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Asaheim -  Verena Pophanken

Asaheim (eBook)

Der Asen Fall
eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
223 Seiten
epubli (Verlag)
978-3-7598-3477-5 (ISBN)
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5,99 inkl. MwSt
(CHF 5,85)
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Als die Neun Welten und die Magie des Weltenbaumes Yggdrasil in Gefahr sind, müssen sich Valeria und Fenrir ihren eigenen Zweifeln stellen. Während Vale um den Teil ihrer selbst kämpft, den sie all die Jahre geleugnet hat, wird Fenrir von seiner Vergangenheit eingeholt - die ihn seines wahren Schicksals beraubte. Gemeinsam stellen sie sich einem mächtigen Feind und versuchen, den Fall des Weltenbaumes zu verhindern. Doch ihr Weg ist voller Gefahren, innerer Konflikte und Opfer. Werden sie es schaffen, Yggdrasil und die Neun Welten zu retten?

Verena Pophanken, Jahrgang 1988. Gamerin liebt sie einzigartige Charaktere, die ihre Probleme allein lösen, und das Abtauchen in fantastische Welten. Als Autorin erschafft sie diese fantastischen Welten und ihre Figuren selbst. Ursprünglich als Kurzgeschichte für eine Anthologie geplant, entwickelte sie die Geschichte um den jungen Dämonenjäger Victor Linne zum Kurzroman weiter. In der zweijährigen Ausbildung zum Romanautor bei der Romanschule von Jurenka Jurk eignete sie sich das Schreibhandwerk und Fähigkeiten des professionellen Veröffentlichens an.

Verena Pophanken, Jahrgang 1988. Gamerin liebt sie einzigartige Charaktere, die ihre Probleme allein lösen, und das Abtauchen in fantastische Welten. Als Autorin erschafft sie diese fantastischen Welten und ihre Figuren selbst. Ursprünglich als Kurzgeschichte für eine Anthologie geplant, entwickelte sie die Geschichte um den jungen Dämonenjäger Victor Linne zum Kurzroman weiter. In der zweijährigen Ausbildung zum Romanautor bei der Romanschule von Jurenka Jurk eignete sie sich das Schreibhandwerk und Fähigkeiten des professionellen Veröffentlichens an.

Kapitel I: Herausforderungen

Fenrir

Die Dämmerung legte sich wie ein düsterer Schleier über die kleine Stadt am Rande von Buchgehölz, dem Wald der Dryaden. Fenrir hatte über der hiesigen Schmiede eine Unterkunft gefunden.

Nachdem die Dryaden ihn fortgeschickt hatten, hatte er wohl oder übel eine neue Bleibe finden müssen. Nach zwei Tagesmärschen hatte er entschieden, sich vorerst in Waldhausen niederzulassen. Er hatte sich nach Arbeit umgesehen und beim Schmied eine kurzfristige Anstellung gefunden. Nun saß er in seiner kleinen Dachkammer oberhalb der Schmiede. Nur der sanfte Schein einer Kerze auf dem schäbigen Tisch erhellte den Raum. Die Feder schabte über das Papier vor ihm. Auf der Hälfte des Blattes hielt er inne und starrte auf die Worte, die er gerade niedergeschrieben hatte.

Wie sollte der Brief überhaupt in die Siedlung der Dryaden gelangen? Er konnte ihn schlecht selbst dorthin bringen. Nicht nach alldem, was zwischen ihm und den Baumnymphen im vergangenen halben Jahr vorgefallen war. Trotzdem schuldete er Vale eine Erklärung. Er wollte in ihrer Nähe sein, wenn sie wieder erwachte.

Seufzend stand er auf und ging unruhig vor dem Tisch auf und ab. Was sollte er tun? Nur widerwillig hatte er Vale bei den Waldfrauen zurückgelassen. Wenn er gekonnt hätte, wäre er gar nicht von ihrer Seite gewichen – hier in der Stadt auf Nachrichten von ihr zu warten, war das Nächstbeste, das er tun konnte. Auf Eirjas Hilfe konnte er derzeit nicht hoffen. Immerhin war sie es gewesen, die ihm geraten hatte, Buchgehölz zu verlassen, bevor es zu einer Eskalation kam, die weder Vale noch ihm half.

Ein Gähnen kämpfte sich seine Kehle hinauf. Erfolglos versuchte er es zu unterdrücken. Es war an der Zeit, sich schlafenzulegen.

Der heutige Tag war anstrengend, aber auf eine seltsame Weise erfüllend gewesen. Seit er vor einem Jahreslauf mit Vale in diese Gegend Midgards gekommen war, hatte er sich so macht- und hilflos gefühlt. Manchmal sogar nutzlos. Es war ihm nicht möglich gewesen, sich in einen Wolf zu verwandeln. Nachdem seine Wunden verheilt waren, hatte er es mehrmals versucht. Doch mit jedem Misserfolg mehrte sich sein Frust. Würde er sich überhaupt jemals wieder verwandeln können?

Fenrir lauschte auf die Geräusche in der Ferne. Ein leises Grollen kündete von einem sich nähernden Gewitter. Durch die Ritzen des Fensterladens erkannte er in unregelmäßigen Abständen ein Aufleuchten. Während er dem Donner lauschte, sank er in einen Dämmerschlaf.

Noch vor Sonnenaufgang erwachte Fenrir und machte sich fertig für den arbeitsreichen Tag. Er war der Erste, der morgens die Schmiede betrat und das Feuer anheizte, in dem Eirik später seine Waffen schmieden würde. Der Krieg war auch in Eiriks Werkstatt deutlich spürbar. Unfertige Schwerter hingen an den Wänden und lagen auf dem Holztisch in der Mitte des Raumes.

Fenrir hatte gespürt, dass die Schlacht, in der Kilian gefallen war, nur der Beginn eines Kampfes sein würde. Aber er hatte nicht erwartet, dass dieser Krieg solche Dimensionen annehmen würde. Denn nicht nur zwischen Beryllien und Greifenhorst regneten Pfeile und klirrten Schwerter. Auf seiner Reise hierher war Fenrir auch Wesen begegnet, die er noch nie gesehen hatte oder nur in anderen Welten. Nicht zum ersten Mal hatte er sich gefragt, was mit den Grenzen zwischen den Welten geschah. Ob seine Schwester genauer darüber Bescheid wusste? Sobald er die Möglichkeit fand, musste er einen Weg oder Ort suchen, von wo aus er Hel kontaktieren konnte.

Mit kräftigen Hüben fachte er das Feuer an und legte alte und frische Kohlestücke darauf. Etwa eine Stunde darauf kam Eirik hinzu und kontrollierte seine Arbeit.

»Dafür, dass du dich mit dem Schmiedehandwerk nicht auskennst, weißt du auf jeden Fall, wie du ein Feuer entfachen musst«, lobte der Schmied.

»Ich hatte eine gute Lehrerin.« Dank Vale beherrschte er überhaupt den Umgang mit Feuerstein und Zunder. Sie hatte ihm vieles gezeigt, was ihm lange unerklärlich oder unnütz erschienen war.

Eirik warf ihm einen wissenden Blick zu, bevor er sich das letzte Werkstück zur Hand nahm, dessen Rohling er am Vorabend beendet hatte. Fenrir beobachtete ihn, wie er mit dem großen Blasebalg die Glut weiter anfachte und die Kohlen zu einem weißen Glühen brachte.

Nur wenig später übertrug Eirik ihm die Aufgabe, die bereits fertigen Schwerter zu schleifen. Während er mit gleichmäßigem Tritt den Schleifstein in Bewegung hielt – was nicht ganz so einfach war – drifteten seine Gedanken zu Vale ab. Den Brief an sie hatte er noch nicht beendet, wollte dies aber so bald wie möglich tun. Was, wenn sie bereits erwacht war und nach ihm fragte? Er wollte sie nicht im Unwissen lassen und ihr erklären, warum er hatte gehen müssen. Ob die Dryaden ihn zurück nach Buchgehölz lassen würden, wenn er sie darum bat und um Vergebung bettelte?

Ich werde gewiss nicht um Vergebung betteln, für etwas, was ich nicht getan habe! Auch, wenn er sich nicht mehr in seine Wolfsgestalt begeben konnte, hatte er immer noch seinen Stolz.

Ein Räuspern riss ihn aus seinen Gedanken und sein Blick wanderte von der monotonen Schleifarbeit zu Eirik. Dieser deutete auf eine Kriegerin, die in der Tür zur Schmiede stand.

Fenrir blinzelte mehrmals, bevor er sich erhob.

»Hey thy! Doza seja? Können wir reden?«, fragte die rothaarige Kriegerin.

»Yna rhymetri. Ja, einen Moment«, antwortete er und wandte sich an Eirik. »Bitte, entschuldige mich.«

»Nur zu. Die Arbeit läuft dir nicht weg«, entgegnete dieser mit einem verschwörerischen Zwinkern.

Fenrir ignorierte es und schob Brynn zur Tür hinaus.

»Wo, bei allen Göttern, hast du das vergangene Jahr gesteckt?«, brach es auf Valthark aus ihm heraus.

»Das ich dich fragen könnte«, erwiderte Brynn ruhig.

Fenrir musterte sie einen Moment lang eindringlich. Sie hatte sich verändert. Sie hielt sich aufrechter und ihr Blick war von einer Ruhe gezeichnet, die er von ihr nicht kannte.

»Wo ist Valeria?«, fragte Brynn und beendete das einvernehmliche Schweigen zwischen ihnen.

Fenrir wich ihrem Blick aus und wandte sich der Bank zu, die vor dem Haus des Schmieds stand. Ihr die Wahrheit zu verheimlichen, wäre verkehrt. Immerhin hatte die Valkyre vor und während der Schlacht sowohl Vale als auch ihm immer wieder geholfen. Wäre sie nicht gewesen, wäre er sicher nicht unversehrt aus Dreyhaven entkommen.

»Sie liegt in einem tiefen Schlaf.« Fenrir starrte auf seine Hände. »Sie lässt sich nicht aufwecken.«

Brynn runzelte die Stirn, während sie sich neben ihm niederließ. »Wie meinst du das?«

Fenrir zuckte mit den Schultern und warf ihr nur einen kurzen Seitenblick zu.

»Wo ist sie?«, fragte Brynn erneut.

»Bei den Dryaden in Buchgehölz.« Anhand ihres Gesichtsausdrucks erkannte Fenrir, dass sie keine Ahnung hatte, wo der Wald lag. Seufzend fuhr er sich mit einer Hand übers Gesicht.

»Verrätst du mir jetzt, wo du das Jahr verbracht hast?« Er musterte Brynn eingehend.

Sie atmete tief durch und fuhr mit einer Hand über ein Band an ihrem Handgelenk. Als er erkannte, worum es sich handelte, wurde ihm so einiges klar.

»In Valkyrsheim ich war. Ich habe erfüllt meine Pflicht als Valkyre.« Ein trauriger und gleichzeitig zufriedener Ausdruck trat auf das ovale Gesicht der rothaarigen Kriegerin.

»Also hast du Kilian auf seinem letzten Weg begleitet?«, fragte Fenrir aus Neugierde.

»Ja. Auch. Außerdem ich habe gesprochen mit meiner Mutter.« Mit einem Mal wirkte Brynn, als habe sie in eine saure Frucht gebissen. Das Band um ihr Handgelenk war das Zeichen einer verwitweten Braut.

»Lass mich raten: Das Gespräch verlief nicht wie gewünscht?«

Brynn schüttelte auf seine Frage hin den Kopf. Bevor er weiter nachfragen konnte, tauchte Eirik vor ihnen auf.

»Tut mir leid, wenn ich euch Turteltauben unterbrechen muss, aber der kam gerade für dich.« Eirik reichte Fenrir einen versiegelten Umschlag. Mit hochgezogenen Augenbrauen nahm er ihn entgegen und öffnete ihn, ohne auf das Siegel zu achten.

»Und was steht dort?«, fragte Brynn, als er die Hand sinken ließ.

»Um Valeria zu erwecken, musst du die Seele der Valkyre aus ihrem Körper befreien und in eine dafür gefertigte Phiole sperren. Komm am dritten Tag nach Vollmond in die Taverne der Stadt. An einem geheimen Ort, den ich dir noch mitteilen werde, stelle ich dir alles Nötige bereit«, las er vor.

Von wem kam diese Nachricht? Und woher wusste derjenige überhaupt, wo er sich aufhielt? Vor allem aber, was sollte er damit anfangen? Er nahm den Umschlag zur Hand und sah sich das gebrochene Siegel an. Innerlich verfluchte er sich. Warum hatte er es einfach achtlos zerbrochen? Jetzt war nicht mehr zu erkennen, von wem es stammte.

»Das ein gefährliches Ritual ist.« Brynn war aufgestanden und hatte sich vor ihm aufgebaut. »Diesem Tipp du nicht willst nachgehen, oder?«

Fenrir starrte auf die Worte, die in klarer Handschrift auf das Papier geschrieben worden waren. Allein der Gedanke, Kyras Seele aus Vales Körper zu befreien, war beängstigend. Er war sich nicht sicher, ob er dazu in der Lage war. Für einen Moment hielt er inne und starrte auf seine Hände. Wenn er diesen riskanten Schritt wagte, würde er sich mit den Grenzen Helheims anlegen und seine Schwester auf den Plan rufen.

Trotzdem weckten diese Worte neue Hoffnung in ihm. Was, wenn es tatsächlich einen Weg gab, Vale zu wecken? Er sehnte sich danach, sie...

Erscheint lt. Verlag 1.7.2024
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Fenrir • High Fantasy • Nordische Mythologie • Portallegende • Selbstfindung • Valkyrenkriegerin
ISBN-10 3-7598-3477-9 / 3759834779
ISBN-13 978-3-7598-3477-5 / 9783759834775
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