrem Gesichtsausdruck nach war ihr Verehrer am anderen Ende der Leitung.
Schulterzuckend ließ sie den Blick durch den Empfangsraum schweifen. Sonst befand sich hier niemand. Elyon ging weiter und öffnete die Tür, die zu den verschiedenen Büros führte. Am Ende des Ganges wartete die Tür, zu der sie wollte. Vorsichtig drückte sie sie auf.
Nolan Hal saß in einem Drehstuhl vor einem Schreibtisch. Er hatte ihr den Rücken zugekehrt und blickte durch das große Fenster nach draußen. Der Ausblick war wunderschön, die Wolken bewegten sich kaum und Sonnenstrahlen drangen durch ihre dünne Schicht.
Noch einmal atmete Elyon tief durch. Sie wusste, sie musste das hier tun, auch wenn es ihr zuwider war, einen Fremden, der ihr oder ihrer Spezies nichts getan hatte, zu töten. Langsam ging sie auf den Mann zu und stellte sich vor ihn. Sein Blick war gedankenverloren in den Himmel gerichtet und er hielt in seiner rechten Hand einen Füller, mit dem er wohl zuvor gespielt haben musste. Bevor sie die Zeit angehalten hatte. Sehnsüchtig betrachtete sie sein faszinierend markantes Gesicht. Die gebräunte Haut, die hohen Wangenknochen und das braune Haar, das lang genug war, um mit den Fingern darin wühlen zu können, bildeten einen starken Kontrast zu seinen fast golden leuchtenden Augen. Auch seine Lippen passten so gar nicht zu dem Mann, der vor ihr saß und sie nicht wahrnahm. Sie waren schön geschwungen, die untere Lippe etwas voller als die obere. Was viel eher zu ihm passte, war die Narbe an seiner Lippe, die sein Gesicht immer zu einem leicht höhnischen Grinsen verzog.
Elyon ließ den Blick über den Körper des Mannes wandern und stellte fest, dass seine Hände von feinen, weißen Linien übersät waren, die sich von der braunen Haut abhoben. Auch an seinem Hals entdeckte sie mehrere Spuren, die auf Krallen schließen ließen. Sein Körper war zwar geschunden und vernarbt, aber auch muskulös. Der Mann vor ihr war allerdings auf Schnelligkeit und Wendigkeit trainiert und nicht auf rohe Gewalt. Es gefiel ihr, zu wissen, dass er sich schneller bewegen konnte, als ihre Augen folgen konnten. Schließlich waren Geparden die schnellsten Raubkatzen überhaupt.
Nolan Hal trug ein schwarzes Jackett über einem roten, seidigen Hemd. Die tief sitzende Jeanshose unterstrich die Lässigkeit, die er scheinbar gern zur Schau stellte. In seinem Büro fanden sich keinerlei persönliche Gegenstände. Nicht ein Einziger. Der Raum war so neutral, als wäre er gerade erst neu bezogen worden.
Zuerst musste Elyon dringend nach Informationen suchen, um herauszufinden, wie viel dieser Wandler wusste. Es war zu schade, dass er sterben würde. Elyon ging um den Schreibtisch und ließ die Zeit wieder in das Holz und dessen Papiere fließen. Würde sie das nicht tun, so würden diese Gegenstände in der Zeit vernichtet werden. Sie würden verschoben werden, was sie dann auseinanderreißen und meist auch pulverisieren würde. Zeit war machtvoll. Mit einem Schubs könnte sie Nolan Hal umbringen. Elyon hatte lange gebraucht, um die Vorgänge, die dahintersteckten, zu verstehen. Ein Physikgenie war sie nie gewesen, doch dass es eine Auswirkung auf einen Gegenstand haben musste, wenn er außerhalb der Zeit bewegt wurde, war einleuchtend. Denn innerhalb der Zeit müsste sich das Objekt sonst zum Ausgleich mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen und das widersprach den obersten Gesetzen der Physik.
Elyon durchstöberte die Akten auf dem Tisch, nachdem die Zeit in sie hineingeflossen war. Das meiste waren Zahlen über Ausgaben und Einnahmen. Dann gab es noch einen Ordner, der die Mitarbeiter auflistete und deren Gehalt.
Was sie suchte, war jedoch anderer Art. Sie suchte nach Informationen...
| Erscheint lt. Verlag | 1.5.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Die Gepardenwandler-Reihe |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | All Age Fantasy • beheartbeat • Fantasy Roman • gefühlvoll • Gegenwartsliteratur • Gestaltwandler • Leidenschaft • Liebe • Liebesroman • Magie • Nalini Singh • Paranormal • Romance • Roman für Frauen • Romantasy • Romantic Fantasy • Romantik • Romantische Fantasy |
| ISBN-10 | 3-7517-6079-2 / 3751760792 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-6079-9 / 9783751760799 |
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