Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Geh deinen Weg mit Gottes Hilfe (eBook)

Das Ende der Welt vor ihren Augen
eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
190 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7597-0857-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Geh deinen Weg mit Gottes Hilfe -  Marita Strömer
Systemvoraussetzungen
5,99 inkl. MwSt
(CHF 5,85)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Sie müssen ihre Heimat verlassen, da sie Christen sind. Die Antichristen haben die Welt unterworfen. Kriege, Naturkatastrophen, wirtschaftlicher Niedergang und Hunger bedrängen die Menschheit. Auf der Flucht vor ihren Feinden lernen ein paar Christen andere Verfolgte kennen. Gemeinsam erleben sie Tod und Verderben. Mithilfe im Untergrund agierender Widerstandskämpfer und Wissenschaftler, welche mit allen Christen vernetzt sind, erreichen einige von ihnen das gelobte Land. Aber auch da herrscht die dunkle Macht, die Antichristen mit ihrem obersten Herrscher.

Marita Störmer arbeitete sechsundzwanzig Jahre als Angestellte in einem Ev.-Luth. Pfarramt. Mit Beginn des Rentenalters, hat sie die Liebe zum Schreiben entdeckt. Sie hat drei erwachsene Kinder und sieben Enkelkinder. Mit ihrem Mann lebt sie in Bad Blankenburg im Thüringer Wald, am Rande zum Schwarzatal.

KAPITEL 3


DAVID, EIN SOLDAT DER »WELTGEMEINSCHAFT«


Davids Soldateneinheit, bestehend aus mehreren Asiaten und Deutschen, war weiter auf dem Streifzug durch Berlin und kam an einen Platz in der Nähe des Brandenburger Tores, der gefüllt war mit Menschen aus verschiedenen Ländern. Der große freie Platz war umgeben von farblosen, grauen, zum Teil eingefallenen Häuserfronten.

David schaute über den Platz und dachte: Kaufhäuser, so wie sie es vor ein paar Jahren noch gegeben hat, sind nicht mehr zu sehen. Nur noch eingeschlagene Fensterscheiben, zerstörte Ladenflächen und von Plünderern ausgeräumte ehemalige Geschäfte. Kein Baum, kein Strauch, denn die haben die große Trockenheit nicht überlebt. Nur noch Staub und Zerstörung umgibt die Menschen auf dem Platz und die sind arbeitslos, heimatlos, zum großen Teil auch krank, unfähig, eine Tätigkeit anzunehmen, oder auch der Sucht verfallen. Und er sah, dass fast alle der armen Menschen zerlumpt und schmutzig waren. David schnürte es vor Mitgefühl, welches er nicht haben durfte, das Herz zu.

Ein paar zerbeulte Autos standen am Straßenrand, aber auch Straßenbahnwaggons, die nicht mehr fuhren und in denen Menschen sich notdürftig eingerichtet hatten, um der Hitze zu entfliehen. Ab und zu sah David eine Straßenbahn, die noch intakt war, vorbeifahren. In der Luft über dem Platz konnte er nur selten ein Lufttaxi entdecken. Obwohl in den zwanzig Jahren zuvor die Ökonomie und die technische Entwicklung, leider nur für eine kurze Zeit, ihren Höhepunkt erreicht hatten, sah es jetzt so aus, dass alles mit großen Schritten, allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz, dem Abgrund entgegenging.

Nicht sehr weit entfernt, rechter Hand von ihm, befand sich das Reichstagsgebäude, welches keine gläserne Kuppel mehr hatte, aber sonst keine größeren Schäden aufwies. Von dessen Dach wehte eine schwarze Fahne mit einem weißen Kreis und in dessen Mitte sah man ein rotes Eisernes Kreuz. Das war die weltweit einzige Fahne, die jetzt für alle Länder und Kontinente wehte. Auch vom Brandenburger Tor wehte so eine schwarze Fahne. Das Tor hatte auch sehr unter den ständigen Erderschütterungen gelitten und war einsturzgefährdet.

David lief bei dem, was er dachte und sah, ein kalter Schauer über den Rücken, obwohl die Sonne brannte.

Einige der armen Menschen lagen auf der Erde, andere saßen oder liefen ohne Sinn hin und her. Ihre Kleidung war alt und zerschlissen. Es waren Menschen, die kein Zuhause mehr hatten, aber auch keinen Ausweg mehr in ihrem Leben sahen. Es waren aus der Gesellschaft Ausgestoßene. Die meisten von ihnen waren Ausländer, aber auch einst gläubige Muslime. Eigenartigerweise hatten sie keine Angst vor David und den anderen Soldaten.

Die Soldaten wussten es und umso mehr machte es manchen von ihnen Spaß, auf diese zu zielen.

Heiße, stinkende und staubige Luft umhüllte alle.

David bemerkte, dass sie von keinem der anwesenden Menschen beachtet wurden, und sie begannen mit Schießübungen. Etliche der armen Herumliegenden oder Sitzenden wurden getroffen. Er beobachtete, wie seine Kumpane sich über jeden freuten, den sie getötet hatten. David fühlte sich nicht wohl bei diesen Taten und zugleich bemerkte er, wie sich Schweißtropfen auf seiner Stirn bildeten und ihm seltsame Gedanken in den Sinn kamen. Wie kann es nur sein, ich bin wie gelähmt und nicht in der Lage, auf diese Menschen zu schießen.

Etwas in ihm hatte sich seit Längerem verändert, denn er verspürte neuerdings eine noch nie dagewesene Angst in sich aufkommen, und nicht nur das: Er zweifelte an sich und an seinem bisherigen Denken und Handeln. Aber um den Schein zu wahren und nicht in Verdacht zu geraten, ein Menschenfreund zu sein, schoss er unauffällig daneben.

Plötzliches Grauen vor seinen Mitstreitern, den sogenannten Freunden, erfüllte David und es ging ihm schlecht.

Dabei dachte er: Was war das wieder? Ich bin Soldat und muss machen, was mir befohlen wird. Wer war dieses junge Mädchen mit ihren langen blonden, lockigen Haaren und ihren großen blauen Augen? Als schaute sie mir bis in mein Herz hinein und als wollte sie sagen: Kehre um und tu das, was gut für die Menschen und auch für dich selbst ist. Wieder einmal diese eigenartigen Gefühle, die ich nicht gebrauchen kann. Die können mich noch meinen Kopf kosten. Ich bin ein gestandener Mann und muss mich beherrschen können.

Abends kehrte er in seine kleine Wohnung zurück, die sich in einem der noch intakten Wohngebiete befand. Im Zentrum Berlins war vieles zerstört, aber am Stadtrand und in den Vorstädten gab es noch bewohnbare Häuser.

David besaß ein Zimmer mit einem weißen Metallbett und einem dunkelbraunen, zweitürigen Kleiderschrank. Geradeaus befand sich ein Fenster, das die Sicht in einen schmutzigen Hinterhof freigab, und darunter stand ein viereckiger Tisch mit zwei Stühlen. Ein breites Waschbecken hing an der rechten Zimmerwand, ohne fließendes Wasser, das aufgrund der Wasserknappheit lange schon abgestellt war. Ein alter zerbeulter Wasserkanister stand davor. Ein kleiner Herd, der mit Sonnenenergie betrieben wurde, befand sich an der rechten Zimmerwand neben dem Waschbecken. Eine gemeinschaftliche Toilette gab es auf dem Flur.

David setzte sich auf das Bett und ließ den vergangenen Tag noch einmal Revue passieren. Er kam ins Nachdenken.

Was ist nur aus mir geworden? Ich, ein ehemaliger Medizinstudent, der sein Hobby zum Beruf machen wollte, der immer nur helfen wollte, wurde ein Unmensch und handle ohne Gewissen.

Was kann ich in meinem Leben ändern? Ich kann so nicht mehr weiterleben. Seit die Chinesen gemeinsam mit ein paar Wirtschaftsbossen und Politikern aus verschiedenen Ländern der Erde die Weltherrschaft und in Washington D. C. vor fünf Jahren das Kapitol als ihren Regierungssitz übernommen haben, ist das Leben für die noch verbliebenen Menschen auf der Erde schwer zu ertragen. Dann dieser Führer, der sich als unsterblich und als Gottheit bezeichnet, dieser Mensch, der egozentrisch und machtbesessen ist, wie kann das gut gehen? Aber wie kann ich diese schlimme Zeit überleben, ohne in Gefahr zu geraten und als Feind der jetzigen Machthaber geführt zu werden? Ich muss hierbleiben und versuchen, mich aus allem so gut wie möglich rauszuhalten. Durch jahrelange Propaganda und brutale Machtkämpfe gegen die damalige demokratische Ordnung sowie gegen alle Liberalen eroberte die sich »Weltgemeinschaft« nennende Partei die Zustimmung fast aller Amerikaner. In China waren diese Herrscher schon ein paar Jahre früher an der Macht und konnten dadurch in Amerika mit eingreifen und der jetzigen Partei zur Macht verhelfen.

David wusste keinen Ausweg, grübelte so vor sich hin und fand in der Nacht, die schnell hereinbrach, kaum Schlaf.

Als er endlich einschlief, träumte David, was er schon so lange nicht mehr getan hatte.

Er sah sich selbst als kleinen Jungen über eine Blumenwiese laufen, als plötzlich ein alter Mann vor ihm stand, ihn mit einem Lächeln ansah und sagte:

»Du bist mein kleiner Engel! Dich sah ich ein paarmal über diese wunderschöne Wiese laufen und dachte mir: Dieses Kind wird eines Tages etwas Einzigartiges sein und mir dienen.«

Dann verschwand dieser Mann so plötzlich, wie er gekommen war. Eine kurze Zeit darauf ging der Traum weiter. David sah sich als Schulkind gemeinsam mit seinen Geschwistern und Eltern am Tisch sitzen. Der Vater begann mit dem Tischgebet und alle stimmten ein. Die Eltern sahen glücklich aus, denn Essen und Trinken gab es reichlich. Dann sah David, wie die ganze Familie gemeinsam mit anderen Familien aus dem Ort, in dem sie lebten, in den Gottesdienst ging. Da traf er wieder auf diesen Mann. Er lächelte und nickte ihm zu. Als David zu ihm gehen wollte, war dieser aber nicht mehr zu sehen. Er konnte ihn nicht noch einmal sprechen, obwohl er ein großes Verlangen danach hatte. Dann stand plötzlich der alte Pfarrer lächelnd vor ihm, den sie als Kinder immer geärgert hatten. David hörte deutlich diese Worte, die keine waren. War es Gott, der zu ihm sprach?

»David, mein Junge, hast du wieder zu mir zurückgefunden?«

David wusste nicht, was er damit sagen wollte. Als kleiner Junge war er ein sehr sensibles und anhängliches Kind gewesen, das sich vor vielen Dingen gefürchtet hatte. Jetzt war er ein Mann, der sich vor nichts und niemandem mehr fürchtete. Oder doch? Plötzlich war da die Truppe mit dem Major, wie sie Menschen gewaltsam in die unterirdischen Tunnelgänge unter der Stadt führten. Es waren auch kleine Kinder und alte Menschen dabei und alle trugen ein leuchtendes Kreuz auf der Stirn, als Zeichen ihrer Verbundenheit mit Christus. David musste deshalb auf einmal weinen. Wie konnte er da nur mitmachen und nicht sehen, wie es den Menschen ging, die nicht so waren, wie es die »Weltgemeinschaft« forderte? Sein alter Pfarrer stand wieder neben ihm und sagte:

»Mein Sohn, sieh nur richtig hin, was du da tust. Aber wer zum Vater zurückkehrt, wird das ewige Leben erlangen. Der Herr vergibt alle Schuld denen, die...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2024
Reihe/Serie Das Ende der Welt vor ihren Augen
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Antichrist • Apokalypse • Biblische Motive • Christenverfolgung • für Fans von "Die letzten Tage der Erde" • in die Geschichte eintauchen • Krieg • leben im untergrund • Naturkatastrophen • Nervenkitzel • Plagen • Spannung • Tod und Verderben • Weltende • Weltuntergang • Weltuntergangsszenarien • Widerstandskämpfer • Zukunftsroman
ISBN-10 3-7597-0857-9 / 3759708579
ISBN-13 978-3-7597-0857-1 / 9783759708571
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich

von Jo Koren

eBook Download (2024)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75

von Jo Koren

eBook Download (2024)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75