Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Resurrection (eBook)

Erkenne dich selbst
eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
674 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-384-13004-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Resurrection -  Jessica Maria Tanz
Systemvoraussetzungen
4,99 inkl. MwSt
(CHF 4,85)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Liah ist ein Engel, der nicht mehr fliegen kann. Sie hat aufgrund traumatischer Erlebnisse den Glauben an sich selbst und die Schöpfung verloren. Die 23-jährige Gesangslehrerin hilft außerirdischen und übernatürlichen Waisen in einem Camp, ihr seelisches Gleichgewicht wiederzufinden. Als sie ein heiliges Artefakt stiehlt, um dem Bruder ihrer besten Freundin das Leben zu retten, trifft sie auf Keen. Keen hat vor Jahrhunderten seine niederen Emotionen an dieses Artefakt gebunden. Er will Liah für den Diebstahl zur Rechenschaft ziehen. Dabei geraten die beiden in einen tosenden Sturm aus alten Verletzungen, den nur die Liebe bezwingen kann. Die Geschichte greift aber nicht nur das Thema der Erlösung von schmerzhaften Emotionen auf, sondern befasst sich außerdem mit Konfliktbewältigung aus energetischer Sicht. Im gesamten Sonnensystem herrscht Krieg, der sich zunehmend verschärft. Die Protagonistin wird vor die Aufgabe gestellt, sich an ihr wahres Selbst zu erinnern und dabei die Menschheit in ein neues Bewusstsein zu führen.

Jessica Maria Tanz wurde im November 1989 in Thüringen geboren und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Landkreis Gotha. Schon als Jugendliche fühlt sie sich stark zur geistigen Welt hingezogen. Eine Jahresausbildung für metaphysisches Heilen und spirituelle Lebensberatung war der Beginn ihrer Reise zu sich selbst. Nach dem Abitur absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen und setzte sich im Berufsalltag nebenbei mit der Thematik Heilpraktik auseinander. Sie verschlingt seit ihrer Kindheit Geschichten über fantastische Welten mit heldenhaften Protagonisten, die ihre große Liebe finden. Während ihrer Jugend hat sie selbst mit dem Schreiben von Fantasyromanen begonnen.

Jessica Maria Tanz wurde im November 1989 in Thüringen geboren und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Landkreis Gotha. Schon als Jugendliche fühlt sie sich stark zur geistigen Welt hingezogen. Eine Jahresausbildung für metaphysisches Heilen und spirituelle Lebensberatung war der Beginn ihrer Reise zu sich selbst. Nach dem Abitur absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen und setzte sich im Berufsalltag nebenbei mit der Thematik Heilpraktik auseinander. Sie verschlingt seit ihrer Kindheit Geschichten über fantastische Welten mit heldenhaften Protagonisten, die ihre große Liebe finden. Während ihrer Jugend hat sie selbst mit dem Schreiben von Fantasyromanen begonnen.

2


 

„Ach komm schon!“, flehte ich meine Mutter an. „Schließlich ist heute mein Geburtstag.“ Ich klimperte mit den Augen und zog einen Schmollmund.

Meine Mutter strich mir liebevoll eine Strähne hinters Ohr und küsste mich auf die Stirn. Ihre energetische Signatur umhüllte mich dabei wie eine tröstende Decke.

„Deiner Schulschwänzeritis nachzugeben, wäre kein angemessenes Geburtstagsgeschenk, Liah.“

Ich stöhnte und packte genervt eine Flasche mit Saftschorle in meinen Rucksack.

Meine Mutter hatte ja keine Ahnung. Sie musste nie eine Schule besuchen. Überall pubertierende Menschwesen auf engstem Raum. Jeder Einzelne hielt seine oberflächlichen Alltagsprobleme für den Nabel der Welt. Ständig prallten deren Angst-, Stress- und Neid-geschwängerten Auren gegen mein System. Ich war mehr mit dem Filtern all dieser Emotionen beschäftigt als damit, mich auf den Unterrichtsstoff konzentrieren zu können.

Josh würde sich den ganzen Tag der Aufgabe widmen, die nächste vollbusige Schönheit zu bezirzen, um sie in sein Bett zu zerren.

Nadja überlegte seit Wochen, ihre Nase korrigieren zu lassen. Sie glaubte, dass sie dann bessere Chancen bei Erik hätte.

Erik hingegen interessierte sich nicht für junge Mädchen. Er hatte ein Auge auf unseren Biolehrer geworfen.

Wenn es nicht der Sex war, den diese jungen Menschen antrieb, dann der Leistungsdruck dieser Gesellschaft.

Amy ritzte sich. Sie schrieb einfach nicht die Noten, die ihr Vater erwartete. Er setzte voraus, dass sie ihn später als Anwältin in seiner Kanzlei unterstützte. Doch sie träumte von einer Karriere als Tänzerin in einem großen Theater.

Ich hatte mich weitestgehend zurückgezogen. Als ich jedoch zum ersten Mal am öffentlichen Geschehen teilnehmen musste, war ich von dem Brei an Informationen völlig überwältigt. Irgendwann kannte ich jeden Abgrund, alle Begierden und Hoffnungen, die die Menschwesen antrieben. Und so ließ ich sie einfach durch mein System rauschen, ohne groß davon Notiz zu nehmen. Die Geschichten dieser Geschöpfe überrollten mich, noch bevor auch nur einer von ihnen den Mund aufmachen konnte, um mich zu begrüßen.

Ich hievte brav meinen Rucksack auf den Rücken.

„Der Kosmos ist gewaltig, aber ihr musstet euch ausgerechnet den Planeten Venghaa aussuchen“, sagte ich spöttisch.

Meine Mutter lächelte. Sie strahlte beständig Liebe aus. Jedem gegenüber. Sie beklagte sich nie über einen Kontakt mit einem Menschwesen, obwohl sie Rehabilitationshilfe in der Strafanstalt von Livra leistete. An einem Ort, an dem Menschwesen saßen, die wirkliche Probleme hatten.

„Weil wir hier gebraucht werden.“

Die lichtvollen Augen meiner Mutter strahlten voller Güte. „Du weißt doch, wie es um diesen Planeten steht, Liah. Sehr viele der Menschen hier schaffen es nicht aus eigener Kraft, sich von den Manipulationen der Seths zu befreien.“

Ich bewunderte ihre Zuversicht. Sie hatte wenigstens ein Ziel … eine Aufgabe. Sie erreichte jeden Tag Menschen mit ihrem Wesenskern. Berührte deren Licht und erinnerte sie an deren wahre Natur. Die Menschen weinten zum Teil, wenn sie die gefürchtete Strafanstalt verlassen mussten, um wieder in ihren Alltag zurückzukehren. Sie weinten, weil sie meine Mutter verlassen mussten – sie und ihr Licht, welches die Erkenntnis um die Vollkommenheit allen Seins wieder in ihnen erwachen ließ.

„Niemand braucht mich in dieser Schule, Ma“, stellte ich entmutigt fest.

In den Anfängen meiner Schulzeit hatte ich ernsthaft versucht, ein Mitglied dieser Gesellschaft zu sein. Ich verschenkte mich und mein Licht jeden Tag aufs Neue und ging viele Freundschaften ein. Ich war einem Menschen ähnlicher, als meine Eltern es je sein konnten. Mich beherrschten ebenfalls Emotionen und Bedürfnisse. Ganz zu schweigen von dem Kampf mit einem Hormon überfluteten Körper.

Doch schon in den untersten Klassenstufen war mir der Machtkampf innerhalb der Mädchengruppen um deren Stellung zuwider. Die Liebe, mit der hier gehandelt wurde, war immer an Bedingungen geknüpft. Nicht, dass mich das gestört hätte. Ich war nicht auf die Liebe der anderen angewiesen. Ich fand sie in mir selbst. Auch meine Eltern waren mir ein unaufhörlicher Quell dieser bedingungslosen Liebe. Aber die Menschen sahen mich nicht wie ich sie. Und so kratzen die Freundschaften, die ich einging, nur an der Oberfläche und drangen nicht in die Tiefe. Mit zunehmendem Alter war ich vom belanglosen Umgang der Menschen miteinander einfach nur genervt.

„In dieser Schule brauchen sie ihre Probleme genauso dringend wie die Luft zum Atmen“, schloss ich unsere kurze Unterhaltung.

Meine Eltern mussten nie fragen, wie es mir ging. Sie lasen es in meiner Signatur. Wir kommunizierten die meiste Zeit nonverbal. Ich konnte ihnen binnen einer Sekunde die Geschehnisse des ganzen Tages übermitteln. Dabei musste ich sie nicht einmal ansehen oder einen Laut von mir geben. Ich schickte ihnen einfach ein „Datenpaket“ und die Informationen flossen von System zu System.

Dies war keine Einbahnstraße. Ich lernte auch von den Erfahrungen meiner Eltern. Wir bildeten ein kleines, eigenständiges Kollektiv.

„Ich weiß, wie wir dich aufmuntern und deinen 16. Geburtstag gebührend feiern können“, sagte sie und klatschte vergnügt in die Hände.

Meine schon viel zu lange eingesperrten Flügel zitterten vor Freude unter meiner Haut, als ich das Bild auffing, welches sie mir in meine Gedanken schickte.

Die Vorfreude darauf, durch die Luft zu sausen und den Wind in meinen Flügeln zu spüren, würde mir helfen, den Schultag zu meistern.

 

*

 

Tränen kullerten seit Stunden über meine Wangen. Die Sonne wanderte langsam über den Waldrand und verpönte mich mit ihrem heiteren Glanz.

Die halbe Nacht hatte ich mich mit Erinnerungen an meine Kindheit und frühe Jugend gequält. Ich fürchtete mich davor, das Gesicht meiner Mutter oder den Klang ihrer Stimme zu vergessen.

Schluchzend vergrub ich mein Gesicht in meinen Kissen. Kurz darauf hörte ich Becca, wie sie das Schloss meiner Wohnung entriegelte und dann meine Schlafzimmertür aufriss.

„Guten Morgen, Schlafmütze“, begrüßte sie mich vergnügt. „Du liegst ja immer noch in den Federn.“ Mit einem Ruck zerrte Becca die Bettdecke von mir herunter.

Ich hatte mir nicht die Mühe gemacht, mein Nachthemd anzuziehen, nachdem ich mich in den frühen Morgenstunden zurück ins Camp geschlichen hatte. Und so kauerte ich noch immer mit den schmutzigen Klamotten der letzten Nacht in meinem Bett.

„Geh weg!“, forderte ich sie auf, das Zimmer wieder zu verlassen.

„Um Himmels willen, Liah.“ Echte Besorgnis schwang in ihrer Stimme, als sie in mein aufgequollenes Gesicht blickte. Sie stellte einen Kuchen mit Kerzen auf meinem Nachttisch ab und setzte sich dann auf meine Bettkante.

Ich betrachtete den Kuchen, der liebevoll mit einer 23 beschriftet war und die Tränen begannen erneut in Strömen meinen Wangen hinunterzulaufen.

Becca strich mir übers Haar. Sie war eine der wenigen, die meine Geschichte kannte. Eine der wenigen, die mich verstand und der ich mich anvertrauen konnte, denn sie teilte mein Schicksal.

„Lass uns heute nicht zur Arbeit gehen und stattdessen etwas Schönes unternehmen“, versuchte sie mich aufzumuntern. „Vielleicht einen Wellnesstag!? Wenn ich deine verdreckten Schienbeine betrachte, hast du ein Vollbad dringend nötig“, neckte sie mich und zog an einer meiner Haarsträhnen.

Ich lachte und schniefte in ein Taschentuch. Dann deutete ich auf den Kuchen. „Hast du den etwa gebacken? Ich wollte heute eigentlich nicht vergiftet werden.“

Becca verdrehte die Augen. „Keine Sorge. Ruth hat mir geholfen“, gestand sie.

Becca hatte in der Küche nichts verloren. Sie verwechselte gerne mal den Zucker mit dem Salz oder mischte eines ihrer Lieblingskräuter von ihrem Heimatplaneten Ketura mit unter das Essen. Für den Gaumen der Bewohner von Venghaa absolut ungenießbar oder gar unverdaulich. Als ich sie an einem Mädelsabend das erste Mal für uns kochen lassen hatte, musste ich danach eine Woche lang unter schmerzhaften, lilafarbenen Stuhlgang leiden. Damit hätte ich noch umgehen können, aber mein Geschmacks- und Geruchssinn spielten nach diesem Erlebnis tagelang vollkommen verrückt. Alle Süßspeisen schmeckten nach Seetang. Ich konnte kein pures Wasser mehr trinken. Ich hatte jedes Mal das Gefühl, ich schluckte Seifenlauge.

Erleichtert schnappte ich mir eine Gabel und schaufelte mir ein Stück nach dem anderen in den Mund.

„Mmmh, sehr gut“, schmatzte ich.

Becca strahlte wieder. Ihre Haare verfärbten sich von einem Braunton zu einem dunklen Purpurrot. „Alles Gute zum Geburtstag, Liah.“

Ich umarmte sie zum Dank.

„Den Wellnesstag müssen wir verschieben“, sagte ich mit vollem Mund und schon dabei, meine schmutzigen Kleider auszuziehen. „Ich werde gleich mal nach Collin sehen. Ich hoffe, sein Zustand hat sich zumindest nicht verschlechtert.“

Beccas Haarfarbe wandelte sich wieder zu einem matten Braunton. Das sagte mir, dass es Collin wohl nicht so gut ging.

Becca stand ebenfalls auf und wechselte das Thema: „Hast du auch eine Erklärung für deinen Zustand?“ Sie deutete auf mein Gesicht und meine verschmutzten Beine.

Ich ging ins Bad, um mein äußeres Erscheinungsbild zu korrigieren. Dabei zog ich die Schiebetür nur halb zu, sodass sie mich noch hören konnte.

„Ich war heute Nacht in der alten Ruine von Sierrana. Wir sind jetzt im Besitz der berühmt-berüchtigten Träne“, rief ich ihr ganz beiläufig zu.

Im...

Erscheint lt. Verlag 26.1.2024
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Berührend • Familie • Fesselnd • Kosmos • leidenschaftlich • Liebe • magisch • Spirituell
ISBN-10 3-384-13004-9 / 3384130049
ISBN-13 978-3-384-13004-4 / 9783384130044
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich

von B. M. Bower; Rafat Allam

eBook Download (2025)
Arabookverse Ltd (Verlag)
CHF 6,30