Begegnung in Triest - Ein spannender Politthriller (eBook)
278 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-384-18122-0 (ISBN)
Jürgen W. Roos wurde in Dresden geboren und wuchs in Rees sowie Essen auf. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Schon als Kind träumte er davon, Menschen aus anderen Ländern kennenzulernen. Die Romane von Mark Twain gehörten bereits damals zu seiner Lieblingslektüre. Nach der Schule lebte er für zwei Jahre in Marseille. Er jobbte als Hilfskraft auf einem der Ausflugsschiffe. Dort schrieb er seinen ersten Roman. Danach zog es ihn nach München. Er arbeitete viele Jahre als Werbefotograf und später als Geschäftsführer einer Weinhandlung. Zwischendurch reiste er durch zahlreiche Länder in Europa, Asien und Afrika. Nach einer langen Pause begann er erneut mit dem Schreiben. Seine Ideen findet er hauptsächlich in den politischen Nachrichten. Besonders die Hintergründe, über die kaum berichtet wird, interessieren ihn. Wieviel an Wahrheit wird verschwiegen? Er hat folgende Romane geschrieben:: Der Rosental Plan Malika oder ein Hauch von Safran, Ich will Deine Tränen sehen Türkischer Winter Fe Pura
Jürgen W. Roos wurde in Dresden geboren und wuchs in Rees sowie Essen auf. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Schon als Kind träumte er davon, Menschen aus anderen Ländern kennenzulernen. Die Romane von Mark Twain gehörten bereits damals zu seiner Lieblingslektüre. Nach der Schule lebte er für zwei Jahre in Marseille. Er jobbte als Hilfskraft auf einem der Ausflugsschiffe. Dort schrieb er seinen ersten Roman. Danach zog es ihn nach München. Er arbeitete viele Jahre als Werbefotograf und später als Geschäftsführer einer Weinhandlung. Zwischendurch reiste er durch zahlreiche Länder in Europa, Asien und Afrika. Nach einer langen Pause begann er erneut mit dem Schreiben. Seine Ideen findet er hauptsächlich in den politischen Nachrichten. Besonders die Hintergründe, über die kaum berichtet wird, interessieren ihn. Wieviel an Wahrheit wird verschwiegen? Er hat folgende Romane geschrieben:: Der Rosental Plan Malika oder ein Hauch von Safran, Ich will Deine Tränen sehen Türkischer Winter Fe Pura
Prolog
Mit einem erleichterten Seufzer befreite Veronika Ferbes ihre schmerzenden Füße von den engen Schuhen. Sie waren ihr am Vortag im Schaufenster einer Boutique unweit des Wenzelsplatzes aufgefallen. Obwohl sie sündhaft teuer waren, hatte sie dem Drang, sie unbedingt besitzen zu müssen, nicht widerstehen können.
Es war ein Fehler gewesen, sie gleich am nächsten Tag so viele Stunden lang zu tragen. Doch in der Früh, beim Verlassen des Hotels, hatte sie sich nicht vorstellen können, das die Abschlussbesprechung zu der relativ simplen Erbschaftsangelegenheit, zu der sie extra nach Prag gefahren war, einen weiteren ganzen Tag in Anspruch nehmen würde. In dem Fall hätte sie vermutlich bequemere Schuhe ausgewählt.
Kurz dachte sie darüber nach, bereits am Abend nach Dresden zurückzufahren. Ein Blick in den Fahrplan und sie ließ den Gedanken wieder fallen. Sie würde zweimal umsteigen müssen und käme mitten in der Nacht zuhause an. Morgen, ein paar Minuten vor 10 Uhr, gab es einen Zug, mit dem sie, ohne umzusteigen, durchfahren konnte.
Zudem gab es für sie keinen Grund, sich mit der Rückfahrt zu beeilen. In ihrer Wohnung wartete niemand auf sie. Robert, ihr Freund und Lebensgefährte kam frühestens am Wochenende von seiner Dienstreise aus Karlsruhe zurück.
Der Gedanke an ihn heiterte sie auf. In den letzten Monaten hatte er mehrfach das Thema „Heiraten“ angesprochen. Sie ahnte, dass er sie schon bald bitten würde, seine Frau zu werden. Obwohl ihr das bisherige Zusammenleben mit ihm, ohne Trauschein, nichts ausmachte, hatte sie keine Einwände. Ihre Mutter würde es glücklich machen.
Gemütlich auf dem breiten Bett liegend wählte sie die Nummer der Kanzlei ihres Patenonkels, für den sie seit fast einem Jahr arbeitete. Nach dem frühen Tod ihres leiblichen Vaters hatte er die Rolle eines Ersatzvaters übernommen.
In Kurzform berichtete sie ihm von den langwierigen Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft. Seinem knurrigen Lob war zu entnehmen, das er mit dem Ergebnis ihrer Arbeit zufrieden war.
Onkel Theo, wie sie ihn außerhalb der Kanzlei noch immer nannte, hatte ihr gleich zu Beginn ihres Jurastudiums gesagt, das er sie sich, mangels eigener Kinder, als Nachfolgerin in seiner Anwaltskanzlei wünschte. Das hatte sie nicht so ernst genommen. Doch inzwischen hatte er sich festgelegt. In spätestens 10 Jahren würde er sich endgültig zur Ruhe setzen.
Prag war nicht die Stadt, in der eine Frau, ohne dumm angeschaut zu werden, alleine zum Essen gehen konnte. Zudem sah es so aus, als würde es bald regnen. Deshalb beschloss sie, einen ruhigen Fernsehabend einzulegen.
Nach einem Blick in die Speisekarte ließ sie sich vom Restaurant des Hotels ein paniertes Schnitzel mit Bratkartoffeln, dazu einen großen Salat und eine kleine Flasche tschechischen Rotwein bringen.
Aus dem Nebenzimmer waren die Stimmen zweier Männer zu hören. Sie schienen zu streiten.
Zumindest einen der beiden kannte sie vom Sehen. Ein langweiliger, wie ein schlechtgekleideter Handelsvertreter aussehender, älterer Deutscher mit graumelierten Haaren und Brille. An allen vier Tagen, die sie sich jetzt in Prag befand, hatte er kurz nach ihr den Frühstücksraum betreten, sie höflich gegrüßt und sich an den Nebentisch gesetzt. Offenbar auf eine günstige Gelegenheit wartend, sie in ein Gespräch zu verwickeln. Um dem zuvorzukommen, hatte sie jedes Mal ihr „Unnahbargesicht“ aufgesetzt. Auf Hotelbekanntschaften, dazu mit solchen Typen, legte sie keinen gesteigerten Wert.
Schnitzel, Salat und der Rotwein schmeckten hervorragend. Nach dem Essen stellte sie sich auf den kleinen Balkon, um in aller Ruhe eine Zigarette zu rauchen. Trotz des wolkenverhangenen Himmels waren auf dem Wenzels Platz zahlreiche Menschen unterwegs.
Durch die offene Balkontür des Nebenzimmers waren noch immer die streitenden Männer zu hören. Der Besucher hatte eine penetrant laute, unangenehm quietschende Stimme, die teilweise den Straßenlärm übertönte.
Richtig aufmerksam wurde sie bei der Nennung von Lockwitz; dem Stadtteil im Südosten Dresdens, in dem sie selber aufgewachsen und die ersten Jahre zur Schule gegangen war. Das weckte ihre Neugier.
Einmal meinte sie „Schmierfink“ zu hören. Nur dieses eine Wort, besonders laut gesprochen. Es war eindeutig die quietschende Stimme des Besuchers. Der Rest des Satzes ging im Straßenlärm unter. Es folgte „…der Tod des Kindes und der alten Leute war nicht zu vermeiden. Das weißt du doch selber genau. Keiner konnte voraussehen, dass die ganze Hütte abbrennt. Inzwischen ist Gras über die Angelegenheit gewachsen. Niemand spricht mehr darüber.“
Veronika merkte, wie sich die Härchen auf ihren Armen vor Aufregung aufstellten. Urplötzlich ahnte sie, über was die Männer im Nebenzimmer sprachen. Doch weshalb hier in Prag und das ausgerechnet im Zimmer neben ihr? Als Juristin war sie solchen Zufällen gegenüber stets misstrauisch.
Das Wort „Schmierfink“ hatten damals, vor gut zwei Jahren, irgendwelche Idioten mit gelber Leuchtfarbe an die Hauswand ihrer Freundin Wasiliki gesprüht. Und drei Wochen später, bei einem Brandanschlag auf das Haus, waren ihr Mann Nicolas, ihr 2-jähriger Sohn sowie deren Eltern ums Leben gekommen.
Bedauerlicherweise wurden die Stimmen im Nebenzimmer jetzt so leise, das sie kaum etwas verstand.
Aufgewühlt zündete sie sich eine weitere Zigarette an. Das soeben Gehörte schwirrte unaufhörlich in ihrem Kopf herum. Was sollte sie mit den aufgeschnappten Gesprächsfetzen anfangen?
Sie und Wasiliki kannten sich aus dem Kindergarten. Später waren sie auf dem Gymnasium in dieselbe Klasse gegangen. Seit sie zurückdenken konnte, strahlte ihre Freundin etwas aus, das sie, ohne eigenes Zutun, ständig in den Mittelpunkt rückte. Besonders auffällig wurde es in den letzten Schuljahren. So gut wie jeder ihrer Mitschüler war verliebt in sie. Selbst bei den Lehrern, egal ob weiblich oder männlich, schien ihr Zauber anzukommen.
Während des Studiums hatten sie sich kurzzeitig aus den Augen verloren. Bei ihren ersten Wiedersehen war sie regelrecht schockiert gewesen, ihre Freundin in einem Rollstuhl sitzen zu sehen. Ihre unwiderstehliche Ausstrahlung hatte dadurch nicht gelitten.
„Zeitweise spinnen meine Beine,“ hatte sie ihr lächelnd erklärt. „Das ist so, als wenn das Kabel in einem Gerät einen Wackelkontakt hat. Das Signal vom Kopf kommt dann nur manchmal oder zu schwach an; niemand sagt den Muskeln in den Beinen, was sie tun sollen. Die Ärzte nennen das eine periodische Lähmung. Den lateinischen Ausdruck dafür habe ich vergessen.“
„Dann bist du jetzt immer auf einen Rollstuhl angewiesen?“
„Nur an manchen Tagen. Meist merke ich schon morgens nach dem Aufstehen, wie es mir geht.“
„Besteht Hoffnung auf Heilung?“
„Zumindest hoffe ich es. Die Ärzte, die mich bisher untersucht haben, kommen oftmals zu unterschiedlichen Ergebnissen. Dementsprechend verschieden sind ihre Therapien, die sie mir verordnen.“
An Wasilikis Hochzeit mit dem italienischen Journalisten Nicolas, die in Triest im Hotel seiner Mutter gefeiert wurde, hatte sie zu ihrem Leidwesen nicht teilnehmen können. Ausgerechnet da hatte sie mit einem Kreuzbandriss im Krankenhaus gelegen.
Später hatte es diesen furchtbaren Brandanschlag auf das Haus in Lockwitz gegeben, in dem ihre Freundin samt Familie lebte. Ihr Mann, der kleine Sohn und ihre Eltern waren dabei ums Leben gekommen. Wasiliki hatte überlebt, weil sie an dem Abend zur Geburtstagsfeier einer Arbeitskollegin eingeladen war. Den oder die Brandstifter hatte die Polizei nie gefunden.
In der Folge war in diversen Zeitungen zu lesen, das Wasilikis Mann, an einem Artikel über angeblich verschwundenen Milliarden aus dem Vermögen der Stasi gearbeitet hatte und vermutlich deshalb sterben musste. Darunter sollten sich, so schrieben sie, eine größere Menge sogenannter Blutdiamanten befinden, mit denen verschiedene afrikanische Länder die DDR für Waffenlieferungen bezahlt hatten. Andere wiederum berichteten von einem Nazischatz, dem er auf der Spur gewesen war.
Sie selber hielt beides für möglich. Nicolas hatte in den Jahren zuvor gleich mehrere Skandale aufgedeckt und sich damit einen Namen als sogenannter „Enthüllungsjournalist“ gemacht.
Wasiliki, die zu dieser Zeit, nach ihrem Germanistikstudium, in einem Buchverlag als Assistentin der Geschäftsführung gearbeitet hatte, brach daraufhin total zusammen. Mehrmals hatte sie versucht, zu ihrer Freundin Kontakt aufzunehmen. Vergebens. Auf keine ihrer Anrufe oder Mails hatte sie reagiert.
Ihr erstes Zusammentreffen danach war purer Zufall. Sie und Robert waren nach einem gemütlichen Abendessen in der äußeren Neustadt auf dem Heimweg, als urplötzlich eine leichtbekleidete, völlig betrunkene Frau aus einem Hauseingang über den Gehweg auf die Fahrbahn taumelte und dort liegenblieb. Sie hätte ihre...
| Erscheint lt. Verlag | 22.3.2024 |
|---|---|
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | Adria • Italien • Liebe • München • Padua • periodische Lähmung • Politik • Rollstuhl • Schwabing • Spannung • Triest • Urlaub |
| ISBN-10 | 3-384-18122-0 / 3384181220 |
| ISBN-13 | 978-3-384-18122-0 / 9783384181220 |
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