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G. F. Unger Western-Bestseller 2661 (eBook)

Die Fährte der Revolvermänner

(Autor)

eBook Download: EPUB
2024 | 1. Aufl. 2024
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-6224-3 (ISBN)

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G. F. Unger Western-Bestseller 2661 - G. F. Unger
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Jim Lane klettert als letzter Mann aus der Kutsche. Er ist ein großer, hagerer und dunkler Bursche, dem ein sichelförmiger Bart über die Mundwinkel hängt.
Er trägt die Kleidung eines Mannes, der sonst zumeist im Sattel reist, und der Colt an seiner linken Seite wirkt auf den ersten Blick nicht besonders auffällig. Es scheint einfach nur ein gewöhnlicher Colt zu sein, so wie ihn viele Männer in diesem Land tragen.
Erst wenn man in Jim Lanes rauchgraue und leicht schräge Augen gesehen hat, misst man seiner Waffe mehr Bedeutung zu. Und dann blickt man unwillkürlich auf seine Hand - seine linke. Es ist eine lange Hand, geschmeidig und mit einem breiten Gelenk. Man glaubt sofort, dass diese Hand schneller zupacken kann als ein zuschnappender Wolfsfang. Und wenn man nicht gerade ein Greenhorn oder ein Dummkopf ist, weiß man über Jim Lane schon recht gut Bescheid.
Auch der Bursche, der bei der Vordertür der Poststation an einem Stützbalken des Verandadaches lehnt, kennt sich aus. Er bekommt schmale Augen, hebt einen Moment die Oberlippe und zeigt seine Zähne auf böse Art. Aber er bleibt stehen und sieht zu, wie man Jim Lanes Sattel vom Dach der Kutsche hinunter in Lanes Arme wirft. Erst als Jim Lane mit der Rechten den Sattel auf seine Schultern schwingt und sich in Richtung Hotel entfernen will, bewegt sich der hartäugige Mann, der bisher am Stützbalken lehnte. Langsam geht er Jim entgegen und bleibt dann breitbeinig vor ihm stehen ...


Die Fährte der
Revolvermänner

Jim Lane klettert als letzter Mann aus der Kutsche. Er ist ein großer, hagerer und dunkler Bursche, dem ein sichelförmiger Bart über die Mundwinkel hängt.

Er trägt die Kleidung eines Mannes, der sonst zumeist im Sattel reist, und der Colt an seiner linken Seite wirkt auf den ersten Blick nicht besonders auffällig. Es scheint einfach nur ein gewöhnlicher Colt zu sein, so wie ihn viele Männer in diesem Land tragen.

Erst wenn man in Jim Lanes rauchgraue und leicht schräge Augen gesehen hat, misst man seiner Waffe mehr Bedeutung zu. Und dann blickt man unwillkürlich auf seine Hand – seine linke. Es ist eine lange Hand, geschmeidig und mit einem breiten Gelenk. Man glaubt sofort, dass diese Hand schneller zupacken kann als ein zuschnappender Wolfsfang. Und wenn man nicht gerade ein Greenhorn oder ein Dummkopf ist, weiß man über Jim Lane schon recht gut Bescheid.

Auch der Bursche, der bei der Vordertür der Poststation an einem Stützbalken des Verandadaches lehnt, kennt sich aus. Er bekommt schmale Augen, hebt einen Moment die Oberlippe und zeigt seine Zähne auf böse Art. Aber er bleibt stehen und sieht zu, wie man Jim Lanes Sattel vom Dach der Kutsche hinunter in Lanes Arme wirft. Erst als Jim Lane mit der Rechten den Sattel auf seine Schultern schwingt und sich in Richtung Hotel entfernen will, bewegt sich der hartäugige Mann, der bisher am Stützbalken lehnte. Langsam geht er Jim entgegen und bleibt dann breitbeinig vor ihm stehen ...

»Im Hotel ist kein Platz mehr«, sagt er. »Bleiben Sie vom Hotel weg, Amigo. Die Luft ist dort überdies auch ungesund. Gehen Sie in die andere Richtung, Hombre!«

Die letzten Worte sind zweifelsohne ein Befehl.

Jim Lane blickt drei Sekunden in die harten Augen des Mannes, und er spürt auch deutlich den Anprall von Gefahr.

»Na schön«, sagt er. »Dann gehe ich in den Saloon. Sonst noch etwas, was ich beachten muss?«

Der Bursche hebt in der für ihn gewiss charakteristischen Art seine Oberlippe und sagt spröde und eiskalt: »Pass auf, Hombre! Ich habe sofort erkannt, dass du eine harte Nummer bist. Und vielleicht bist du hergekommen, um dich in unser Spiel hier einzukaufen. Doch wir sind schon komplett. Wir nehmen niemanden mehr herein. Schleich dich, Bruderherz!«

Jim Lane grinst nun ebenfalls. Er hat prächtige Zahnreihen, und sein dunkles und sichelbärtiges Comanchengesicht wirkt verwegener als zuvor.

Er geht mit dem Sattel über die staubige Fahrbahn.

Oben auf dem Dach des gegenüberliegenden Adobehauses entdeckt er hinter dem Kamin einen Mann mit einem Gewehr. Der Bursche hätte ihn von dort glatt erledigen können. Jetzt, da er sieht, dass Jim Lane zum Saloon geht, zieht er sich in den Schatten des Kamins zurück.

Bis jetzt sehe ich zwei, denkt Jim Lane. Aber außer dem Burschen auf dem Dach und jenem, mit dem ich sprach, müssen zumindest noch zwei weitere im Ort sein.

Er hat die Straße nun überquert, wendet sich nach rechts und erreicht die Ecke des Saloons. In der schattigen Gasse sind vier zähe Pferde angebunden. Sie stehen gewiss schon einige Tage hier in Bereitschaft. Es wurde ihnen Futter hingeschüttet und Wasser gebracht. Da aber niemand den Pferdemist fortschaffte, kann man sich ungefähr ausrechnen, wie lange sie dort in der Gasse neben dem Saloon schon in Bereitschaft gehalten werden.

Die Haltestange vor dem Saloon ist leer.

Jim Lane legt den Sattel auf die Bank neben der Tür ab und tritt dann ein in das kühlere Halbdunkel.

Hinter der Bar steht ein Mexikaner. Wahrscheinlich ist er der Besitzer.

Und an dem Tisch in der Ecke, von dem aus er durch das Fenster die Straße beobachten kann, da sitzt Abe Gunnison. Er fletscht die Zähne wie eine Bulldogge und deutet mit seinem dicken Zeigefinger auf Jim Lane.

»Du bist doch nicht zufällig hier, Revolver-Lane«, sagt er. »Ich wette, du warst ganz in der Nähe, sodass ein Vögelchen dir etwas ins Ohr singen konnte. Und dann bist du mit der wöchentlichen Postkutsche hergekommen, weil es gerade so passte. Sonst wärest du geritten, nicht wahr? Ist es so?«

Er beugt sich über den Tisch, und er ist ein gedrungener, stiernackiger Mann mit der ständigen Angriffslust eines schwarzen Toros, also eines spanischen Kampfstieres, von denen die Longhorns abstammen.

Jim Lane tritt zur Bar und verlangt ein Bier. Er trinkt das Glas zur Hälfte leer und geht dann damit zu Abe Gunnison, setzt sich zu diesem an den Tisch.

»Ich hörte«, sagt er, »dass ihr einen harten Burschen in der Klemme habt und es deshalb nicht so einfach für euch ist, weil ihr ihn nicht töten dürft, bevor er euch sein Geheimnis verraten hat. Deshalb steckt nicht nur er, sondern auch ihr in der Klemme. Die Zeit arbeitet für ihn. Lange könnt ihr diesen kleinen Ort nicht mehr beherrschen und die Einwohner einschüchtern. Aus Santa Fe und Albuquerque sind vielleicht schon Aufgebote unterwegs. Auch die Freunde des Burschen kommen bald. Ihr müsst bis spätestens Mitternacht fertig sein. Ihr plagt euch schon zwei Tage hier herum.«

»Du weißt gut Bescheid, Revolver-Lane«, erwidert Abe Gunnison kehlig. »Aber du kannst dich trotzdem hier nicht einkaufen. Dieses Geschäft mache ich mit meinen Jungs allein.«

Jim Lane nickt und leert das Glas.

»Zuerst schmeckt es kühl«, sagt er, »doch der zweite Schluck kann nicht mehr täuschen. Abe, wir sind alte Bekannte, und einmal, da hätten sie dich drüben in Mexiko am Hals hochgezogen, wenn ich dir nicht geholfen hätte. Ich werde hinüber ins Hotel gehen und mit dem Mann reden. Vielleicht kann ich ihn überzeugen.«

Abe Gunnison grollt, als er dies hört. Er wischt sich über seinen haarlosen Kopf.

»Selbst wenn es dir gelingen sollte, Jim«, murrt er dann, »wirst du nur einen Fünftelanteil bekommen können. Denn wir sind schon vier. Du bist das fünfte Rad am Wagen. Aber schön – wir kennen uns gut. Und ich bin dir eine Kleinigkeit schuldig, noch von Mexiko. Schön, versuch es! Es könnte auch sein, dass er dir eine Kugel in den Bauch schießt, sobald du in sein Zimmer kommst. Er ist verwundet und hat Fieber. Wenn wir genügend Zeit hätten, brauchten wir nur zu warten. Also, gut! Versuch es!«

Er beugt sich zur Seite und stößt das Fenster auf.

Mit scharfer Stimme ruft er über die Straße: »Hoiii, Jungs, er hat meine Erlaubnis! Er ist ein alter Freund von mir. Er darf ins Hotel!«

Als er das Fenster wieder geschlossen hat und Jim Lane ansieht, wirkt er ausdruckslos und dennoch irgendwie geheimnisvoll. Man muss bei seinem Anblick an einen Buddha aus Bronze denken.

»Versuch nur nicht, mich aufs Kreuz zu legen, Revolver-Lane«, murmelt er, wobei er kaum seine dicken Lippen bewegt.

Jim Lane erwidert nichts. Er verlässt den Saloon, hält draußen an, holt sein Rauchzeug hervor und dreht sich eine Zigarette.

Seine Gedanken arbeiten. Und er denkt: Abe Gunnison sagt, dass sie vier Mann sind – aber wo steckt ihr vierter Mann? Und was ist, wenn er mich angelogen hat und sie fünf Hombres sind?

Er setzt sich langsam in Bewegung und überquert die staubige Fahrbahn. Dieser Ort hier entstand aus einer Poststation. Außer dieser, dem Hotel, dem Saloon und einem Store gibt es nur noch ein halbes Dutzend Häuser und ebenso viele Hütten. Zumeist ist alles aus Adobe errichtet und weiß getüncht. Denn die meisten Leute hier in Taton sind mexikanischer Abstammung. Für sie ist Adobe seit Urzeiten das beste Baumaterial.

Der Bursche, mit dem Jim Lane schon bei seiner Ankunft einige Worte gewechselt hatte, kommt von der Poststation zum Hoteleingang und starrt Jim Lane an.

Dieser bleibt stehen und murmelt: »Du bist hier – einer ist auf dem Dach des gegenüberliegenden Hauses. Abe Gunnison sitzt im Saloon, und wo sind die anderen Jungs?«

Der Mann grinst ihn auf seine merkwürdige Art an. Dann sagt er: »Du hättest Abe fragen sollen, Bruder – nur Abe, nicht mich. Und damit du es gleich weißt, ich traue dir nicht. Du magst ja mit Abe gut bekannt sein, aber für mich stinkst du gegen den Wind.«

Jim Lane erwidert nichts.

Er lässt den anderen wortlos stehen und betritt das Hotel. Doch diese Bezeichnung ist eigentlich eine Übertreibung. Es handelt sich um einen einfachen Gasthof.

Unten gibt es eine Gaststube, einen Treppenaufgang nach oben, die Küche und einige weitere Nebenräume.

Oben sind gewiss nicht mehr als sechs Zimmer.

Und in einem dieser Zimmer hat sich Al Shannighan verschanzt. Dies weiß Jim Lane, und deshalb ist er gekommen.

Der Wirt lässt sich nicht blicken. Gewiss hat er sich in seine Privaträume zurückgezogen und dort auch seine Familie in Sicherheit gebracht.

Jim Lane blickt auf die Treppe. Doch zuerst geht er zur Hintertür und öffnet diese einen Spalt. An der Ecke eines Schuppens oder Stalles lehnt ein Mann. Er ist halb hinter der Ecke verborgen und hat ein Gewehr in der Armbeuge.

Nun weiß Jim Lane, wo sich der vierte Mann der Bande befindet, und es war ja auch vorauszusehen, dass sie den Hinterausgang des Hotels bewachen würden.

Aber gibt es noch...

Erscheint lt. Verlag 24.2.2024
Reihe/Serie Western-Bestseller
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Bestseller • bud-spencer • buffalo-bill • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Country • Cowboy • Deutsch • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • g f barner • Indianer • jack-slade • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Serie • sonder-edition • Western • Western-roman • Wilder Westen • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp
ISBN-10 3-7517-6224-8 / 3751762248
ISBN-13 978-3-7517-6224-3 / 9783751762243
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