Töchter des Südsterns - Die Sehnsucht nach vertrauten Himmeln (eBook)
307 Seiten
beHEARTBEAT (Verlag)
978-3-7517-7485-7 (ISBN)
Wenn das Glück in weiter Ferne wartet ...
Die junge Siedlerin Cathie träumt von einem anderen Leben als dem in der Wildnis Australiens. Immer stärker wächst in ihr die Sehnsucht nach Freiheit und der Wunsch, die Welt zu entdecken. Als ihr Onkel vorschlägt, sie nach England zu schicken, ergreift Cathie die Chance, ohne zu zögern. Doch sie ahnt nicht, dass sich hinter dem großzügigen Angebot ihres Onkels ein hinterhältiger Racheplan verbirgt ...
Bewegend. Emotional. Fesselnd. Die neue Love-and-Landscape-Saga der Bestseller-Autorin Anna Jacobs vor der atemberaubenden Kulisse Australiens.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
»Anna Jacobs Bücher zeigen ein beeindruckendes Gespür für menschliche Gefühle.« Sunday Times, UK
»Eine packende Erzählstimme.« Sunday Star Times, NZ
»Jacobs ist eine Meisterin darin, lebhafte und einprägsame Charaktere zu erschaffen.« Booklist, USA
<p><strong>ANNA JACOBS</strong>wurde in Lancashire geboren und wanderte 1970 nach Australien aus. Sie hat zwei erwachsene Töchter und wohnt mit ihrem Mann in einem Haus am Meer. Bis heute hat sie bereits mehr als siebzig Bücher verfasst.</p>
Kapitel 2
Januar
Eine Woche später kehrte Fiery Dan mit Mr Docherty nach Brookley zurück. Der Mann bestand darauf, sich vor der Bezahlung unbemerkt davon zu überzeugen, dass der Auftrag ordentlich erledigt worden war. Dan stellte erfreut fest, dass sowohl das Haus der Caines als auch sämtliche Nebengebäude bis auf die Grundmauern niedergebrannt waren. Er bedachte seinen Arbeitgeber, der neben ihm hinter dem dicken Stamm eines riesigen Gummibaums stand, mit einem Seitenblick. Dan fand, für eine anständig erledigte Aufgabe durfte man ein Kompliment oder ein Dankeschön erwarten. Aber er bekam keinerlei Lob zu hören. Typisch für reiche Pinkel. Die wussten nie etwas zu schätzen.
»Sehen Sie? Alles für Sie niedergebrannt«, heischte er nach einer Reaktion.
Dermott hörte ihn nicht mal. Seine Aufmerksamkeit galt dem geschäftigen Treiben vor ihm. Ihn ärgerte, wie viele von ihrer Habe die Familie seiner Schwester hatte retten können und wie schnell die Farm wiederaufgebaut wurde. Möbel standen unter Bäumen, abgedeckt mit Rindenstreifen oder Schichten aus Zweigen, um sie vor der Sonne zu schützen. Am See formten zwei Männer Lehmziegel. Etliche reihten sich bereits zum Aushärten aneinander. »Hält denn gar nichts diesen vermaledeiten Benedict Caine auf?«, grummelte er.
Dan schmunzelte. »Er denkt wohl, Lehmziegelhäuser wären sicher, was? Tja, die brennen aber auch, weil die Böden und Dachbalken aus Holz sind. Ist nur ein bisschen schwerer, das Feuer in Gang zu bringen.« Wie er bereits mehr als einmal bewiesen hatte.
Dermott ignorierte die Bemerkung. »Siehst du den Haufen Möbel da drüben unter dem provisorischen Unterstand?«
Als er mit einem dicken Finger in die Richtung zeigte, nickte Dan.
»Kannst du ihn anzünden?«
»Ein Kinderspiel.«
»Gut. Dann tu es, sobald es etwas dunkler wird. Der große Brand könnte ein Unfall gewesen sein. Diesmal soll es nach einem bewusst gelegten Feuer aussehen. Ich will, dass sie sich den Kopf darüber zerbrechen, wer es auf sie abgesehen haben könnte.« Er stupste Dan in die Rippen. »Ich verschwinde. Die Farm, die ich hier in der Nähe gekauft habe, sehe ich mir ein andermal an. Sobald das Zeug in Flammen steht, kehren wir nach Perth zurück. Du hast dir dein Geld verdient. Die Überfahrt für dich habe ich auf den Namen John Roberts gebucht. Das Schiff sticht in fünf Tagen in See. Ich begleite dich persönlich hin. Und halt bloß die Klappe über all das hier. Wenn ich erfahre, dass du mit irgendjemandem darüber geredet hast ...«
Eine Woche nach dem Buschbrand ging der größte provisorische Unterstand kurz nach Einbruch der Dunkelheit in Flammen auf. Benedict war zu dem Zeitpunkt mit seinem ältesten Jungen Lucas am Wasser spaziert, erreichte die Stelle schnell und rief nach Hilfe. Vater und Sohn begannen, die dort gelagerten Dinge herauszuzerren. Benedict entfuhr ein erschrockener Aufschrei, als ihm ein loderndes Stück der Rinde, aus der sie ein provisorisches Dach gebaut hatten, auf den Kopf fiel. Lucas schlug es geistesgegenwärtig von ihm weg.
Andere kamen mit Wassereimern angerannt, und die Flammen konnten bald gelöscht werden. Es war wenig beschädigt worden.
»Wie um alles in der Welt ist das jetzt wieder ausgebrochen?«, fragte sich Fergal laut.
»Darauf gibt es nur eine Antwort«, sagte Benedict düster. »Unser Kochfeuer ist nicht mal in der Nähe. Also muss es jemand absichtlich entfacht haben.«
Hinter ihm wurde nach Luft geschnappt. Liza trat neben ihn und umklammerte seinen Arm so fest, dass er ihre Fingernägel spürte. »Bitte nicht.« In ihren Worten schwang ein flehentlicher Unterton mit. »Oh Benedict, bitte nicht.«
»Ich fürchte doch, Schatz.« Er erhob die Stimme. »Heute Nacht halten wir Wache. Alle bleiben diesem Unterstand fern. Sobald wir Tageslicht haben, untersuche ich das Gelände um ihn herum.«
Cathie schäumte vor Wut, als sich ihr Vater weigerte, eine der Frauen in den Wachdienst einzubinden. Nach einem kurzen, heftigen Streit stapfte sie zu ihrem behelfsmäßigen Bett in dem Notunterschlupf, in dem die gesamte Familie nachts schlief.
Sie legte sich neben ihre kleine Schwester. So war es immer, dachte sie. Obwohl sie größer und stärker als viele Männer war, ließ man sie nie an anspruchsvollere Aufgaben heran.
Josie streckte sich zu ihr und herzte sie. »Sei nicht böse, Cathie. In letzter Zeit bist du ständig wegen irgendetwas wütend.«
Cathie herzte ihre Schwester zurück. »Nicht auf dich, Küken. Niemals auf dich.«
»Ich weiß, dass du weggehen willst.«
»Wirklich?«
»Ja. Aber das will ich nicht.«
»Ach, Josie, meine Süße. Wenn ich mein ganzes Leben hier im Busch verbringen muss, verliere ich den Verstand. Ich will andere Leute kennenlernen, neue Dinge sehen. Das muss ich!«
Sie schmiegte sich an ihre kleine Schwester, bis Josie einschlief. Indes überlegte sie erneut, wie sie diesen Ort verlassen könnte. Es zog sie nach England, von wo ihre Eltern nur allzu gern ausgewandert waren. Sie wollte die belebten Ortschaften von Lancashire kennenlernen, die sie ihr beschrieben hatten, wollte in der Nähe anderer Menschen leben und eine andere Aussicht als immer nur Bäume.
Irgendwann würde sie einen Weg finden, das zu bekommen, was sie wollte. Dazu war sie fest entschlossen, ganz gleich, was ihre Mutter sagte.
Am nächsten Morgen untersuchte Dinny mit ihrem Sohn Brendan eine lange Weile gründlich den Boden in der Nähe des in Brand geratenen Unterstands. Wie seine Mutter und ihr Volk fühlte er sich der Natur verbunden – im Gegensatz zu seinem jüngeren Bruder, der sich mehr dafür interessierte, Möbel anzufertigen, und glücklich mit einem ruhigen Leben auf dem Gehöft zu sein schien.
»Hier hat jemand mit abgenutzten Stiefeln gestanden.« Dinny zeigte auf Spuren auf dem trockenen, sandigen Boden. Sie bewegte sich um den Unterstand herum, deutete unterwegs auf dieses und jenes. Ihre Mutter hatte ihr genug über die Traditionen und das Wissen ihres Volks beigebracht, um die unscheinbaren Botschaften der Erde verstehen zu können. »Dann ist er da lang gegangen.« Sie wies in die Richtung.
»Kannst du ihm folgen?«, fragte Benedict.
»Wir können es versuchen. Aber wahrscheinlich ist es zu trocken. Wenn er auf seine Schritte achtet, werden wir seine Spur bald verlieren. Ich bin keine erfahrene Fährtenleserin.«
Sie sollte recht behalten. Aber bevor sie die Spur verloren, entdeckten sie eine Stelle, an der unlängst Pferde angebunden gewesen waren und zwei Personen – ein schwerer Mann und der Brandstifter mit den abgetragenen Stiefeln. Den Hufabdrücken konnten sie noch bis sie zur Hauptstraße nach Perth folgen, dann jedoch gingen sie im aufgewühlten Boden unter, den ein Ochsenwagen hinterlassen hatte.
Nach der Rückkehr setzte sich Benedict neben seine Frau auf eine der notdürftig nach dem Brand zusammengeschusterten Bänke und ergriff ihre Hand.
»Glaubst du wirklich, dass jemand das Feuer absichtlich gelegt hat?«, sprach sie die Gedanken aus, die sie die halbe Nacht wach gehalten hatten.
»Daran besteht für mich kein Zweifel.«
Ratlos schüttelte sie den Kopf. »Mir fällt niemand ein, der uns so sehr hasst.« Dann jedoch erinnerte sie sich an das Rachegelübde ihres Bruders Dermott. Andererseits würde nicht mal er ihr so etwas antun, oder?
»Mir auch nicht. Aber ab sofort bringe ich allen Kindern das Schießen bei. Sogar Josie. Hier draußen können wir uns nur auf uns selbst verlassen.« Seine Lippen verzogen sich zum Ansatz eines Lächelns, als er hinzufügte: »Hoffentlich muntert das Cathie ein wenig auf.«
Allerdings schien dazu nichts in der Lage zu sein, seit sie die unmittelbare Krise des Brands überstanden hatten. Da noch recht warmes Wetter herrschte, lebten sie in primitiven Buschunterkünften, bis das neue Haus gebaut wäre – und es würde erheblich kleiner sein als das alte. Cathie würde sich ein Zimmer mit Josie teilen müssen. Das bedeutete, sie würde nicht im Bett lesen oder bei der Lampe sitzen und ihre Kleidung flicken können, denn Josie war alles andere als stark und brauchte dringend ihren Schlaf. Hinzu kam zu Cathies Leidwesen, dass die meisten ihrer Bücher verbrannt waren. Obwohl sie alle bereits mindestens zehnmal gelesen hatte, fehlten sie ihr.
Als das neue Gebäude allmählich Gestalt annahm, stellte sie ihren Stiefvater über die Lage zur Rede. »Bauen wir wieder ein richtiges Haus, oder bleibt es so?« Abschätzig deutete sie mit dem Arm auf die Grundfesten des neuen Gebäudes.
»Viel mehr können wir die nächsten ein, zwei Jahre nicht machen. Durch das Feuer haben wir einiges verloren. Es wird eine Weile dauern, bis wir uns davon erholt haben.« Sogar für den bescheidenen Neubau hatte er nach Perth gemusst, um etwas von Lizas Schmuck zu verkaufen, so sehr es ihm auch widerstrebt hatte. Sie hatten überlegt, Ilse zu entlassen, jedoch entschieden, dass die Bildung der...
| Erscheint lt. Verlag | 1.3.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Lancashire Settlers |
| Übersetzer | Michael Krug |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | Lancashire Legacy |
| Themenwelt | Literatur ► Historische Romane |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | Abenteuer • Australien • Auswanderer • AuswandererAlleinerziehend • Auswanderung • Di Morrissey • England • feelgood • Flucht • Gefühle • Happy End • Herzschmerz • Lancashire • landschaftsroman • Landschaftsromane • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Love&Landscape • Love and Landsacpe • Love and Landscape • Melbourne • Outback • Patricia Shaw • Romance • romantisch • Roman über Schwestern • Saga • Sarah Lark • Schmöker • Schwangerschaft • Schwestern • Ulrike Renk • ungewollt schwanger • Verbotene Liebe • wohlfühlen |
| ISBN-10 | 3-7517-7485-8 / 3751774858 |
| ISBN-13 | 978-3-7517-7485-7 / 9783751774857 |
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