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Mephisto (eBook)

Roman einer Karriere

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 3., Überarbeitete Fassung
411 Seiten
Null Papier Verlag
978-3-96281-903-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Mephisto - Klaus Mann
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Neue Deutsche Rechtschreibung »Mephisto« von Klaus Mann erzählt die fesselnde Geschichte des Schauspielers Hendrik Höfgen, der im Dritten Reich seine moralischen Prinzipien opfert, um Karriere zu machen. In scharfsinniger und psychologisch tiefer Erzählweise zeigt Mann, wie Höfgen zum Star des nationalsozialistischen Regimes wird und sich dabei in Verrat und Opportunismus verstrickt. Der Roman ist mehr als ein historisches Dokument. Er beleuchtet die Verführbarkeit des Menschen und die Kompromisse zwischen Kunst, Moral und Macht, die auch heute relevant sind. Mit sprachlicher Brillanz und dichter Atmosphäre bleibt 'Mephisto' ein zeitloses Meisterwerk, das lange nachwirkt und zum Nachdenken anregt. Null Papier Verlag

Klaus Heinrich Thomas Mann (* 18. November 1906 in München; ? 21. Mai 1949 in Cannes, Frankreich) war ein deutsch-amerikanischer Schriftsteller. Als ältester Sohn von Thomas Mann begann er seine literarische Karriere in der Weimarer Republik und galt aufgrund der Themenwahl in seinen frühen Werken, die damals als Tabubrüche betrachtet wurden, als Außenseiter. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte er 1933 aus Deutschland und wandte sich in seinen Schriften verstärkt gegen das NS-Regime. 1943 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Klaus Manns Werk wurde in Deutschland erst viele Jahre nach seinem Tod neu entdeckt, und heute gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschsprachigen Exilliteratur nach 1933. Mann litt stark unter seiner Exilexistenz und der sich abzeichnenden Verdrängung der Nazi-Zeit in der Bundesrepublik Deutschland. Er starb 1949 durch Selbstmord in Cannes.

Klaus Heinrich Thomas Mann (* 18. November 1906 in München; † 21. Mai 1949 in Cannes, Frankreich) war ein deutsch-amerikanischer Schriftsteller. Als ältester Sohn von Thomas Mann begann er seine literarische Karriere in der Weimarer Republik und galt aufgrund der Themenwahl in seinen frühen Werken, die damals als Tabubrüche betrachtet wurden, als Außenseiter. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte er 1933 aus Deutschland und wandte sich in seinen Schriften verstärkt gegen das NS-Regime. 1943 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Klaus Manns Werk wurde in Deutschland erst viele Jahre nach seinem Tod neu entdeckt, und heute gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschsprachigen Exilliteratur nach 1933. Mann litt stark unter seiner Exilexistenz und der sich abzeichnenden Verdrängung der Nazi-Zeit in der Bundesrepublik Deutschland. Er starb 1949 durch Selbstmord in Cannes.

Mephisto: Teuflischer Pakt mit dem Erfolg – Vorwort zur Neuauflage 2024
Vorspiel – 1936
I. H.K.
II. Die Tanzstunde
III. Knorke
IV. Barbara
V. Der Ehemann
VI. »Es ist doch nicht zu schildern …«
VII. Der Pakt mit dem Teufel
VIII. Über Leichen
IX. In vielen Städten
X. Die Drohung

Vorspiel – 1936


»In ei­nem der west­deut­schen In­dus­trie­zen­tren sol­len neu­lich über acht­hun­dert Ar­bei­ter ver­ur­teilt wor­den sein, alle zu ho­hen Zucht­haus­stra­fen, und das im Lau­fe ei­nes ein­zi­gen Pro­zes­ses.«

»Nach mei­nen In­for­ma­tio­nen sind es nur fünf­hun­dert ge­we­sen; über hun­dert an­de­re hat man erst gar nicht ab­ge­ur­teilt, son­dern heim­lich um­brin­gen las­sen, ih­rer Ge­sin­nung we­gen.«

»Sind die Löh­ne wirk­lich so ent­setz­lich schlecht?«

»Mi­se­ra­bel. Da­bei fal­len sie noch – und die Prei­se stei­gen.«

»Die De­ko­rie­rung des Opern­hau­ses für heu­te Abend soll 60.000 Mark ge­kos­tet ha­ben. Dazu kom­men min­des­tens noch 40.000 Mark an­de­re Spe­sen – nicht mit­ge­rech­net die Un­kos­ten, die es der öf­fent­li­chen Kas­se ge­macht hat, das Opern­haus, we­gen der Vor­be­rei­tun­gen für den Ball, fünf Tage lang ge­schlos­sen zu hal­ten.«

»Eine net­te klei­ne Ge­burts­tags­fei­er.«

»Ekel­haft, dass man den Rum­mel mit­ma­chen muss.«

Die bei­den aus­län­di­schen jun­gen Di­plo­ma­ten ver­neig­ten sich, auf den Ge­sich­tern das lie­bens­wür­digs­te Lä­cheln, vor ei­nem Of­fi­zier in großer Uni­form, der hin­ter sei­nem Mo­no­kel einen miss­traui­schen Blick auf sie ge­wor­fen hat­te.

»Die gan­ze hohe Ge­ne­ra­li­tät ist da.« Sie spra­chen erst wie­der, als sie die große Uni­form au­ßer Hör­wei­te wuss­ten.

»Aber sie sind alle für den Frie­den be­geis­tert«, füg­te der an­de­re bos­haft hin­zu.

»Wie lan­ge noch?« frag­te fröh­lich lä­chelnd der Ers­te, wo­bei er eine klei­ne Dame von der ja­pa­ni­schen Bot­schaft be­grüß­te, die am Arm ei­nes hü­nen­haf­ten Ma­ri­ne­of­fi­ziers klein und zier­lich ein­her­schritt.

»Wir müs­sen auf al­les ge­fasst sein.«

Ein Herr vom Aus­wär­ti­gen Amt ge­sell­te sich zu den bei­den jun­gen Bot­schaft­sat­tachés, die so­fort dazu über­gin­gen, Pracht und Schön­heit der Saal­de­ko­ra­ti­on zu prei­sen. »Ja, der Herr Mi­nis­ter­prä­si­dent hat Freu­de an die­sen Din­gen«, sag­te, et­was ver­le­gen, der Herr vom Aus­wär­ti­gen Amt. – »Aber es ist al­les ge­schmack­voll«, ver­si­cher­ten die bei­den jun­gen Di­plo­ma­ten, bei­nah im glei­chen Atem. – »Ge­wiss«, sprach ge­quält der Herr aus der Wil­helm­stra­ße. – »Eine so pracht­vol­le Ver­an­stal­tung kann man heu­te nir­gends als in Ber­lin fin­den«, sag­te ei­ner der bei­den Aus­län­der noch. Der Herr vom Au­ßen­mi­nis­te­ri­um zö­ger­te eine Se­kun­de lang, ehe er sich zu ei­nem höf­li­chen Lä­cheln ent­schloss.

Es ent­stand eine Ge­sprächs­pau­se. Die drei Her­ren blick­ten um sich und lausch­ten dem fest­li­chen Lärm. »Ko­los­sal«, sag­te schließ­lich ei­ner von den bei­den jun­gen Leu­ten lei­se – dies­mal ohne je­den Sar­kas­mus, son­dern wirk­lich be­ein­druckt, bei­nah ver­ängs­tigt von dem rie­sen­haf­ten Auf­wand, der ihn um­gab. Das Flim­mern der von Lich­tern und Wohl­ge­rü­chen ge­sät­tig­ten Luft war so stark, dass es ihm die Au­gen blen­de­te. Ehr­furchts­voll, aber miss­trau­isch blin­zel­te er in den be­weg­ten Glanz. ›Wo bin ich nur?‹ dach­te der jun­ge Herr – er kam aus ei­nem der skan­di­na­vi­schen Län­der –. ›Der Ort, an dem ich mich be­fin­de, ist ohne Fra­ge sehr lieb­lich und ver­schwen­de­risch aus­ge­stat­tet; da­bei aber auch et­was grau­en­haft. Die­se schön ge­putz­ten Men­schen sind von ei­ner Mun­ter­keit, die nicht ge­ra­de ver­trau­en­er­we­ckend wirkt. Sie be­we­gen sich wie die Ma­rio­net­ten – son­der­bar zu­ckend und eckig. In ih­ren Au­gen lau­ert et­was, ihre Au­gen ha­ben kei­nen gu­ten Blick, es gibt in ih­nen so viel Angst und so viel Grau­sam­keit. Bei mir zu Hau­se schau­en die Leu­te auf eine an­de­re Art – sie schau­en freund­li­cher und frei­er, bei mir zu Hau­se. Man lacht auch an­ders, bei uns dro­ben im Nor­den. Hier ha­ben die Ge­läch­ter et­was Höh­ni­sches und et­was Verzwei­fel­tes; et­was Fre­ches, Pro­vo­kan­tes, und da­bei et­was Hoff­nungs­lo­ses, schau­er­lich Trau­ri­ges. So lacht doch nie­mand, der sich wohl fühlt in sei­ner Haut. So la­chen doch Män­ner und Frau­en nicht, die ein an­stän­di­ges, ver­nünf­ti­ges Le­ben füh­ren …‹ –

Der große Ball zum 43. Ge­burts­tag des Mi­nis­ter­prä­si­den­ten fand in al­len Räu­men des Opern­hau­ses statt. In den aus­ge­dehn­ten Foy­ers, in den Cou­loirs und Ves­ti­bü­len be­weg­te sich die ge­putz­te Men­ge. Sie ließ Sekt­pfrop­fen knal­len in den Lo­gen, de­ren Brüs­tun­gen mit kost­ba­ren Dra­pe­ri­en be­hängt wa­ren; sie tanz­te im Par­kett, aus dem man die Stuhl­rei­hen ent­fernt hat­te. Das Or­che­s­ter, das auf der leer­ge­räum­ten Büh­ne sei­nen Platz hat­te, war um­fang­reich, als soll­te es eine Sym­pho­nie auf­füh­ren, min­des­tens von Richard Strauss. Es spiel­te aber nur, in keckem Durchein­an­der, Mi­li­tär­mär­sche und jene Jazz-Mu­sik, die zwar we­gen nig­ger­haf­ter Un­sitt­lich­keit ver­pönt war im Rei­che, die aber der hohe Wür­den­trä­ger auf sei­nem Ju­bel­fes­te nicht ent­beh­ren woll­te.

Hier hat­te al­les sich ein­ge­fun­den, was in die­sem Lan­de et­was gel­ten woll­te, nie­mand fehl­te – au­ßer dem Dik­ta­tor selbst, der sich we­gen Hals­schmer­zen und an­ge­grif­fe­ner Ner­ven hat­te ent­schul­di­gen las­sen, und au­ßer ei­ni­gen et­was ple­be­ji­schen Par­tei­pro­mi­nen­ten, die nicht ein­ge­la­den wor­den wa­ren. Hin­ge­gen be­merk­te man meh­re­re kai­ser­li­che und kö­nig­li­che Prin­zen, vie­le Fürst­lich­kei­ten und fast den gan­zen Hochadel; die ge­sam­te Ge­ne­ra­li­tät der Wehr­macht, sehr vie­le ein­fluss­rei­che Finan­ziers und Schwer­in­dus­tri­el­le; ver­schie­de­ne Mit­glie­der des di­plo­ma­ti­schen Corps – meis­tens von den Ver­tre­tun­gen klei­ne­rer oder weit ent­fern­ter Län­der –; ei­ni­ge Mi­nis­ter, ei­ni­ge be­rühm­te Schau­spie­ler – die huld­vol­le Schwä­che des Ju­bi­lars für das Thea­ter war be­kannt – und so­gar einen Dich­ter, der sehr de­ko­ra­tiv aus­sah und üb­ri­gens die per­sön­li­che Freund­schaft des Dik­ta­tors ge­noss. – Über 2000 Ein­la­dun­gen wa­ren ver­schickt wor­den; von die­sen wa­ren etwa tau­send Ehren­kar­ten, die zum un­ent­gelt­li­chen Ge­nuss des Fes­tes be­rech­tig­ten; von den Emp­fän­gern der üb­ri­gen tau­send hat­te je­der fünf­zig Mark Ein­tritt zah­len müs­sen: so kam ein Teil der un­ge­heu­ren Spe­sen wie­der her­ein – der Rest blieb zu­las­ten je­ner Steu­er­zah­ler, die nicht zum nä­he­ren Um­gang des Mi­nis­ter­prä­si­den­ten und also kei­nes­wegs zur Eli­te der neu­en deut­schen Ge­sell­schaft ge­hör­ten.

»Ist es nicht ein wun­der­schö­nes Fest!« rief die um­fang­rei­che Gat­tin ei­nes rhei­ni­schen Waf­fen­fa­bri­kan­ten der Frau ei­nes süd­ame­ri­ka­ni­schen Di­plo­ma­ten zu. »Ach, ich amü­sie­re mich gar zu gut! Ich bin so glän­zen­der Lau­ne, und ich wünsch­te mir, dass alle Men­schen in Deutsch­land,...

Erscheint lt. Verlag 1.7.2025
Verlagsort Neuss
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Klassiker / Moderne Klassiker
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Drittes Reich • Hendrik Höfgen • Karriere • Klaus Mann • Kunst und Politik • Literarisches Meisterwerk. • Macht • Moral • Nationalsozialismus • Opportunismus • psychologische Tiefe • Schauspieler • Verführbarkeit • Verrat • zeitloser Klassiker
ISBN-10 3-96281-903-7 / 3962819037
ISBN-13 978-3-96281-903-3 / 9783962819033
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