Grüße von Übermorgen (eBook)
252 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7597-9906-7 (ISBN)
Hans Phoenix hat schon einen Roman publiziert, zudem hat er mit Kate Bono zusammen an Aynil 3 geschrieben. Für seinen neuen Roman hat er eine Autorin mit ins Boot genommen, die bisher nur im Kleinen Texte veröffentlicht hat. Ihre große Phantasie war der Grund für eine Zusammenarbeit. Es finden sich eben immer die Menschen zusammen, die etwas gemeinsam können und machen wollen. Hans Phoenix lebt in Rheinland-Pfalz, in der Nähe von Gerolstein und Daun.
Die etwas anderen Journalisten
„Und, wie weit bist du schon?“, fragte Rita Rubrik ihren Kollegen. Tsai Tung blickte von einem Laptop auf, leicht verwirrt, so als müsse er sich erst sammeln. „Ich komme gut weiter, sorry, Du hast mich aus einem Gedankengang gerissen.“ Rita schmunzelte. Sie kannte das schon von Tsai. Wenn er im Schreib- und Formulierungswahn war, konnten neben ihm Bomben einschlagen.
Die beiden saßen in der Redaktion und schrieben ihre Reportagen, also jeder seinen Teilbericht, den sie dann gemeinsam zusammenfaßten. Rita war schon länger fertig und begann darüber nachzudenken, wie sich doch diese ganze Medienwelt verändert hatte in der letzten Zeit. Und mit dem, was sie in ihren Anfängen erlebt hatten, war das nicht mehr zu vergleichen. Es gab keine Zensur mehr, keine Vorschriften, keine Maulkörbe mehr, keine Propaganda mehr für eine Regierung oder ein Regime, wie man besser sagen sollte. Noch nicht auf der ganzen Welt, nur bei ihnen. Sie wollte sich auch nicht vorstellen, wie das sein mußte, als „normaler“ Journalist in einem Medienbereich außerhalb des ihren.
Tsai und sie hatten Glück gehabt, wirkliches Glück. Sie hatten Mitte/Ende 2022 eine Begegnung, die sie bis heute nicht vergessen hatten. Und plötzlich war der Gedanke da: Sie hatte Zeit, Tsai war bestimmt noch etwas beschäftigt, da könnte sie doch mal alles aufschreiben, wie es dazu kam, daß sie beide jetzt eine Art Sonderstatus bekommen hatten.
Gesagt, getan. Sie öffnete ein neues Dokument, schrieb als Überschrift „Wie alles begann!“ und legte los. „Es war einmal……“, ‚Och nöö,‘ dachte sie, ‚das geht ja nicht so dolle los’, korrigierte das schnell, beziehungsweise löschte es und schrieb eine neue Überschrift: „Neulich in der Universumszentrale“. Überlegte noch einmal kurz, wie sie beginnen soll und begann zu tippen.
Rita Rubrik und Tsai Tung waren wieder für uns unterwegs, und nach diesem doch nervenaufreibenden Wochenende gab es in der deutschen Abteilung der kosmischen Einsatzzentrale wieder einiges zu berichten. Der Pförtner winkte beiden freundlich zu: „Ah, ihr beiden wieder. Ihr werdet schon erwartet! Willkommen! Alles rund um die Deutschen findet ihr jetzt im größten Raum, im 1. Stock, ihr könnt ihn nicht übersehen!“, fügte er augenzwinkernd hinzu und widmete sich wieder seinem Kaffee.
Sie waren schon einmal hiergewesen, kannten sich ein wenig aus. Im 1. Stock angekommen sahen beide sofort, was der Pförtner gemeint hatte: Alle anderen Besprechungszimmer waren normal beleuchtet oder mit gedimmten Licht, nur das deutsche war voll beleuchtet und so hell, daß man kaum hinschauen konnte. Hermes sauste aus dem Besprechungsraum mit einem Arm voller Memos und raunte ihnen zu: „Dicke Luft, viel werdet ihr nicht erfahren“ und war auch schon wieder auf seinen heißgelaufenen Socken um die Ecke des Ganges.
Zum Glück stand die Türe offen, doch auch so war die angespannte und hektische Atmosphäre sofort spürbar. Vorsichtig, um nicht die Aufmerksamkeit des Chefs der Einsatzplanung, M. Donnerstimme, direkt auf sich zu ziehen, blieben die beiden direkt neben der Tür stehen und beobachteten das rege Treiben im Raum.
Gespannt lauschten sie den Worten von M. Donnerstimme: „Wer bearbeitet und schreibt den Merz? War ja wieder ein voller Erfolg, aber fandet ihr die Musik im Video nicht etwas zu theatralisch? Naja, ist jetzt ja auch erledigt.“ Er schaute in die Runde und sein Blick fällt auch auf unsere Berichterstatter. Er nickte ihnen kurz zu, machte eine Geste, daß sie sich hinsetzen sollten, dann fuhr er fort: „Zusammenfassend müssen wir leider feststellen, daß sich sehr viele der Patrioten immer noch in der dritten Dimension der Zeit und der Daten feststecken. Da sind natürlich Fehlinterpretationen, falsche Hoffnungen und vor allem Enttäuschungen erklärbar. Sie lassen sich deshalb immer wieder sehr schnell durch solche ‚Falschmeldungen‘ in Aufregung versetzen und dies hat nun wieder zu einem ‚emotionalen Patrioten-Kater‘ am Montag geführt. Irgendwelche Vorschläge?“
Die Anwesenden schauten sich gegenseitig an, einige zuckten mit den Schultern, andere hatten Blicke drauf, die zeigten, daß sie mutlos geworden sind, angesichts der Ignoranz der deutschen Erdbewohner. Doch dann meldete sich eine jüngere Mitarbeiterin: „Wir werden die Erwachenden, die wir in die richtigen Schlüsselpositionen gesetzt haben, eben mit noch mehr Energie und Licht versorgen müssen, um sie mehr zu stärken, zu unterstützen, da sie die anderen ja in die richtige Richtung führen müssen. Wenn wir sie stärken, kommt diese Energie auch bei den anderen an. Ich schlage vor, Scotty soll volle Energie auf die Erwachenden richten.“
Donnerstimme schaute sich um: „Na, andere Vorschläge? Oder seid ihr einverstanden?“ Ein junger Mann meldete sich ganz aufgeregt. „Nein, du noch nicht, du bist noch nicht dran. Wie war der Name? Ach ja, du bist der mit den Liebespfeilen, oder? Amor, richtig? Amor, nee, laß mal lieber, wir können da unten jetzt keine liebestollen Patrioten gebrauchen, dein Einsatz kommt später.“ Er blickte nochmal kurz in die Runde: „Na, war es das, machen wir es so?“ Alle nickten zustimmend. „Gut, dann werde ich bei der internationalen Einsatzbesprechung nachfragen, ob wir einige Licht- und Energieströme von anderen Ländern umleiten können, die sind ja alle schon viel weiter und vor allem geeinter als die Deutschen. So, dann geht es in die verdiente Büropause. Bitte seht zu, daß ihr auch noch alles zusammensucht, was ihr an Leuchtmitteln findet, Taschenlampen, Bürolampen und sonstiges was leuchtet.
Nein, Rosi, keine Herzlampen oder Salzlampen, wir brauchen was Stärkeres. Das wäre doch mal gelacht, diese Woche gibt es volle Bestrahlung, die Magier sollen den Raum vergrößern, die IT-Experten könnten mal drüber nachdenken, ob die Wahrheit nicht auch massiver in Telegram und Co hochkommen könnte, das würde die Arbeit da unten schon sehr erleichtern. Medien umdrehen? Nein, ihr kennt den Plan, die Medien zuletzt, die brauchen wir in der Form, wie sie jetzt sind, damit sie für die Aufklärung glaubwürdiger sind. Wenn wir das jetzt ändern, glaubt uns niemand mehr was.“
Dann wendete sich M. Donnerstimme an die beiden Journalisten: “Und ihr zwei habt erst einmal genug gehört. Ihr könnt jedoch alles so weitergeben, wie ihr es mitgehört habt, mein OK habt ihr. Mehr gibt es im Voraus nicht zu berichten. Vertrauen in und Glauben an den Plan, Vertrauen ins Göttliche“, donnerte er, „und das möglichst viel und oft wiederholen. Irgendwann müssen wir diese massive Mauer von Indoktrination, Desinteresse und Ängsten doch mal durchbrechen. Uns läuft die Zeit davon!“ So war das damals abgelaufen in der Universumszentrale. Ihr damaliger Bericht hieß „Deutscher emotionaler Patrioten-Kater“ und erschien zwei Tage nach dem 26. September 2022.
Rita überlegte kurz, schaute zu ihrem Kollegen, der tippte aber immer noch in die Tasten. ‚Da fehlt was‘, dachte sie. ‚es ging doch noch weiter, oder?‘ Sie war zu gut, um etwas zu vergessen, es war eben nur so in ihrem Hirn abgelegt, daß sie es nicht direkt „fand“. Im Stöbern in ihren „Datenbanken“ macht ihr auch keiner etwas vor. Und….., da war es auch schon:
Sie verließen den Raum und Rita sagte zu Tsai: „Ich würde gerne noch mal kurz in der Kosmischen Bestellabteilung vorbeischauen. Kommst Du mit?“ „Nöö, wenn wir schon mal hier sind, gehe ich so lange in die Kantine, die haben hier die besten Lebensmittel. Wir können uns ja dort treffen, OK?“ „OK, machen wir“, sagte sie und ging zum Aufzug. Im dritten Stock angekommen, suchte Rita durch die Türe mit der Aufschrift „Cosmic Ordering Division“, und nachdem sie angeklopft und ein hektisches „Herein“ gehört hatte, ging sie hinein.
Ein leicht aufgelöster Mitarbeiter der Kosmischen Bestellannahme saß an einem sehr unordentlichen Schreibtisch voller Papierstapel. Er erkannte Rita und sagte ihr, daß er eigentlich keine Zeit für Interviews habe. „Ich wollte nur mal schauen, was sich in der Zwischenzeit so alles getan hat. Wenn ich nicht störe, würde ich gern etwas zuschauen.“ Leicht genervt nickte der Mitarbeiter und widmete sich wieder den hereinströmenden „Wunschzetteln“.
Rita suchte sich ein Plätzchen, wo sie möglichst viel sehen konnte und auch nicht im Weg stand. Sie war erstaunt, daß sich zu ihrem letzten Besuch hier nicht viel getan hatte. Hinter dem Mitarbeiter, der „Angel 17“ auf seinem Namensschild stehen hatte, waren einige Ablagekörbchen und auch größere Tonnen zu sehen. Rita bemühte sich, zu erkennen, was auf den Beschriftungsschildchen stand. Auf den großen Tonnen konnte sie es gut erkennen:
- Erste Tonne „STORNO durch Zweifel, falsche Gedanken, falsche Reaktion auf äußere...
| Erscheint lt. Verlag | 15.8.2024 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| Schlagworte | Phantasie • Science Fiction • Übermorgen • Zeitreisen • Zukunft |
| ISBN-10 | 3-7597-9906-X / 375979906X |
| ISBN-13 | 978-3-7597-9906-7 / 9783759799067 |
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