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Die Suche nach der Gabe (eBook)

eBook Download: EPUB
2024 | 3. Auflage
462 Seiten
epubli (Verlag)
978-3-7598-4466-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Suche nach der Gabe -  Shisu Schobranski
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Planet Kenoris: Die feindlichen Stolten haben sich nach zehn Jahren wieder zusammengefunden und greifen den Planeten an, um ihn zu unterjochen. Heerführer von Kenoris, der junge Dorm, benötigt dringen die mystische Gabe seiner Jugendfreundin Edith - die er vor zehn Jahren selbst vertrieben hat. Als er sie findet, muss er feststellen, dass sie nicht nur ihn, sondern auch ihre Gabe vergessen hat. Und während sie versuchen, die Erinnerungen wiederzufinden, rücken die Stolten immer näher...und auch zwischen Dorm und Edith tobt ein Kampf der besonderen Art. Eine Geschichte von Krieg, von Liebe - und vom Erwachsenwerden. Erster Teil der Suche-Trilogie.

Geboren im Nirgendwo Südbrandenburgs ist Shisu inzwischen nach Weimar umgesiedelt. Als Erzieherin erlebt sie täglich die dollsten Geschichten - und hat dann doch etwas ganz anderes geschrieben. Mit 'Die Suche nach der Gabe' legt sie ihren Erstling und gleichzeitig Auftakt zu einer neuen Trilogie vor.

Geboren im Nirgendwo Südbrandenburgs ist Shisu inzwischen nach Weimar umgesiedelt. Als Erzieherin erlebt sie täglich die dollsten Geschichten - und hat dann doch etwas ganz anderes geschrieben. Mit "Die Suche nach der Gabe" legt sie ihren Erstling und gleichzeitig Auftakt zu einer neuen Trilogie vor.

Sonntag, 19. April 2015

Kenoris, vor den Toren der steinernen Stadt, die große Ebene; 05:25 Uhr

 

Ein milder Luftzug streifte über die felsige Landschaft des Landes und trieb einen unangenehmen Duft nach Eisen und Schweiß vor sich her. Der beißende Geruch wurde von einer warmen Böe aufgewirbelt und verteilte diesen in alle Himmelsrichtungen.

Am westlichen Horizont ging langsam die Sonne hinter den weit entfernten Wäldern und Äckern der Ländereien der steinernen Stadt auf und verdrängte peu à peu die zwei Monde des Planeten Kenoris am Himmel, bis sie nicht mehr zu sehen waren. Der Himmel über der großen Ebene begann, sich von schwarz zu pink zu verfärben. Die ersten Sonnenstrahlen fielen auf die Berge im Osten und brachten sie bezaubernd zum Leuchten, als stünden sie in Flammen. Zu einer anderen Zeit hätte dies Spektakel ein wunderschöner Moment sein können, doch so sollte es nicht sein.

Die Sonne kämpfte sich immer weiter nach oben und ihre Strahlen erstreckten sich nach und nach über das ganze Land. Das orange Licht legte sich wie ein Tuch über die karge Landschaft, welche übersäht war mit den Leichen beider kämpfenden Seiten. Hie und da zogen sich lange Schatten über die weite Ebene, verursacht durch große Felsen, die wie zufällig verstreut über das ganze flache Gebiet verteilt waren. Der Boden glänzte rot und schwarz vom vielen Blut, das in den letzten Stunden vergossen wurde.

In großem Abstand zueinander standen sich mitten auf dem Schlachtfeld die verbliebenen Krieger von Kenoris und die der Elfen gegenüber.

Die Elfen waren stolze Wesen vom Stamm der Stolten, die sich schon vor langer Zeit vom Rest der Naturelfen abgespalten und den anderen den Krieg erklärt hatten. Auf ihrem Heimatplaneten Omal hatten sie ihre finsteren Pläne geschmiedet, eine Welt nach der anderen für sich zu erobern und sich an deren Rohstoffen zu bereichern. Mit Hilfe der neueroberten Territorien und Ressourcen wollten sie ein neues Reich nach ihren Vorstellungen errichten.

 

Nun war der Planet namens Kenoris an der Reihe, mit dem Ziel, die steinerne Stadt und somit die Hauptstadt des Planeten einzunehmen. Doch die Kenorieden waren bekannt für ihr kämpferisches Geschick und ihren Mut und wollten sich den Elfen und ihren Vorstellungen von einer richtigen Welt nicht unterwerfen - bis zum letzten Mann.

Die Elfen rückten nun Stück für Stück nach und formierten sich im Süden der Ebene neu.

Die Rüstungen der Stolten waren schwarz und glänzten gefährlich im Licht der aufgehenden Sonne. Jede Platte ihrer sicheren Panzerung war mit einer klaren goldenen Linie umrandet, die sich deutlich vom Schwarz abhob. Die Elfen waren einige Zentimeter größer als der durchschnittliche Krieger von Kenoris und überragten diese während des Kampfes deutlich. Dabei erstreckten sich zwei lange, nach hinten gebogene, spitze Ohren links und rechts an ihrem Kopf entlang und schillerten in grün-bläulichen Farben. Es ließ sich nur erahnen, dass auch der Rest der dünnen durchtrainierten Körper diese irritierende Hautfarbe aufwies.

Auf einem kleinen Vorsprung standen die verbliebenden Krieger von Kenoris. Dorm, Modig, Myk, Katt, Edith und drei Dutzend weitere Wachen, die Dorm aus der steinernen Stadt zusammengestellt hatte. »Wo bleibt nur Vakt? Muss er die Krieger von Namaq erst backen oder warum dauert das so lange?«, hörten die anderen Modig angespannt fragen. Jener blickte sich nervös um, in der Hoffnung, Vakt plötzlich am Horizont auftauchen zu sehen. Ihn überkam ein mulmiges Gefühl, dass dies sonst seine letzte Schlacht werden würde.

»Sehe ich da Angst in deinen Augen?«, fragte Katt spöttisch und nutze die kurze Pause, um sich zu sammeln. Mit einer schnellen Bewegung ihres Kopfes nach links und rechts ließ sie ihre Wirbel im Nacken knacken und kreiste kurz ihre Schultern, dabei war ihr Blick fest auf die gegnerische Seite fixiert. Ihre Doppelaxt lag währenddessen locker in ihrer rechten Hand und wartete nur darauf geschwungen zu werden.

Modig rollte die Augen. Er konnte nicht verstehen, wie beherrscht Katt in dieser brenzligen Lage noch sein konnte und musste sich eingestehen, dass er sie dafür durchaus beneidete.

 

Dorm ging einen Schritt auf den kleinen Felsvorsprung vor ihnen zu und hatte wie Katt seine Augen auf die Elfen gerichtet. Mit fester Stimme begann er zu sprechen: »Keine Zeit für nebensächliche Gespräche. Wir müssen Zeit schinden bis Vakt kommt. Wenn wir es schaffen, die Stolten so lange in Schach zu halten, bis er da ist und sie dann sehen, was auf sie zurollen wird, können wir nur hoffen, dass sie IHN schicken werden.«

»Du meinst Sorg?«, wollte Myk mit ihrer zart melodisch klingenden Stimme wissen und stellte sich zu Dorm. Auf ihrem feenhaften Gesicht bildeten sich tiefe Sorgenfalten, welche umrandet wurden von einzelnen weißen Strähnen ihres Haares, die sich während der vorherigen Kampfhandlungen aus ihrem Zopf gelöst hatten.

»Genau. Wenn er da ist, müssen wir alles daransetzen, ihn zu Fall zu bringen. Wenn er fällt, wird die Schlacht zu unseren Gunsten stehen. Die Elfen sind ohne Anführer kopflos«, erklärte Dorm besonnen und mit Nachdruck. Ihm war wichtig, dass alle wussten, welch wichtige Rolle Sorg in der Konstellation des Elfenheers spielte.

Sorg, der Kriegsherr und Anführer der Stolten. Er war ein Tyrann und zeigt keine Gnade gegenüber seinen Gegnern und Gefangenen. Jeder wusste, wer überlebte, wurde als Sklave gehalten, ohne Rechte und mit vollkommender Unterwerfung.

Dorm verengte die Augen zu Schlitzen. Er tastete den Horizont sorgfältig mit seinen Augen ab und sprach weiter: »Modig, du gibst Edith Rückendeckung. Ihr werdet zusammen kämpfen. Wenn Sorg hervorkommt, versucht ihr euch so nah wie möglich an ihn ranzuschleichen.«

Sein ernster Blick wanderte zu Modig, der die Anweisung mit einem stummen Nicken bestätigte und kampfbereit einen Pfeil aus seinem Köcher am Rücken zog.

Mit ruhiger Stimme fuhr Dorm fort: »Wir werden die Elfen so gut es geht ablenken und hoffen, dass Edith unbemerkt durchkommt, um ihre Gabe wirken zulassen. Wenn sie so weit ist und ich sehe, dass Edith in seinem Kopf arbeitet, greife ich Sorg an und mache ihm mit dem Morgenstern den Garaus. Verstanden?«

Dorm sah nun jeden nacheinander an und wartete auf ein stummes Zeichen.

Bei Orn blieb sein Blick stehen, da dieser seine Augen weiterhin auf den Horizont im Norden des Landes fixiert hatte.

»Orn?«, fragte Dorm mit nachdrücklicher Stimme.

»Ich sehe Vakt«, begann Orn mit tiefer, fast bärenhafter Stimme und ließ seinen Blick zu Dorm schweifen, bevor er weitersprach: »Sie kommen.« Orn nickte ihm zuversichtlich zu und schwang sein Schwert.

»Dann lasst uns endlich beginnen«, meldete sich die kräftige helle Stimme von Edith, die ganz im Kontrast zu ihrer kleinen zierlichen Gestalt stand. Ihr noch kindliches Gesicht zeigte deutlich, dass sie die jüngste Kämpferin unter der kameradschaftlichen Kriegergruppe war. Aber sie hatte in den letzten Jahren ein intensives Training absolviert und sich mit ihren vierzehn Jahren zu einer geschickten Kriegerin entwickelt.

Die langen glatten Haare waren von ihr zu einem französischen Zopf geflochten, der quer über ihren Hinterkopf verlief und dessen Ende auf ihrer Brust ruhte. Sie trug eine schwarze Lederausrüstung, die ihre Arme und Brust vor schweren Treffern beschützen sollte. Ihre schwarze Hose lag eng an den Beinen an und ermöglichte ihrer Bewegungsfreiheit eine maximale Mobilität.

»Nicht wahr, mein kleiner Villsvin?«, flüsterte das Mädchen Dorm zu und schubste ihn im Vorbeigehen mit ihrer Schulter an. Edith stand nun am Rand des Felsvorsprunges und sah kampfbereit auf die Landschaft hinab.

Edith benutzt »Villsvin« sehr gerne, um Dorm zu ärgern. Als er noch jünger war, hatte er einmal in seiner Wut den kompletten Essenstisch im großen Saal abgeräumt. Der Tisch wurde von ihm damals in blinder Raserei umgestoßen und sämtliches Geschirr und Essen war auf dem Boden verteilt gewesen. Es sah so aus, als wäre eine Horde Wildschweine durch den Saal gestürmt und hätte in wenigen Sekunden ein riesengroßes Chaos hinterlassen. Daraufhin hatte Edith ihn »Villsvin« getauft. Aber sie nannte ihn nur so, wenn sie beide allein waren, denn sie wusste, dass Dorm es eigentlich hasste, wenn er mit dieser Geschichte an sein zügelloses Temperament erinnert wurde. Sie neckte ihn aber einfach zu gerne damit.

Dorm blickte auf Edith, die sich zu ihm umgedreht hatte und ihn mit einem kecken Lächeln ansah. Neben seiner hochgewachsenen Statur wirkte Edith noch kleiner und jünger, als sie eigentlich war.

»Wenn wir hier wirklich lebend rauskommen, erinnere mich daran, dich reichlich zu belohnen«, sagte er und lächelte sie aufmunternd an, bevor er wieder auf die aufgereihten Stoltenkrieger blickte.

Edith spürte, wie ihr Herz beim Anblick seines Lächelns und seiner grünen Augen voller Glück schneller schlug. Sie wusste ganz genau, was ihr Körper da machte und was dieser ihr mit der körperlichen Reaktion sagen wollte.

Seit einiger Zeit suchte sie immer mehr Dorms Nähe auf und sie konnte nichts dagegen machen. Sie hatte das Gefühl, eine unsichtbare Kraft wäre zwischen ihnen entstanden. Wie ein Magnet, der sich wie magisch vom anderen Pol angezogen fühlte, weil die Physik es nicht anders zuließ. Bei den kleinsten Berührungen von ihm spürte sie ein kribbelndes Gefühl in ihrem Bauch und konnte wahrnehmen, wie Blut in ihre Wangen stieg. Jeden Abend war er ihr letzter Gedanke des Tages und sobald sie wach war, der erste. Sie hatten schon immer viel Zeit...

Erscheint lt. Verlag 22.7.2024
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte Erwachsenwerden • Fantasy • Kampf • Liebe • Mystik • Romanze • Spannung
ISBN-10 3-7598-4466-9 / 3759844669
ISBN-13 978-3-7598-4466-8 / 9783759844668
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